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chronische Depression - lange Geschichte

S?chutmi[nhKo69 hat die Diskussion gestartet


hallo,

war bisher immer nur fleissiger Mitleser in diversen Foren zum Thema. Hab mich aber nun entschlossen doch mal aktiv zum Thema mitzuwirken.

Bin seit ca. 10 Jahren wegen Depressionen in Behandlung, aktuelle Diagnose ist chronische Depression mit sozialer Phopie, Bornout. Hatte aber auch schon vor 2001 diese Probleme, hab damals aber einfach nicht geschnallt, was mit mir los ist.

Von den 10 Jahren hab ich bestimmt 9,5 Jahre Antidepressiva genommen, bestimmt 7-8 verschiedene, jedoch hat mir bis auf Trevilor oder dem Nachfolgepräparat Venlafaxin keines wirklich geholfen. Nehm momentan 225 mg Venlafaxin am Tag. Problem ist jedoch, dass sie mir zwar die Angszustände nehmen, aber mich irgendwie nur so über Wasser halten. Von Lebensfreude meistens keine Spur. Auch habe ich den Eindruck sie nehmen mir die negativen wie positiven Emotionen weg. Werd ab nächste Woche ein neues AD ausprobieren, Paroxetin, beginnend mit 50 mg/Tag.

Bin seit 25 Jahren als Beamter im öffentlichen Dienst bei einer Kommune beschäftigt, ohne große Krankheitszeiten bis zu meinem Bornout im Juli 2010. War dann bis April dieses Jahres krank geschrieben und hatte eine Wiedereingliederung bis von sechs Wochen. Hab danach noch drei Monate Vollzeit gearbeitet, bis es mir wieder extrem schlecht ging. Seit August bin ich wieder krankgeschrieben.. Ursache für den Burnout war woh die extreme Anstrengung die es mit sich brachte, mit Depressionen und AD's im Job zu funktionieren und nur nicht in die gute alte Schublade "psychisch nicht belastbar" gesteckt zu werden. Hatte echt einen anspruchsvollen Job mit Superkollegen und nem guten Chef, die mich auch nach meiner Krankheitsauszeit wieder super aufgenommen haben. Also liegts wohl nicht an der Arbeit, obwohls dort zeitweise recht stressig war, sondern an meiner Gesundheit, die einfach nicht mitspielt.

Musste meine ganze Energie ins funktionieren im Job stecken, Beziehung und Freizeit haben darunter natürlich leiden müssen, da ich nach der Arbeit einfach fix und fertig war. Zum Glück halten ich und meine Frau zusammen, ist verdammt viel wert.

Mir hat auch nie ein Kollegen was angemerkt, waren alle ganz überrascht. Bin mit dem Thema nach meinem Wiedereinstieg auch ganz offen umgegangen. Sind ja viele betroffen, die es wie ich jahrelang nicht wahrhaben wollen, bzw. überspielen.

Seit gut einem Jahr mach ich noch ne ambulante Psychotherapie bei einem sehr guten Therapeuten. Der hat immerhin zusammen mit mir geschafft, dass ich mein schlechtes Gewissen wegen der Belastung meiner Frau, wegen meinen Arbeitskollegen oder auch wegen meinem "Versagen" ablegen konnte. Irgendwie verliert man nach so langer Zeit auch die Hoffnung, man könnte je wieder richtig gesund werden, bzw. man fragt sich, ob man es jemals war? Bin wohl auch erblich belastet, Vater, Mutter haben auch Probleme mit Depressionen, meine Oma hat sich vor 30 Jahren deswegen das Leben genommen. Hab aber zum Glück selber keine Suizidgedanken.

Hab mittlerweile auch einen GdB von 40, die Sache ist aber noch an laufen und ich hoffe noch auf die 50.

Erschwerend hinzu kam auch noch ein jahrelanges Kiffen, anfangs intensiv mit Bongs, später nur noch Joints. Seit einem Jahr bin ich "clean", war nicht einfach geht aber mit sehr viel Disziplin. Ist auch ne mögliche Ursache für die Depression, kann man aber nicht genau sagen. Mit Alkohol hab ich zum Glück nicht viel am Hut, nur ab und an mal Bier.

Demnächst muss ich zum Amtsarzt wegen eventueller dauernder Dienstunfähigkeit, sprich vorläufige Pensonierung mit 42...

Da wird wahrscheinlich auch das Thema Kur auf den Tisch kommen, hab mich auch schon über eine teilstationäre Kur informiert, wär mir lieber, da ich dann wenigstens Abends und am Wochenende in der gewohnten Umgebung bin.

Okay, das war erstmal die Story, über Rückmeldungen, Meinungen evtl. zu Kur, Tagesklinik würd ich mich sehr freuen.

Grüße

Thomas

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