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Bin kein guter Mensch, wie damit umgehen?

mWirix80 hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

Um mal direkt einzusteigen – Ich bin wohl nicht direkt ein "guter" Mensch. Zu mir passen eher selbstauferlegte Begriffe wie schwarzes Schaf oder Randfigur. Auch Adjektive wie kaltherzig, unsympathisch, schonungslos, fies, taktlos etc. treffen irgendwo auf mich zu, um es mal etwas zu überspitzen. Mich verfolgen Sprüche wie "Dein Gesicht schon wieder", "Bei dir meint man immer es wäre gerade Weltuntergang", "Wie kann man nur immer so negativ sein". Es haben mich auch schon Leute nach dem kennenlernen gefragt, ob ich sie nicht leiden kann. Ich fühle mich wie ein weiblicher Dr. House oder sowas. :(v

Es fällt mir z.B. wirklich schwer mich in Leute hineinzuversetzen oder Mitgefühl zu entwickeln. In emotionalen Dingen bin ich sehr, sehr schlecht. Viele interpretieren das als Kälte, Arroganz oder mangelndes Interesse. Ich denke das ist einer der wichtigsten Punkte, der mir etliche Schwierigkeiten mit meiner Umwelt verschafft. Ich versuche besser darin zu werden, doch manchmal vermassle ich trotzdem alles durch Kommentare oder Verhaltensweisen die andere vielleicht als taktlos empfinden.

Ich bin einen Großteil meiner Zeit damit beschäftigt Situationen zu analysieren, Reaktionen zu interpretieren und herauszufinden was die beste Reaktion wäre. Das ist umso anstrengender, je größer die Gruppe ist. Manchmal kann ich einfach nicht mehr oder passe nicht auf und dann passieren Fehler und ich sage wieder irgendwas falsches. Wobei ich persönlich da eigentlich garkein Problem sehe. Ich bin nicht nachtragend und mag Offenheit und Direktheit sehr gerne. Nur scheinen andere irgendwie sehr schnell verletzt zu werden, schwer zu verzeihen und man wirkt halt extrem schnell unsympathisch. Man kriegt nicht gesagt "Hey, dein Ton gefällt mir gerade nicht so gut." sondern man muß auf der Metaebene erraten ob das jetzt gepasst hat oder halt nicht passt.

Mir fehlt auch eine positive Attitude. Ich arbeite an mir, sogar ständig, aber irgendwie versuche ich es einfach zu verkrampft und das ist mein Problem. Vielleicht muß ich lernen mich einfach zu akzeptieren wie ich bin und damit klarkommen und auch akzeptieren das ich vielleicht nicht bei jedem gut ankomme.

Ich habe einen Freundeskreis und die Leute schätzen mich und kennen mich jetzt auch schon lange genug. Da kann ich mehr ich selbst sein und auch meinen Humor ausleben, ohne das mir gleich die Freundschaft gekündigt wird. Aber dieses Katz und Maus der Gesellschaftsregeln wird immer ein Buch mit 7 Siegeln bleiben.

Was denkt ihr kann ich da tun? Sollte ich damit klarkommen das mich vielleicht einige/viele nicht mögen oder stärker an mir arbeiten. z.b. Höflichkeit, Taktgefühl, stetige Freundlichkeit und andere Tugenden verinnerlichen. Ist es Ziel eines jeden, ein besserer Mensch zu werden oder darf man auch Fehler haben (und behalten)?

Gruß, miri *:)

Antworten
s7chok!ohiwmbeer


mhh du solltest ursachenforschung betreiben...

warum bist du so?

wann hat sich das entwickelt?

aus welchem elternhaus kommst du?

das solltest du dich fragen, hier musst du nicht darauf antworten :)_

RMatl\o1osxer


miri80

Wenn unter deinem Text nicht dein Nick stehen würde, käme ich auf die Idee, er wäre von mir. Nicht ganz so krass vllt, aber in der Tendenz schon. Ich muss darüber intensiv nachdenken und morgen melde ich mich wieder.

Y@angYxin


Um mal direkt einzusteigen – Ich bin wohl nicht direkt ein "guter" Mensch. Zu mir passen eher selbstauferlegte Begriffe wie schwarzes Schaf oder Randfigur. Auch Adjektive wie kaltherzig, unsympathisch, schonungslos, fies, taktlos etc. treffen irgendwo auf mich zu, um es mal etwas zu überspitzen. Mich verfolgen Sprüche wie "Dein Gesicht schon wieder", "Bei dir meint man immer es wäre gerade Weltuntergang", "Wie kann man nur immer so negativ sein". Es haben mich auch schon Leute nach dem kennenlernen gefragt, ob ich sie nicht leiden kann. Ich fühle mich wie ein weiblicher Dr. House oder sowas. :(v

wer sich so reflektieren kann .......der kann unmöglich ein schlechter mensch sein.

ich habe bereits eine menge menschen kennengelernt die wohl jeder objektiv als charakterlich mies beschreiben würde und diese menschen fanden sich immer supertoll........denen wäre im traum nicht eingefallen sich so kritisch zu sehen wie du es tust :)=

HmlNodsyxn


Also erst mal vorweg: Ich bin kein Experte auf dem Gebiet! Für mich hört sich das ( nach dem ersten Lesen) aber ein bisschen nach Psychopathie an... Du sagst, es fällt dir schwer dich in andere hineinzuversetzen... Empfindest du denn Mitleid wenn du siehst, dass es anderen schlecht geht? Empfindest du selbst Gefühle wie Angst, Liebe Hass usw. oder weisst du einfach nur was sie bedeuten? Ich kenne persönlich einen Psychopathen (obwohl diese Diagnose sehr selten ist!) und der beschreibt sein (nicht vorhandenes) Gefühlsleben so Ähnlich wie du. Er hat auch die gleichen Probleme im Umgang mit Menschen, da er Gefühle eben nicht nachvollziehen kann...

Q*ui.etsc*hgrün


Ich schieße ja eigentlich immer ungern mit sowas, aber hast du mal daran gedacht dich auf das Asperger Syndrom testen zu lassen? Dieses "händeringend wollen und versuchen, aber nicht können" passt da ganz gut rein.

Nur ein Gedanke, der nichts heißen muss, also bitte renne nicht zum Psychologen, wenn du glaubst, dass das nie und nimmer hinhaut ;-).

Ansonsten klingst du für mich nach einer sehr angenehmen Person. Von Taktgefühl halte ich nicht viel, von diesem Schmusiknutschiknuddelknuffel-Schwachsinn den viele Frauen so gerne an den Tag liegen auch nichts. Da klingt schonungslos schon wesentlich besser.

Gesellschaftliche Regeln kennen übrigens die wenigsten "einfach so", das lernt man, indem man die jeweilige Situation wieder und wieder durchlebt. Ich kenne z.B. soooooooooooo viele erwachsene Menschen die nicht gerne telefonieren und meistens sind es die, die sich nicht sicher sind wie sich am Telefon zu verhalten haben.

Dfumaxl


miri80

Mir schoß auch als erstes Asperger durch den Kopf.

Ich habe einen Freundeskreis und die Leute schätzen mich und kennen mich jetzt auch schon lange genug.

Was meinen die denn? Finden deine Freunde dich irgendwie "auffällig"?

T{echjnikter_06


Asperger-Syndrom?

Auch Asperger können gute Menschen sein!

Man muss es nur trainieren also versuchen die sozialen Kompetenzen zu verbessern! *:)

Q[uiet$schgrxün


Das tut sie doch scheinbar schon ;-)

Aber mit Asperger ist es eben wesentlich schwerer das zu tun, als ohne -FALLS sie es denn hat.

T>ech5ni kexr_06


Ja, aber es ist auch positiv wenn das Kind einen Namen trägt und man gezielter dagegen vorgehen kann, also nicht gegen die Kinder sondern gegen die Synthome! *:)

Qbuie tscLhgrün


Gegen Kinder vorgehen? Wie fies! ]:D

Mal ernsthaft, Asperger beinhaltet mehr als soziale Unanehmlichkeiten und wird auch oft mit anderen Dingen, z.B. Bindungsstörungen verwechselt. Ohne sorgfältige Anamnese lässt sich da nichts sagen, schon gar nicht per Ferndiagnose, also sollten wir mit dem Begriff hier sorgfältig umgehen ;-) .

Ein vorschnell falsch benanntes Kind ist doch auch nicht so toll :-)

N/eed.ILnMpuYt


mmmh kommt mir so bekannt vor, ich erkenne mich in dieser Schilderung sehr genau wieder.. Vielleicht hab ich das auch, das Asperger? ??? Ich weiß das ich unter einer Dystemie leide, einer wechselnden Depression und unter Persönlichkeitsstörungen. Aber wer weiß, vielleicht sind diese Krankheiten ja nur Folge einer ganz anderen Geschichte? Denn bevor ich so ,,krank" wurde, hatte ich in meiner Kindheit und Jugend auch total viel Probleme Anschluss zu finden, ständig tat ich was oder sagte Dinge die andere einfach nicht nachvollziehen konnten, wo ich dann auch gemobbt wurde deswegen. Man hielt mich für eingebildet weil ich mit niemanden sprach und niemanden ansah, dabei hatte ich nur Angst vor denen weil ich nicht wusste wie ich mich in deren Gegenwart verhalten soll, was genau ich sagen soll, und dann rutschte mir was raus was voll daneben ging, dabei wollte ich es gar nicht so. Auch als kleiners Kind verhielt ich mich immer anders als andere Kinder, ich phantasierte viel und lebte in ner eigenen Welt, wurde von anderen Kindern meist nur komisch angesehen weil sie mein Verhalten nicht so recht kapierten. Meine Eltern schirmten mich deswegen viel von anderen ab, auch weil es ihnen selbst peinlich war manchmal.

Und wenn mir später jemand sagte ,,das und das und jenes musst du ändern"- dann wusste ich einfach nicht was die meinten, denn ich empfand mein Verhalten ja meist in dem Moment nicht seltsam, ich wusste also nie ab wann ich was beachten musste, wo genau war es kritisch und wo nicht! Ja das schwarze Schaf war ich deswegen auch in der Familie, ich war immer die ,,Komische", die ,,Unverbesserliche", das ,,Sorgenkind" die nix auf de Reihe kriegt.

m@iriU80


Hallo, danke für die Antworten!

Über eure Theorien habe ich mir bereits früher viele Gedanken gemacht. Für einen Psychopathen halte ich mich nicht, denn ich habe ein Gewissen, Gefühle und habe auch durchaus schon gehasst und geliebt und auch oft Angst. Ich kann Gefühle nur nicht so gut ausdrücken.

Auch mit Asperger habe ich mich bereits beschäftigt und im Internet Tests gemacht. Bei einem Test, bei dem es darum ging Emotionen von Gesichtern abzulesen, habe ich eher schlecht abgeschnitten. Bei einem anderen Test kamen Asperger-Tendenzen heraus. Es stimmen auch viele Punkte überein. Ich bin schnell gelangweilt wenn es um Themen geht die mich nicht wirklich interessieren. Ich mag Blickkontakt nicht gerne. Ich erscheine gefühlsarm (aber ich bin es nicht!). Soziale Kontakte fallen mir schwer. Andere Punkte stimmen wieder nicht. Ich habe keine Spezialinteressen oder bin auch nicht hochintelligent. Veränderungen in der Routine machen mich zwar schon manchmal nervös aber ich komme damit klar. Ich habe auch keine besondere sprachliche Ausdrucksweise, etc. Von daher bin ich mir wirklich nicht sicher ob das zutrifft, aber es passt schon ein wenig.

Ich habe einen Freundeskreis und die Leute schätzen mich und kennen mich jetzt auch schon lange genug.

Was meinen die denn? Finden deine Freunde dich irgendwie "auffällig"?

Naja, in gewisser Weise schon. Aber sie kennen das eben von mir und haben deswegen wahrscheinlich eine höhere Toleranz. Manchmal werde ich darauf hingewiesen das ich taktvoller sein soll. Mir wurde auch schon gesagt das ich launisch bin und das ich in manchen Stimmungen schwer erträglich bin. Das versuche ich dann natürlich zu ändern, aber es klappt nicht immer und ich finde mich dann sogar selbst anstrengend in diesen Phasen (Rückzugsgrund).

Das bitterste Erlebnis hatte ich mit meiner langjährigen besten Jugend-Freundin. Sie hat mir damals nicht erzählt das ihr Vater gestorben ist. Ich habe es erst später rausgefunden, als ich zufällig einen Totenzettel im Wohnzimmer gefunden habe (wir haben sogar zusammen gewohnt). Als ich sie fragte warum sie es mir verschwiegen hat meinte sie, sie wusste das ich damit nicht umgehen kann und das ich ihr keine Hilfe gewesen wäre. Das war für mich wie ein Schlag und hat mich auf lange Sicht extrem verunsichert.

sJkyefnlower


[[http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Alexithymie.shtml]]

Mir kam jetzt irgendwie das hier in den Sinn.... ":/

ETll"aganxt


Also bei mir ist es so, dass ich zB nicht damit umgehen kann, wenn jemand weint. Meistens weinen Leute ja, wenn sie traurig sind und ich bin in solchen Situationen immer irgendwie überfordert und weiß nicht, wie man da reagiert. Ich sag dann auch oft falsche unangebrachte Sachen und so hab ich mir angewohnt, dann einfach gar nichts zu sagen. Und sonst... naja meine Reaktion ist dann eher mechanisch, wie ein Roboter. Dann fass ich die Person irgendwo an, aber ich fühl mich eher unwohl und würd am liebsten die Situation verlassen.

Als der Vater meines Partners gestorben ist, hab ich gleich gesagt, dass ich nicht auf die Beerdigung mit möchte, aber er solls mir nicht übel nehmen, hat nichts mit dem Vater zu tun. Aber die Situation wär total die Überforderung gewesen. Überall traurige Menschen. Ich hätte wohl den ganzen Tag da nicht gesprochen. Dann hätte ich nicht gewusst, ob ich mal was witziges lockeres sagen darf, könnte ja unangebracht sein.

Über Gefühle kann ich auch total schlecht sprechen. Würd mir da oft lieber die Zunge abbeißen. Oder weinen vor anderen – niemals. Aber das hängt mit dem anderen zusammen. Ich zeig nicht groß Gefühle, weil mir das unangenehm ist (die Leute sollen doch denken, dass ich die starke unnahbare abgebrühte bin. uuuh. bin ich natürlich nicht ^^ aber ich versuch da die Maske aufzulassen, also automatisch) und genau so ist es dann, wenn andere emotional sind. Dann müsste ich meine "starke" Maske ja theoretisch auch fallen lassen und zeigen, ich kann auch anders. Aber die Maske ist eben oft stärker und so fühle ich mich unwohl und verhalte mich dann auch komisch oder wie ein Roboter und denk darüber nach, was ich als nächstes tun muss.

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