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Was sollte man bedenken, bevor man sich für Kinder entscheidet?

mearie;_chrixstin


LovHus,

aber im "für dich" in Verbindung mit einem nicht angetretenen Medizinstudium überhaupt auszusprechen, schwingt schon so etwas wie "Schau, was ich für dich geopfert habe!" mit und suggeriert dem Kind, dass es der Mutter dafür etwas schuldig ist. Natürlich ist das rein rational betrachtet nicht der Fall, dennoch aber in vielen Fällen Konfliktpunkt in einer Eltern-Kind-Beziehung, vor allem dort, wo kein Partner da ist.

m!ar%ieh_chreistxin


Ups, Satzbausalat… :D

Na ja, man weiß schon, was ich sagen will, oder? ;-)

dCanMae8a7


Rein objektiv betrachtet ist das sicherlich nur eine Fesstellung, aber es klingt schon sehr nach: Das habe ich alles für dich getan.

Nicht das wir uns flasch verstehen, ich liebe meine Mutter und das ist schon länger kein Thema mehr zwischen uns. Abe rich denke Das eben aus dem ich habe etwas geopfter gefühl der Anspruch erwächst das man dafür auch bewundert werden will, dass man ein Anrecht auf dankbarkeit hat. Aber wieso? Bedanken sich Eltern je bei den Kindern für all die tollen Momente die man hat? Für den ganzen Spaß?

LeovHuxs


a.fish

Ich versteh dieses Denken nicht.

Es ist mehr ein Fühlen als ein Denken. Eltern kriegen ja kein Kind, weil sie sich danach sehnen, Windeln zu wechseln und Nachts nicht zu schlafen. Sondern sie ermöglichen einem neuen Menschen ein Leben zu leben. Irgendwie suggeriert die Gesellschaft, dass es was Wertvolles ist :=o . Wenn dieser Wert nicht anerkannt wird, dann tut das weh. Für DIESEN Schmerz hat man sich aber NICHT sehenden Auges entschieden.

Nimm Eltern, deren pubertierender Jugendlicher Selbstmord begeht. Denen würdest du bestimmt nicht sagen: "Hey, ihr habt doch das meiste gehabt, was ihr wolltet, nur der Erwachsene, der seine Sache macht, fehlt."

marie-christin

Ich denke, dass jedem irgendwann klar wird, dass die Eltern einen hohen Preis dafür bezahlt haben, dass es sie gibt. Spätestens, wenn man sich selber Gedanken macht, ob man Kinder will. Zum Konfliktpotenzial wird das, wenn offen gelassen wird, ob die Eltern den Preis nicht im Nachhinein als zu hoch empfinden. Man hat sie enttäuscht, man ist nicht so geworden, wie sie es sich vorgestellt haben, was auch immer. Irgendwo kommt der Hunger nach Anerkennung ja her.

DANN würde ich genau wie a.fish argumentieren, wenn man es emotional überhaupt hinbekommt. Aber welchen Preis die Eltern auch bezahlt haben und wie auch immer sie damit klar kommen hat NICHTS damit zu tun, dass ich mein Leben von ihnen habe. Wenn also Kinder ihren Eltern überhaupt etwas schuldig sind (sind sie nicht - das war der ursprüngliche Punkt, den ich zu bedenken gegeben habe), dann dass sie ihr Leben mehr wertschätzen, als mit jedem Preis der Welt bezahlbar gewesen wäre. Idealerweise vermitteln das bereits die Eltern - aber schönreden oder gar lügen sollen sie nicht müssen ;-) .

Wenn also Eltern direkt oder indirekt oder auch nur vermeintlich durchblicken lassen: "Wenn ich DAS gewusst hätte, hätte ich dich nicht gewollt." Dann muss man sich entscheiden:"Oh mein Gott, es wäre besser gewesen, wenn es mich nicht gegeben hätte :-o :°( ." Oder: "Wow, da habe ich aber nochmal Glück gehabt :-o :-D ." Was wäre den Eltern lieber? Was ist für das Kind besser? Eben, beide Fragen haben die selbe Antwort: Letzteres. Also gibt es gar keinen Konflikt.

dBanae!8x7


Da möchte ich nochmal auf meinen ersten Beitrag in diesem Faden vor einigen Seiten verweisen.. man bekommt als Mutter (für Väter kann ich nicht sprechen) eine Menge mehr als Anerkennung und genau das sollte der Grund sein aus dem man sich für Kinder entscheidet!

LBo;v,Hus


Dankbarkeit

Dankbarkeit, wie auch Freude sind Gefühle, die man nicht einfach machen und nach denen man sich dennoch beliebig sehnen kann, wenn es fehlt. Schön, wenn die Eltern das Feuer aus Dankbarkeit und Freude in einem anfachen. Aber wenn es so nicht ist, ist man nicht Opfer, sondern kann das Feuer selber entzünden. Und wenn es dann eines Tages gelingt, die Eltern, die davon zu wenig hatten, mit einzubeziehen - welche Freude!

In diesem Punkt bin ich froh um meine Gottesbeziehung. Klar gibt es jede Menge schöner Dinge, für die ich meinen Eltern, meinen Kindern, meiner Frau, sonst jemandem dankbar bin und ich hoffe natürlich, dass ich dies auch angemessen ausdrücke und es "rüberkommt". Aber letzlich wäre es seltsam, mich bei den Kindern zu bedanken, dass sie da sind. Und genauso können sich die Kinder für alles Mögliche bedanken, was sie bekommen haben, aber ihr Leben? Auch das fände ich sehr seltsam, wenn ich dafür ein Danke bekäme. Aber Dank - wie auch Klage - an Gott richten zu können, empfinde ich als ein großes Geschenk. Und wenn die Kinder merken, dass ich Gott dafür danke, dass er ihnen das Leben geschenkt hat, ist es auch nicht zu ihrem Schaden :)* .

S3h.oUjo


Eltern kriegen ja kein Kind, weil sie sich danach sehnen, Windeln zu wechseln und Nachts nicht zu schlafen.

Nicht? Dabei ist das so unvergleichlich schön! Ach so, nee, nicht schön – nur unvergleichlich! ;-D

-gTofWfiIfee-


Und genauso können sich die Kinder für alles Mögliche bedanken, was sie bekommen haben, aber ihr Leben?

Ich bin dankbar für mein Leben! Ich bin glücklich darüber, dass meine Eltern sich entschieden haben ein Kind zu bekommen :)z Ich bin dankbar dafür, dass sie mir sooooo viel Liebe gegeben und mir sehr, sehr viel ermöglicht haben! Dies ist für mich nicht selbstverständlich!

Eine Bekannte hat mir mal erzählt, dass sie damals vor der Entscheidung stand: Kind behalten oder abtreiben weil es zu 90 % behindert wäre. Sie hat es behalten und das Kind ist kerngesund :-) Am 18. Geburtstag ihrer Tochter bekam sie von ihr folgendes zu hören: Danke, danke, danke dass du mich damals bekommen hast obwohl du vor einer sehr schweren Entscheidung standest.

Diese Worte berühren einen schon sehr....

cglairxet


Man sollte gut überlegen, ob man den richtigen Partner hat. Meiner Meinung nach der häufigste Fehler. Aber der Rat bringt eh nix. ;-D

Bin ich bereit, die Discobesuche/Kneipenbesuche , was auch immer, am Wochenende zu streichen bzw auf ein Minimum zu reduzieren?

Die Aussage hör ich immer wieder, aber ich kapier nicht warum. Nach der Teeniezeit und den wilden Anfangszwanzigern treibt sich nur noch eine Minderheit der Leute regelmäßig in Disco und Kneipen rum.

Bin ich bereit, auf Freizeit zu verzichten?

Man verzichtet nicht auf Freizeit. Man verbringt sie eventuell nur anders.

Bin ich bereit meine Karriere erstmal auf Eis zu legen?

Wieso das denn?

Bin ich bereit 24 Stunden für MEIN (nein, nicht Omas, Tantes ect) Kind da zu sein? (Und es nicht an besagte Personen ständig abzutreten? ..kenne ich aus dem Bekanntenkreis leider nur zu gut und finde ich schlichtweg induskutabel.)

Wieso indiskutabel? Die Eltern haben ein bißchen Zeit für sich, Oma oder Tante freuen sich, Kind lernt das Umfeld kennen. Wo soll da das Problem sein? ???

Die Fragen haben so eine Tendenz, die mir gar nicht gefällt. Wer nicht bereit ist alles zu opfern, der ist nicht bereit für ein Kind. :-X

a*.fFixsh


Ich bin dankbar für mein Leben! Ich bin glücklich darüber, dass meine Eltern sich entschieden haben ein Kind zu bekommen

Warum? Wenn sie Dich nicht bekommen hätten, dann – . Und Ende. Man kann seine eigene Nicht-Existenz ja nicht bedauern, nur theoretisch und auch nur deshalb, weil man existiert. Nicht-geboren worden sein ist kein spürbarer Verlust, also wofür Dankbarkeit?

-jToffCifee-


Du hast einfach eine ganz andere Denkweise wie ich ;-) Klar kann man seine Nicht-Existenz nicht bedauern ;-) ABER rein vom Gefühl her, bin ich nun einmal glücklich darüber weil da u. a. Gefühl mit reinspielt und dies kann man logisch nicht erklären (Nicht-Existenz, Existenz).

Warum hat man Angst vor dem Tod? Ich bin dann schließlich weg und kann nicht mehr darüber nachdenken, was ich nun alles nicht mehr habe....

aA.fixsh


Warum hat man Angst vor dem Tod? Ich bin dann schließlich weg und kann nicht mehr darüber nachdenken, was ich nun alles nicht mehr habe....

Richtig. Deswegen habe ich auch keine Angst vor dem Tod (sein). Und es fällt mir schwer zu begreifen, warum sich andere vor diesem Zustand fürchten. ":/

Ich bin meiner Mutter auch für einiges dankbar – dafür, dass sie mir letzte Woche ausgeholfen hat. Und für den klitzekleinen Umstand, dass ich mietfrei in ihrem Haus wohnen darf.

Aber so eine globale Dankbarkeit fürs Leben oder dass sie mich als Kind nicht hat verhungern lassen, die geht mir ab. ":/

Was sollte man bedenken, bevor man Kinder bekommt? – Sie könnten werden wie a.fish. 8-)

b(eull0angia


Ich habe nun schon drei Mal angesetzt, um hier einen Beitrag zu schreiben.

Mein Fazit: Man kann es nicht gut in Worte fassen, wie sehr ein Kind das eigene Leben verändert. Wie sehr es das eigene Denken verändert, wie sehr es das eigene Fühlen verändert.

Man kann sich das auch vorher nicht vorstellen, egal wie sehr man sich bemüht.

Vielleicht sollte man genau das bedenken, dass es eine "Reise ins Ungewisse" ist.

Dass man offen sein sollte für Veränderung, wenn man diese Reise antritt.... ":/

Ach ja... was ich vorher echt gerne gewusst hätte:

Der Bauch ab dem ca. 8. Monat ist sowas von verdammt schwer %:| ;-D

Hätte ich das gewusst, hätte ich doch viele Dinge vorher gekauft ;-)

*:)

MciR(oL$i


Nicht-geboren worden sein ist kein spürbarer Verlust, also wofür Dankbarkeit?

Aber zu leben ist ein Gewinn – oder nicht?

L6ovHuxs


a.fish

Nicht-geboren worden sein ist kein spürbarer Verlust, also wofür Dankbarkeit?

So hart kenne ich dich gar nicht. Bist du nur dankbar für entgangene Verluste? Bist du mir dankbar, dass ich dich nicht zum Krüppel geschlagen habe? Ein Zustand, der zweifellos ein spürbarer Verlust wäre? Du könntest ja alle möglichen spürbaren Verluste, die dir deine Eltern nicht angetan haben sammeln - der Grausigkeit an Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt - und dafür dankbar sein ]:D . Man kann doch auch dann dankbar für ein Geschenk sein, wenn man seine Abwesenheit nicht vermissen würde.

Da hatten sich nun deine Eltern für ein Kind entschieden. Rausgekommen bist du - na gut, Pech gehabt; noch ist Kinder kriegen eine Lotterie, es gibt sie nicht, die Designerbabys. Sie hatten ihr Vergnügen, oder eben doch kein so großes Vergnügen wie erhofft, und nun musst du es ein ganzes Leben lang auslöffeln. Eine Runde Mitleid für a.fish :=o .

Die beiden Zustände leben oder nicht leben (to be or not to be) sind eben unvergleichlich. Nicht immer unvergleichlich schön, aber unvergleichlich (danke, Shojo :-D )

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