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Partner mit Depression

T5echniYk5er_x06


Man kann schon mit einem psychologischen Defizit also einer Stoffwechselerkrankung zur Welt kommen, doch es muss nicht zwangsläufig zu einer Depression führen.

Ich war im Juli zwei Wochen in einer Psychiatrie, bei einem Mitpatienten, der seit seiner Kindheit unter einer Geltungsschwäche litt, Mutter manisch und Vater depressiv hat starke Drogen zu sich genommen.

Diese Drogen führten wegen der genetischen Anfälligkeit zu einer Psychose die dann nach durch einer unglücklichen Beziehung und Trennung zu einer starken Depression führten!

Doch er hat sich aufgerafft und wollte nach der Psychiatrie im "geschützen Bereich" tätig werden. Also Arbeit für psychisch und gestig Kranke!

Vielleicht solltest du mal schauen, ob es nicht derartige Beschäftigungen in eurer Gegend für ihn gibt. Zu Hause abhängen und nur schlafen macht es nicht besser!

Wünsche dir und deinem Freund den Mut und die Kraft es zu ändern! :)* :)* :)*

kxeinnLampefrxei


@ Techniker_06

wie lieb von dir :-) ich werd mal mit ihm darüber sprechen, allerdings meint er ja, er habe schon alles probiert.. und er ist ja auch nicht konstant depressiv, sondern nur an manchen Tagen..

mal schauen, danke für deine Hilfe @:)

R;eblelutioxn


Ich denke, ich weiß ziemlich genau, was du meinst – ich hab auch lange gebraucht und wir hatten auch einige heftige Streits, wo mir erst mit der Zeit wirklich klar geworden ist, was sie da braucht und wie es ihr am besten geht und auch am besten für unsere Beziehung ist. Und mir geht's da mit der funktionierenden Beziehung auch deutlich besser, als wenn ich auf meine Bedürfnisse bestehe. Ist ne große Herausforderung, Rücksicht zu nehmen. Und wahrscheinlich ist es tatsächlich mit einem "sich daran gewöhnen" verbunden. Aber ganz wichtig: vergiss dich selbst nicht dabei! Aber dir sollte eben klar sein, dass es Dinge oder Situationen gibt, in denen du nichts von ihm fordern kannst.

Was das "in Ruhe lassen" angeht – biete es ihm an, dass du für ihn da bist, zu ihm hälst und ihm vielleicht ne starke Schulter bietest, natürlich in dem Rahmen, wie du das auch kannst. Kannst ihm ja auch sagen, dass du gerne versuchst, flexibel zu sein und mit dem "vielleicht" umzugehen, aber dass du dir wünschst, dass er dir da, so weit wie er das eben kann, klar kommuniziert, was er braucht und wie du für ihn da sein kannst. Dieses sonst für den Anfang von Beziehungen typische Abtasten, wie der andere tickt, klappt in meinem, wie in deinem Fall eben nicht, deswegen versucht da möglichst offen und klar darüber zu reden.

k(ePinnamexfrei


@ Rebelution

@:) schön, dass du mir so gut helfen kannst..

wahrscheinlich ist direkt nachfragen wirklich das Beste, denn wenn ich erstmal dort bin und es ihm nicht gut geht und ich frage, ob ich gehen soll und ihn in Ruhe lassen, bittet er mich immer bei ihm zu bleiben..

Wir hatten gestern eig vor (auf heute verschoben) einkaufen zu gehen und zu kochen, er schläft gerade und meinte er meldet sich bis halb 6 bei mir.. aber wahrscheinlich ist das in der Situation einfach zu viel..

Ich glaube ich schreib ihm mal aufs Handy, ob ich was zu essen besorgen soll und heute Abend vorbeikomme und wir nur chillen, mal schauen, was er sagt..

Danke für deine Hilfe (ich sags zwar 100mal, ich meine es aber wirklich so) @:) @:) :)_

RWe4bePlu=ticon


Kein Problem, für mich ist das auch in einer gewissen Weise ne Hilfe, da ich mir durch das Diskutieren und Argumentieren eben auch hin und wieder über wichtige Dinge klar werde und so manches damit noch weiter verinnerlichen kann. Ich bin auch überzeugt, dass mich vieles, was ich erst durch sie erfahren und gelernt habe, weiter bringt.

k3einn:amefriexi


@ Rebelution

Darf ich dir privat schreiben?

DEibeJliuns


Nun, ich würde nicht locker lassen, und ihn auch dann aus dem Haus zerren, wens es ihm schlecht geht, um irgendetwas gemeinsam zu unternehmen - und sei es nur ein Spaziergang an der frischen Luft - oder Dinge des Alltags zu erledigen wie Einkäufe, Behördengänge und dergleichen. Immer, wenn ich in so ein Loch gefallen bin, war mein erster Impuls auch der, mich abzuschotten aus Selbst- und Fremdschutz, bis ich von meinem damals noch recht frischen Partner zu hören bekam, dieses Verhalten sei inakzeptabel und unpartnerschaftlich, weil er so nicht wisse, was mit mir los sei und nicht an meinem Leben teilhaben könne, er das auch nicht auf die Dauer mitmachen würde. Diese Worte, die natürlich auch in seinem und im Interesse der Partnerschaft waren, haben mir zu denken gegeben. Ich konnte sie anfangs nicht nachvollziehen, weil ich der Meinung war, richtig zu handeln. Das Begreifen setzte erste im Laufe meiner Therapie ein. Insgeheim hatte ich mir doch Ablenkung gewünscht und nicht etwa das Abschotten und Sinnieren über Probleme. Da ist es sehr hilfreich, wenn der Partner diese auch nicht weiter thematisiert. Dazu gibt es Psychologen und das konnte ich ab dem Zeitpunkt auch ganz gut trennen.

Das nur als kurzer Umriss zu meiner Geschichte.

Ich möchte dem auch beipflichten, was bereits geschrieben wurde: Dein Partner ist selbst dazu angehalten, etwas zu tun, damit es ihm besser geht, und damit ist nicht nur Tabletten schlucken gemeint. Natürlich kenne ich den Schweregrad seiner Depression nicht, aber wenn es schon längere Zeit ist und Tabletten im Spiel sind, ist es mindestens auch eine mittelschwere Depression. Spielt aber auch keine Rolle; die Diagnose ist nur für den behandelnden Arzt wichtig. Man selbst macht sich mit soetwas nur unnötig verrückt - im wörtlichen Sinne.

Ich weiß nicht, ob es bei ihm etwas bringt, wenn Du versuchst an sein Ego zu appellieren, nach dem Motto "Mensch, reiß Dich mal zusammen". Als seine Partnerin kannst Du ihm nur den Rücken stärken, aber wenn er abblockt, ist das natürlich schwer umzusetzen. Mach ihm klar, dass er Dich nicht schonen muss und er zu Dir kommen kann, wenn es ihm schlecht geht; ob man dann nun redet oder einfach nur die Nähe des anderen genießt, ist unwesentlich.

In guten, wie in schlechten Zeiten; das gilt für jede Partnerschaft.

k_einnKaQmiefcrei


@ Dibelius

Danke auch für deine Antwort..

Ich hab nur Angst, durch dieses "zwingen" alles schlimmer zu machen, weil er sagt es geht ihm schlechter, sobald er sich überfordert fühlt..

Wir hatten heute ja eigentlich vor einzukaufen, abzuspülen und zusammen zu kochen, nur er hat sich wieder abgeschottet.. ich habe jetzt vorgeschlagen, essen zu holen und den Rest zu lassen und dann bei ihm zu bleiben und er meinte das fände er super. Ich habe auch gefragt, ob es ihn stört, wenn ich bei ihm bin und er meinte es wäre sogar besser..

Er hat allerdings gesagt, er möchte nicht aus dem Haus, ob ich das Essen alleine holen könne, ich habe aber kein Geld einstecken,also muss er sowieso mit, um zur Bank zu gehen..

Vielleicht schick ich ihn auch einfach gleich ins Restaurant, damit doch er das Essen holt?! Es klingt so seltsam, sich über solche kleinen Dinge überhaupt Gedanken zu machen, aber anscheinend sind sie von Bedeutung..

Ich selbst denke ja auch, dass es nur besser sein kann, am Leben teilzuhaben (wenn auch nur minimal), anstatt sich zu verkriechen, aber ich habe Angst dass ich nur von mir auf andere schließe und ihn schlussendlich doch nur unglücklicher mache ...

D{i(belxius


Ich hatte mit durch die Depression bedingten sozialen Ängsten zu kämpfen, z.T. auch jetzt noch, wenn auch wesentlich weniger. Der akute Zeitpunkt liegt nun ein halbes Jahr zurück und ich kann mit Stolz behaupten, in der Zeit viel für mich getan zu haben. Selbst banalste Dinge wie Bus fahren, Telefonieren, das Zahlen mit EC-Karte im Supermarkt waren für mich ein Kraftakt bis nahezu unmöglich, vom Leben als Student mal ganz zu schweigen.

Ich hab nur Angst, durch dieses "zwingen" alles schlimmer zu machen, weil er sagt es geht ihm schlechter, sobald er sich überfordert fühlt..

Mag sein, aber er wird den für ihn als unangenehm empfundenen Situationen nicht ewig ausweichen können. Jedenfalls nicht, wenn er beschlossen hat, gegen seine Erkrankung vorzugehen. Die Empfindsamkeit in Bezug darauf, was er als Überforderung empfindet, wird mit jedem Mal weniger. Nur ist seine Strategie offenbar die der Vermeidung und dazu wird jeder (Verhaltens)Therapeut sagen, dass das vielleicht für eine Weile legitim sein mag, um wieder zur Ruhe zu kommen, aber auf die Dauer mehr schadet als nutzt, weil man so Gefahr läuft, das Urvertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu verlieren, sein Selbstvertrauen also. So eine Erkrankung kann auch eine Flucht vor der Realität darstellen und z.T. ist sie ja ganz bequem und ein guter Vorwand, um eben bestimmte Dinge nicht tun zu müssen.

Wenn ihr es noch nicht getan habt, solltet ihr vielleicht noch einmal ausführlich darüber reden, wie ihr unter Einbeziehung seiner Erkrankung miteinander umgehen wollt. Konkret heißt das, dass seine Erkrankung im Moment ihren Platz in eurer Beziehung hat, das ist nuneinmal eine Tatsache, aber auf die Dauer müsst ihr einen Weg finden, wie ihr trotzdem partnerschaftlich miteinander umgeht, also mit allen angenehmen und weniger angenehmen Fecetten des jeweils anderen.

Z-wack744


"Mensch, reiß Dich mal zusammen"

Auf solche Art Aufmunterung können depressive Patienten gerne verzichten. Für Außenstehende ist wichtig zu verstehen: Ein depressiver Patient will, KANN aber NICHT - das ist ja gerade das Wesen seiner Krankheit. Man erinnert sich als Patient natürlich daran, dass man frühger ein normales Leben führen konnte, und aus heiterem Himmel bricht plötzlich alles weg, worüber man sich definiert hat. Man ist nicht arbeitsfähig und weiß nicht, ob man es jemals wieder wird. Man weiß nicht, ob die Beziehung oder Familie auseinanderfliegt, und man weiß nicht, ob man nicht durch alle Maschen des sozialen Netzes rutscht. Dadurch können schwere Existenzängste entstehen. Die Fertigkeit, intelligente Gespräche zu führen, die Fähigkeit, komplizierten Gedankengängen zu folgen, die Sensibilität, Glück zu empfinden - alles weg. Niemand wünscht sich mehr, aus diesem Loch wieder herauszukommen, als der Kranke selbst. Vorsichtig sollte man mit Äußerungen wie "Reiß Dich doch endlich mal zusammen", "Ich hatte das alles selbst viel schlimmer", "Du ruhst Dich doch nur auf Deiner Bequemlichkeit aus" sein. Sie können der letzte Anstoß zum Suizid sein, wenn der Kranke nämlich erkennt, dass ihn nicht einmal mehr die Menschen verstehen, die ihm am nächsten stehen. 15% der depressiven Menschen nehmen sich das Leben.

D(ibelixus


@ Zwack44

Das würde ich so nicht sagen, aber da tickt evtl. jeder ein bisschen anders, ist da sensibler oder nicht. Aus dem Grund war es auch als Frage an die TE formuliert, ob ihr Partner damit umgehen könnte und es als Ansporn, statt eines indirekten Vorwurfs verstehen würde.

Für mich persönlich war es, vom richtigen Menschen ausgesprochen, ein Ansporn. Von jedem anderen wäre es in meinen Ohren als "ja ja, du hast gut Reden, dich betrifft es ja nicht" angekommen. Da stimme ich dir zu.

ZJwackc44


Ich hab nur Angst, durch dieses "zwingen" alles schlimmer zu machen, weil er sagt es geht ihm schlechter, sobald er sich überfordert fühlt..

Das ist ein richtiger Gedanke. Die Depression kennt ja bessere und schlechtere Tage. Du wirst feststellen, dass Dein Freund in besseren Phasen von sich aus rühriger und unternehmungslustiger wird (für ihn vielleicht trotzdem eine große Anstrengung). Ich habe bei mir festgestellt, dass irrsinnigerweise Dinge Stress erzeugen können, die "im normalen Leben" überhaupt nicht der Rede wert sind. Das Befinden des Patienten ist also sehr vom Stress abhängig. So fühlte ich mich beispielsweise nicht krank, wenn ich im Sessel saß und 3 h lang in den Garten guckte. Das konnte aber sofort umschlagen, wenn meine Frau wissen wollte, ob ich zum Mittagessen lieber Sauerbraten oder ein Filetsteak haben möchte. Meine Depressionen waren jedenfalls immer mit einem hohen Maß an Entscheidungsschwäche verbunden. Die Frage nach dem Mittagessen konnte richtig körperlich schmerzen. Das erzähle ich nur als Beispiel. Wenn man näher darüber nachdenkt, erkennt man, dass der ganze Tag aus lauter kleinen Entscheidungen besteht. Das erklärt auch, warum sich depressive Menschen im ganz normalen Alltag so schwer tun. Verstehen kann man das wahrscheinlich nur, wenn man selbst schon unter Depressionen gelitten hat.

Z7w6acjk4x4


@ Dibelius

Für mich persönlich war es, vom richtigen Menschen ausgesprochen, ein Ansporn.

Hängt natürlich vom Schweregrad der Depression ab.

D5ibeClius


Für mich persönlich war es, vom richtigen Menschen ausgesprochen, ein Ansporn.

Hängt natürlich vom Schweregrad der Depression ab.

mittelschwer und bestand schon seit meiner Jugend.

Z{wacGk4E4


keinnamefrei, ich möchte noch einmal auf die "Lebenslänglichkeit" der Depression Deines Freundes zurückkommen. Ich nehme mal an, die ärztliche Erklärung, an die Du Dich heute nicht mehr so genau erinnern kannst, betraf den Hirnstoffwechsel. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass das Gleichgewicht der Neurotransmitter bei depressiven Patienten gestört ist, wobei dann noch unklar bleibt, was Ursache und was Wirkung ist. Ich hatte meine erste schwere Depression mit 39, wurde 3 Monate stationär medikamentös behandelt und war danach wieder arbeitsfähig. Diagnose:endogene Depression. Mit 57 hat es mich zum zweiten Mal "erwischt". Nach zwei erfolglosen Auslaßversuchen habe ich mich daran gewöhnt, dauerhaft mit Antidepressiva zu leben - und es geht ganz gut. Weil ich experimentierfreudig bin, habe ich im Laufe der Zeit über 20 ADs ausprobiert und bin nach eigenem Empfinden gut eingestellt. Ich führe ein normales Leben und versuche ein Übermaß an Stress zu vermeiden. Und jetzt komme ich auf den Punkt: Ich glaube nicht, dass Dein Freund schon extensiv versucht hat, seine Situation durch Medikamentenwechsel zu verbessern. Niemand kann etwas dafür, wenn er depressiv wird. Wenn er aber nicht alleine lebt, hat er nach meiner Auffassung die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, was seinen Zustand bessern könnte. Das Wechseln auf ein neues AD ist nicht immer die reine Freude, und manche Hoffnung platzt schneller als man den nächsten Termin beim Psychiater vereinbaren kann, aber es ist oft die einzige Chance auf Lebensqualität.

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