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Kind ausgezogen – mir geht's so schlecht

A}ylax S. hat die Diskussion gestartet


Es klingt so albern, aber ich komme nicht damit zurecht, dass mein Kind ausgezogen ist. Ich habe schon eins, das vor Jahren schon ausgezogen ist und es sind auch noch Kinder hier. Es ist also nicht so, dass ich plötzlich ganz allein bin. Beim ersten hat es mir nicht viel ausgemacht, das Kind war gross, wollte studieren und ist in die Studienstadt gezogen – völlig ok. Und diesmal hatte ich wohl geahnt, dass mir der Abschied etwas schwerer fallen würde, aber da habe ich mich völlig falsch eingeschätzt.

Mir ist, als hätte man mir das Herz herausgerissen, plötzlich fühle ich mich, als hätte nichts mehr einen Sinn. Das ist idiotisch, ich weiß das, aber es tut so unheimlich weh, dass dieses Kind nicht mehr täglich hier ist, dass wir nicht mehr zusammen Kaffee trinken, klönen, einkaufen, kochen und alles, was wir sonst gemacht haben (was im Grunde gar nicht so viel gemeinsames war, das Kind hat durchaus ein reges Eigenleben geführt). Der räumliche Abstand ist auch nicht sooo groß, also nicht hunderte Kilometer, aber ich glaube mittlerweile, selbst die gleiche Stadt wäre schon eine Katastrophe. Wie kann das bloß angehen, ich sitze hier und könnte dauernd heulen, weil mir dieses Kind so fehlt.

Das ist doch nicht normal, dass man als Eltern so überzogen reagiert.

Kennt das jemand oder bin bloß ich so bescheuert ?

Vielleicht hilft es mir ja, das hier einfach mal hinzuschreiben, ich hoffe es. Diesen Zustand mag ich gar nicht. :-(

Antworten
nxvxcn


Hallo Ayla,

habe gerade Deinen Bericht gelesen und muss sagen, Du sprichst mir aus dem Herzen.

Wie ich sehe, ist es bei Dir noch keine 4 Wochen her das Du diesen Beitrag geschrieben hast. Wie geht es Dir heute ??? ??? ??

Ich mache gerade das gleiche durch wie Du, und es geht mir einfach nur schlecht.

Ich habe zwei Töchter, die älteste ist 23 und die jüngere 20.

Unsere grosse ist vor gut einem halben Jahr ausgezogen, war nach 3 Wochen aber schon wieder da, weil es mit ihrem Freund nicht klappte. Ich habe da schon sehr gelitten, bis zu dem Zeitpunkt, als ich erfuhr das sie wieder kommt, da war mein Leben wieder in Ordnung.

Gestern ist unsere kleine ausgezogen. Wir hatten beide unseren freien Tag und ich habe ihr geholfen, ihr Zimmer abzubauen, welches dann gestern abend noch abgeholt wurde. Es war die Hölle für mich!!!

Wir wussten schon seit einiger Zeit das sie im Laufe der nächsten Wochen auszieht. Ihr Freund hat sich eine Eigentumswohnung gekauft, in die sie jetzt gezogen ist. Sie ist auch nicht weit weg von hier, ca. 5 km.

Mir liefen gestern, in ihrem Beisein schon ständig die Tränen. Ihr ging es allerdings nicht anders. Allerdings glaube ich, verstärkt durch mein Verhalten. Ich hatte mich einfach nicht im Zaum und auch jetzt , wo ich Dir schreibe, laufen mir nur die Tränen. Ich kann überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen, habe zu nichts Lust, fühle mich wie gelähmt. Ich möchte dass das aufhört, es ist kaum auszuhalten.

Ich habe schon gedacht das ich die einzige bin, die so tickt, bis ich Deinen Beitrag gefunden habe.

Wie gehst Du heute, wenn der Auszug Deiner Tochter auch noch nicht lange her ist, mit der Situation um ??? ?

Ich habe das Gefühl, ich werde hier noch wahnsinnig. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir antworten würdest.

Liebe Grüße

L(enz1x1


hilfe, ich mag garnicht dran denken, wenn mein sohn auszieht. die zeit vergehtso schnell und leider habe ich nur den einen. ich muss ihn ziehen lassen x:)

S)tephx-9Bountxy


...bei meinem Sohn (wird im Dez 4) ist es Gott sei Dank noch gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz laaaaaaaaaaaaaaaaaaaange hin.... aber allein der Gedanke daran zerreißt mir das Herz. Zumal er mir doch vor kurzem noch gesagt hat, dass er mich heiratet, sobald er vier Jahre alt ist x:) ...

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber kann es sein, dass wir so fühlen, wenn wir in unserer Partnerschaft nicht wirklich glücklich sind würde bei mir zutreffen ? Oder wenn wir alleinerziehend sind? Ich denke, dann hat man eine viel engere Bindung zum Kind, weil es eigentlich "Ansprechpartner" und "Freund" in einem ist - wir konzentrieren unsere ganze Liebe auf das Kind ich zumindest ...

Ein schönes Thema - ich bin auf weitere Beiträge gespannt...

J)oha%nIna84


Mein Sohn ist erst 8, der Auszug ist also noch in sehr weiter Ferne.

Aber ich kann verstehen, dass man da sehr zu kämpfen hat.

Einen wirklichen Rat kann man da wohl nicht geben, es ist halt der Lauf der Dinge.

Aber vielleicht könnt ihr jetzt ganz gezielt mal was für euch tun, etwas wozu ihr sonst nicht gekommen seid. Das lenkt ein wenig ab und hilft vielleicht auch etwas beim loslassen. Wenn das Kind nicht so weit weg wohnt kann man sich doch auch zum Essen mal treffen oder was zusammen unternehmen.

Ich komme zum Beispiel immer am Wochenende zum frühstücken zu meinen Eltern, und man genießt die Zeit so doch viel bewusster.

Mit der Zeit gewöhnt man sich sicher auch an die Abwesenheit des Kindes.

Meine Mama hat anfangs auch sehr gelitten, aber ich würde sagen wir verstehen uns heute besser, als in unserer gemeinsamen Zeit.

Und wirklich Probleme hatten wir nicht.

Ich wünsche euch, dass ihr bald wieder glücklicher seid. @:)

boabykoxala


also ich seh das jetzt von der seite der tochter... ich bin 19 und meine ältere schwester (22) wird demnächst ausziehen...

ich fänds richtig beschissen wenns meiner mutter bei meiner schwester so schwer fallen würde und bei mir nicht... oder auch andersrum :-o

heißt das also dass du die eine tochter "mehr magst" als die andere?

alle mütter sagen immer, dass sie alle kinder gleich doll lieben, was ich nie glauben konnte, und deine aussage bestätigt das jetzt i-wie ;-)

bööse böse eltern :-p *:)

Hwatarxi


ich würde sagen wir verstehen uns heute besser, als in unserer gemeinsamen Zeit.

Johanna84

Würde ich aus Tochtersicht auch so sagen, dass es der Mutter-Tochter-Beziehung gut tat. :)_

Ich bin aber damals nicht von heute auf morgen ausgezogen, sondern im Laufe einiger Wochen tageweise immer länger bei meinem Partner damals geblieben, bis zum "finalen Auszug". Evtl. war das leichter. Wie es ihr damals diesbezüglich ging, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht... |-o Leider mache ich ihr mittlerweile aus anderen Gründen Kummer *seufz* :'-(

DPieO Sehefrixn


jetzt fühle ich mich als rabenmutter |-o

meine kinder sind 21 und 22 und ausgezogen bin ich vor 3 jahren! wir drei hatten immer ein enges, kameradschaftliches verhältnis (von den "üblichen" pubertäts-missverständnissen mal abgesehen), haben ein paar jahre auch ohne den papa zusammengelebt... und trotzdem hatten wir alle dann das gefühl, dass es nun zeit sei!

nicht, dass wir beim auszug nicht auch sentimental und emotional geworden sind, aber es hat sich für uns alle richtig angefühlt – auch vom zeitpunkt her (ich bin mit meinem jetzigen mann zusammen gezogen und habe die familienwohnung den kindern und deren wg-kumpels überlassen).

und wir haben uns alle überraschend schnell in die neue lebenssituation hineingefunden. die leben ihr leben, führen den haushalt so wie sie meinen, müssen mit ihrem geld auskommen... wir haben einen familienabend eingerichtet, an dem wir alle gemeinsam (also auch meine stiefkinder dazu, die gleichalt sind wie meine), samt großeltern und unserem enkelkind an unserer riesigen tafel essen... und mein mann und ich lieben diese abende, sind aber froh, dass sie dann alle wieder heimgehen :=o

jetzt verstehen wir uns alle so gut, wie nie zuvor und sind uns auch unendlich viel näher gekommen.

unterschiedliche liebe zu unterschiedlichen kindern

dazu muss ich jetzt auch noch etwas sagen, weil das ein thema war:

ich liebe meine kinder "gleich doll" (bei liebe gibt es für mich eigentlich kein "mehr" und kein "weniger"), und trotzdem liebe ich jeders ganz anders. meine tochter finde ich großartig, andersartig, bewunderswert, unberechenbar, exotisch... mein sohn ist mir vom temperamet her viel ähnlicher und damit auch näher... mit der intensität der zuneigung hat das aber gar nichts zu tun!

Any-la xS.


Vielen Dank, dass ihr geschrieben habt. Ich hatte gar nicht mit Antworten gerechnet.

Inzwischen geht's mir besser, sie fehlt mir noch immer, ich merke das besonders, wenn sie mal herkommt und dann wieder losfährt. Danach ist immer wieder eine gewisse Leere hier. Aber es tut nicht mehr sooo weh. Teilweise geniesse ich auch die Ruhe und das es nun mehr Platz gibt hier und weniger benutzes Geschirr und weniger Wäsche usw.usw. Aber wenn sie sich entscheiden würde, zurück zu kommen, würde mich das immer noch sehr sehr freuen (einerseits natürlich nur, für sie wäre es ja eine Niederlage und die möchte ich für sie nicht).

@ babykoala

Weisst du, mit mehr oder weniger Liebe hat das einfach nichts zu tun. Mit meinem ältesten Kind habe ich mich nie wirklich vertragen, es ist mir einfach zu ähnlich. Auf dieses Kind bin ich ungeheuer stolz, aus vielen Gründen. Ich liebe es genauso wie alle anderen, aber wir können nicht zusammenleben ohne tägliche kleine und grosse Konflikte. Allerdings können wir wunderbar stundenlang telefonieren oder auch wunderbar zusammen lernen, nur ist es eben für uns beide besser, wenn jeder sein eigenes Zuhause hat. Trotzdem würde ich ohne zu zögern alles tun, wenn dieses Kind in Schwierigkeiten kommen sollte, wenn es krank ist, wenn es Kummer hat und natürlich steht für den Nofall unser Haus immer offen für dieses Kind, wie für alle anderen auch, wenn sie denn irgendwann mal ausgezogen sind.

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