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Ich bin so mißgünstig

ngiemandKslaxnd hat die Diskussion gestartet


Ja, der Titel spricht für sich... Das ist ein goßes Problem von mir. Ich schäme mich dafür richtig, aber weiß nicht so recht, wie ich es ändern soll. Vielleicht habt ihr ja ein paar Ideen.

Immer beneide ich andere um ihr Glück, empfinde meine Situation als deutlich schlechter und fühle mich dann schlecht, gönne den anderen ihr Glück/Erfolg nicht. Allerdings tritt dieser Neid/Mißgunst nur bei Freunden zutage, Menschen, die mir wichtig sind :-o Dabei will ich doch, dass es ihnen gut geht, dass sie glücklich sind. Aber ich kann dann nur an mich denken und wie schlecht es mir im Vergleich zu ihnen geht. Es ist zwar jetzt nicht so, dass ich diese Gedanken ihnen gegenüber ausspreche, aber vermutlich spricht meine Reaktion dann Bände :=o Das Glück der anderen zieht mich in dem Moment dann so runter, dass ich schlecht gelaunt werde, zickig und mein pessimistisches Weltbild in aller Tiefe und Breite erörtere, sofern ich überhaupt noch etwas sage. Manchmal ziehe ich mich dann zurück und distanziere mich von diesen Freunden für eine Zeitlang...

Mir ist klar, dass diese Gefühle nur entstehen können, weil ich selbst gerade unglücklich/unzufrieden bin. aber durch vorgelebtes Glück werden meine Gefühle noch verstärkt und mir geht es noch schlechter. Da wünsch ich mir dann eben, dass es den anderen genauso schlecht ginge und wir dann zusammen über die Welt schimpfen könnten.

Das ist doch völlig verquer. Ich komm mir dann vor wie ein bockiger Teenie, dabei bin ich eigentlich längst erwachsen :=o . Und ich will das nicht, kann aber irgendwie nicht aus meiner Haut. Und irgenwann werd ich all meine freunde vergrault haben, dabei sind das doch immer Momente, wo die am meisten brauche :°(

Antworten
Seiervaf Angelixna


Immer beneide ich andere um ihr Glück, empfinde meine Situation als deutlich schlechter und fühle mich dann schlecht, gönne den anderen ihr Glück/Erfolg nicht. Allerdings tritt dieser Neid/Mißgunst nur bei Freunden zutage, Menschen, die mir wichtig sind Dabei will ich doch, dass es ihnen gut geht, dass sie glücklich sind.

Das ist ja eigentlich ein Widerspruch in sich.

Ist es nicht eher so, dass Du es ihnen eigentlich schon gönnst, es Dich einfach aber traurig macht, wenn Du nicht auch dasselbe Glück hast?

Das man dann in der Situation auch mal nicht gut mit ansehen kann, wie glücklich jemand ist wenn man selbst gerade unglücklich ist.... das halte ich für menschlich und normal. Aber für mich klingt das noch nicht nach echter "Missgunst"...

Aber ich kann dann nur an mich denken und wie schlecht es mir im Vergleich zu ihnen geht. Es ist zwar jetzt nicht so, dass ich diese Gedanken ihnen gegenüber ausspreche, aber vermutlich spricht meine Reaktion dann Bände Das Glück der anderen zieht mich in dem Moment dann so runter, dass ich schlecht gelaunt werde, zickig und mein pessimistisches Weltbild in aller Tiefe und Breite erörtere, sofern ich überhaupt noch etwas sage. Manchmal ziehe ich mich dann zurück und distanziere mich von diesen Freunden für eine Zeitlang...

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Und das isoliert Dich dann natürlich... Dass Du Dich zurückziehst hat aber wahrscheinlich doch eher den Grund, dass Dich der Kontakt traurig macht... oder? Ich finde das verständlich, wenn auch fatal....

Aber nochmal: Wenn man selbst ständig das Gefühl hat, zu kurz zu kommen ist es logisch, dass es einen einfach traurig macht. Oder eher, das man ambivalente Gefühle entwickelt – so, dass man den Freunden das Glück gönnt, aber gleichzeitig kann man es nicht mit ansehen weil es einen so derartig traurig für einen selbst macht...

Echte Freunde verstehen diese Traurigkeit auch, wenn Du das erklärst. Ich jedenfalls würde das verstehen. Aber ich würde nicht sagen, dass das Missgunst ist.

Mir ist klar, dass diese Gefühle nur entstehen können, weil ich selbst gerade unglücklich/unzufrieden bin. aber durch vorgelebtes Glück werden meine Gefühle noch verstärkt und mir geht es noch schlechter. Da wünsch ich mir dann eben, dass es den anderen genauso schlecht ginge und wir dann zusammen über die Welt schimpfen könnten.

Ich selbst kenne beide Seiten. Ich war lange unfreiwillig kinderlos, habe im Verwandten- und Bekanntenkreis immer viele Menschen mit Kindern gehabt. Und das hat manchmal enorm wehgetan....

Dann bin ich selbst wie durch ein Wunder schwanger geworden – und meine beste Freundin konnte damit überhaupt nicht umgehen, weil wir vorher eben gemeinsam unfreiwillig kinderlos gewesen waren... Es hat gut vier Jahre gedauert bis wir wieder richtig engen Kontakt entwickeln konnten.

Richtige Freunde verstehen das.

Das ist doch völlig verquer. Ich komm mir dann vor wie ein bockiger Teenie, dabei bin ich eigentlich längst erwachsen . Und ich will das nicht, kann aber irgendwie nicht aus meiner Haut. Und irgenwann werd ich all meine freunde vergrault haben, dabei sind das doch immer Momente, wo die am meisten brauche

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Wenn es so extrem ist, hilft Dir vielleicht eine Therapie.

Gerade weil es bei Dir ja dabei nicht unbedingt um bestimmte Themen geht.

Manchmal hilft es auch, sich ganz bewusst vor Augen zu führen was bei den anderen mal nicht so glücklich läuft. Mir geht es auch so, dass ich – alleinerziehend wie ich bin – manchmal schon aggressiv-traurig darauf reagiere, wenn ich sehe, wie viel einfacher das Leben einer Mutter sein kann, die noch einen Mann an der Seite hat.

Anderererseits sieht man meistens, wenn man jemanden beneidet, dann doch nur Fassetten dessen Lebens. Das hilft mir persönlich doch sehr – auch zu sehen, was dann eben bei anderen mal schief läuft. Das es niemand immer gut hat, auch wenn es vielleicht erstmal so wirkt.

Beispiel: Eine Verwandte von mir hat Mann und drei Kinder, ein eigenes Haus – finanziell ausgesorgt usw, kann sich ganz den Kindern widmen, das machen was sie will usw. und sie lieben sich sehr. Das ist genau mein Lebenstraum gewesen...

Aber dann bekomme ich auch mit, wie anstrengend deren Leben ist, dass sie sich immer absprechen muss in jeder kleinen Erziehungsentscheidung – etwas, was ich alles alleine machen darf und muss.... Und auch die Sehnsucht nach einem liebenden Partner – ich habe keinen, das fehlt manchmal sehr. Und dennoch – dafür habe ich auch keinen Alltagsstress mit Partner. Denn meistens sieht man mit neidischen Augen ja nur das, was gut läuft. Gerade in Hinsicht auf Partnerschaft habe ich oft beobachtet, dass ich als ich noch in meiner langjährigen und leider meistens sehr unglücklichen Beziehung dann oft von anderen beneidet wurde, ohne dass die überhaupt hinterfragt haben.

Beispiel: Meine Schwester (schon über 50) hatte noch nie eine längere Beziehung im Sinne von richtigem Alltag-Teilen. Und so meinte sie dann mal, als ich zu meinem Partner nachhause gefahren bin, richtig eifersüchtig "Ja, das hätte ich auch gerne mal – wenn ich dann schlecht gelaunt und gestresst von der Arbeit nachhause komme, und dann empfängt mich jemand mit einer Umarmung und tröstet mich" – da konnte ich auch nur ganz trocken sagen: "Ja, und dann hat der andere auch noch einen schlechten Arbeitstag gehabt und ihr streitet Euch auch noch"

Was ich damit sagen möchte? – Missgunst bzw Neid lassen einen blind dafür werden, was die anderen für Probleme haben. Einfach weil nicht alles Gold ist was glänzt, selbst wenn es erstmal so aussehen mag.

Auch wenn es immer andere geben wird, denen es besser geht als einem selbst – es hilft doch, sich bewusst zu machen, dass alle Menschen ihre Probleme haben.

Aber auch ich habe meine gehässigen Gedanken – ganz klar. Gerade weil ich eben alleinerziehend bin und der Vater meines Sohnes einfach kein Vater für sein Kind ist... Und dann tut es schon weh, wenn man mitbekommt, wie selbstverständlich es für andere Familien ist, dass da eben der Papa ist... Das tut weh und lässt einen schon mal aggressiv werden (wenn auch nicht handeln) wenn man mitbekommt, dass sich dann andere Mamas darüber aufregen, dass der Papa lieber mit dem Kind spielt als aufzuräumen....

LG

Angelina

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