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Diagnose Burnout: Wie gehe ich damit um?

Z^oe8D88 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

nachdem ich vor 3 Tagen einen völligen geistigen und körperlichen Zusammenbruch hatte hat der Arzt Burnout festgestellt. Erst war es ein Schock für mich, aber im Nachhinein hat mich das nicht gewundert. Ich glaube ich habe unbewusst schon länger bemerkt was los ist und wollte es wohl einfach nicht wahr haben. Es kam halt immer mehr zusammen in den letzten Monaten und irgendwann musste ich einfach unfreiwillig kapitulieren.

Nun bin ich erst mal eine Woche krank geschreiben, muss dann nochmal zum Arzt und dann schauen wir weiter.

Meine Frage an euch:

Ist jemand auch in dieser Situation, sitzt zu Hause und kann mit sich selbst nichts anfangen, bzw. sitzt dran, starrt Löcher in die Luft und kann sich nicht mehr losreißen? Hat keine Lust mehr mit anderen Menschen zu kommunizieren, auch mit dem Partner nicht?

Der Arzt hat mir geraten Dinge zu tun, die mir gut tun und ich solle auf jeden Fall aufhören mir Gedanken zu machen und nachzugrübeln.... Aber ich kann einfach nicht aufhören!!! Sobald ich wieder alleine bin drehen sich die Gedanken im Kreis, Gedanken völliger Leere, wie es weitergehen könnte, ich fühle mich jetzt mindestens genauso aus meinem Leben rausgerissen wie vor der Diagnose und der Krankschreibung.

Ist es gut sich in der ersten Phase der Erholung Gedanken zu machen wie es weitergehen kann? Sollte ich abschalten?

Ich fühle mich gerade ein wenig hilflos in dieser Situation. Was habt ihr getan oder was tut ihr aktuell noch dagegen?

Ist es hilfreich mir unabhängig von der weiteren Diagnose meines Arztes einen Psychologen zu suchen? Wird das sowieso ein notweniger nächster Schritt sein?

Ich werde definitiv durchatmen, weitermachen und kämpfen, aber ich weiß noch nicht ganz wie!

Ich würde mich freuen von euren Erfahrungen zu lesen!

Zoe

PS: bitte nicht böse sein wenn ich nicht sofort antworte!

Antworten
Wiei'denfxee


So ging es mir auch.... Es war keine schöne, keine leichte Zeit und hätte ich abschalten können, ich wäre froh drum gewesen ;-)

Ich habe schon viel darüber nachgedacht, wie es weiter gehen soll – wirklich abschalten war einfach nicht möglich bzw. nur ganz selten. Ich bin viel schwimmen gegangen, weil mir die Bewegung gut getan hat und ich dabei meine Gedanken Kreisen lassen konnte. Danach ging es mir meist erstmal wieder etwas besser :-D

Ich muss gestehen, dass mit mir in der Zeit wenig anzufangen war... Und da ich meine Freunde nicht permanent belasten wollte – und selbst auch keine Kraft dazu hatte – bin ich meist nicht mit weggegangen. Dennoch hat es mir sehr geholfen mit ihnen über die Situation zu reden – bei einem Kaffee oder einem guten Essen. Von dort bekam ich viel unterstützung.

Um wirklich abschalten zu können, hat mir eigentlich nur das Tanzen geholfen.... Ich tanze Jazz und die Bewegung und die Tatsachte, dass ich mich auf die Schritte konzentrieren musste, hat böse Gedanken gar nicht zugelassen. :)^

Für mich stand definitiv fest, dass ich an meiner beruflichen Situation etwas ändern muss – was dann über einen Abteilungswechsel (zurück in mein altes arbeitsfeld) geschehen ist.

Ich Wünsche dir von Herzen alles Gute und wünsche dir, dass du bald deinen Weg findest um aus dem Gamzen wieder rauszukommen @:)

Z2oe8x88


Hallo Weidenfee!

Danke für deine Antwort.

Ja das mit dem Schwimmen habe ich schon von mehreren Seiten gehört... Steht auch schon für kommende Woche auf dem Plan. :-) Da ich auch leidenschaftlich Badminton spiele werde ich nächste Woche versuchen alles aus mir "rauszuschlagen"...

Ich fühl mich halt gerade in einem hässlichen Kreislauf gefangen voll von Gedanken und Emotionen die ich einfach nicht kontrollieren kann. Viel schlafen und viel essen kann ich leider auch nicht. Habe von Arzt ein Mikronährstoffpräparat bekommen, damit wenigstens die Gesundheit halbwegs erhalten bleibt.

Ich hab auch bemerkt wie ich mich die letzten Wochen permanent von Tag zu Tag immer mehr aus meinem Freundeskreis und auch von meinem Partner zurückgezogen habe. Aber wenn man begreift wie weit das ales schon fortgeschritten ist, ist es dann meistens auch schon viel zu spät.

Was bei der Arbeit geändert werden muss ist mir auch schon klar, die Umsetzung wird zwar nicht von heute auf morgen funktionieren, aber ich habe Gott sei Dank ein sehr sehr gutes freundschaftliches Verhältnis zu meinem Chef, der mit auch mit Rat und Tat zur Seite steht, auch jetzt wo ich krank geschrieben bin. Daher hoffe ich, dass ich auch recht bald wieder arbeiten gehen darf, da meine Kollegen für mich meine Familie sind und ich sie sehr vermisse.

Ja und wenn die ständigen Gedanken aufhören würden ständig zu kreisen wäre ich auch super dankbar... Das ist glaube ich auch der Punkt der mich am meisten nach unten zieht. Ich hab heute morgen einfach angefangen zu weinen, weil einfach grad alles scheiße ist und alle Bezugspersonen mit denen ich sprechen kann heute nicht da sind und nicht erreichbar sind. Von daher bin ich heute das erste mal komplett auf mich alleine gestellt. Ich werde jetzt wahrscheinlich einen Kaffee trinken gehen und dann spazieren. Vielleicht hilft das ein wenig mich abzulenken und einfach frischen kühle sonnige Luft schnuppern... :)D

Ich möchte doch einfach nur wieder so bald als möglich auf die Beine kommen und mein bisheriges Leben mit leichten Veränderungen und neuen Ideen weiterleben.

Wie lange und wie schwer war dein Burnout und wie lange ist das her?

Zoe @:)

l7ess-/of-aK-clxue


Ich möchte doch einfach nur wieder so bald als möglich auf die Beine kommen und mein bisheriges Leben mit leichten Veränderungen und neuen Ideen weiterleben.

Und genau dies, nämlich leichte Veränderungen, werden in vielen Fällen nicht ausreichen um dauerhaft den nächsten Burnout zu vermeiden. Denk mal drüber nach...

ZCoe8o88


Hallo less-of-a-clue,

Danke auch für deine Antwort. Das kann sein. Ich bin im Moment einfach noch viel zu überfordert und weiß eben nicht wie es weitergehen kann und soll. Deswegen habe ich mir ja auch schon unabhängig vom Arzt überlegt einen Therapeuten aufzusuchen. Und der Gedanke hat sich heute extrem gefestigt... Ich habe Angst und einen gewissen Respekt davor was sich alles verändern wird und soll.

g-axto


Der Arzt hat mir geraten Dinge zu tun, die mir gut tun und ich solle auf jeden Fall aufhören mir Gedanken zu machen und nachzugrübeln

Ich bin viel schwimmen gegangen, weil mir die Bewegung gut getan hat und ich dabei meine Gedanken Kreisen lassen konnte.

Um wirklich abschalten zu können, hat mir eigentlich nur das Tanzen geholfen.... Ich tanze Jazz und die Bewegung und die Tatsachte, dass ich mich auf die Schritte konzentrieren musste, hat böse Gedanken gar nicht zugelassen.

Der Grundgedanke dabei ist ganz simple: Ablenkung. Weg von der Grübelei und auf andere Gedanken kommen. Was dabei wirklich funktioniert ist individuell. @:)

l\ess-oCf-a-xclue


Ich bin im Moment einfach noch viel zu überfordert und weiß eben nicht wie es weitergehen kann und soll. ... Ich habe Angst und einen gewissen Respekt davor was sich alles verändern wird und soll.

Das kann ich gut verstehen. Aber deswegen sind Burnouts eben auch vielfach längere "Geschichten". Man hat sich diesen ja vielfach schon über Jahre herangezüchtet. Also braucht es oft einige Wochen Kopfkino um zumindest ansatzweise runterzukommen (Ablenkung, Ablenkung, Ablenkung!), danach einige Zeit um sich klar zu werden was man wie ändern will und dann nochmal eine Zeit um diese neuen Verhaltensweisen im geschützten Raum und nicht auf Arbeit zu üben. Erst dann würde ich persönlich wieder an eine Rückkehr ins Arbeitsleben denken.

Also nochmals: Die Verwirrtheit und die Überforderung sind normal. Ganz normal. Dein Körper zeigt dir damit, dass es eben so wie jetzt nicht weiter geht. Auch das überdreht sein ist ganz normal. Du musst erst einmal wieder herunter kommen und lernen in Ruhe und entspannt zu leben. Also versuche – so schwierig es sein mag – erst einmal nicht an die Zukunft zu denken sondern geniesse die "freie Zeit".

W{eidenxfee


Bei mir lief (bzw. läuft) es unter 'Erschöpfungsdepression' und zum Glück konnte ich auch einige 'Hauptprobleme' konkret benennen, von denen ich das größte jetzt durch den Abteilungswechsel abstellen konnte.

Auslöser bei mir war, dass ich bei meinem AG seit vier Jahren befristet eingestellt bin und dann im Januar in eine Abteilung versetzt wurde, mit deren Arbeitsfeld ich schlicht nicht umgehen konnte.

Ich habe lange versucht das ganze zu verdrängen, mir einzureden ich solle mich nicht so anstellen,.... Bis ich irgendwann nach einigen Monaten nicht mehr geschlafen habe. Dann kam das weinen dazu. Oft morgens, vor der Arbeit. Eines Tages kämpfte ich schon auf dem Nachhauseweg mit den Tränen um im Flur – noch mit Jacke – dann letztlich zusammenzusacken und drauf loszuheulen. So fand mich eine knappe Stunde später mein Partner auf.

Ich ging zum Arzt und wurde auch erstmal eine Woche krankgeschrieben. Danach ging ich wieder in die Arbeit, mein Chef bemerkte jedoch meine Verfassung und so ging ich in der Woche nur 1,5 Tage rein (in denen es einfach auf Arbeit brannte...).

Einige Wochen später hatte ich dann endlich Urlaub und anschließend konnte ich zum Glück wieder Abteilung wechseln. Seitdem geht es mir wieder besser, Gott sei dank, aber ich merke schon, dass ich noch nicht über dem Berg bin... Die Schlaflosigkeit ist hin und wieder noch a, und auch diese Zukunftsangst (wegen der Befristung und der eventuellen Schließung von Niederlassungen).

Das wird schon, auch wenn du es dir jetzt nicht vorstellen kannst.... Gibt es bei dir denn einen konkreten *Grund*, warum es dir momentan so schlecht geht? Zu viel Arbeit, etc.?!

ZKoe8x88


Hallo ihr Lieben!

Als erstes wünsche ich euch einfrohes neues Jahr!!! Danke für die vielen Hilfestellungen und Antworten die ich allerdings lange nicht beantworten konnte.

Ich war nach diesen ersten Tagen lange nicht mehr im Internet, war am Ende dann 6 Wochen krank geschrieben, war drei Wochen arbeiten (für mich extrem schwierig) und jetzt hatte ich über Weihnachten 3 Wochen Urlaub. Übermorgen geht es wieder los und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Ich habe ein neues Aufgabengebiet zugeteilt bekommen in das ich mich schon vor Weihnachten langsam einarbeiten konnte, ich habe in den 3 Wochen Arbeiten so mit Reaktionen von Kollegen und Emotionen kämpfen müsen, dass ich echt froh war, als der Urlaub angefangen hatte. Kurz vor dem Urlaub habe ich extrem Magenprobleme bekommen, so dass ich am Ende fast gar nichts mehr essen konnte, dann habe ich vom Arzt Tabletten verschrieben bekommen, die habe ich leider überhauptnicht vertragen, hab die abgesetzt, noch 2 Tage ohne durchgekämpft und dann war Urlaub – und mit dem Urlaub auch von heute auf morgen die Magenschmerzen verschwunden. Der Tinnitus ist ein wenig zurückgegangen und ein klein wenig Ruhe ist eingekehrt, trotz all den doch ein wenigen stressigen Weihnachtsfeiertagen... Das mal so zum körperlichen...

Nachdem ich 1 Woche zu Hause war, habe ich auf eigene Faust angefangen mir einen Therapeuten zu suchen, weil ich damals doch schon gemerkt hatte, dass ich mit all dem was grad passiert – mir täglich durch den Kopf schhwirrt, meine Abwesenheit, die Flucht vor allem, die Schlafprobleme und die Alpträume – einfach nicht mehr alleine zurecht komme/kommen werde. Nach unzähligen Absagen und damit immer wieder verbundenen Niederschlägen bekam ich an meinem 3. Arbeitstag eine Email, dass ein Therapeut spontan einen Platz frei hätte und ich kommen könnte.... Ein Geschenk des Himmels dachte ich an diesem Tag. Ich hatte schon ein paar Termine und ich weiß, dass ich weiterkämpfen muss. Auch wenn es mir schwer fällt am Montag wieder arbeiten zu gehen, aber ich muss langsam wieder in mein Leben zurückfinden.

Das mal vorab. Ich hoffe ich kann euch weiterhin nur gute Geschichten auf dem Weg der Genesung erzählen.

Danke an alle :)*

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