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Familie: Ist der Kontakt den Stress wert?

StmokeQyJoWesCaxfe


Ich glaube, dieses Gefühl hätte ich auch, wenn ein Geburtstag vor der Tür stehen würde. Einfach ein Datum/Ereignis, an dem man automatisch Kontakt bekommt im Vorfeld. Weihnachten ist halt nur das nächste Fest.

Wie gesgat, es geht mir NICHT darum, dass sie nicht dabei sind, das ist mir egal. Ich glaube es ist wirklich die Konfrontation, das BEWUSSTE abkapseln und es ihnen sagen, der Schmerz der kommen wird.

M8o&llienzchexn


Was das Thema Geschenke angeht, ist das einzige, was mir spontan einfällt, dass ich von meinen Eltern nur Schrott geschenkt kriege. Überflüssigen Müll. Liebloses Zeug. Billigen Mist. Herzlosen Kram. Anonymen Scheiß. Ich bin schon so weit, dass ich sie dringendst bitte, mir nichts zu schenken, und zwar gar nichts, denn ich habe keine Lust, jedes Mal das ganze Zeug loswerden oder wegwerfen zu müssen. Von mir gibt's nur Pralinen oder Blumen, den Rest wüssten sie eh nicht zu schätzen.

@ SmokeyJoesCafe

Ich glaube, das Schwierige bei Dir ist, dass es nicht direkt den großen Knall gibt, sondern es eher so ein schleichender Prozess ist.

Bei mir gab es den Knall, den Auslöser, das "No-Go", das sie sich geleistet haben, das mir den kompletten und vollständigen Kontaktabbruch ziemlich leicht gemacht hat.

Was das Thema "Ersatz" für die fehlende Elternliebe betrifft – ja, es ist wohl wirklich das "innere Kind" (wie phoebe es sagte), das da heute noch um Liebe und Anerkennung bettelt.

Ich kann nicht genau sagen, ob ich es geschafft habe, mir diese fehlenden Eltern selbst zu ersetzen. Aber ich habe im Laufe der Zeit aufgehört, dauernd davon zu träumen, einen Ersatz (außerhalb von mir selbst) zu finden. Was ich dafür getan habe und ob überhaupt etwas – keine Ahnung.

Der Mist ist nur, dass meine ganzen antrainierten Verhaltensweisen (unterwürfig, defensiv, verklemmt, ängstlich) immer noch da sind, das macht das Leben nicht grad leichter. Aber das Bedürfnis, meinen Eltern irgendwie gefallen zu wollen, ist verschwunden. Was für eine Erleichterung!

Ich glaube, Du, SmokeyJoesCafe, fängst jetzt zum ersten Mal an, Dich selbst zu spüren und Du selbst zu sein, und weil Du das erstens vorher so nicht kanntest, macht es Dir Angst. Zweitens kannst Du Dir zum aktuellen Zeitpunkt schlicht nicht vorstellen, ohne Deine Eltern klarzukommen, weil Du auch das vorher nie erfahren hast, und das macht Dir auch Angst. Das verstehe ich absolut. Dennoch gibt es nur einen Weg: Vorwärts! :)*

Meine Therapeutin hat immer gesagt: "Sie müssen das aushalten!"

Damit meinte sie alles, was damit zusammenhängt, sich aus einer Abhängigkeit zu lösen, egal wie schmerzhaft es ist.

tpefal


Die Angst vor dem ausgesprochenen Kontaktausbruch?

Klar ist das schwer und schmerzhaft und furcheinflößend. Die Eltern sind nunmal unsere Wurzeln, egal wie blöd sie sind. Wie sollte es denn nicht weh tun diese abzuschneiden :°_

S[moke]yJo<esCaqf*e


@ Mollienchen

So ist das bei mir auch mit den Geschenken. Ich bekomme iwrklich nur lieblose Sachen, genau wie du beschrieben hast (mein Bruder bekommt zwischendurch sogar einen Lappi).

Nein, Angst habe ich nicht davor, ohne meine Eltern zu sein. Ich kann es immer noch beschreiben, ich habe das Gefühl noch nicht erfasst.

Ohne meine Eltern bin ich jetzt ja schon. Das habe ich akzeptiert. Ich habe einen tollen Partner, der mich ganz toll unterstützt und auch stark macht, mit dem ich reden kann.

Aber das was du schriebst ist das nicht. Es ist ein anderes Gefühl.

ICh glaube langsam wirklich, das es die ungewisse Situation ist. Im Endeffekt weiß ich nicht woran ich bin. Sind sie sauer? Gibt es einen Grund? Geben sie mir wieder die Schuld? Oder ist alles ok und sie melden sich nur einfach wieder nicht.

Ich weiß nicht was los ist und das macht mir glaube ich Angst.

Nehmen wir an, sie würden sich melden, würden wieder mit Vorwürfen anfangen, würde ich abblocken, aber ich wüsste was los ist. So weiß ich aber gar nichts. Es kann auch sein, dass sie sich bald melden, als wäre nie was gewesen!!!

Meine Therapeutin sagt, ich will immer alles wissen und verstehen und hat mich gefragt, warum, was es mir bringt.

Ich denke, ich kann dann die Dinge besser verstehen und verarbeiten.

Aber so wie das jetzt ist, ist es schwierig.

Und ICH werde sicher nicht hinterherrennen und mich melden.

pDhMoebre


jaja -das kenne ich auch -auch von den sogenannten wahlverwandtschaften -da bekam ich auch mal eine kette zurückgeschenkt, die ich liebevoll aussuchte davor ..naja..da ärger ich mich lange nicht mehr drüber -weil ich aufgehört habe zu verschenken..einfach , weil mein mann es mir beibrachte.. er steht so gar nicht auf dieses sogenannte schenken..so habe ich es im laufe der jahre auch abgeschafft.

ich selbst..muss immer rückmeldung von meinen söhnen haben -ich habe drei -und ich weiß immer -jedenfalls oberflächlich ..weil sie mir keine sorgen machen wollen- wie es ihnen geht. sie haben sich immer bei mir zu melden ;-D ansonsten ..rufe ich ihnen hinterher..auch haben wir in einem forum immer kontakt -wenn nicht zu den söhnen -dann mit ihren frauen -uns so nehme ich rege teil an allem was geschieht..das einzige bei mir -ich mache mir immer zu viele sorgen -ich raste regelrecht innen aus ..wenn etwas nicht so ist, wie es allgemein üblich ist ..also -wenn es für mich grund für sorgen gibt..für meine söhne aber noch lange nicht..ich könnte dabei regelrecht ausbrennen. ":/ da würde ich ganz gerne ein bisschen zurückhaltung üben können.

meine eltern haben zeit ihres lebens kein unnützes geld ausgegeben -für weihnachten ..diesen mist wie meine mutter es immer nannte -nur als wir kinder waren -und klein! geburtstage sind mist ..und überhaupt ..alles ist mist was geld kostet..aber sie geben es für sich aus ..und das finde ich gut -

schade ist nur, dass mein jüngerer bruder so tolle geschenke bekommt..und SEINE söhne -die mit jedem teil ausgestattet werden was sie benötigen -bei uns ist noch nicht einmal jemand zur einschulung mitgekommen- damals waren sie schon zu alt dafür -heutzutage wird mit meinem bruder und kinder die einschulung regelrecht zelebriert..ahhhhhhhhhhhhhh ich werde wieder wütend!!! weiß gar nicht ob das alles so gut ist, sich hier wieder darüber auszutauschen...aber ich krieg dieses thema ja auch nicht aus dem kopf.

ne zeitlang hatte ich ersatzeltern, die sind schon tot..und meine schwiegermutter..ist die beste schwiegermutter aller zeiten!!!!

Jetzt ist das ja ein unausgesprochener Kontaktabbruch. Versteht einer was ich meine? Ist es daas was ich fühle? Die Angst vor dem ausgesprochenen Kontaktausbruch?

oh jaaaa, das verstehe ich sogar sehr gut -als wir diese sieben jahre kontaktsperre hatten..da habe ich sogar angst gehabt das ich sie irgendwo sehe..ich hätte nicht gewusst wie ich reagieren hätte sollen oder müssen..hatte einfach nur angst mich in der nähe ihrer wohnung aufzuhalten. -aber..das ist einfach nur eine unbegründete angst..nur..nehmen kann ich sie dir nicht. es wird sich aber auch nichts ändern..egal wie du diese kontaktsperre nennst..ob nun offen oder nicht offen -inoffiziell oder offiziell. :°_

Ich weiß nur, dass es gut ist, dass ich nicht mehr hinterherrenne.

und daaaa -stimme ich dir doppelt und dreifach zu!!!! es fällt einfach nur eine last von deinen schultern wenn du dich entschlossen hast dazu!

m'arise-jaxna


Guten Tag

das ist wirklich ein berührendes und schwieriges Thema. Und wieviele es betrifft ":/ .

Phoebe

Ich kann Dich innerlich sehr gut verstehen :°_ .

Ich hatte eine schöne Kindheit. Zuerst haben wir noch bei meinen Großeltern gewohnt, bis mein Bruder 3 war. Dann haben meine Eltern endlich ihre erste eigene Wohnung bekommen und wir zogen aus. Dadurch hatte ich immer eine enge Bindung zu meinen Großeltern mütterlicherseits. Als meine Oma starb war ich 18, das war die erste schmerzhafte Erfahrung meines Lebens. Ich habe von meinen Großeltern und auch von meinen Eltern immer das Gefühl bekommen geliebt zu werden. Dadurch entwickelt man wirklich starke Wurzeln.

Ich bin genauso ein Familienmensch geworden. Ich muss mich immer daran erinnern, nicht zu fürsorglich zu sein. Mit meinen Söhnen geht es mir ähnlich wie Dir, Phoebe. Allerdings muss ich sagen, dass in meiner Familie immer die Frauen die Hüterinnen der Familie waren. Mein Opa starb früher aber meine Oma war ja noch da. Als meine Oma starb, war meine Mutter die Familienseele. Sie war eine sehr herzliche und lebenslustige Frau. Wir waren nicht nur Mutter und Tochter sondern auch Freundinnen. Furchtbarerweise starb sie mit 53 Jahren an Brustkrebs. Also musste ich stark werden. Seitdem bin ich "die Frau" der Familie. Nachdem unsere Söhne groß sind auch wieder mehr, was die Beziehung zu meinem Vater angeht (meine Schwiegermutter ist bereits gestorben) oder zu meinem Bruder.

Ich habe unter der Art meiner Schwiegermutter gelitten. Vergeben konnte ich ihr erst auf dem Totenbett. Im Prinzip war sie ein bedauernswerter Mensch und konnte auch nicht anders, vom Intellekt her und vom Gefühl. Als ich jünger war, habe ich das noch nicht erkannt und konnte nicht verzeihen - zu groß waren die Kränkungen.

Am schlimmsten für mich war natürlich der frühe Tod meiner Mutter. Danach konnte ich zugucken wie sich mein Vater ganz praktisch ziemlich schnell einer anderen Frau zuwendete. Mein Zuhause wurde aufgelöst und er zog zu ihr. Ich fand das ja auch gut, er war zu jung zum Alleinbleiben, völlig unselbständig und ansonsten hätte ich ihn zusätzlich zu meinen Kindern versorgen und betutteln müssen. Das hätte er übrigens auch erwartet. Was der Tod meiner Mutter für mich bedeutete, hat ihn gar nicht interessiert. Hätte ich meine Kinder und meinen Mann nicht gehabt - wer weiß, ob ich so im Gleis geblieben wäre im Leben. Für Männer der Generation meines Vaters scheint die Frau als Versorgerin unbedingt notwendig zu sein. Meine Familie und mich, meinen Bruder hatte er ganz schnell irgendwo ganz hinten abgelegt. Er hatte nie Zeit für seine Enkelsöhne oder für uns. Die Aktivitäten mit der neuen Frau waren wichtiger. Hatte in vielerlei Hinsicht schnell ihre Meinung ... . Deren Kinder waren das Non plus ultra . Darunter habe ich auch sehr gelitten. Mein Vater verstand gar nicht, was ich meinte oder fühlte. Seine Lebensgefährtin starb nach 7 Jahren Beziehung. Nun lebt er wieder mit jemandem. Die beiden passen zusammen wie Topf und Deckel. Und mittlerweile sehe ich sein Verhalten uns gegenüber gelassener. Er ist und bleibt mein Vater. Ein einfacher Mensch, passiv und komplett interessenlos, der im Rahmen seiner Möglichkeiten, denken, handeln und fühlen kann. Vielleicht hätte er sich anderes entwickelt, wenn ihn seine Eltern gefördert hätten und in seiner Kindheit nicht gerade Nachkriegszeit gewesen wäre. Er war auch sehr krank letztes Jahr. Aber er ist der Rest meiner Wurzeln sozusagen. Natürlich hätte ich mir all die Jahre einen anderen Vater und Großvater für meine Kinder gewünscht. Für sie tut es mir sehr leid. Gerade, weil ich weiß, wie wichtig gute, liebevolle Großeltern für die Entwicklung von Kindern sind, ich hatte sie ja meine Oma und meinen Opa. Durch diese ganze Geschichte musste ich wachsen, ob ich wollte oder nicht. Letztendlich hat es meine Söhne, meinemn Mann und mich total zusammengeschweißt. Das war bestimmt nicht immer die blanke Harmonie. Oft war ich auch überfordert, mein Mann auch. Und keiner war da, wo ich mich mal fallenlassen konnte, der mir mal Rat gegeben hat, der in der einen oder anderen Situation mit den Kindern geholfen hätte usw. wie meine Mutter es getan hätte. Letztendlich kann ich stolz darauf sein, dass wir es so geschafft haben. Meine Söhne studieren beide, wir haben ein gutes Verhältnis und die Ehe zwischen meinem Mann und mir hat gehalten. Aber meine Mutter hat mir sehr gefehlt und das ist heute noch so.

Welche Auswirkungen es hat, ohne Wurzeln groß zu werden, sehe ich an meinem Mann. Viele seiner heutigen Probleme rühren daher, dass er als ungeliebtes Kind aufgewachsen ist. Er erzählt heute noch haarsträubende Geschichten. Eine normale Familie und Eltern-Kind-Beziehung hat er erst bei uns kennengelernt. Bei ihm hatte das die Folgen, dass er im Prinzip ganz schlecht Nähe zulassen kann, er hat ein geringes Selbstwertgefühl, eine depressive Veranlagung ....

Die Hauptursachen dafür, warum die meisten Menschen so sind, wie sie sind, liegen in der Kindheit. Anfänglich kann man das noch verdrängen. Aber irgendwann bricht es auf. Dann kommen psychische und körperliche Probleme. Mein Mann und ich können darüber reden aber eigentlich braucht er psychotherapeutische Hilfe, aber wie viele Männer so sind .... Ich bin seine Frau, keine Therapeutin.

Oh je, das war lang.

SmokeyJoesCafe

Soll ich Dich adoptieren :-) Leider kann man sich ja hier auch nur auf einen virtuellen Kaffee treffen, also geb ich mal einen aus :)D und drück Dich :)_

Du siehst ja, jeder trägt seine eigene Familiengeschichte mit sich rum.

Ich finde es gut, dass Du so viele Dinge hinterfragst. Das Du Dir Gedanken machst und Gefühle äußerst. So kannst Du Deine Kindheit und die Beziehung zu Deinen Eltern frühzeitig aufarbeiten. Das ist wichtig für Deine Psyche. Und vor allem: Deine Kinder haben mit Sicherheit eine bessere Mama. Bald 3 kleine Menschen haben einen schönen Start ins Leben.

Ich glaube, Du hast auch nicht unbedingt Angst vor dem Kontaktabbruch. Den vollzieht Ihr ja bereits tagtäglich. Ich denke, es ist die Angst vor Deiner eigenen Courage, es Deinen Eltern klipp und klar zu sagen. Aber tu's. Damit Du zur Ruhe kommst für Dich und Deine Familie. Dann müssen Deine Gedanken nicht mehr kreisen. Dann hast Du den aktiven Part und bist nicht immer in der Warteposition. Erst einmal werden es Deine Eltern vielleicht nicht glauben. Aber wenn sie merken, dass Du es in die Tat umsetzt, vieleicht gehen sie ja doch noch mal in sich - irgendwann !

LG

Spm8oke0yJoeisCaxfe


Wow Marie-Jana, das ist ein toller (wenn auch trauriger) Post.

Du schreibst

Welche Auswirkungen es hat, ohne Wurzeln groß zu werden, sehe ich an meinem Mann. Viele seiner heutigen Probleme rühren daher, dass er als ungeliebtes Kind aufgewachsen ist. Er erzählt heute noch haarsträubende Geschichten. Eine normale Familie und Eltern-Kind-Beziehung hat er erst bei uns kennengelernt. Bei ihm hatte das die Folgen, dass er im Prinzip ganz schlecht Nähe zulassen kann, er hat ein geringes Selbstwertgefühl, eine depressive Veranlagung ....

Das ist bei mir haar genauso.

Ich bin zum Glück von Natur aus ein starker Mensch, der viel reflektiert und auch nachdenkt, hinterfragt. Ich glaube, wäre ich das nicht, wäre ich heute nicht mehr.

Im Alter von 17 Jahren habe ich mir meinen linken Arm aufgeritzt, weil ich endlich Aufmerksamkeit von meinen Eltern wollte. Mir ging es psychisch so dermaßen schlecht, sie haben mich zu etwas gezwungen, was ich nie, nie wollte. Aber sie haben es getan und ich war schwach. Aber wie soll man sich auch gegen Eltern wehren, die einen psychisch immer unterdrückt haben und das Selbstwertgefühl zerstört haben?

Schlussendlich wurde es nicht ernst genommen "Du willst ja nur im MIttelpunkt stehen". ich wurde immer ignoriert, meine Gefühle, einfach alles. Ich habe mir selber eine psychologische Hilfe gesucht und wurde ausgelacht. Da habe ich es abgebrochen, dort hinzugehen.

Ich war auch immer wieder ab meinem 14 Lebensjahr beim Jugendamt, aber sobald die Damen mir dort sagten, dass sie auch mit meinen Eltern sprechen müssten, habe ich abgebrochen. Mein Vater ist ein manipulativer Mensch, der andere bearbeiten kann, der lügen kann wie gedruckt und mir hätte dann niemand geglaubt, niemand.

Mit 18 bin ich dann von zu Hause ausgezogen, habe schnell geheiratet und Kinder bekommen. Heute weiß ich, dass ich den "erst besten" genommen habe um die Kraft zu haben, von zu Hause rauzukommen. Die Ehe ist ja auch gescheitert.

Dennoch habe ich all die Jahre immer funktioniert, gemacht und getan, damit ich die Anerkennung meiner Eltern bekomme. Ich habe eine Ausbidlung und immer gearbeitet, mein Bruder studiert weiter weg. Er hat die Anerkennung immer bekommen und es tat so weh. Ich habe die Kinder jung bekommen, bin immer nebenbei arbeiten gegangen, habe mir den Arsch aufgerissen, immer funktioniert.

Anfang des Jahres hatte ich dann einen Zusammenbruch. Und DA erst wurde mir bewusst, dass ich machen kann was ich will, ich niemals die Anerkennung bekomme, die ich mir wünsche. Es war ein langer Weg bis zu dieser Erkenntnis, aber seitdem geht es mir besser. Ich mache Dinge nur noch für mich, nicht mehr für meine ELtern. Das war für mich ein schmerzhafter, aber sehr guter Prozess der notwendig war.

Im letzten Jahr habe ich dann eine psychotherapeutische Behandlung angefangen – gebracht hat sie mir nicht viel, es war mehr eine Gesprächstherapie im Sinne von alltäglichen Dingen. Aber dadurch habe ich es geschafft, wegzuziehen. Das war ein wichtiger Prozess für mich. Dadurch das ich mit meinen Eltern in einer Stadt gelebt habe, konnte ich mich nie richtig lösen.

Der Abstand tut wirklich gut. Ich sehe sie nicht und sie kommen ja auch nie vorbei (sind sie übrigens auch nicht, als wir fast nebeneinander gewohnt haben). Die Therapie habe ich dann nach einem Jahr beendet, weil es auch nichts gebracht hat.

Seit ein paar Monaten mache ich nun eine psychoanalytische Psychotherapie und sie zeigt auch erste Erfolge: zB das ich das sage, was ICH denke und fühle. Das bewirkt zwar bei meinen Eltern, dass sie mich noch mehr meiden, weil ich nicht mehr das kleine Mädchen bin, aber das ist mir egal. Denn nur so bin ich mit mir im Reinen. Aber wie gesagt, irgendein komisches Gefühl trage ich noch in mir und ich weiß noch nicht was.

Aber auf jeden Fall weiß ich, dass das alles richtig ist. Aber es ist noch ein weiter Weg, aber die ersten positiven Erfahrungen mache ich und das stärkt mich.

ich habe ja nie gelernt, das zu sagen was ich möchte und das das, was ich fühle richtig ist. Ich wurde ja nur unterdrückt und abgewiesen. Wenn ich eine eigene Meinung hatte, wurde ich fertig gemacht oder mit Ignoranz gestraft (dann hat mein Vater mal zwei Wochen nicht mit mir gesprochen), manchmal hat er mich auch angeschrieen ohne Grund.

Das aber lerne ich jetzt, weil ich immer nur allen anderen alles Recht gemacht habe, aber niemals mir. Und auch deshalb habe ich den Zusammenbruch gehabt. Und ich habe mir immer zuviel aufgehalst, nur damit endlich mal Anerkennung kommt – aber die wird ja nie kommen, also brauche ich das auch nicht mehr.

Es gibt noch so viele DInge und ich denke, im Laufe der Zeit wird mir immer mehr einfallen und ich werde immer wieder Dinge und Situationen hier posten. Es tut wirklich gut.

S`mokqeyJo1eswCafxe


Jeder der meinen Vater zum ersten mal sieht sagt, was für ein toller, netter und zuvorkommender Mann er ist, was für ein super Vater.

Aber dann, wenn man ihn ein paar Mal intensiv erlebt hat, merkt man, was für ein Mensch er wirklich ist.

Aber da viele Menschen früher nur sporadisch mit ihm Kontakt hatten, hat mir ja kaum einer geglaubt.

Mein Ex-Mann war der erste, der hinter die Fassade geschaut hat und er war geschockt. Meine Freundin aus Kinderzeiten sagt heute noch, dass sie immer dachte, wie toll mein Vater doch sei und das sie neidisch war.

Mein Partner ist auch fassungslos, was er alles mitbekommt. Aber auch er dachte anfansg, was für ein toller Mann mein Vater ist.

Aber so ist er immer nur nach Aussen.

Zu Weihnachten letztes Jahr haben sie Videos von früher gezeigt. Meine Schwester, mein Partner und ich saßen ganz beschämt da. Es war so peinlich, meine Eltern waren immer am lachen und fanden es lustig, wir nicht. Warum?

Weil dort klar wurde, wie ich behandelt wurde. Als Kind unterm Weihnachtsbaum beim Schmücken haben sie mit dem Finger auf mich gezeigt "Du bekommst ja dicke Titten!" :-X Sie haben mich ausgelacht. Und da wundert meine Mama sich, dass ich immer gebückt durchs Leben gegangen bin weil ich mich für meine Brust geschämt habe?

So ging das im Video die ganze Zeit, es war wirklich schrecklich!! Das könnt ihr euch nicht vorstellen. Zu sehen, dass meine gefühle nicht eingebildet sind, sondern es wirklich so war.

Wir lagen am Strand, ich hatte eine lange Hose und ein T-Shirt an (gerade in der Pubertät), sie zeigen mit dem FInger auf mich "Schau mal, ein Walross auf Abwegen". man beachte, dass ich sehr schlank bin.

pRhoeRbxe


heute nacht..war er wieder da..mein traum, der sich schon in meinem ganzen leben und sehr viele nächte einfach in mir breit macht.. ich muss dingend auf die toilette..aber nirgends ist eine zu finden..ich habe eine ganz tiefe not und ich komme einfach nicht dazu..entweder sind die toiletten erst gar nicht zu finden..oder sie sind beschmutzt..oder es sind keine wände drin..

ich weiß jetzt ziemlich sicher, dass ich diesen traum stellvertretend für meine inneres kind -und für das verhältnis mit meinen eltern träume. deshalb meine frage an euch..kenn ihr auch diesen traum??

dass er im Prinzip ganz schlecht Nähe zulassen kann, er hat ein geringes Selbstwertgefühl, eine depressive Veranlagung ....

ja, mein mann auch! -aber deshalb passen wir wunderbar zusammen..das hat uns echt zusammengeschweisst -wir kennen uns schon seit der kindheit.

ich lese heute mal nicht so viel nach -hole es aber auf. wünsche allen eine schöne nacht mit angenehmen träumen.

o:)

mYaraie-xjana


SmokeyJoesCafe

:°_ Da findet man gar keine Worte. Wenn Du manches hier nicht so öffentlich posten möchtest, kannst Du mir gern auch mal eine PN schreiben.

An solchen Geschichten sieht man, welche Verantwortung man hat als Eltern. Mein Mann und ich haben mit Sicherheit nicht immer alles richtig gemacht mit unseren Kindern - wer macht das schon. Und wie ich schrieb - oft fühlte man sich überfordert, war nicht so ausgeglichen ... Aber eines weiß ich: Unsere Kinder sind geliebt aufgewachsen.

Phoebe

Dein Unterbewusstsein äußert sich über diesen schrecklichen Traum. Nein, ich kenne solche Träume nicht.

SvmokieyJPoesCafxe


@ Phoebe

der Traum ist ja schrecklich! Solche Träume habe ich nicht, sie äussern sich bei mir anders.

Gestern ging es mir nicht gut, ich stand auch irgendwie neben mir.

Ich weiß, dass man als Eltern nicht alles richitg machen kann, man kann nur sein Bestes geben. Ich gebe die Liebe die ich geben kann, höre zu und bin für meine Kinder da, zeige aber auch deutlich Grenzen auf, ich bin immer für sie da, unterstütze sie und zeige ihnen, wie toll sie sind.

Aber ab und an bekomme ich Angst, dass ich alles falsch mache, das meine Kinder später solche Probleme haben werden, wie ich. Das ist eigentlich Quatsch, weil ich ganz anders bin als meine Eltern, aber die Angst ist dennoch da und das macht mich manchmal ganz kirre. Aber da spielt viell. auch die Trennung noch eine Rolle, dass die Angst vielleicht auch dadurch ausgelöst wird. Aber mehr als alles für sie tun und mein Bestes geben, kann ich einfach nicht.

Habt ihr eigentlich auch, eure Gefühle zuzulassen? Damit hatte ich ganz arge Probleme. Ich habe immer alles für die anderen gemacht, nie für mich, habe meine Gefühle als schlecht oder unwichtig angesehen (haben meine Eltern toll hinbekommen). Selbst sexuell hatte/habe ich Probleme, weil ich mich für meine Gefühle und Gelüste schäme.

mIarie-+jaxna


SmokeyJoesCafe

Was ich Dich noch fragen wollte: Kannst Du Deinen Kindern Deine Liebe zeigen ? Du kannst Dich auf Deinen Partner, Deine Kinder emotional einlassen ? Die Angst vor Nähe - hast Du die bei Dir sehr nahestehenden Menschen auch ?

Die Art und Weise Deiner Eltern, ihre Kinder kleinzuhalten, zu demütigen zeugt von ihrer emotionalen Armut. Gleichzeitig müssen sie selbst ein ziemlich geringes Selbstwertgefühl haben, sie fühlen sich nicht anerkannt, anderen oft unterlegen, haben Minderwertigkeitskomplexe. Solche Charaktere treten dann gern nach "unten", im Falle der Familie sind das dann leider die Kinder. Eigentlich möchte ich das als ein Verbrechen bezeichnen- emotionale Gewalt ist auch Gewalt. Die Kinder sind geschädigt fürs Leben. JEDER kann Kinder kriegen, es gibt keine "Erziehungsschule" und die Familie ist ein rechtsfreier Raum. Traurig.

Viele der Missverständnisse, Streits zwischen meinem Mann und mir resultierten früher und manchmal heute noch aus den Kindheitserfahrungen meines Mannes und dem Verhaltensmuster, was er sich daraufhin zugelegt hatte. Dadurch fühle ich mich oft verletzt. Ich habe gerade vor kurzem zu ihm gesagt, er strahlt aus, ständig auf der Hut zu sein. Auf der Hut, zu versagen, verletzt, enttäuscht, verlassen zu werden ..... Ich habe ihm auch gesagt, dass er das bei mir nicht muss. Das er mir immer vertrauen kann. Aber leider kommt es immer mal wieder zu solchen Situationen.

mOarie-jSana


SmokeyJoesCafe

*:)

Da haben sich die Beiträge wohl überschnitten. Meine Fragen zu Deinen Kinder hast Du schon beantwortet :)z .

Angst, meine Gefühle zuzulassen und zu zeigen, habe ich nicht. Ich bin eher geradeaus damit. Das ich meine Bedürfnisse und wenn Du so willst meine Gefühle lange Zeit zurückstellen MUSSTE, hauptsächlich für die Familie, das ist unserer persönlichen Geschichte geschuldet und meinem Pflichtbewusstsein. Das hatte ich nämlich sehr stark. Mittlerweile kann ich da schon einiges ablassen und auch mal nein sagen. Aber das war ein Prozess. Ich bin in den letzten Jahren viel mutiger geworden, weil ich weiß, wo ich stehe im Leben, was ich mir wert bin, was ich kann oder eben auch nicht. Sicherlich hängt das auch mit meiner momentanen Situation zusammen: Die Kinder sind aus dem Haus. ENDLICH kann ich loslassen. Ich mache Dinge FÜR MICH, weil sie mir guttun, weil ich sie schon immer tun wollte und weil ich es nun endlich kann. Ich bin auch ein sehr leidenschaftlicher Mensch, der für viele Dinge brennt und sich für vieles interessiert.

Jeder hat sein Wesen, damit ist man schon geboren. Warum sind sonst Geschwister, die in einer Familie mit der gleichen Erziehung aufwachsen oft so unterschiedlich ? Ich war als Kind ruhig und zurückhaltend. Ich wusste immer, was ich konnte, habe mich aber oft nicht getraut, damit nach vorn zu gehen. Darüber habe ich mich selbst genug geärgert, wenn ich dann all die lauten Schaumschläger erlebt habe. Wenn man Kinder erzieht, voll im Berufs- und sonstigen Leben steht, ist man natürlich gezwungen, mehr aus sich herauszugehen. Jetzt wirke ich recht aufgeschlossen, glaube ich.

m#ariex-jana


Rechtschreibfehler bitte übersehen ! Tippe immer zu schnell.

M ollxiencxhen


@ SmokeyJoesCafe

Lieber Himmel, bin ich froh, dass es aus meiner Kindheit keine Videos gibt. Ich fand es schon schlimm, das Ganze im Geiste nochmals durchzugehen (in der Therapie), aber es sehen zu müssen stelle ich mir wirklich hart vor!! :°_

Habt ihr eigentlich auch, eure Gefühle zuzulassen? Damit hatte ich ganz arge Probleme.

Habe ich auch. Ich habe immer dieses bescheuerte Bedürfnis, meine Wünsche denen des anderen (wer auch immer das gerade ist) unterzuordnen. Zum Kotzen.. Ich habe noch nicht ganz raus, wie ich das besser machen kann. Ich wusste nicht, dass das etwas mit dem "inneren Kind" zu tun haben kann... Dachte, sowas träumt jeder.

@ phoebe

heute nacht..war er wieder da..mein traum, der sich schon in meinem ganzen leben und sehr viele nächte einfach in mir breit macht.. ich muss dingend auf die toilette..aber nirgends ist eine zu finden..ich habe eine ganz tiefe not und ich komme einfach nicht dazu..entweder sind die toiletten erst gar nicht zu finden..oder sie sind beschmutzt..oder es sind keine wände drin..

ich weiß jetzt ziemlich sicher, dass ich diesen traum stellvertretend für meine inneres kind -und für das verhältnis mit meinen eltern träume. deshalb meine frage an euch..kenn ihr auch diesen traum??

Und ob ich den kenne. Mit 14 hatte ich den das erste mal, da habe ich eine Toilette gefunden und ins Bett gepinkelt. Seitdem waren meine Träume wie Deine. Keine Toilette, unbrauchbare Toilette, eine ohne Tür, mit Glaswänden, was immer man sich so vorstellen kann.

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