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Lebe in Traumwelt

N8elePeile hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle @:)

Ich habe lange überlegt, ob ich hier schreiben soll und jetzt, wo ich mich dafür entschieden habe fällt es mit irgendwie richtig schwer, weil ich nicht weis, ob mein "Problem" überhaupt ein Problem ist und weil es zum Teil auch für mich schwer ist darüber so offen zu "reden" bzw. eher zu schreiben.

Also wie der Titel schon sagt lebe ich relativ häufig in einer Traumwelt. Prinzipiell denke ich ist das nicht weiter schlimm, wahrscheinlich haben sich sogar viele andere Menschen auch eine ähnliche Welt geschaffen, die sie als persönlichen Zufluchtsort nutzen. Außerdem sollte ich vllt. vorher noch erwähnen, dass ich zu jedem Zeitpunkt zwischen der Realität und meiner Traumwelt unterscheiden kann und meine Traumwelt auf mein wirkliches Leben keinen Einfluss hat. D.h. wenn ich in der Schule bin bzw. jetzt seit zwei Wochen in der Uni oder wenn ich mit Freunden unterwegs bin lebe ich im Hier und Jetzt, sobald ich aber alleine bin (und das ist momentan leider recht häufig der Fall, da ich vor drei Wochen von zu Hause ausgezogen bin und nun alleine wohne) tauche ich oftmals in meine Traumwelt ab.

Der Punkt, der mir nun zu denken gibt ist in erster Linie die Tatsache, dass meine Traumwelt für mich zwar einen positiven Aspekt hat, im Grunde genommen aber eigentlich eine sehr neagtive und schreckliche Welt ist.

Im Gegensatz zu einigen anderen hier, bin ich sehr wohlbehütet und umsorgt zu Hause aufgewachsen und hatte eine wirklich schöne Kindheit. Gut, die Bezieheung meiner Eltern war nicht immer die Beste und es gab ab und an diesbezüglich immer mal wieder Konflikte, aber letztlich hielt sich alles eigentlich im normalen Rahmen. Meine Eltern sind eher etwas kühler und emotional distanzierter, trotzdem habe ich mich nie ungeliebt gefühlt, weil ich weis, dass meine Eltern in der Not wirklich hinter mit stehen würden.

In meiner Traumwelt ist das aber leider nicht so. Wichtig ist vllt. noch, dass meine gesamte Familie in dieser Welt nicht vorkommt. Sie existiert dort überhaupt nicht, weswegen ich in meiner Traumwelt in einer von mir frei erfundenen Familie lebe, d.h. all diese Personen, die in meiner eigenen Welt vorkommen, haben keinen Bezug zu meinem wirklichen leben.

In meiner Traumwelt bin ich noch einige Jahre jünger, also eher im Teenager alter und mir geht es immer schlecht. Mit schlecht meine ich leider wirklich schlecht und das ist auch der Punkt, der mir zu denken gibt. Meine erfundene Welt ist jedes Mal anders, immer wieder verändert sich die Situation nur eins bleibt jedes Mal gleich: ich bin das Opfer. Die Geschichten fangen an bei einer völlig zerrütetten Familiesituation, in der sich "meine Eltern" nur noch streiten, gehen über äußerst strenge Eltern, die mir nichts erlauben, aber handeln leider auch von häuslicher Gewalt und Missbrauch.

Und noch etwas haben all diese Geschichten gemeinsam: es gibt jedes Mal einen "Retter" der als einzige Figur in meiner Traumwelt zumindest ansatzweise einen Bezug zur Realität hat. Retter sind immer solche Personen, die mir im wirklichen Leben auffalllen, entweder weil sie mir besonders sympathisch sind oder weil sie sich z.B besonders stark für andere Personen einsetzen. Eine Zeit lang war das mal eine Lehrerin von mir, die bei vielen Schülern sehr beliebt war, eben weil sie sich immer für ihre Schüler eingesetzt hat. Häufig sind die Retter in meinen Geschichten allerdings Personen aus dem Fernsehen, die (natürlich gamäß ihrer vorgegebenen Rolle) besonders engagiert sind und sich für andere einsetzen.

In meinen Geschichten kommen diese Personen nun irgendwann hinzu, weil sie auf mich aufmerksam geworden sind. Z.B. ist in der Schule aufegefallen, dass etwas nicht stimmt, woraufhin ein Sozialarbeiter oder manchmal auch Arzt (das sind dann meine Retter) das Gespräch mit mir suchen und ich ihnen irgenwdann alles erzähle. Häufig eskaliert die Situation dann noch einmal zu Hause, bevor dann alles Gut wird. Mit alles Gut meine ich, das die Situation irgendwie aufgelöst wird. Vllt. kann ich das am Besten an einem Beispiel erklären. "Mein Vater" schlägt mich, meine Retter z.B die Sozialarbeiter kommen hinzu lösen die Situation auf und ich brech heulend zusammen, aber mein Retter nimmt mich in den Arm und tröstet mich. Mitlerweile glaube ich, dass es um genau dieses Gefühl bei meine Geschichten geht: 1) der Person, zu der ich mich im wirklichen Leben verbunden fühle (die ich aber niemals erreichen kann, weil sie z.B. nur im Fernseh existiert) nah zu kommen und 2) dieses Gefühl sich fallen lassen zu können, in den arm genommen und getröstet zu werden.

Ich weis, das klingt jetzt wahrscheinlich alles irgendwie total verrückt, aber ich fühle mich wohl in diesen Geschichten und lebe trotzdem ein ganze normales Leben. Niemand weis davon, weil ich in diese welt nur abtauche, wenn ich die Möglickeit dazu habe. Wenn ich beschäftigt bin, habe ich aber auch gar kein verlangen mich in meine Traumwelt zu flüchten.

Der Text ist jetzt leider doch ganz schön lang geworden und ich hoffe, da liest sich überhaupt jemand durch. Ich würde gerne von euch wissen, ob ihr vllt. eine Erklärung oder Idee für diese "negative Traumwelt" habt? Meint ihr das ist normal bzw. ok so?

Freue mich über Antworten

LG

Antworten
Luew2iaxn


NelePele

Ich glaube, dass viele Menschen irgendeine Art Traumwelt haben oder anders gesagt, dass sie ihre Phantasie benutzen, sich noch andere Raeume/Welten zu machen als die "reale". Mir geht das auch so bzw. ging, als ich noch juenger war und mehr Zeit hatte, und dass davon nicht mehr viel uebrig ist, bedaure ich eher als dass ich es begruesse. Wobei meine Traumwelten ganz anders waren als deine.

Also, grundsaetzlich sehe ich nichts Falsches daran und Vorstellungshraft zu haben und auszuleben ist im Prinzip was Schoenes.

Was ich aber interessant finde, ist, dass das hier...

In meiner Traumwelt bin ich noch einige Jahre jünger, also eher im Teenager alter und mir geht es immer schlecht.

aber ich fühle mich wohl in diesen Geschichten

...ziemlich widerspruechlich aussieht. Liegt das daran, dass dr an den Geschichten das gerettet-werden am besten gefaellt?

Und ausserdem stellt sich fuer mich die Frage: Stellst du deine Geschichten eigentlich bewusst so her, oder hast du eher den Eindruck, das "passiert" dir so? Ich meine, du koenntest ja auch eine Geschichte erfinden, in der du erwachsen bist und es dir gut geht. Warum nicht?

Vermutlich hat das alles irgendeine tiefenpsychologische Bedeutung, aber die kann harmlos sein und vielleicht kann man sie weder so einfach herausfinden, noch waere es so wichtig... eine Moeglichkeit ist, dass das was mit dem Erwachsen-werden zu tun hat. Dass du dir vielleicht noch einen Fluchtraum schaffst vor der vielleicht etwas beaengstigenden Vorstellung, nun (oder irgendwann bald) fuer dich selber 100% verantwortlich zu sein und nicht mehr so behuetet wie als Kind. Und das wird dann mit der romantischen Vorstellung verbunden, dass dich jemand, ein "Retter", aus dieser Entwicklung herausholen kann, fuer die du dich eigentlich noch zu jung und abhaengig fuehlst, und dich dann schuetzend in den Arm nimmt. Kann so sein, muss nicht sein.

Aber wenn das so ist, erscheint mir das eigentlich auch recht normal, denn "erwachsen werden" ist schwer und oft beaengstigend, und sicherlich um so mehr, je "behueteter" man war. Aber es ist ja eine Entwicklng und von daher denke ich nicht, deine Geschichten werden dich daran hindern, den Weg des Erwachsen-werdens trotzdem zu gehen.

Neel!eJPEele


Hey Lewian @:)

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, ich hätte nicht gedacht, dass sich überhaupt jemand durch diesen doch recht langen Text kämpft.

Den Punkt mit dem Erwachsen-werden hab ich bislang noch gar nicht so gesehen, aber die Idee find ich gut, darüber werd ich mir mal Gedabken machen.

Leider kann ich da grade nicht ausführlich daruf eingehen, weil ich heute nach Hause gekommen bin und deswegen nicht ungestört schreiben kann. Irgendwie steht man hier doch immer unter Beobachtung :-/.

Wenn ich morgen mal einen ungestörten Moment finde, gibts dann noch eine detailliertere Antwort, sonst spätestenes Sonntagabend, da bin ich dann wieder in meiner eigenen Wohnung und kann ganz in Ruhe schreiben.

Falls noch jemand Ideen oder Denkanstöße hat, freue ich mich natürlich darüber und werd sie auch sofort lesen, nur direkt beantworten wird leider wahrscheinlich nicht funktionieren, sondern erst Sonntag.

Wünsch euch allen noch einen schönen Abend @:)

N"ele^Pelxe


Hey Lewian,

jetzt kann ich endlich wieder ungestört schreiben.

Deine Antwort hat mich doch irgendwie ziemlich beruhigt. Dass man sich eine zweite irreale Welt schafft fand ich auch gar nicht so bedenklich. Dachte zwar lange Zeit das sei unnormal, aber nachdem ich einfach mal gegoogelt habe, hab ich festgestellt, dass doch recht viele Menschen sich einen gedanklichen Zufluchtsort geschaffen haben.

Ich muss sagen, ich habe und hatte auch schon als kleines Kind eine sehr rege Fantasie, konnte in der Schule immer gut Geschichten schreiben und habe mir die kreativsten Spiele ausgedacht ;-D Eigentlich lebe ich schon ziemlich lange in meiner Traumwelt und aus mir nicht erklärlicher Weise war diese Welt schon immer eher schlecht und wohl für die meißten anderen Menschen mit unangenehmen Dingen verbunden. Als ich noch kleiner war (so im Grundschulalter) habe ich gerne Arztsendungen gesehen (habe mich schon immer sehr für Medizin interessiert ;-D) und schon ziemlich bald angefangen, das Gesehene noch einmal selber gedanklich durchzuspielen. Heißt ich hab abends ne Artzserie gesehen, bin anschließend ins Bett gegangen und habe sie noch einmal durchlebt. Der einzige Unterschied: diesmal war ich eine aktive Person in der Geschichte und jedesmal war ich der Patient. Wenn man so will waren meine Geschichten damals schon eher negativ. Ich mein Krankenhaus und Krankheit sind in der Regel nicht gerade die angenehmsten Themen. Irgendwann hab ich dann angefangen die Sendungen nicht nur nochmal durchzuspielen, sondern sie leicht zu verändern, damit hat alles eine gewisse Eigendynamik bekommen. Ab wann und aus welchem Grund sich all dies zu einer solch unfangreichen und negativen Traumwelt entwickelt hat, weis ich nicht mehr, ich glaub das war irgendwann im Teenageralter.

So verrückt es klingen mag, ich liebe meine Traumwelt. Ich fühle mich dort wohl und hab irgendwie das Gefühl, dass sie mir etwas gibt, das ich in meinem realen Leben nicht habe. Trotzdem habe ich manchmal Angst, ich bin mir unsicher ob diese Welt wirklich so bedeutungslos ist wie ich glaube und frage mich halt ob es nicht einen tieferen Grund dafür gibt.

Zu deiner Frage, ob mir all dies einfach so passiert oder ob ich es bewusst so herstelle, kann ich ziemlich sicher sagen, dass ich es gedanklich bewusst so herstelle. Wie genau meine Traumwelt letztlich aussieht, wird zum Teil durch die reale welt beeinflusst. Vllt mal ein Beispiel: wenn ich Stress mit meinen Eltern habe (meine Eltern sind eher streng) dann wähle ich eine Geschichte, in der es um übertrieben strenge Eltern geht (obwohl es in meiner Traumwelt natürlich andere Personen sind), die ihrem Kind schaden. Für die anderen Situationen in meiner Traumwelt habe ich zum Glück keine Verbindung zum Alltag, sie werden von mir einfach so, z.T. auch abhängig von meinem momentanen Empfinden gewählt. Warum ich mir nicht einfach eine schöne heile Welt zusammenträume weis ich nicht. Irgendwie "geben mir solche Geschichten nichts". ich kann damit nichts anfangen, sie geben mir keine gutes Gefühl, das stellt sich nur ein, wenn ich "gerettet" werde und umso schlimmer meine Situation vorher war, desto besser ist das anschließende Gefühle des "gerettet werdens".

Wie ich bei meinem vorherigen Post bereits erwähnt habe, fand ich deine Idee mit dem "Erwachsen-werden" sehr interessant, auch wenn ich daran bislang noch gar nicht gedacht hatte. Ich war nie so der typische Teenager, hatte keinen Stress mit meinen Eltern, wäre nie auf die Idee gekommen mich mit ihnen anzulegen, bin nicht Feiern gegangen, habe keine Erfahrungen mit Alkohol gemacht und war (und bin es auch heute noch) verdammt vernünftig. Ich hab mich damals ziemlich zurückgezogen, hab nicht allzu viel mit meinen Freunden gemacht und war manchmal in so einem "Tief". Mein Selbstvertrauen war nie das größte und frage mich auch heute noch oft: Traue ich mir das zu? Kann ich das überhaupt? Vllt. ist da wirklich irgendwie der Wunsch "gerettet" zu werden. Die Angst all das nicht zu schaffen.

Ach Mensch, ich weis es nicht, vllt ist es ja auch völlig bedeutungslos, aber manchmal macht es mir einfach Angst :-/

LG

LLewixan


NelePele

Mein Eindruck ist, dass es weder bedeutungslos ist, noch ein Grund, sich Sorgen zu machen. Ich sehe nichts Verkehrtes oder Ungesundes daran, aber es hat sicher seinen Sinn (vermutlich ist es auch dann nicht ungesund, wenn du den Sinn nicht explizit herausbekommst).

Ich stelle es mir als eine Art Verarbeitungsstrategie vor, sozusagen deine natuerliche Methode, mit den Dingen umzugehen, mit denen du im Leben so konfrontiert wirst. Eine Interpretation war Angst vor dem erwachsen werden; eine andere koennte sein, dass du vielleicht unterschwellig ein schlechtes Gewissen hast, weil es dir "zu gut" geht, also weil du immer (aus deiner jetzigen Sicht) gut behandelt worden bist, aber dich vielleicht nicht faehig zur Dankbarkeit fuehlst, die dir angemessen erscheint (voellig unabhaengig mal, ob sie "wirklich" angemessen waere). Also dass du dir vielleicht mal eine Welt ertraeumst, in der es dir schlechter geht, um in einer Situation zu sein, wo du kein schlechtes Gewissen haben musst, Hilfe zu bekommen.

Das Problem mit dieser Art Interpretation ist, dass, falls es nicht zutrifft (was ja gut sein kann), es gut moeglich ist, dass du dir ueberhaupt nicht vorstellen kannst, was ich damit meine... aber egal, es ist halt eine Art Vorschlag zum darueber nachdenken.

Wenn du im Psychologie-Forum herumliest, wirst du wissen, dass viele Leute eine Art inneres Schuldgefuehl z.B. so verarbeiten, dass sie sich selber verletzen. Stattdessen die eigene Vorstellungskraft zu benutzen kommt mir eigentlich sehr gesund vor.

Insbesondere gefaellt mir auch, dass du das Ganze bewusst steuerst. Denn damit bist du in der Lage, bewusst auf das Leben zu reagieren; du bist sozusagen in Wirklichkeit nicht "hilfloses Opfer", auch wenn du dich in deinen Geschichten vielleicht so darstellst.

Letztlich ist es so, du darfst Angst haben, du darfst Schuldgefuehle haben, du darfst eine Traumwelt haben, das ist voellig in Ordnung, sofern es dich nicht davon abhaelt, dich auch mit den Sachen auseinanderzusetzen, die im Leben wirklich anstehen. Eine Zuflucht zu haben ist gesund. Ungesund aber waere es, vor den wahren Problemen bloss wegzulaufen, anstatt sie anzugehen. Aber so wie du geschrieben hast, sehe ich das Problem bei dir eigentlich nicht; du benutzt deine Traumwelt nicht, um den realen Problemen auszuweichen, oder? Bloss das erschiene mir wirklich problematisch.

N/ele0Pexle


Danke für deine Antwort Lewian :-)

Was du schreibst klingt alles sehr plausibel und nachvollziehbar. Wie gesgat, ich leb schon recht lange in dieser Traumwelt und bislang hab ich mir noch nie großartig Gedanken darüber gemacht, ob es gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Trotzdem hat es mich halt beschäftigt, weil diese Welt so untypisch ist. Der eigentliche Anlass für meinen Eingangspost war aber vorallem die Tatsache, dass mir zum ersten Mal aufgefallen ist, wie viel Zeit ich in meiner Traumwelt verbringe und vorallem, dass die Zeit in den letzten Wochen erheblich zugenommen hat. Ich hatte Angst, die bislang klar bestehende Grenze zwischen Realität und Traumwelt könnte verschwinden, das Verhältnis dieser beiden Welten könnte kippen und meiner Traumwelt eine Bedeutung zukommen lassen, die nicht mehr gesund ist. Im Nachhinein scheint mir diese Entwicklung aber schon fast logisch, ich bin vor fast 3 Wochen von zu Hause ausgezogen, wohne in einer fremden Stadt und kannte die ersten Tage (bis die Uni angefangen hat) niemanden. Ich hatte und habe auch jetzt noch viel mehr Zeit für mich alleine als früher, d.h. ich habe viel öfter die Möglichkeit in meine Traumwelt abzuschweifen. Als mir dann letzte Woche klar geworden ist, wie zeitintensiv diese Welt ist, habe ich mich halt ziemlich erschrocken.

Vllt. hast du Recht und ich sollte all dies einfach so hinnehmen solange diese Welt für mich so ok ist, ich mich in ihr wohlfühle und trotzdem noch in der Lage bin mein wirkliches Leben zu leben. Ich habe in letzter Zeit viel über die möglichen Günde dieser negativen Welt nachgedacht und auch deine Denkanstöße miteinbezogen und entgegen deiner Vermutung konnte ich sie mir alle irgendwie vorstellen. Nur ich glaube genau da liegt fast das Problem. Ich kann deine Ideen sehr gut nachvollziehen und finde mich auch darin in gewisser Weise wieder. Aber unabhängig, ob es jetzt eine deiner oder meiner Vermutungen ist, habe ich das Gefühl den wirklichen Grund (wenn es überhaupt den Grund dafür gibt) nicht rausfinden zu können. Heißt ich kann mir fast alles vorstellen, habe aber nicht das Gefühl: "Das ist es, jetzt hab ich es". Ich glaube fast, dass ich auf die Frage nach dem Warum eingentlich nie eine wirkliche Antwort bekommen kann, weil alles so unfassbar und nicht greifabr ist. (Was jetzt nicht heißt, dass du weitere Vermutungen, falls du noch welche hast, nicht mehr schreiben sollst. Im Gegenteil, ich finde das äußerst interessant :)z)

Ich wünsch dir noch einen ganz schönen Abend und da ich heute nichts mehr vorhabe, werde ich wohl mal wieder zumindest einen Teil des abends in meiner Traumwelt verbringen.

L^ewi,axn


NelePele

Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig, den Grund zu kennen. Was eher wichtig ist, ist das Leben nicht zu "verpassen", also z.B. dass du auch rausgehst und am neuen Ort Leute kennenlernst, dein Studium nicht vernachlaessigst etc. So lange dich die Traumwelt davon nicht ablenkt, sehe ich kein Problem.

N[eGlePlelxe


Vielen Dank für dein Antwort Lewian, ich hatte zu so später Stunde gar nicht mehr damit gerechnet. Wollte dir auch nochmal sagen, dass ich es super nett von dir finde, dass du dich immer durch meine doch meißt recht langen Beiträge kämpst und mir so fleißig schreibst :)^ Mein Leben und mein Studium vernachlässige ich durch meine Traumwelt eigentlich nicht. Ich hab mich mittlerweile hier schon ganz gut eingelebt, habe täglich 1-2 Vorlesungen in der Uni und hab auch schon einige nette Leute kennengelernt, mit denen ich auch regelmäßig was unternehme. Aber es tut gut zu wissen, dass ich mich ohne mir große Sorgen machen zu müssen in meiner Traumwelt aufhalten darf. Irgendwie gehört sie dann doch zu mir und meinem Leben ;-D

Lwewixan


und mir so fleißig schreibst

Ich hoere das jetzt aber (erstmal) auf, weil ich glaube, gar nichts Weiteres zu sagen habe dazu. *:) :)*

LDewiaxn


weil ich glaube, dass ich gar nichts Weiteres zu sagen habe dazu.

NBelePxele


Klar, kein Problem. Hast mir unheimlich geholfen :)^ Vielen Dank nochmal @:)

EWmilbieA


Hi, NelePele!

Die Flucht in Traumwelten kenne ich auch. Auch wenn meine nicht aus einer Welt besteht, sondern aus vielen verschiedenen... aber egal ;-) Früher war ich dort auch mehr unterwegs, aber ab und zu such ich mir eine Geschichte aus und kehre zurück oder spinne sie weiter.

Ich finde bei deinem Fall vor allem Lewians erste Überlegungen interessant. Was mich speziell aber noch interessieren würde, weil du meintest, dass du wieder vermehrt Zeit damit verbringst: Wie läuft das ab? Spielst du alles nur in Gedanken durch oder spielst du es auch mal körperlich mit? Wenn du z.B. weinend zusammen brichst, weinst du dann auch in echt auf deiner Couch? Gehst du immer in diese Traumwelt, wenn du alleine bist, oder nur wenn dir danach ist – also, liest du auch noch Bücher oder siehst fern oder nutzt du deine Zeit allein eigentlich schon ausschließlich dafür?

NKelePbele


Hi EmilieA,

Vielen Dank auch für deine Antwort. Es freut mich natürlich auch noch weitere Mienungen zu hören @:) Meinst du mit Lewians ersten Überlegungen die Idee mit dem Erwachsen werden?

Also zu deinen Fragen:

Alles was in meiner Traumwelt passiert, passiert nur in meinen Gedanken. Ich sehe mich selber quasi "vor meinem geistigen Auge", fühle wie es mir in meiner Traumwelt schlecht geht, aber spiele es körperlich nicht mit. Für Außenstehende würde es wahrscheinlich einfach so aussehen, als wäre ich in Gedanken.

Wie oft ich in meine Traumwelt flüchte, ist abhängig von dem, was in meinem wirklichen Leben passiert; wobei ich nicht behaupten würde, dass ich meine Zeit auschließlich dafür nutze wenn ich alleine bin. Ich seh fern, bin im Internet, telefonier mit meiner Familie, lese ein gutes Buch... Wenn jetzt abends ein schöner Film im Fernsehen läuft, dann schau ich ihn auch, egal wie es mir gerade geht und unabhängig davon, ob es tendenziell gerade eher eine Situation ist, in der ich in meine Traumwelt flüchten würde. Meine Traumwelt läuft häufig eher so "nebenher". Sie begleitet mich oft wenn ich alleine bin, aber sie ist auch dann selten mein Lebensmittelpunkt. D.h. auch wenn ich gedanklich in dem Moment in meiner Traumwelt bin, bin ich körperlich in der Regel anwesend, ich mache also irgendwas.

Das bedeutet, ich setzt mich nicht einfach abends aufs Sofa, verschwinde in meiner Traumwelt und sitze da die nächste Stunde wie eine Mumie. Nein, vielmehr "begleitet" mich meine Traumwelt im Alltag. Ich steh morgens auf und putze meine Zähne. Mein Körper macht das "automatisch", während ich gedanklich abtauche. Das gleiche passiert beim Duschen, beim Kochen, beim Essen etc. und eigentlich immer, wenn ich im Bett liege, also sowohl abends vor dem Einschlafen, als auch morgens nach dem Aufwachen. Wenn ich die Zeit dazu habe, bleibe ich morgens immer noch eine 1/2h liegen und flüchte in meine Traumwelt. Das geschieht aber nur, wenn ich auch die Möglichkeit dazu habe. Angenommen ich muss um sechs Uhr aufstehen, dann stell ich mir den Wecker nicht extra auf halb sechs wegen meiner Traumwelt. Hab ich aber erst um 12 Uhr Uni und werd schon um acht wach, freue ich mich und nehm mir noch die 1/2 Stunde.

Wie oft ich während solchen Tätigkeiten abdrifte, ist wie gesagt abhängig von dem, was mir im wirklichen Leben passiert und wie es mir da geht. An Tagen, an denen ich traurig bin, schlecht drauf oder verärgert, nutze ich fast jede Möglichkeit in meine Traumwelt zu fliehen. Wenn ich aber richtig gut drauf und einfach nur glücklich bin, verliert auch meine Traumwelt (für den Moment) an Bedeutung. Das ich wirklich nichts mache und nur in meiner Traumwelt bin, geschieht eigentlich äußerst selten.

So ich hoffe, das war jetzt einigermaßen verständlich und nachvollziehbar ;-D Manchmal ist es schwer all dies so in Worte zu fassen, dass es auch von Außenstehenden nachvollzogen werden kann, weil für mich alles so "klar" und selbstverständlich ist.

N!ick\iGre?enEyexs


hi, Hallo...

sag mal, wenn du die Wahl hättest zwischen den beiden Welten, eine auszuwählen, die dann die Realität ist...welche würdest du nehmen... ???

dein sicheres normales leben, oder das aufregende mit der Chance auf ein happy end... ???

Gruß Niki...

N0eleP%ele


Hey Niki,

Du stellst aber schwere Fragen ;-) Ich muss gestehen, ich hab darüber noch nie nachgedacht und deine Frage hat mich doch ziemlich ins Grübeln gebracht. Wenn ich mir aussuchen dürfte, welche meiner Welten Realität wird, hätte ich gerne beide :-D Mein normales Leben, aber mit dem Happy end/gerettet werden. Ich befürche aber, dass ich mich wohl leider entscheiden muss und würde dann doch mein wirkliches Leben bevorzugen ;-)

Ich weiß, dass viele dieser Dinge, die ich in meiner Traumwelt erfahre wirklich schlimm sind und möchte sie niemals in der Realität erleben müssen (hiermit meine ich vorallem die letzten Punkte aus meinem Einagngspost ??? ?Vergewaltigung und Missbrauch ??? ? ) Ich würde niemals auf die Idee kommen in meinem wirklichen Leben solche Situationen aktiv zu suchen oder zu provozieren, im Gegenteil ich bin in dieser Hinsicht sogar ein sehr vorsichtiger Mensch, aber in meiner Traumwelt "mag" ich diese Situationen. Allerdings würde ich auch hier sagen, dass ich nicht die Situation an sich mag, vielmehr ist sie ein Mittel zum Zweck, schließlich muss es mir ja erst schlecht gehen, damit ich anschließend gerettet werden kann. In meiner Traumwelt geht es mir in solchen Momenten natürlich auch schlecht, aber da werde ich ja gerettet und mir gehts wieder gut (mal ganz vereinfacht ausgedrückt), dass die Realität nach solchen Erlebnissen aber ganz anders aussieht, ist mir durchaus bewusst und deswegen möchte ich sowas niemals wirklich erleben müssen.

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