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Was tun als Außenstehener beim Panikanfall?

TzomTVomx92 hat die Diskussion gestartet


Die Mutter meiner Freundin hatte wohl gerade einen Panikanfall, zumindest glaube ich das. Sie hatte Atemnot, Schwindelgefühl, starkes Herzrasen, schwitzen und ihre Hände zitterten. Das Ganze dauerte etwa 45min und ich hatte keine Ahnung, was ich machen soll. Gab ihr ein Glas Wasser und versucht sie zu beruhigen, in dem ich langsam auf sie zuredete. Hat aber nicht viel gebracht.

Hat jemand Tipps, was man direkt tun kann? Im Netz finde ich nichts.

Antworten
nvighti)nga_le_x87


Hallo Tom,

hm, ich weiß nicht, ob du ihr wirklich helfen kannst...

Ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen, da ich vor gut 6 Jahren selbst Probleme damit hatte,

also oft mindestens einmal am Tag. Man ist in dem Moment irgendwie in seinem eigenen Kopf gefangen,

ich weiß nicht, wie ich es sonst besser beschreiben soll. Deshalb "hört" sie dich in den Momenten auch nicht.

Denn diese Panikattacken sind meist vollkommen "irrational", weil es in dem Moment keinen erkennbaren

"realen" Grund für die Angst gibt. Mir hat damals wirklich nur eine ambulante Psychotherapie geholfen.

Meine Freunde haben zwar versucht mir zu helfen, aber da ich nicht wusste woher diese Angst/Panik kam,

konnte ich ihnen natürlich auch nicht erklären was los ist, und sie waren komplett überfordert.

Bei mir war es damals so, dass ich einfach diesen "Druck" nicht mehr ausgehalten hatte;

meine Mutter ist Alkoholikerin und zu der Zeit hatte sie viele Rückfälle, und damit verbunden war auch, dass

ich mich immer ungeliebt/wie selbstverständlich gefühlt hab und noch einige andere "Kleinigkeiten".

Steht deine Freundin denn unter irgendeinem Druck oder ist sie starkem Stress ausgesetzt?

Kurzfristig hilft mir so eine Art Mantra oder wie auch immer man es nennen will, um aus dem Teufelskreis der Panik

wieder rauszukommen, denn leider hab ich gelegentlich immer mal wieder eine leichte Panikattacke.

Ist ähnlich wie Alkoholismus, du bist nie völlig geheilt, aber du lernst damit umzugehen.

Mein Mantra ist halt "Ich habe etwas besseres mit meinem Leben vor. STOP!"

Es sollte möglichst kurz sein, muss halt irgendwie zur Person passen.

Und ein bestimmtes, kräftiges "STOP", selbst nur in Gedanken, fand ich immer sehr wirkungsvoll.

Langfristig muss der Druck/Stress reduziert werden und wenn du oder sogar auch sie selbst nicht erkennt woher

der kommt, kann ich nur raten zum Psychotherapeuten zu gehen.

Die helfen wirklich auch wenn ich mich damals fast "geschämt" hab dorthin zu gehen...

Ich hoffe, ich konnte dir irgendwie helfen.

T{omTqom9x2


Hi nightingale, Danke für deine Antwort.

Also es geht um die Mutter meine Freundin und ja, sie hat schon seit Jahren hier und da Stress und leider kann sie auch nicht besonders gut mit Stress umgehen. Macht sich über alles Sorgen. Ihre Mutter (also die Oma meiner Freundin) ist aus altersgründen senil und hat nicht gerade einen herzensguten Charakter, also gibt es dort jede Menge Stress, vorallem mit Pflegehilfe, schmeisste eine nach der anderen raus. Dann ging ihr Auto vor paar Wochen kaputt und Wochen lang nach einem neuen Getriebe gesucht, aber Fehlanzeige. Jetzt bei der Autosuche gibts auch Probleme und heute wurde ihr "Traumauto" quasi vor der Nase weggeschnappt. Dann ne halbe bis Stunde später hatte sie dann ihren Anfall. Einige andere "Baustellen" noch woanders, die sich schon seit Jahren hinziehen. War also wohl nur eine Frage der Zeit... Wie soll sie aber lernen auf Stress mit Gelassenheit oder so zu reagieren? Ich kann mich in ihre Situation nicht einmal richtig reinfinden. %:|

Ich habe ihr nahegelegt am Montag zum Arzt, allerdings ist sie auch ein verdammt sturer Mensch, völlig selbstaufopfernd, was das Ganze noch schlimmer macht und ich weiß nichtmal, ob ich das meiner Freundin erzählen soll. Sie ist noch am Arbeiten, kommt erst gegen 21 Uhr. Einerseits hat sie ein Recht es zu erfahren, andererseits würde sie sich nur extreme Sorgen machen und ich bin mit der Situation auch völlig überfordert.

Da ich mit meinen eigenen Eltern nicht gerade das beste Verhältnis habe, nimmt sie für mich auch eine Art Ersatzfunktion ein, was wiederum bedeutet, dass ich emotional davon betroffen bin. Was das Ganze noch schlimmer macht, denn auf sie einzureden, ihr Versuchen gut zuzureden, so ähnlich ist, als würde man gegen den Wand rennen.

__Blizwza_


Hallo TomTom,

Ich habe vor zwei Jahren auch stark an Panikanfällen gelitten, kam auch zweimal per Notarzt ins Krankenhaus, wo ich dann jeweils ein paar Tage behandelt wurde.

Mir hat es immer gut getan, wenn ich während eines solchen Anfalles nicht allein war, auch wenn der Anwesende nicht viel tun konnte. Ich denke, du hast dich da schon richtig verhalten mit Zureden und Beruhigen.

Als ich auf der Arbeit so einen Anfall hatte, mit den oben beschriebenen Symptomen, dazu übelstem Druck auf dem Brustkorb, bat ich eine gute Kollegin, mit mir rauszugehen. Wir sind dann an der frischen Luft herumgelaufen, obwohl ich immense Angst hatte, jeden Moment umzukippen, und meine Kollegin hat belangloses Zeug erzäht, um mich abzulenken – und das hat wirklich geholfen, ich hab mich dann allmählich wieder beruhigt.

Wenn deine Schwiegermutter das häufig hat, sollte sie aber doch mal zum Arzt gehen, um zumindest schauen zu lassen, dass organisch alles in Ordnung ist @:)

TNo'mTfomx92


Hi Blizza.

Soweit bekannt, hatte sie es zum ersten Mal. Vorher hatte sie "nur" Nervenzusammenbrüche oder kleine Anfälle? Jedenfalls war es noch nie so heftig und wie sie später sagte, hatte sie befürchtet, dass ihr Herz jeden Moment aufhört zu schlagen. :-(

Ich habe vor zwei Jahren auch stark an Panikanfällen gelitten, kam auch zweimal per Notarzt ins Krankenhaus, wo ich dann jeweils ein paar Tage behandelt wurde.

Hätte ich ihr vielleicht auch einen Krankenwagen rufen sollen? Oder kann der Notarzt da auch nichts machen?

_kBl,iQzza_


TomTom, ob es besser ist, einen Notarzt zu rufen, kann ich schlecht abschätzen. Weil diese Probleme bei mir aus dem Nichts kamen (ich kannte bis dahin keine Herzbeschwerden und Atemnot), hatten wir den Krankenwagen gerufen, und weil mein Blutbild verdächtig war, kam ich mitten in der Nacht in der Klinik noch zur Computertomografie der Lunge, da bei mir Verdacht auf eine Lungenembolie bestand (der Verdacht hat sich aber zum Glück nicht bestätigt).

hatte sie befürchtet, dass ihr Herz jeden Moment aufhört zu schlagen.

Das Gefühl hatte ich auch jedes Mal, aber aufgrund ausführlicher Untersuchungen wurde bei mir eine Herzerkrankung ausgeschlossen. Bei mir waren eine entzündete Speiseröhre und ein Reizmagen die Auslöser für die Symptome, dazu Streß und psychische Belastung..

Ich denke, die Mutter deiner Freundin sollte wirklich dringend bei ihrem Hausarzt checken lassen, ob organisch alles in Ordnung ist. Es nützt ihr und euch ja nichts, wenn sie an ihren Belastungen zerbricht. War sie denn mal beim Arzt in letzter Zeit?

sgte[ini0x5


schau mal hier rein, das kannst du wenn nötig der mutter deiner freingdin mal bei gelegenheit zeigen.

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/597087/]]

ich hab letzte woche den faden eröffnet, ist unter psychologie, weil panikatakken psychich bedingt sind.die tipps helfen mir zumindest immer bei panikatakken!!

Tbo;mTqom9x2


Hey Blizza,

zu Ärzten wegen diverser Vorsorge-Untersuchungen geht sie schon. Was Ernsthaftes ist wohl bislang nicht festgestellt worden. Hatten heute noch ein Gespräch – meine Freundin hat es gestern nun auch erfahren – und wir haben ihr heute nahegelegt, dass sie morgen unbedingt zum Arzt gehen soll. Hoffentlich macht sie es dann auch. :-/

Hey Steini,

Danke für die Infos. Werde sie weiterleiten.

Und nochmals für eure Hilfe. @:)

_HB"li5zxza_


TomTom

Und ich danke dir nochmal wegen den Filmes – es hat geklappt :)^

s+teinai025


nix zu danke, dafür gibt es ja dieses forum, damit man sich austauschen kann und ggf. informieren kann! ;-)

n+ightiKngalex_87


Hallo Tom,

stimmt, eine organische Ursache solltet ihr auf jeden Fall vorher ausschließen!

Ich dachte damals auch, ich kippe jeden Moment tot um, wegen dem Herzrasen, Schwindel etc.

Und gerade dadurch steigert man sich noch mehr rein...

Selbst bei mir (damals 18) wurden alle möglichen Test einschließlich 24h-EKG gemacht.

Erst danach konnte ich mir eingestehen, dass es etwas psychisches ist und meinen Hausarzt

bitten mich zu einem Psychotherapeuten zu überstellen.

Versucht wirklich sie zu einem Arztbesuch zu bringen, vielleicht kann auch einer von euch als

moralische Unterstützung mitgehen. Mir hätte das zumindest geholfen, weil ich mich echt mies

und irgendwie auch... na ja, schwach (aber nicht körperlich) gefühlt habe.

Ihr könnt beim Arzt ja eure Vermutung bzgl. Panikattacke äußern, ihn aber bitten vorher Organisches

auszuschließen. Eine Freundin von mir hat nämlich bei ihrem HA die Erfahrung gemacht, dass er sie nach

ihrer Vermutung/Diagnose nicht mehr richtig ernst genommen und alles auf die Psyche geschoben hat.

Liebe Grüße und viel Kraft für deine Schwiegermama in spe. :)

Tfom8Tomx92


Wir (also meine Freundin und ich) haben ihre Mutter schon mehrfach angesprochen zum Arzt zu gehen, ihr angeboten gemeinsam zu gehen, aber sie weicht dann sofort vom Thema ab. Sagt also nicht einmal direkt, dass sie da hingehen wird oder eben nicht, sondern lässt uns einfach links liegen. Keine Ahnung, was man da noch machen soll. Hätte vielleicht doch ein Krankenwagen rufen sollen. %:|

Danke, Nightingnale, für die lieben Grüße. @:)

_@Bliz;za_


Sagt also nicht einmal direkt, dass sie da hingehen wird oder eben nicht, sondern lässt uns einfach links liegen. Keine Ahnung, was man da noch machen soll.

Hmm das ist echt schwierig und auch unfair euch gegenüber. Da macht man sich Sorgen und wird so im Ungewissen gelassen :°_ Dann sag ihr doch, dass du beim nächsten Anfall einen Notarzt rufen wirst – vielleicht kann sie das dazu bewegen, mal vorbeugend zum Hausarzt zu gehen @:)

Ist ihr ihre Gesundheit so egal, oder hat sie schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht? ":/

TqomT>om9x2


Ich denke, das ist das Problem:

Mir hätte das zumindest geholfen, weil ich mich echt mies

und irgendwie auch... na ja, schwach (aber nicht körperlich) gefühlt habe.

Will sich nicht als "Opfer" fühlen. ":/ Mit Sicherheit kann ich es nicht sagen.

Vielleicht sollte man die Sache einfach erstmal ruhen lassen?

_nBlizgza_


Vielleicht sollte man die Sache einfach erstmal ruhen lassen?

Ja, wenn du meinst :)* du bist ja quasi dicht am Geschehen dran, "wir anderen hier im Forum" können ja die Situation nur von außen beurteilen :)*

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