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Ich bin am Ende- Angst- und Panikstörung

Prapxula hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich möchte nun auch endlich mein Problem niederschreiben und hoffe auf Antworten und Hilfe.

Ich habe im Dezember 09 meine Tochter entbunden, kurz vorher fing alles an. Ich bin hypochondrisch veranlagt. Dieses hat sich inzwischen zu einer handfesten Angststörung entwickelt, aus der ich irgendwie nicht mehr raus komme.

Bei dem kleinsten körperlichen Symptom denke ich an die schlimmsten Krankheiten. In der Schwangerschaft hatte ich Kopfkribbeln und bin schließlich im MRT gewesen- alles ok! Im Sommer bin ich mit hohem Fieber und Nieren- und Kopfschmerzen am Wochenende ins Krankenhaus gefahren. Ich dachte ich habe einen Harnwegsinfekt und komme mit Antibiotikum wieder nach Hause. Pustekuchen! Ich musste dableiben und wurde auf Mengingitis getestet. Ich wußte von Anfang an, dass ich das nicht hab. Ich hab immer Kopfschmerzen bei Fieber! Naja, die Ärzte haben mich dann panisch gemacht. Es wurde eine Lumbalpunktion und CT gemacht- ohne Befund. Nach zwei Tagen hab ich mich selbst entlassen. Der eine Neurologe meinte, es wäre alles ok, aber der zweite riet zum Kernspinn. Da die Lumbalpunktion ok war, bin ich nach Hause, weil ich ja auch noch meine Tochter betreuen musste. Ich war sooo fertig! Einige Tage danach hatte ich Nervenschmerzen in den Beinen und hab sofort an MS gedacht. Leider fing auch kurze Zeit später mein Arm an zu kribbeln, in dem ich sowieso schon mal die Symptome des Karpaltunnelsyndroms hatte. Das gab mir den Rest! Nach langer Suche im Netz kam ich dann darauf, dass der Nerv vom ewig langen Blutabnehmen geschädigt ist und dieses zu Kribbeln führen kann. Puh, das hat mich dahingehend erst mal beruhigt.

Am nächsten Tag war ich beim Hausarzt, der eine Lungentzündung feststellte. Antibiotikum- Besserung! Alle Nerven beruhigten sich wieder!

Einige Wochen später waren die Lymphknoten unter den Achseln geschwollen. Ich sofort panisch zum Hausarzt. Er nahm Blut ab- alles ok. Die Schwellung ging dann auch einige Tage später wieder zurück.

Vor vier Wochen war ich beim meinem Hausarzt, weil ich einfach nicht mehr konnte. Ich wollte mir nicht ständig Gedanken ums Ableben machen! Ich habe es satt! Ich will doch mein Leben genießen! Er verschrieb mir eine Psychotherapie, die ich jetzt im November beginne. Dazu verschrieb er mir Citalopram 10 (?) mg. Das nehme ich nun 4 Wochen, konnte aber bisher weder positive, noch negative Veränderungen feststellen.

Heute habe ich eine kleine taube Stelle im Oberschenkel und denke wieder sofort an MS. Ich habe einen Gleitwirbel im Lendenbereich. Davon kann das ja auch kommen. Passend dazu fing wieder meine Karpaltunnelhand an zu kribbeln. Das beruhigt mich nicht wirklich! Ich bin schon wieder völlig panisch.

Ich habe große Lebenslust, die aber durch diese ständigen Vorfälle total gedämpft wird.

Ich kann nicht mehr! :°(

Antworten
MvilchmPannx76


Hmm, ich vermute mal Hypochondrie ist auch so ein Phänomen, wo man den Blick für das was noch normal ist verliert, oder? So wie es z.B. bei Magersucht der Fall ist.

Ich als Nicht-Hypochonder habe z.B. oft irgendwelche Wehwehchen, gehe aber nur selten zum Arzt. Ich warte erstmal, wie schlimm etwas ist, und ob es nicht in ein paar Tagen von selbst weggeht. Diese Fähigkeit scheint bei dir verloren gegangen zu sein. Mit einer Therapie bist du wahrscheinlich schon auf dem absolut richtigen Weg. Aber jetzt heißt es halt erst mal bis November durchhalten, und auch die Therapie bewirkt keine Wunder von heute auf Morgen.

Hmm, ist es denn machbar, dass du den Blick auf deinen Gesundheitszustand für einige Monate einer anderen vertrauenswürdigen Person übergibst? Wenn es so eine Person in deinem Leben gibt, frage sie doch mal, was sie von der tauben Stelle hält. Höchstwahrscheinlich wird sie als Nicht-Hypochonder sagen, dass du dich nicht weiter damit befassen musst. Wenn du es schaffst, dieses vertrauenswürdige Fremdurteil zu akzeptieren, und dann um Himmels willen nicht anfängst zu googlen oder medizinische Bücher zu wälzen, hast du ein kleines Stückchen Sicherheit.

Ich würde z.B. meiner Mutter vertrauen, dass sie anhand einer genauen Symptomschilderung sagen kann, ob ich überhaupt zum Arzt müsste, und falls doch, ob es etwas Schlimmeres sein könnte.

Wenn du jedenfalls fleißig Symptome googlest, wirst du es dir nicht leichter machen. Wenn ich meine regelmäßigen Knieprobleme google, könnte ich leicht auf eine Arthrose kommen. Aber ich denke es kommt einfach daher, dass ich manchmal auf der Couch stundenlang in einer verrenkten Haltung schlafe, und eben nicht mehr der Allerjüngste bin. :-)

P5ap@uxla


Vielen Dank für deine Antwort!

Meine Mutter ist Krankenschwester und hat mich schon oft beruhigt. Sie kennt mich also. ;-) Sie hat (wahrscheinlich auch deswegen) nichts zur tauben Stelle gesagt. Mein Hausarzt ist ein sehr guter Arzt, der mir auch helfen kann. Er untersucht mich immer und beruhigt mich dann.

Ich versuche mich auch durch Informieren über die Symptome zu beruhigen. Zum Beispiel hab ich gelesen, dass das meist durch die Lendenwirbelsäule oder eingeklemmte Nerven ausgelöst wird. Das könnte man ja leicht behandeln...

Paapulxa


Keiner mit ähnlichen Erfahrungen oder "Mutmachsprüchen"?

MRilch|mannx76


Ich versuche mich auch durch Informieren über die Symptome zu beruhigen.

Halte ich für keine gute Idee! So beschäftigst du dich doch wieder mit deinen Symptomen, und läufst Gefahr dich in bestimmte Krankheitsbilder zu verrennen. Beobachte deinen Körper ruhig, aber vertrau nur auf das Urteil deiner Mutter, und spar dir eigene Recherchen.

SschneDiuderin<x3


Hey Papula!! :)_

Wenn ich deine Geschichte so lese, muss ich so an mich denken. Ich bin 23 Jahre alt und leide schon seit 3, 5 Jahren an der Angststörung. Ich habe auch panische angst vor Krankheiten.... wie Krebs, Herzinfarkt usw. Bei jedem Kopfschmerz denke ich ich habe nen Hirntumor, bei kribbeln oder schmerzen im linken arm Schlaganfall oder Herninfarkt, unterleibsschmerzen ist dann mal schnell gebärmutterkrebs, MS und ALS hatte ich meiner meinung nach auch schon. Ich hab die ganzen jahre in mich gekehrt gelebt, habe nix mehr unternommen bis dann ende august nen nervenzusammenbruch der auslöser war entlich was zu unternehmen.

Ich bin zu einem anderen arzt, dem ich auch vertaue gegangen und hab ihm alles erzählt. er verschrieb mir auch das citalopram und überwies mich an einen psychologen. Ich nehme die tabletten seit fast 2 monaten. mir hat es geholfen, habe zwar hin und wieder noch die alten symptome, steigere mich aber nicht mehr so hinein. habe auch noch die gedanken aber die schaukeln sich nicht bis in eine panik. was für mich schon eine verbesseung ist, jedoch bin ich im meiner lebensqualität immernoch eingeschränkt sodass ich ab nächster woche eine therapie beginne, die mir hoffentlich irgendwann ein normales leben ermöglicht.

wenn du möchtest können wir uns gerne austauschen :) keiner weiß besser wie du dich fühlst als leidensgenossen.... @:) alles gute

PBapuxla


Hallo Schneiderin!

Ich war gerade noch mal bei meinem Hausarzt, weil wir morgen in den Urlaub fahren. Ich sollte mich nach 4 Wochen noch noch mal vorstellen, um über die Wirkung des Citalopram zu sprechen. Da ich keine Veränderung spüre, nehme ich jetzt eine Woche 15mg und danach 20mg. Ich soll also langsam erhöhen.

Wieviel mg nimmst du? Womit hast du angefangen?

S?chneid0eri2n<x3


Guten Morgen Papula :)

Ich selbst nehme 10 mg pro Tag, hatte mit einer Tablette angefangen und bin bis heute dabei geblieben da citalopram erst nach ca. 2 wochen anfängt zu wirken habe ich die zeit damals mit Tavor überbrückt, sagt dir "Tavor" etwas?

Ich gehe auch regelmäßig zu meinem Hausarzt, nach den 2 Wochen habe ich auch zu ihm gesagt, als er fragte wie es mit den tabletten sei, das ich nicht weiß ob sie schon wirken, da ich nicht sagen kann ob ich keine panikattacke in zukunft kriege wenn ich diese gedanken habe. Bei mir ist es auch so, wenn zum beispiel ein egk unauffällig war, war ich erstmal beruhigt... das hielt etwa ne woche dann gings von vorne los.

Ich muss dazu sagen das ich einmal im KH lag, letztes jahr, da ich palpitationen hatte, ums einfach zu sagen harmlose herzrytmusstöhrungen die ich mal wieder falsch gedeutet habe. mir wurde damals blut abgenommen und so ein unerfahrener arzt berichtete mir dann das der verdacht auf leukämie bestände... naja und was sowas bei einem angstpatienten auslöst, brauch ich dir ja nicht erzählen. nach einen untersuchungsmarathon, kam zum glück heraus das sich seine diagnose nicht bstätigt hat.

Es ist sehr wichtig das du deinem arzt vertraust, viele ärzte halten einen für bekloppt.... glaub mir ich war schon bei bestimmt 10 verschiedenen ärzten, einer davon hat mir letztentlich geholfen und mich ernst genommen.... traurig aber wahr...

in diesem sinne, einen schönen Tag und freu mich über antwort :)*

APhor+nbxlatt


Angststoerungen sind sehr gut behandelbar und haben in der Regel einen Hintergrund, den ein Psychotherapeut sehr gut rausfinden und behandeln kann und sogar heilen kann.

Man kann natuerlich Tabletten nehmen, die aendern aber in der Regel nichts an der Ursache der Beschwerden, die zumeist in Konflikten liegen, die nie verarbeitet worden sind. Man liest ja auch immer wieder voon Menschen, die seit Jahren Medikamente nehmen, aber an ihrer Seele nicht bereit sind zu "arbeiten". Und die dann auch Jahre spaeter im Grunde noch die gleichen Aengste "pflegen", statt diese hinter sich lassen zu koennen....

Voruebergehend kann man sich damit helfen, aber es gibt tolle Kliniken, wo engaierte Therapeuten intensiv mit einem die Aengste aufarbeiten und sie heilen koennen.

Man ist dort unter seinesgleichen und wird auch nicht schief angeguckt, eine Akuteinweisung in eine psychosomatiksche Klinik kann helfen. Die Wartezeiten von bis zu 6 Monaten lohnen sich, weil was dabei rauskommt - naemlich Lebensqualitaet.

Pyapuxla


Guten Morgen.

@ Ahornblatt

Ich mache ja eine Pyschotherapie und erhoffe mir da viel von. Stationär ist bei mir etwas schwierig. Meine Tochter ist noch nicht mal 2 Jahre.

Ich schaue jetzt erst mal wie Caitalopram höher dosiert anschlägt.

Ich habe nicht soviel Zeit. Wir fahren jetzt für eine Woche in den Urlaub. Also wenn ich hier nicht mehr schreibe, wisst ihr warum.

Ich bin sehr dankbar für eure Worte und hoffe, dass wir uns in einer Woche hier wiedersehen. @:)

AihorGnblaxtt


Gerade, wenn man ein kleines Kind hat, sollte man selber zusehen, dass man stabil ist.

Es ist sehr kurzsichtig zu sagen, ich habe ein kleines Kind und kann deshalb nicht.

Eine Mutter , die fuer 6 Wochen in eine Klinik geht um dort tiefgreifende Hilfe zu bekommen, die fuer Monate oder Jahre anhaelt und die diese Stabilitaet einer besseren Selbstsicherheit anschliessend auf ein Kind uebertragen kann - das ist der Vorteil...

Ein Kind kann, wenn es fuer den Rest seiner Kindheit eine weniger aengstliche Mutter hat, weitaus mehr profitieren als von einer Mutter, die eben genau dies nicht sehen will...

Eine ambulante Therapie ist nett, aber in einer Klinik kommt man den Aengsten deutlich intensiver auf die Spur. Geht man in eine ambulanteTherapie ist in der Regel schon 3/4 der Stunde mit nicht foerdlichem Blablaba verballert, waehrend man in einer Klinik die Gefuehle jetzt und sofort getriggert bekommt, so dass ein Therapeut dort sofort ansetzen kann.

Ambulant geschieht dies aeussert selten. Nach einer Klinik sollte aber die ambulante Therapie unbedingt fortgefuehrt werden.

Erst einmal schoenen Urlaub.

SLchne|idekrinx<3


Hallo Papula und Ahornblatt :)

Einmal kurz vorweg, ich war gestern auch das erstemal bei der Psychologin, vorher beim psychiater der die vorläufige Prognose gestellt hat. Ich dachte gesten gehts mit der Therapie los...bzw. das ich natürlich erst meine geschichte erzähle und darauf wid dann weiter aufgebaut... Also ich weit ausgeholt und 60% der knapp 3,5 Jahre in einer knappen halben stunde erzählt was leider teilweise auch nut unter tränen ging. Habe mir viel von der seele geredet. Sie machte sich notizen und stellte ein paar fragen. Und sagte mir dann das sie es für gut halte das ich mir einen niedergelassen psychiater suchen sollte, da es besser wäre wenn ich wöchentlich zu einer sitzung gehe, da wäre das höchstens in einen 3 wochen rythmus möglich. also warum hab ich ihr erst alles erzählt und werde nun weitergeschickt? wusste die nit vorher das es nur einmal im monat klappt? ich habe 1,5 onate auf diesen vielversrechenden termin gewaret um weiter geschickt zu werden um jetzt wieder 2 monate oder länger auf nen termin zu warten?!

@ Ahornblatt

Ich würde auch gerne in so eine Klinik gehen. Ich finde auch das so eine kontinuierliche "Kontrolle" viel mehr bringt als diese wöchentlichen 50 Minuten. Ich habe nach diesen 3,5 Jahren wo Angst mein Leben bestimmt hat einfach satt!

@ Papula

Und wie war dein Urlaub!? Hat das abschalten und das andere Umfeld ein wenig für ruhe gesorgt? Ich hoffe doch :) @:)

Liebe Grüße

af-psycxho


@ Ahornblatt

kennst du denn solch eine Klinik ?

SOarUahL{91


@ Schneiderin,

woher kommst Du (Bundesland) – wie alt bist Du – was war, als es anfing ? (Kannst auch per PN schreiben – muss nicht jeder immer alles wissen)

@ Papula

Es gibt viele gute – aber viele schlechte Psychologen. Und auch bei den guten kann es sein, dass der eine besser mit dem einen, die Andere besser mit dem Anderen zurecht kommt, das weiß man vorher nie. Und wenn eine Psychologin das Gefühl hat, dass sie selber nicht helfen kann, ist es besser, sie sagt es ehrlich. Aber sie kann es natürlich erst dann sagen, wenn sie viel von Dir weiß.

Bei den Kliniken ist es genauso. Psychosomatische Kliniken die an normale Krankenhäuser angegliedert sind halte ich für weniger gut, da sie zu sehr Krankenhauscharackter haben und oft auch nicht so spezifisch behandeln können. Aber es gibt auch gute Spezialkliniken, wo man sich eher wie in einer Kur fühlt, nur die Behandlung ist natürlich wesentlich intensiver.

P7apuIla


Ich möchte es aber zumindest erstmal ohne stationäre Therapie versuchen.

ich bin wieder mittendrin. Ich habe einen Gleitwirbel in der Lendenwirbelsäule, der mir starke Probleme bereitet. Vor 3 Wochen hatte ich eine taube Stelle über dem Knie. Ich war beim Orthopäden, der meinte, das käme vom Gleitwirbel (macht ja auch Sinn!). Ich hatte auch Schmerzen in der LWS. Das ging aber nach einigen Tagen wieder weg. Jetzt habe ich wieder eine taube Stelle im Bein und ein Kribbeln. Das verringert sich aber auch schon wieder. Trotzdem werde ich den Gedanken an MS nicht los. Vor 3 Monaten wurde eine Lumbalpunktion gemacht, die war unauffällig. MRT und CT wurde auch schon wegen was anderem gemacht. Alles ohne Befund. Ich weiß selber, dass MS sehr unwahrscheinlich ist. %-|

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