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Den roten Faden im Leben finden, ein langer Kampf

Bzlut`rabe hat die Diskussion gestartet


Ich muss mir gerade meine Lebenssituation von der Seele schreiben um einfach mal wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Vor 3 1/2 Jahren habe ich mein Abitur gemacht mit einem Durchschnitt von 3,0, habe das ganze sehr verhauen, weil ich einfach ein total stiller und schüchterner Typ war, sah danach keine richtige Perspektive und um irgendetwas zu tun habe ich angefangen Religionswissenschaft zu studieren, leider habe ich schnell gemerkt, dass mir das ganze überhaupt nicht liegt und ich darin keine Zukunft sehe.

Genau in der Zeit bin ich mit meinem "Seit-kurzem-Ex-Freund" zusammengekommen und er wollte gerne eine Familie und eine Frau, die hinter ihm steht und in seinem Betrieb mitarbeitet und damals fand ich diese Aussicht sehr schön, weil ich gerne eine richtige Familie haben wollte und eigentlich auch sehr fürsorglich bin. Ich bin sehr schnell über 500 km zu ihm gezogen und musste leider recht früh erkennen, dass ich gar keine Vorstellung habe, was ich eigentlich für eine Ausbildung machen will...habe mich viel beworben und fast nur Absagen bekommen, auch einen Job zum überbrücken habe ich erst sehr spät gefunden.

Ich musste leider auch erkennen, dass ich absolut nicht zur Hausfrau geboren bin und auch mit meinem Ex nicht zusammenarbeiten möchte, weil er einfach sehr schwierig ist, wenn man nur aufeinander hockt. Ich hatte auch immer das Gefühl mich so sehr für ihn zu verbiegen um es ihm Recht zu machen und nie war es gut genug für ihn... diese ganze Situation, dass ich mit meinem Leben nicht zurechtgekommen bin, es ihm recht machen wollte, aber auch irgendwie keine Perspektive gesehen habe, hat mich und ihn und vor allem unsere Beziehung extrem zerstört...wir mögen uns immer noch und wir passen sonst so toll zusammen, aber was die Zukunft angeht wollen wir beide komplett unterschiedliche Wege gehen.

Jetzt 3 Jahre später fange ich also praktisch ganz von vorn an...vor einem Monat habe ich meine Arbeit verloren (mit meiner Zustimmung, da der Job mir sehr an die Nerven ging), vor einer Woche haben mein Freund und ich uns getrennt, so dass ich nun alleine und ohne Wohnung dastehe...ich habe nicht mal ein Bett oder Töpfe, nur sehr viele Bücher und versuche verzweifelt nach vorne zu schauen und zu sehen, dass es weitergeht, dass ich irgendwo unterkomme, ich will wieder studieren, aber mich plagen doch immer wieder Zweifel, ob ich den roten Faden meines Lebens wieder aufnehmen kann und wieder auf die Beine komme...

Kann man überhaupt mit 23 schon wissen, was man überhaupt will? Muss man es nicht eigentlich schon wissen? Ist es okay, eben auch mal über Umwege zum Ziel zu kommen? Ich denke mir einfach, ich war damals irgendwie noch gar nicht reif für ein Studium, ich bin schon erwachsener und eigenständiger geworden in den letzten drei Jahren und trotzdem ist mir diese ganze Last alles zu viel und fühle mich so allein.

Ich muss einfach weitermachen und das sage ich mir jeden Tag, ich nehme eine Minute nach der anderen in Angriff, aber es gibt einfach so viel, woran ich denken muss, ich kann im Moment nur hoffen, dass ich doch die richtigen Entscheidungen getroffen habe und es gut so war, wie es gelaufen ist und ich jetzt endlich den Faden finde, den ich tatsächlich verfolgen will.

Antworten
B\lutgraxbe


Schade, dachte es schreibt vieleicht jemand von seinen eigenen Erfahrungen etwas zu dem Thema ":/

gHwendoXlynxn


ich habe nicht mal ein Bett oder Töpfe, nur sehr viele Bücher und

Wo wohnst du denn zurzeit?

AbußegndieQnst


Du bist erst 23, hast Abi gemacht und kannst daher eigentlich alles Mögliche von Ausbildung bis Studium machen ":/

Kann man überhaupt mit 23 schon wissen, was man überhaupt will?

Ich bezweifle eigentlich, dass die meisten Menschen überhaupt mal genau wissen, wo sie dauerhaft hinwollen. So geht es mir zumindest und von daher versuche ich, möglichst flexibel zu bleiben und mir verschiedene Optionen offen zu halten ;-)

iFwashe*re


Zu deiner Wohnsituation würde ich dir raten, zum Arbeitsamt zu gehen oder zur ARGE, da du schriebst, dass du zur Zeit arbeitslos bist. Dort solltest du deine Situation schildern (keine Wohnung, keine Möbel etc.). Mit Sicherheit bekommst du dort Hilfe. Entweder in Form eines zinslosen Darlehens oder "Gutscheine" für gebrauchte Möbel. Vielleicht gibt es in deiner Nähe einen Gebrauchtmöbelmarkt. Dort gibt es sicher nicht grad schöne Möbel, aber die sind brauchbar. Auch können die dir eine Liste mit Vermietern mit günstigen Wohnungen geben, evtl. benötigst du einen Wohnberechtigungsschein. Keine Ahnung, ob es das noch gibt. Ich bin vor Jahren von zu Hause weggezogen, da brauchte ich den noch.

geatxo


aber mich plagen doch immer wieder Zweifel, ob ich den roten Faden meines Lebens wieder aufnehmen kann

Welchen roten Faden? Du hattest doch bisher gar keinen.

Kann man überhaupt mit 23 schon wissen, was man überhaupt will? Muss man es nicht eigentlich schon wissen?

Können ja, müssen nicht. Ich frage mich aber, ob du dich schon mal ernsthaft damit beschäftigt hast, was du machen möchtest? Du schreibst nach dem Abi hattest du keine Perspektive, dann hast du dich mit der Wunschvorstellung deines Ex-Freundes identifiziert und du schreibst von einem Übergangsjob. Hast du danach etwas anderes gemacht oder ist das der, den du jetzt verloren hast?

ich jetzt endlich den Faden finde, den ich tatsächlich verfolgen will.

Was willst du denn gerne machen? Und warum?

ILndDividdualisxt


@ Blutrabe

Kann man überhaupt mit 23 schon wissen, was man überhaupt will?

Spontan fällt mir eine Stelle aus dem Song "Sonnencreme" ein:

"Fühlen Sie sich nicht schuldig, wenn Sie nicht wissen, was Sie aus Ihrem Leben machen wollen. Die meisten interessanten Leute, die ich kenne, wussten mit 22 auch nicht, was sie mit ihrem Leben machen wollten. Und einige der interessantesten 40-Jährigen wissen es immer noch nicht."

Und ja, ich stimme dem zu. Ich selbst gehöre auch zu jenen, die es sehr lange nicht wussten und sich trotz hochkarätiger Ausbildung(en) sehr lange alles offen gehalten haben.

Warum muss ein Leben eigentlich gerade und ohne "Umwege" sein? Ist das ein Wert an sich? Mich erinnert das eher an frühere Zeiten, wo alles viel stärker auf vorgezeichneten Bahnen verlief – oder auch an Klischee- und Spießer-Denken. Dass man ein Mindestmaß an Stabilität, Zufriedenheit und Einkommen braucht, ist völlig klar. Aber das geht auch mit "Umwegen".

Wichtig finde ich, dass du dich nicht "um des roten Fadens willen" übereilt in eine kompromisshafte Beziehung "flüchtest". Mit kompromisshaft meine ich z.B.: zu viel aufgeben, zu viel Verlust von Eigenständigkeit, zu viel Abhängigkeit vom Mann, egal welcher Art, zu viele bzw. einseitige Zugeständnisse.

Bqlutr'abxe


Wo wohnst du denn zurzeit?

Noch wohne ich hier in unsrer ehemals gemeinsamen Wohnung, er schläft in der Wohnung seines Vaters...ich versuche im Moment wieder nach Frankfurt runterzukommen wo eben noch meine Familie lebt, leider kann ich da aber nirgends unterkommen und muss erst nach einer Wohnung oder wie geplant einem WG-Zimmer schauen.

zum Arbeitsamt zu gehen oder zur ARGE

Da war ich auch schon muss mich aber mit denen in Frankfurt kurzschließen, weil ich ja da hin ziehen möchte, aber hab leider noch niemanden erreicht.

Was willst du denn gerne machen? Und warum?

ich möchte gerne wieder anfangen zu studieren, habe darüber auch schon länger nachgedacht und mich jetztfür Kunstgeschichte entschieden, hatte das vorher im Nebenfach und war da wesentlich begeisterter, als vom Hauptfach, sah es aber zumindest damals nicht als Alternative, weil ich eigentlich was ganz anderes machen wollte und heute hab ich eben gemerkt, dass das andere gar nicht so richtig zu mir passt.

Hast du danach etwas anderes gemacht oder ist das der, den du jetzt verloren hast?

Insgesamt hatte ich 2 verschiedene Jobs in der Zwischenzeit, und der letzte davon ist der, den ich verloren habe und das war auch nichts auf ewig geplantes.

Wichtig finde ich, dass du dich nicht "um des roten Fadens willen" übereilt in eine kompromisshafte Beziehung "flüchtest".

Das ist etwas, was ich aus meiner jetzigen Situation gelernt habe und auch nach Möglichkeit verhindern will, deswegen möchte ich mir auch etwas Ruhe lassen um eine aktzeptable lösung zu fiinden, wo ich hin kann, um nicht am Ende wieder dumm dazustehen, ist zwar auch nicht schön, mit der Situation jetzt, aber noch habe ich einfach keine andere Möglichkeit.

Brlutrgaxbe


Welchen roten Faden? Du hattest doch bisher gar keinen.

Naja irgendwie tatsächlich nicht, aber nach dem Abi dachte ich eigentlich selbstverständlich ich würde studieren nur konnte ich nicht das machen, was ich wollte und hab am Ende irgendwas genommen...

gqatxo


Fühlen Sie sich nicht schuldig, wenn Sie nicht wissen, was Sie aus Ihrem Leben machen wollen.

Das nicht, aber ich finde es schon wichtig, dass man einen groben Plan haben sollte, was man machen möchte. Dabei geht es gar nicht um konkrete Ziele, aber ein Ziel sollte man schon haben, denn wer kein Ziel im Leben hat, verläuft sich. Und dann steht man mit 40 da und weiß immer noch nicht wohin. ;-)

aber nach dem Abi dachte ich eigentlich selbstverständlich ich würde studieren nur konnte ich nicht das machen, was ich wollte und hab am Ende irgendwas genommen...

Irgendwie finde ich das nicht überzeugend. Was wolltest du denn machen, was du nicht konntest? Viele studieren, weil sie denken sie müssen studieren und stellen irgendwann enttäuscht fest, dass es gar nicht das ist, was sie wirklich wollen. Und deine Beschreibung, warum du dich für Kunstgeschichte entschieden hast, klingt für mich so als ob du es jetzt nochmal genauso machst wie nach dem Abi.


Fang doch mal weit in der Zukunft an: Was würdest du gerne machen? Wie stellst du dir deinen optimale Arbeitstag vor?

B9lu*trabxe


Was wolltest du denn machen, was du nicht konntest?

Eigentlich wollte ich immer mit Menschen arbeiten und vor allem mit Kindern, der eigentliche Plan war Psychologie zu studieren oder Bildung und Erziehung in der Kindheit, aber beides mit dem Abi nicht zu machen...durch die Arbeit die ich in der Zwischenzeit gemacht habe ist mir aber klar geworden, dass ich gar nicht unbedingt mit Menschen zusammenarbeiten will und ich will auch keinen reinen Bürojob.

Was würdest du gerne machen? Wie stellst du dir deinen optimale Arbeitstag vor?

Ganz ehrlich ist es genau das was mir so fehlt...ich sehe mich nich in wat weiß ich wie vielen Jahren vor...keine ahnung wie so ein Arbeitstag aussehen soll...ich meine wie ich oben schon schrieb kann ich gewisse Dinge ausschließen und aufgrund dessen kann ich mir auch das Studium so gut vorstellen, denn mit kunstgeschichte kann ich ja später zum Beispiel Gemälde und andere Kunstwerke restaurieren oder auf echtheit prüfen und in einem Museum arbeiten zum Beispiel und das ist nichts wo ich groß mit vielen Menschen arbeiten würde und auch eher auf mich selbst gestellt arbeiten kann...was für mich auch ganz wichtig ist, dass ich eben einen Plan habe, nach dem ich arbeiten kann und das wäre da auch der Fall es gibt eben immer bestimmte Abläufe an die man sich halten kann

a$mylxe


Dir steht mit 23 Jahren doch die Welt offen!!

Kann es vielleicht sein, dass du Angst hast? Vor den Möglichkeiten, die du hast ?

Nimm es als Herzausforderung, dass du von vorn anfangen kannst.

Meine Tochter hat vor einem Jahr ihr Abitur gemacht und wußte ganz genau, was sie machen möchte, schon als dreijährige wollte sie Ärtzin werden. Aber das ist wirklich die Ausnahme, viele ihrer Freundinnen, mit denen ich in Gespäch gekommen bin, wußten es nicht. Manche Kinder von Freundinnen und Bekannten in deinem Alter wissen es noch immer nicht.

Du wirst doch bestimmt Interessen, Hobbies haben, kannst du da was draus machen?

Zumindest weißt du doch jetzt schon mal, was du nicht machen möchtest – das ist doch auch schon was !!!

Eine Wohnung läßt sich einrichten, vielleicht haben ja Freund, Bekannte etwas zu verschenken, sonst wie schon geschrieben bekommst du übers Amt Hilfe.

Du wirst schon den richtigen Weg bisher gegangen sein, ich meine immer, alles hat einen Sinn. Wer weiß, wofür du es mal gebrauchen kannst?

Wo liegen deine Stärken? Ein Jahr work and travel in Australien, um den Kopf freizubekommen und in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern? Überhaupt verschiedene Praktikas zu absolvieren, um zu sehen, was du möchtest ?

BIlutNrabxe


Du wirst doch bestimmt Interessen, Hobbies haben, kannst du da was draus machen?

Tja meine Hobbys ^^ ach ich liebe das Thema...ich lese gern und sitz viel vorm Computer ansonsten schaue ich viele Dokus vor allem eben geschichtliche Themen über könige Burgen, sowas eben naja und ansonsten...ja ich weiß ist doof wenn man irgendwie nichts richtiges als Hobby hat aber mehr gibts da einfach nicht...auch nichts was ich ganz unbedingt irgendwie machen will außer irgendwann mal wieder in einem Orchester zu spielen und so richtig weiß ich auchgar nicht wo meine Stärken sind...ich habe jetzt drei Jahre damit verbracht darüber nachzudenken und konnte zu keinem rechten Schluss kommen...Zur Kunstgeschichte muss ich sagen, dass ich mich wirklich sehr fürs mittelalter interessiere und mir wie schon geschrieben total gerne Dokus um das Thema herum anschaue und gerade eben die Kunst total faszinierend finde und wie sich das ganze im Laufe der Zeit entwickelt hat...aleine schon die Architektur deswegen wollte ich das Thema nun wieder aufnehmen

aAmOyle


Kunst, das hört sich schon toll an, da läßt sich bestimmt was draus machen.

Hast du dich mal erkundigt, wass du alles studieren kannst, welche Ausbildungen es gibt ??

Ich muss sagen, ich habe da so gar keine Idee, weil ich Kunst nicht unbedingt als mein Hobby ansehe.

Meine Tochter brachte mal so einen Studienführer mit nach Hause, was es da alles an Studienfächer gibt – unglaublich. Von den meisten hatte ich noch nie was gehört :-D

Ist natürlich ärgerlich, dass das WIntersemester jetzt gerade angefangen hat. Die Möglichkeit des jetzt noch reinrutschens gibt es wahrscheinlich nicht ??

B&lutZraRbe


Nein jetzt ist erstmal schwer aber in Frankfurt könnte ich glücklicherweise auch im nächsten Sommersemester anfangen, das wäre nicht so arg lang und läßt sich mit Sicherheit überbrücken...habe in letzter Zeit so einige Tests gemacht für Studien- und Berufseinsteiger, wie eben die Neigungen und Interessen aussehen und kam da auch auf das Ergebnis das eben etwas in die Richtung historisches und Kulturwissenschaftliches passen würde wenn es ums studieren geht

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