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Lebe in Traumwelt

NzeletPele


(hiermit meine ich vorallem die letzten Punkte aus meinem Einagngspost ??? ?Vergewaltigung und Missbrauch ??? ?

Ups, der letzte Teil sollte eigentlich nur versteckt dort stehen, aber das hat wohl leider nicht funktioniert. Man merkt wohl doch, dass ich noch neu hier bin ;-)

N3i&ckdiGreJenVEyes


hi, Hallo...es mag abgedroschen klingen, aber dein leben ist doch dann doch eher langweilig und das andere hat einfach mehr höhen und tiefen, die das alles etwas emotionaler und dramatischer machen...

ich würd das zweite wählen, keine Frage..

C1entiDfolixa


Hallo NelePele, ich habe auch, seit ich denken kann, so eine Traumwelt, ich nenne sie meinen "Schatten", und da gehts auch teilweise sehr wild zu... :-D :-o :-X ]:D

Lewians Ausführungen mit dem Erwachsenwerden sind sicher ein Aspekt. Aber es ist gut möglich, dass deine Traumwelt dich dein ganzes Leben begleiten wird.

Ein weterer Aspekt: Dein reales Leben ist, was ich so gelesen habe, offenbar recht behütet und nicht wirklich abenteuerlich, deshalb ist deine Traumwelt ein ausgleichender Gegenpol, in der du die Konflikte erschaffst, die du im realen Leben nicht erlebst (und auch nicht erleben willst). Gerade Gewalt, Leid, Tod sind sehr beliebte Traumweltthemen, da brauchst du dir gar keine Gedanken zu machen. Es gibt nicht wenige erfolgreiche Manager, die im Geheimen masochistische Phantasien haben. ;-) Deshalb ist es auch Blödsinn, die eine oder andere Welt wählen zu wollen, denn beide Welten brauchen und ergänzen einander.

Zudem dient die Traumwelt der Konfliktbewältigung, in ihr durchleben wir symbolisch, was uns im realen Leben in deutlich abgeschwächter Form begegnet; zB sind, was ich gelesen habe, deine Eltern relativ streng in dem Sinne, dass sie dich behüten. In deiner Phantasie durchlebst du den Konflikt, der daraus entsteht, in verstärkter Form (die Eltern sind böse und missbrauchen dich), das hilft dir, den realen Konflikt überhaupt als solchen wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Schau dir Märchen an, die sind voller böser Stiefmütter, missgünstiger Brüder und Schwestern, menschenfressender Ungeheuer und fieser Könige. Aber ebenso kommt kein Märchen ohne den Helden aus (auch wenn er manchmal der Dummling ist). Märchen sind übersteigerte, symbolische Abbilder der Realität, und auch sie gehen immer gut aus (zumindest die Volksmärchen). Und Kinder lieben Märchen. Warum wohl? ;-)

Höchstens könnte ich bei deinen Phantasien bedenklich finden, dass du stets in der passiven Rolle bist und gerettet werden musst. ":/ Oder bist du irgendwann auch selber mal Held bzw kannst deine Geschichten dorthin steuern? Das macht Spaß, glaub mir! :)^ ;-D

Hast du deine Geschichten mal aufgeschrieben? Das könnte ein schönes Hobby werden und vielleicht noch mehr... Alle berühmten Dichter waren und sind im Grunde nichts anderes als Leute, die einen gewaltigen Schatten haben... ;-D 8-)

Noch ein Tipp zu den Funktionen hier: Text verstecken geht offenbar nur, wenn nichts anderes als Text in dem versteckten Bereich steht, also keine Smilies, Links, Text fett, kursiv etc. Du kannst deinen Beitrag vor dem Abschicken auch noch überprüfen, indem du zuerst auf die Vorschau-Taste klickst.

NVeleoPelqe


@ NickiGreenEyes

Naja in gewisser Weise hast du Recht, machmal ist mein Leben schon "langweilig", da wären ein paar Höhen und Tiefen vllt. ganz wünschenswert. Aber ob es gleich solche negativen Extreme sein müssen? Ich weis nicht :-/

@ Centifolia

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort @:) Lewians Gedanken fand ich auch sehr interessant und ich kann mir gut vorstellen, dass der Aspekt mit dem Erwachsen werden eine wichtige Rolle spielt, allerdings sicherlich nicht ausschließlich, gerade weil meine Traumwelt im Grunde schon seit frühster Kindheit existiert.

Vllt. sollte ich bzw. muss ich noch was zu dem Punkt "behütete Kindheit" sagen, weil ich glaube, dass auch dieser Aspekt von zentraler Bedeutung für meine Traumwelt ist. In meinem Eingangspost habe ich geschrieben, meine Eltern seien eher kühl und emotional distanziert, was mich aber nicht weiter stören würde, weil ich weis, dass meine Eltern immer hinter mir stehen würden und mich lieben.

Im Prinzip ist das auch richtig, aber trotzdem hatte ich früher und habe auch manchmal heute noch das Gefühl: irgendwas fehlt. Um mal was konkreter zu werden: Meine Mutter hat mich z.B fast nie in dem Arm genommen (es gibt 2 oder 3 Situationen an die ich mich erinnere), auch nicht als ich klein war, sie mag sowas nicht. Sie umarmt auch nicht ihre Freunde zur Begrüßung und auch nicht meine Schwester. Ihre Freundin, die sie seit mittlerweile 10 Jahren kennt, duzt sie auch nicht, weil ihr das zu "nah" ist. Meine Eltern haben auch nie gesagt, dass sie mich lieb haben und um ehrlich zu sein habe ich es Ihnen auch lange Zeit nie gesagt. Mir war gar nicht so richtig bewusst, dass man das einfach so sagen kann, erst als meine Freundin das mal zu Ihrem Vater gesagt hat (da war ich ca. 11-12 Jahre), habe ich mir vorgenommen das auch mal zu meinen Eltern zu sagen. Ich hab bestimmt ein paar Wochen gebraucht um den richtigen Zeitpunkt zu finden, aber mein Vater hat nur recht freundlich gefragt: "Willst du irgendwas haben oder hast du was angestellt?" Auch heute noch wenn ich das zu meiner Mtter sage, erhalte ich keine Antwort oder ein "Ich dich auch". Sie meint sie könnte das nicht sagen (wobei das natürlich nicht speziell gegen mich geht).

Trotzdem zeigen mir meine Eltern natürlich, dass ich ihnen wichtig bin, wobei sich dies in der Regel durch überbehüten äußert. Beispiel: wenn ich mir nicht bis zu einer bestimmten Uhrzeit abends ein Brot gemacht habe, weil ich z.B noch für die Schule gelernt habe und das erst zu Ende machen wollte, hat meine Mutter mir etwas zu Essen gemacht (in der Regel sogar noch liebevoll dekoriert) und in mein Zimmer gebracht. Meine Eltern mögen es nicht wenn ich abends weggehe, weil es gefärhrlich sein könnte und alleine nach Hause kommen darf ich auch nicht, es sei denn ich bin mit dem Auto unterwegs (gut ich wohne auch in nem Vorort und müsste alleine durch den Wald). Wenn ich abends oder nachts mal weg bin geht meine Mutter nicht ins Bett, sondern wartet bis ich wieder zu Hause bin. Jetzt wo ich ausgezogen bin (ich bin 19) telefonieren wir täglich. Ich soll sie anrufen wenn ich in meiner Wohnung angekommen bin (fahr am Wochenende immer nach Hause) und vorallem natürlich wenn ich abends/ nachts feiern bin. Wenn ich sage ich bin gegen zwölf zu Hause dann meld ich mich, ruft sie spätestens um viertel nach zwölf an und fragt, wo ich bin und warum ich mich nicht gemeldet habe.

Im Prinzip finde ich es schön zu sehen, dass sie sich Sorgen um mich macht und eigentlich stört mich die emotionale Distanz nicht unbedingt, weil sie sie durch andere Dinge kompensiert, aber uneigentlich sind das doch zwei Aspekte, die mich manchmal beschäftigen.

Achso noch zu deiner Frage

Oder bist du irgendwann auch selber mal Held bzw kannst deine Geschichten dorthin steuern?

Also normalerweise bin ich nicht der Held, sondern muss gerettet werden. In manchen Geschichten habe ich aber eine kleine Schwester, die ich vor unseren "bösen" Eltern schütze. Auch da werden wir beide zusammen von außen gerettet, aber hier übernehme ich doch eine aktivere Rolle, als in den Geschichten, in denen es nur um mich geht.

Aufgeschrieben habe ich übrigens meine Geschichten noch nicht. Irgednwie war mir das bisher immer unangenehm. Wenn ich mich in meiner Traumwelt befinde mag ich meine Geschichten. Wenn ich sie aber später aus der Realität betrachte finde ich sie meißtens ziemlich übertrieben und unrealistisch.

Ich wünsch euch allen noch einen schönen Abend und nochmal vielen Dank für den Hinweis mit den Funktionen, jetzt hab ich es auch raus ;-)

N"ickCiGreeJnEyexs


ich find schon, muss ab und zu sein...;)

N;ick!iGree]nEyexs


du warst noch nie verliebt oder hast einen außerhalb deiner Familie geliebt... ???

hast nie wirklich liebe erfahren, oder... ???

also keine Dramatik...

solttest etwas errettungswürdiger werden...;)

CNen^tifqolixa


NelePele, ich finde deinen Beitrag echt sehr interessant, es gibt viele Parallelen zwischen uns! :)_

Auch in meinem Elternhaus gab es sehr wenig Zärtlichkeit, nicht ganz so extrem wie bei dir, aber Umarmen, Küsschengeben oder so was kam sehr selten vor. Meine Mutter war von ihrer Mutter zärtlichkeitsmäßig zu sehr vereinnahmt worden, und das wollte sie ihren Töchtern nicht antun, so kippte das ins Gegenteil. Und mein Vater war immer extrem distanzert, ich glaube, er konnte mit Töchtern nie so recht was anfangen.

Es wurde auch immer vermittelt, dass man seine Gefühle stets unter Kontrolle haben müsse. Spontaneität? Nix da, alles wurde immer schön geplant.

Meine Eltern mögen es nicht wenn ich abends weggehe, weil es gefärhrlich sein könnte und alleine nach Hause kommen darf ich auch nicht

Ich war fünfzehn, als ich endlich mal tagsüber allein zum Shoppen die Stadt durfte (wir lebten in einer Großstadt). Abends ins Kino? Wieso denn, es gibt doch auch Nachmittagsvorstellungen! Als ich mt 19 abends einen Töpferkurs besuchte (der ging bis 22Uhr), von dem ich problemlos mit U-Bahn und Bus hätte nachhause fahren können, wurde ich jeden Abend von meinem Vater mit dem Auto abgeholt. Wie peinlich! |-o

Indessen tummelten sich in meiner Traumwelt kaltherzige Könige, edle Räuber, freiheitsliebende Prinzessinnen und wunderschöne Drachen. :-D

Ein Jahr später zog ich aus, weil ich in einer anderen, kleineren Stadt mit meiner Berufsausbildung anfing. Ich wohnte allein, und

Jetzt wo ich ausgezogen bin (ich bin 19) telefonieren wir täglich. Ich soll sie anrufen wenn ich in meiner Wohnung angekommen bin (fahr am Wochenende immer nach Hause) und vorallem natürlich wenn ich abends/ nachts feiern bin. Wenn ich sage ich bin gegen zwölf zu Hause dann meld ich mich, ruft sie spätestens um viertel nach zwölf an und fragt, wo ich bin und warum ich mich nicht gemeldet habe.

das kommt mir sehr bekannt vor!! :)z

Wenn ich abends oder nachts mal weg bin geht meine Mutter nicht ins Bett,

Das auch. :)z :)z :)z

Irgendwann wurde mir das zuviel. Ich sagte meiner Mutter, dass mich ihre Sorge extrem belasten und einengen würde. Das hat sie eingesehen und fortan musste ich nicht mehr dauernd anrufen. :-)

Aber noch, als ich schon dreißig war, haben meine Eltern meiner Freundin und mir das Hotel bezahlt, weil wir sonst bei unserer einwöchigen Südfrankreich-Campingtour ja sicher von irgendwelchen Strolchen vergewaltigt worden wären! %-|

Ich habe mir dann angewöhnt, gerade extra nachts spazierenzugehen, wobei ich nicht der Party-Typ, sondern mehr der Waldwanderungs-Typ bin. So eine 30km-Vollmond-Johannisnachts-Waldwanderung ganz allein hat schon was. x:) Natürlich hatte ich anfangs schon ein bisschen Bammel; aber ich habe mir zwei Alter-Ego-Figuren aus meiner Traumwelt ganz dicht an die Oberfläche geholt – die Räuberin und den Drachen – und los gings. 8-) Allerdings ging das wirklich nur, weil ich diese starken, geradezu gewalttätigen Alter-Egos habe. Mit der rettungsbedürftigen Prinzessin im Gepäck hätte ich mich wahrscheinlich nicht nachts allein in den Wald getraut. ;-)

Aufgeschrieben habe ich übrigens meine Geschichten noch nicht. Irgednwie war mir das bisher immer unangenehm. Wenn ich mich in meiner Traumwelt befinde mag ich meine Geschichten. Wenn ich sie aber später aus der Realität betrachte finde ich sie meißtens ziemlich übertrieben und unrealistisch.

Dafür sind es ja Traumwelten. Menschen lieben übertriebene, unrealistische Geschichten. Was steht auf den Bestsellerlisten? "Mein uninteressantes Leben, Memoiren eines mittelmäßigen Studenten"? – Nein, "Harry Potter"! ;-D ;-D ;-D

NFele,Pelxe


Centifolia, dein Beitrag hat mir gerade sehr gut getan und du hast Recht, es gibt wirklich viele Parallelen zwischen uns :)_ Vieles von dem, das du geschrieben hast könnte ich genau so unterschrieben.

Mein Vater, der als typischer Mann eher distanziert ist und häufig im Umgang mit meiner Schwester und mir hilflos und überfordert wirkt. Gefühle zulassen? Bloß nicht, man muss sich ständig unter Kontrolle haben, alles andere ist ein Zeichen von Schwäche. Spontaneität? Fehlanzeige, alles wird genau geplant und organisiert. Jegliche Handlungen, die damit nicht konform gehen, führen zu großen Schwierigkeiten, schließlich muss der Plan dann ja wieder geändert werden.

Der letzte Bus zu mir nach Hause (in meinem neuen Wohnort) fährt um halb zwölf (muss ca. 6-7 Minten fahren), d.h. wenn ich mich bei Freunden treffe oder wir in der Stadt was trinken gehen bin ich nie nach viertel vor zwölf zu Hause. Meine Mutter ist jedes Mal entsetzt wie spät das doch ist, fragt immer wieder aufs Neue, ob ich meine, die Gegend sei sicher genug um als Frau um die Zeit noch nach Hause zu kommen und ob es nicht irgendwen gibt, der mich nach Hause bringen könnte.

Manchmal engt mich das unheimlich ein und insbesondere als ich noch zu Hause gewohnt hab, hat mich das von vielen Aktivitäten abgehalten, weil es mir einfach zu stressig und kompliziert war. Meine Freunde sagen auch immer, ich soll mich mehr von zu Hause loslösen. Einfach mal das tun, was ich will. Außerdem meinen sie, müssten meine Eltern ja nicht alles wissen, ich könnte ja auch mal bei wem schlafen, dann würden sie nicht mitbekommen, was ich mache. Aber das ist nicht so meine Art. Ich hab dann das Gefühl meine Eltern zu hintergehen und fühl mich schlecht dabei. Auch wenn ich sie bitten würde mir mehr Freiräume zu lassen, hätte ich ein schlechtes Gewiisen, weil ich weis, dass sich meine Mutter einfach nur Sorgen macht. Wenn ich abends nicht anrufe, wenn ich nach Hause komme, würde meine Mutter umkommen vor Sorge und prinzipiell kann ich das auch durchaus nachvollziehen. Meine Mutter ist selber überhaupt kein ängstlicher Typ und wenn es dem Hund mal nachts nicht gut geht, lässt sie ihn nicht in den Garten, sondern geht mit ihm ne halbe Stunde im Wald spazieren. Da bin ich auch jedes Mal froh, wenn sie wieder heil angekommen ist.

Trotzdem merke ich, wie mir das alleine wohnen richtig gut. Wenigstens schonmal ein kleiner Schritt Richtung Unabhängigkeit :)z Vielleicht sollte ich auch mal versuchen die rettungsbedürftige Prinzessin zu Hause zu lassen und meiner Traumwelt eine andere Richtung zu geben, aber leider ist es genau die rettungsbedürftige Prinzessin, die mir gut tut, bei der ich mich wohl fühle :-/ Diese Gefühl, es geht mir nicht gut und dann kommt jemand, der mich rettet und ich kann mich einfach nur fallen lassen und hab all das, was ich mir schon immer gewünscht habe. Ich befürchte, das ist doch ein ziemlicher Gegensatz zu deiner abenteuerlichen Traumwelt. ":/

C!ent"ifoxlia


alles wird genau geplant und organisiert. Jegliche Handlungen, die damit nicht konform gehen, führen zu großen Schwierigkeiten, schließlich muss der Plan dann ja wieder geändert werden.

Ein sehr typisches Erlebnis: Ich bin mit meinen Eltern sehr lange in Urlaub gefahren. Wir machten dann öfter Ausflüge, die von meinem Vater geplant wurden. Mich nervten diese fast minutiös geplanten Ausflüge ("In einer Viertelstunde müssen wir wieder beim Auto sein, sonst kommen wir nicht mehr rechtzeitig zu der Führung im XY-Schloss!") mit der Zeit immer mehr, und als meine künstlerische Neigung immer stärker wurde, hätte ich gern zwischendurch, wenn die Landschaft besonders schön war, mal angehalten und ein bisschen gezeichnet, aber das passte ja nicht in den Zeitplan. %-| – Irgendwann bin ich ausgerastet und hab mich über diese Scheißplanerei aufgeregt und warum man nicht einfach mal ins Blaue fahren und dort halten kann, wo es schön ist usw usf, war ein sehr emotionaler Ausbruch. Mein Vater betrachtete mich mit leicht glasigem Blick, dann, als ich zuende war, kurze Pause (man merkte förmlich,wie es in seinem Kopf ratterte), und dann sagte er: "Also gut, dann suchen wir jetzt ein Motiv!!" ARRRGH, kopfandiewandschlag. >:(

Mein erster alleiniger Urlaub (also ohne Eltern, Schule, Verein etc) war denn auch genauso, wie ich mir immer erträumt habe. Ich war 26, hatte erst seit zwei Monaten meinen Führerschein und mein erstes eigenes Auto, und fuhr damit zwei Wochen lang den Rhein hinunter, ganz allein. Übernachtet habe ich im Auto auf Campingplätzen (meine Eltern hatten komischerweise dagegen nichts, offenbar hielten sie ein Auto für einbruchssicherer als ein Zelt ;-) ), und angeschaut habe ich mir alles, was mir auf dem Weg Interessantes unterkam, wobei ich mich völlig spontan entschied. Das war der schönste Urlaub meines Lebens. x:)

Meine Freunde sagen auch immer, ich soll mich mehr von zu Hause loslösen. Einfach mal das tun, was ich will. Außerdem meinen sie, müssten meine Eltern ja nicht alles wissen, ich könnte ja auch mal bei wem schlafen, dann würden sie nicht mitbekommen, was ich mache. Aber das ist nicht so meine Art.

Ich hatte immer die Bedenken, wenn dann tatsächlich irgendwas passiert, dass ich dann vor meinen Eltern auch noch als Lügner dasteh... ":/ |-o

Auch wenn ich sie bitten würde mir mehr Freiräume zu lassen, hätte ich ein schlechtes Gewiisen, weil ich weis, dass sich meine Mutter einfach nur Sorgen macht. Wenn ich abends nicht anrufe, wenn ich nach Hause komme, würde meine Mutter umkommen vor Sorge und prinzipiell kann ich das auch durchaus nachvollziehen. Meine Mutter ist selber überhaupt kein ängstlicher Typ

Gibt es konkrete Gründe für die Überfürsorge deiner Mutter? Irgendwelche schlimmen Erfahrungen? Wie ist das Verhältnis deiner Mutter zu ihrer Mutter/ihren Eltern – auch überbehütet oder das Gegenteil? Möglicherweise könntest du da nachhaken und ihr klarmachen, dass sie sich ja auch irgendwann mal aus der elterlichen Fürsorge gelöst hat.

Trotzdem merke ich, wie mir das alleine wohnen richtig gut. Wenigstens schonmal ein kleiner Schritt Richtung Unabhängigkeit

Das glaube ich dir sofort. :)z :)^

Der Abnabelungsprozess von den Eltern ist für beide sehr schwierig: das Kind muss lernen, allein in der Welt zu bestehen, die Eltern müssen lernen, loszulassen. Das ist ein auf Gegenseitigkeit beruhender Prozess. (Übrigens, wenn die Eltern alt werden, kehrt sich dieses Fürsorge-Verhältnis zwischen Kindern und Eltern oft um, und DAS ist bei dominanten Eltern erst problematisch, da kannst du dich schon drauf "freuen" %:| )

Wie sieht es denn mit deinem Allein-in-der-Welt-bestehen aus? Wie verhältst du dich, wenn Schwierigkeiten auftauchen? Ich meine jetzt ganz praktische Sachen, wie kaputter Wasserhahn, Wohnung renovieren oder so was. Gerade bei Sachen, die du noch nie gemacht hast: was für ein Gefühl hast du dann: eher "O Hilfe :-o , das kann ich nicht, mal schauen, ob mir XYZ helfen kann" oder eher "Hm, hab ich zwar noch nie gemacht ":/ , aber mal schauen...das pack ich schon irgendwie"? Wieviel rettungsbedürftige Prinzessin steckt in der realen NelePele? :-/

Vielleicht brauchen deine Eltern Beweise deiner Selbstständigkeit. Lade sie mal ein, bekoch sie, zeig ihnen das tolle Regal, das du konstruiert hast (oder was auch immer in der Art), organisiere einen tollen Ausflug...lauter solche Sachen. Eltern wollen sicher sein, dass die Kinder fliegen können, bevor sie sie aus dem Nest lassen, denn wenn das Kind abstürzt, werden die Eltern sich selbst die Schuld geben, weil sie es (ihrer Meinung nach) zu früh losgelassen haben.

N<eleCPelBe


Hey Centifolia,

ich wollt mich nur kurz für deine ausführliche Antwort bedanken @:) Ich bin übers Wochenende nach Hause zu meiner Familie gefahren und bleibe noch bis Mittwoch, deswegen kann ich dir leider im Moment nicht antworten. Werde mich aber am Mittwoch wieder melden :)z

LG

L=ewixan


NelePele

Ich hab dann das Gefühl meine Eltern zu hintergehen und fühl mich schlecht dabei. Auch wenn ich sie bitten würde mir mehr Freiräume zu lassen, hätte ich ein schlechtes Gewiisen, weil ich weis, dass sich meine Mutter einfach nur Sorgen macht.

Das ist verstaendlich, zumal sich deine Eltern anscheinend auch so verhalten, dass du ein schlechtes Gewisse bekommst. Ich denke, es wuerde dir aber mal gut tun, dieses schlechte Gewissen ein bisschen zu hinterfragen. Der Mensch laesst sich zu leicht von der eigenen Psyche unterbuttern und ist dadurch manipulierbar. Du koenntest auch mal Sachen ausprobieren, die dir ein schlechtes Gewissen machen, wenn du sie durchdacht hast und rational nicht schlimm, schlecht oder irgendwie unethisch findest, und dir dann sozusagen als Aufgabe selber stellen, das schlechte Gewissen auszuhalten, anzugucken und zu sehen, ob es sich vielleicht bewegt. Dann siehst du ja, ob du dich in diese Richtung bewegen kannst.

Ich denke nicht, dass du das schlechte Gewissen ignorieren sollst, aber du solltest aufpassen, dass du dich nicht davon kleinkriegen laesst. Man kann sich aus sowas befreien und auch die eigenen Gefuehle dazu bringen, sich ein bisschen zu veraendern.

NvelePVele


So, da bin ich wieder und kann endlich wieder ungestört schreiben ;-)

Vielen Dank nochmal für eure Beiträge Centifolia und Lewian @:) ich versuch mal alle eure Fragen zu beantworten.

Gibt es konkrete Gründe für die Überfürsorge deiner Mutter? Irgendwelche schlimmen Erfahrungen? Wie ist das Verhältnis deiner Mutter zu ihrer Mutter/ihren Eltern – auch überbehütet oder das Gegenteil? Möglicherweise könntest du da nachhaken und ihr klarmachen, dass sie sich ja auch irgendwann mal aus der elterlichen Fürsorge gelöst hat.

Also soweit ich weis, gibt es keine konkreten Gründe für die Überfürsorge meiner Mutter, allerdings kann es natürlich auch sein, dass sie mir einfach nichts davon erzählt hat.

Das Verhältnis meiner Mutter zu ihren Eltern war eigentlich ganz gut, es gab wohl häufiger Konflikte, weil sie relativ unterschiedliche Ansichten hatten in Hinblick auf Ordnung, Haushaltsführung etc. (meine Mutter ist ein sehr ordentlicher Mensch), aber von größeren Problemen weis ich nichts. Überbehütet ist meine Mutter allerdings nicht aufgewachsen, wenn sie abends nach Hause gekommen ist, haben ihr Eltern das in der Regel gar nicht mehr mitbekommen und allgemein hat sie eher früh Dinge selbstständig erledigt, was aber nicht heißt, dass sich meine Großeltern nicht gut um sie gekümmert hätten.

Wie sieht es denn mit deinem Allein-in-der-Welt-bestehen aus? Wie verhältst du dich, wenn Schwierigkeiten auftauchen? Ich meine jetzt ganz praktische Sachen, wie kaputter Wasserhahn, Wohnung renovieren oder so was. Gerade bei Sachen, die du noch nie gemacht hast: was für ein Gefühl hast du dann: eher "O Hilfe :-o , das kann ich nicht, mal schauen, ob mir XYZ helfen kann" oder eher "Hm, hab ich zwar noch nie gemacht , aber mal schauen...das pack ich schon irgendwie"? Wieviel rettungsbedürftige Prinzessin steckt in der realen NelePele? :-/

Also wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht grade viel für mein Alter bzw. habe ich viele Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind noch nie/ sehr selten gemacht, was natürlich an der extremen Überbehütung/Verwöhnung liegt. Wenn ich nachmittags von der Schule nach Hause gekommen bin, hat meine Mutter immer schon für mich gekocht und das Essen stand fertig auf dem Tisch. Wäsche waschen musste ich in der Regel auch nicht und allgemein haben mir meine Eltern sehr viel an Aufgaben abgenommen. Von daher muss ich schon zu geben, dass vieles für mich wo ich jetzt alleine wohne Neuland ist und doch einige Unsicherheiten und Schwierigkeiten auftreten. Meine Einstellung diesbezüglich ist aber auf keinen Fall: "Hilfe, was mach ich jetzt?!", sondern eher "Hmmm, mal schauen, wie das funktioniert". Auch Probleme die in meiner Wohnung auftauchen (und da gab es einige ;-D ) habe ich alle eigenständig gelöst. Angefangen beim Strom- und Gasversorger mit dem es einige Differenzen gab, bis hin zum Fernseher, für den letztlich der Kundernservice rauskommen und mir einen neuen Anschluss legen musste. Meine Mutter ist da natürlich das absolute Gegenteil und traut mir überhaupt nichts zu. Als ich zum ersten Mal für mich alleine gekocht habe, war ihre Reaktion: "Was du hast gekocht ??? Warum warst du nicht in der Mensa essen, du kannst doch gar nicht kochen. Was hast du denn gekocht, wenigstens was Vernünftiges?" Im Allgemeinen würde sie natürlich schon gerne eingreifen wollen, aber das ist aufgrund der Entfernung (ca. 1h) schwierig.

Tja, Beweise für meine Selbstständigkeit zu liefern ist leider auch nicht gerade einfach und geht leider nur, in dem sie sieht, dass ich im Alltag überlebe, weil es meiner Mutter ziemlich schwer fällt Dinge anzunehmen. Wenn ich sie jetzt zum Abendessen einladen würde, wäre die Antwort: "Ach, mach dich nicht lächerlich, du kannst doch gar nicht kochen. Außerdem ist das doch viel zu viel Aufwand für dich." Das war auch schon früher so, wenn sie mal geklagt hat, meine Schwester und ich würden nicht genug im Haushalt mithelfen. Wenn wir dann unsere Hilfe angeboten haben kam immer: "Das eine Mal bringt mir jetzt auch nichts, außerdem kannst du eh nicht waschen"

Das ist verstaendlich, zumal sich deine Eltern anscheinend auch so verhalten, dass du ein schlechtes Gewisse bekommst.

Ich denke nicht, dass du das schlechte Gewissen ignorieren sollst, aber du solltest aufpassen, dass du dich nicht davon kleinkriegen laesst. Man kann sich aus sowas befreien und auch die eigenen Gefuehle dazu bringen, sich ein bisschen zu veraendern.

Im Grunde hast du sicherlich Recht Lewian, aber irgendwie fällt es mir verdammt schwer, einfach mal darünber hinweg zu sehen und nur an mich zu denken. Ich hatte am Wochenende eine Diskussion mit meiner Mutter, vllt. schreib ich die einfach mal hier auf, gerade weil sie mich doch wieder ziemlich runtergezogen hat.

Ich bin Freitag am späten Nachmittag nach Hause gekommen, allerdings musste ich noch das Pferd meiner Freundin versorgen und hab deswegen nur kurz meine Sachen zu Hause abgestellt, mich etwas mit meinen Eltern unterhalten und bin dann gleich wieder weg. (War insgesammt ne knappe Stunde zu Hause). Das meine Eltern sowas nicht toll finden weis ich, stört mich aber nicht weiter, weil meine Freundin für den Tag niemanden hat, der sich um ihr Pferd kümmern könnte und ich in der Regel am Wochenende sonst nichts vorhabe, sodass ich den ganzen Samstag und Sonntag mit meiner Familie verbringen kann.

Als ich wieder gekommen bin, hab ich gemerkt, dass meine Mutter mir gegenüber ziemlich kurz angebunden war, d.h. es gab immer nur so "Ja", "Nein" oder "Hm" Antworten, bin da aber nicht weiter drauf eingegangen. Irgendwann meinte sie dann zu mir, seitdem ich ausgezogen sei, wäre ich komisch geworden. Ich war total verdutzt und hab gefragt inwiefern, aber sie meinte nur, ich sei halt komsich. Mehr nicht, für sie war das Gespräch beeendet, für mich aber nicht, weil mich das wirklich beschäftigt hat. Ich hab sie dann später nochmal drauf angesprochen und zusammengefasst hat sie folgendes gesagt: Du bist komisch geworden, hast dich extrem verändert, du warst immer das liebe brave Mädchen, bist abends nicht weggegangen und kippst jetzt ins absolute Gegenteil. Ständig bist du abends unterwegs, ich weis nicht wo du bist, du bist in ner fremden Stadt, kommst alleine nach Hause, bist so unvorsichtig, gehst nachts mit Fremden Leuten in deren Wohnung und schläfst mit Fremden Leuten in einem Bett. Du hast dich so verändert, bist ins gegenteilige negtative Extrem gerutscht und ich weis nicht warum.

Ich war doch leicht geschockt, weil die Darstellung von meiner Mutter so negativ und meiner Meinung nach auch nicht richtig war.

Ständig bist du abends unterwegs - ich war in der ersten Woche auf einem Konzert mit meinen Freunden (das war schon lange vorher geplant), in der zweiten Woche war ich auf der Semesteranfangsparty und in der dritten Woche war ich auf der Party von meinem Studiengang. In Woche vier war ich einmal abends bei einer Freundin (bin um elf mit dem Bus nach Hause gekommen) und in Woche fünf hab ich abends meine Wohnung gar nicht verlassen. Insgesamt war ich also drei Mal nachts weg und einmal abends.

ich weis nicht wo du bist - ich sage ihr immer wo ich hingehe und mit wem. Natürlich kann sie damit nicht allzu viel anfangen, weil sie die Stadt und die Leute nicht kennt.

kommst alleine nach Hause - ich komme nur alleine nach Hause, wenn ich noch einen Bus nehmen kann (also bis halb zwölf). Beim nächtlichen Weggehen Nummer 1 haben zwei Freudne bei mir geschlafen, bei Nummer zwei hat eine Freundin bei mir geschlafen und bei Nummer 3 hab ich bei einer Freundin geschlafen. Dieses "ich schlaf bei dir/du bei mir" hab ich extra organisiert, damit ich nicht alleine nachts zu Fuß nach Hause muss.

gehst nachts mit Fremden Leuten in deren Wohnung - Ich habe zu Beginn meines Studiums drei Mädchen kennen gelernt, mit denen ich sehr viel zusammen mache. Eine von denen, kennt jemanden (männlich) der auch hier studiert und natürlich auch einen Freundeskreis hat. In dieser Kombination waren wir zweimal zusammen abends feiern und beim zweiten Mal hat uns der Freund meiner Freundin gefragt, ob wir nicht Lust hätten noch zu ihm zu kommen (er wohnt nur 400 m weiter). Tja, das haben wir auch gemacht und hatten mit insgesammt vier Mädels und drei Typen noch eine nette Nacht.

schläfst mit Fremden Leuten in einem Bett - war in der gleichen Nacht wie die Situation davor. Ich hab anschließend bei meiner Freundin geschlafen und sie hatte mir vorher angeboten, dass ich auch bei ihr mit im Bett schlafen könnte, wenn mich das nicht stören würde (hätte sonst auf dem Boden schlafen müssen). Sie hat ein Doppelbett mit zwei getrennt Matratzen und hat das Bettt frisch bezogen. Hat mich nicht gestört, obwohl ich sie erst seit fünf Wochen kenne ;-D

Naja, das war so im wesentlichen die Diskussion und meine Argumente. Das Fazit meiner Muttter: Vllt. solltest du umziehen, du wohnst da so ungünstig, so weit außerhalb (ich brauch mit dem Fahrrad abends 7 Minuten zurück). Naja, ich wollte dir auf jeden Fall sagen, dass ich das nicht gut finde was du machst, aber verbieten kann ich dir das ja leider nicht.

Tja, das Ganze hat mich doch irgendwie wieder ziemlich zurückgeworfen und nachdenklich gemacht. Dewegen war es mir gerade ein Bedürfnis das alles mal aufzuschreiben.

Ich seh schon mein Text ist unglaublich lang geworden und jeder der sich da durchquält hat meinen absoluten Respekt @:)

MHisUs Dior' Cherie


Oh Mann Nele ;-D

Ich hab hier ja eigtl wegen der Traumwelt reingelesen (das kenn ich nämlich, ich bin auch so ein Vielträumer, ebenfalls nicht immer nette Geschichten ;-D ), aber jetzt muss ich doch noch mal was zu deinem Elternverhältnis schreiben.

Ich will nicht böse sein, aber:

Du bist doch keine 12 mehr!!

Ehrlich, ich bin richtiggehend geschockt.

Du hast dir schon deine ganze Teeniezeit "kaputt reden" lassen, jetzt bist du endlich dabei dich abzunabeln, telefonierst aber immer noch jeden Tag mit Mami und fährst jedes WE nach Hause?

Du solltest ganz schnell anfangen dein schlechtes Gewissen abzulegen, erwachsen zu werden und deine Ausflüge zu genießen, du hast nur diese eine Jugend!

Lass sie dir nicht madig machen.

Natürlich ist deine Mutter verwundert, warst du doch immer das liebe Mädchen dass alles macht wie sie das gerne hätte.

Du veränderst dich eben gerade (zum Positiven, und wie!) und das muss sie auch erst mal schlucken.

Sie kann froh sein dass du noch dermaßen viel Kontakt hälst, sie dich jedesmal anrufen kann wenn du nach Hause kommst (Gott, das schockt mich echt ;-D ) und du ihr alles erzählst.

Ich liebe meine Eltern auch über alles, aber ich hab nunmal mein eigenes Leben und so rufe ich eben nur alle paar Tage/einmal die Woche an.

Ist auch völlig ok, wir lieben uns trotzdem.

Aber wie lange willst du das noch mitmachen?

Wie lange willst du dich noch so extrem kontrollieren und steuern lassen?

Wenn meine Mutter anfangen würde zu meckern dass ich weg gehe, wann und wie ich nach Hause komme und ständig anruft um mich zu kontrollieren, da würd ich ihr aber eins husten :-D

Ich mein das wirklich nicht böse, aber meiner Meinung nach ist deine Traumwelt keine Überraschung, du hast ja kaum Luft zum Atmen.

Lerne deine eigenen Bedürfnisse durchzusetzten und sie nicht deiner Mutter unterzuordenen und leb dein eigenes Leben.

Dafür brauchst du keine Kontrollanrufe und keine Beobachtung, du wirst das alleine auch sehr gut schaffen ;-)

Wie gesagt, bitte sei nicht böse, aber das musste raus @:)

Gaaanz liebe Grüße für dich :)*

LRewiaxn


NelePele

Also mein Eindruck dieser Diskussion, so wie du sie schilderst, ist, dass deine Mutter dir massivst ein schlechtes Gewissen einredet wegen allem, was du selbststaendig tust. Und zu dem mit dem Kochen und der Mensa kann ich nur den Kopf schuetteln. Eigentlich stelle ich mir vor, dass Eltern Kinder zur Selbststaendigkeit ermutigen sollten, und dabei unterstuetzen, neue Sachen zu lernen, was auszuprobieren und selbststaendig zu werden.

Ich in normalerweise sehr vorsichtig damit, im Forum das Verhalten irgendwelcher Leute, die nicht selber hier sich verteidigen koennen, negativ zu bewerten, aber in diesem Fall mache ich mal eine seltene Ausnahme. Tu was du kannst, um dich davon zu befreien!! (Ist mir voellig klar, dass das nicht "einfach so mal eben" geht... :-/) Der Punkt ist nicht, dass du deine Mutter davon ueberzeugen solltest, dass sie Unrecht hat. Denn Recht haben ist nicht, worum es ihr geht, sondern es geht ihr aller Wahrscheinlichkeit nach darum, dich nicht loszulassen und freizugeben, weil sie dich (aus irgendwelchen psychologischen Gruenden) fuer sich zu brauchen meint. Gibt's oefter mal, dass Eltern ihre Kinder nicht freigeben wollen, z.B. weil sie dadurch befuerchten, ihren Lebensinhalt zu verlieren.

Da komme ich wieder auf deine Traumwelt zureuck... an sich habe ich wie gesagt dagegen nichts einzuwenden, aber die Gefahr ist, dass die Traumwelt dir hilft, zu uebersehen, was da in der realen Welt vor sich geht, und dass es da einen Handlungsbedarf fuer dich gibt, aus meiner Sicht.

Wobei das Gute ist, dass du alle Voraussetzungen hast: Du lebst entfernt von deinen Eltern, du baust dir einen unabhaengigen Freundeskreis auf, du machst dir Gedanken ueber dich und das Leben...

Viel Glueck! :)*

Nge4lePAele


@ Miss Dior Cherie und Lewian:

toll, dass ihr beide euch durch meinen Beitrag durchgekämpft habt :)=

@ Miss Dior Cherie

eigentlich sollte es hier auch um meine Traumwelt gehen und nicht um mein Abhängigkeitsverhältnis zu meinen Eltern ;-) In meinem Eingangspost hab ich lediglich versucht die Familiensituation anzudeuten, eben als eine mögliche Ursache der Traumwelt. Zu diesem Zeitpunkt war das Thema "Abhängigkeit" für mich auch gar nicht so brisant (sondern erst seit der Diskussion am letzten Wochenende). Nachdem dann immer häufiger der Aspekt der "Überbehütung" aufgegriffen wurde, hatte ich das Bedürfnis das näher zu erläutern.

Wegen deinem Beitrag bin ich dir doch nicht böse, ich glaube du hast damit sogar ziemlich Recht @:) All das was du schreibst, klingt für mich absolut plausibel und wahrscheinlich würde ich jedem anderen, der mir sein Verhältnis zu seinen Eltern als derartige Abhängigkeit beschreibt genau das gleiche raten, wie du mir gerade. Das Problem ist nur, dass ich die Situation nicht neutral als Außenstehender betrachten kann, sondern eben persönlich betroffen bin. Ich habe jetzt 19 Jahre so gelebt und häufig habe ich das gar nicht als negativ, sondern eher positiv empfunden. Familienleben spielt bei uns eine große Rolle, gemeinsame Unternehmungen, ebenso wie das gemeinsame Mittagessen, das gleichzeitig zum allgemeinen Austausch dient. Bis zur Tennie-Zeit war für mich die Welt absolut in Ordnung, aber ich glaube, das Problem liegt darin, dass sich auch ab da nichts verändert hat. Weder meine Schwester, noch ich selbst waren jemals diese typischen pubertierenden Teenager, die Grenzen ausgetestet und gegen bestehende Regeln rebelliert haben. Und obwohl ich nun, einige Jahre später die besten Vorraussetzungen dafür habe, fällt es mir einfach verdammt schwer mich davon loszulösen. Weist du, ich will meine Mutter nicht in Schutz nehmen, rein objektiv betrachtet seh ich durchaus, dass da was schief läuft, aber ich kann es meiner Mutter nichts so recht verübeln, weil ich eins mit Sicherheit weis: sie meint es nicht böse und macht sich einfach nur Sorgen.

Ich weis nicht, wie ich es für Außenstehende am besten erklären soll, aber es ist so, dass ich weis, hier läuft etwas anders als es eigentlich sollte, aber in gewisser Weise ist es so ok für mich. Als ich noch zu Hause gewohnt habe, habe ich mich immer gefragt: Ist das für mich wichtig? Lohnt es sich dafür zu kämpfen? Wenn ja, dann hab ich das auch getan (z.B. für mein Hobby), aber wenn es für mich von nicht so großer Bedeutug war, dann hab ich es halt gelassen.

@ Lewian

dass deine Mutter dir massivst ein schlechtes Gewissen einredet wegen allem, was du selbststaendig tust.

Weist du was das Verrückte daran ist? Zwischendurch ist es genau das, was sie an meiner Schwester und mir massiv kritisiert, wir seien nicht selbstständig genug (oder wie mein Vater jetzt sagen würde: Nicht lebensfähig ;-D )

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir uns alle im Kreis drehen. Ich wünsche mir mehr Unabhängigkeit, trau mich aber nicht den entscheidenen Schritt zu gehen, weil ich weis, dass es dann richtig knallt und ich es mir im Moment nicht vorstellen kann, eine vollständige Trennung zu vollziehen. Meine Mutter hat sich zur Aufgabe gemacht alle zu umsorgen (sie zeigt dieses Verhalten nicht nur bei meiner Schwester und mir, sondern auch bei meinem Vater und anderen Personen aus ihrem Umfeld). Die ganze Zeit macht und tut sie irgendwas für uns, wünscht sich aber letztlich einfach nur zwei erwachsene Töchter, auf die sie stolz sein kann. Und irgendiwe schaff ich es grad auch nicht mich daraus zu befreien (weil es mich - bis auf das abendliche Weggehen - nicht stört, ich hab jetzt meinen eigenen Haushalt und dadurch einiges an Freiheiten gewonnen). Das Kuriose ist vllt. auch: Meine Mutter kommt hier gerade sehr schlecht und negativ rüber (das war eigentlich von mit gar nicht so gewollt und das ist sicherlich auch ein sehr (negatives) einseitiges Bild, da gibt es durchaus auch die positive Gegenseite ;-) ), aber sie hat mir noch nie irgendetwas verboten. In der Regel läuft es immer so ab wie in der Diskussion am Wochenende. Sie sagt, dass sie etwas nicht in Ordnung findet und betont gleichzeitig auch, es sei ganz allein meine Entscheidung. Letztlich ist es erst mein Gewissen, das mich dann davon abhält bestimmte Dinge zu tun (Jeder andere würde wahrscheinlich einfach sagen, gut ich machs trotzdem).

Nochmal vielen Dank für eure Antworten. Ich wünsch euch noch eine gute Nacht und gehe jetzt auch schlafen. Muss morgen früh raus *:)

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