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Alexithymie?

d,opjefixsh hat die Diskussion gestartet


Hallo,

erstmal zu mir; ich bin 21, männlich, Student

durch eine Freundin (Psychologiestudentin), die spaßhalber gemeint hatte ich sei "Alexithyme" – wegen meine Art – bin ich auf den Begriff gekommen und habe mich jetzt ein bischen im Internet schlau gemacht.

Ich dachte immer, ich verstehe mich einfach nicht mit vielen Leuten, oder bin einfach bischen anders.. aber ich wäre nie darauf gekommen das ich krank sein könnte.

Auf jedenfall, fällt es mir verdammt schwer Emotionen zuzuordnen und ich weiß sehr oft nicht wie ich mich überhaupt verhalten soll. Nicht Schüchtern oder so, sondern auch wenn es um meine Familie geht weiß ich nicht was ich tun soll. Meine Schwester umarmt mich immer wenn ich zu BEsuch bin und sagt wie sehr sie sich freut das ich wieder da bin, ich sag dann meistens sowas wie "ich war doch eh nicht lange weg" und versuche mich loszulösen so schnell es geht, weil es mir einfach unangenehm ist – obwohl ich mich sehr gut mit ihr verstehe und ich sie auch mag.

Meine Tante war mit ihrer kleinen Tochter (1 Jahr alt) bei uns und ich wusste wieder überhaupt nicht was ich tun sollte, als ich sie auf dem Arm hatte.

Meine Freundin (6 Monate Beziehung) hat vor ner Woche mit mir Schluss gemacht und es ist mir eigentlich egal... ich war ne Stunde lang bischen traurig aber eigentlich, obwohl es gut geklappt hat und sie ziemlich hübsch war, war ich nur zusammen mit ihr weil es sich halt so gehört in der Gesellschaft, einen Partner zu haben...

Als meine Tante und Onkel verstorben sind (da war ich ~16) habe ich überhaupt nichts gefühlt (ich war sehr oft bei ihnen zu Besuch) und kam mir sehr blöd vor, weil viele geweint haben und bei mir nicht einmal eine Träne rauskam.

Als sich meine Eltern sehr stark gestritten haben, hatte meine Schwester fast einen Nervenzusammenbruch, während ich einfach nur regungslos am Sofa gesessen bin und zugeschaut habe.. und nicht wusste was ich tun soll. Es war mir eigentlich egal...

Ich lache eigentlich sogut wie nie. Ich täusche es immer nur vor,.. ich würde am liebsten einfach nur "aha" nach einem "Scherz" sagen oder wenn alle lachen... aber dann wäre ich wohl schon längst als "freak" bekannt. Ich fühle mich so als ob mein ganzes Leben unecht ist, ich täusche fast immer nur alles vor und tue das was andere PErsonen von mir am liebsten hören wollen um sie endlich loszuwerden. Allerdings möchte ich auch nicht alleine sein, deshalb tu ich mir das ja auch an.... ich hasse smalltalk und möchte nur was mit anderen zu tun haben, wenn es sein muss wie z.b. in der Arbeit.

Ich habe 2 Jahre lang geraucht (und von einem Tag auf den anderen einfach aufgehört) und auch schon Drogen wie Heroin, Koks, .. ausprobiert. Ich werde von so etwas nicht süchtig (meine "damaligen Freunde" sind alle in der Entzugsklinik gelandet) und so toll war das Gefühl auch nicht.

....

Um jetzt wieder zur Einleitung zu kommen... ich habe eben über diese Krankheit Alexithymie erfahren und bemerkt wieviele "Symptome" auf mich zutreffen.

Viel wichtiger ist mir aber, dass es anscheinend an unzureichenden Hormonen im Gehirn liegt und vor allem Therapierbar ist. Es ist also nicht nur alles rein psychisch...

Was soll ich denn jetzt am besten machen? Zum Hausarzt gehen und dem das so sagen? ich denke der wird das ganze nicht so Ernst nehmen und mich einfach zum nächstbesten Psychologen schicken. Ich habe leider nicht so viel Geld um mir das zu leisten, deshalb müsste ich wissen ob so etwas die Krankenkassa übernimmt. Aber ich weiß nicht wo ich fragen soll, deshalb schreibe ich das hier... die meisten Menschen nehmen mein Problem nicht ernst, aber ich fühle mich wie eine leere Hülle und es belastet mich zunehmend mehr, vor allem weil ich äußerlich ganz normal bin aber sobald mir PErsonen näher kommen weiß ich nicht wie ich mich verhalten soll.

Vielen Dank fürs lesen und hoffentlich weiß wer Rat.

Antworten
a1upg23P3


dopefis, ich finde es nicht fair, dir eine Fachdiagnose hinzuwerfen. Es geht darum Gefühle wahrzunehmen. Der eine Mensch kann das besser, der andere schlechter. Der eine muss es mühsam erlernen, was er fühlt und dafür dann auch noch Worte finden.

Ein Mangel ist noch lange keine Krankheit!

Unabhängig von der Einschätzung, dass es etwas mit Hormonen und Veranlagung zu tun haben sollte, würde ich mir unabhängige Gesprächspartner suchen und versuchen herauszufinden, was mich von anderen unterscheidet. Oder wo andere Männer ebenfalls bestätigen, dass es ihnen ähnlich gegangen ist, wie mit dem Kleinkind von 1 Jahr. Oder beim Tod von Onkel und Tante. Oder beim Streit der Eltern.

In welchem Semester steckt die Psychologin (angehende?)?

H7e.rman_)the_NGermaxn


Medizinstudenten haben auch immer genau die Krankheiten, die gerade in ihren Vorlesungen dran sind. Wahrscheinlich bist Du halt eher ein nüchterner Mensch, der keine großen Emotionen zeigt, wie viele Männer. Deshalb hast Du noch lange keine Alexithymie.

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