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Wie das Leben wieder an mich ranlassen?

S5inceera


Ich habe mich nach Freude gesehnt. Nach Heiterkeit. Nach "Wir schaffen das schon". Nach "Wir backen jetzt Plätzchen und feiern Weihnachten."

[...] dass ich eigentlich anders bin: Optimistischer, freudvoller, offener. Ich mag Menschen und Begegnungen.

Du baust Dir grad Dein eigenes Haus. Mit Plätzchen, Freude und Wärme.

[[http://www.abendblatt.de/multimedia/archive/00137/pippineu2_HA_Wirtsc_137449b.jpg Villa Kunterbunt]]

R1edA{ppxle


Ich habe ihr geglaubt, denn sie ist ja meine Mutter. Habe ihre Sichtweise übernommen und zugleich doch auch gemerkt, dass ich eigentlich anders bin: Optimistischer, freudvoller, offener. Ich mag Menschen und Begegnungen.

Heisst es nicht "Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung"? Du hast gerade den Anfang dieses Weges gefunden. Und Du darfst diesen Weg gehen..... DICH SELBER kennen zu lernen, Deinen eigenen Weg zu gestalten. Unabhängig von den schrecklichen Erfahrungen Deiner Mutter und ihrer mangelnden Fähigkeit (oder ist Kraft der bessere Ausdruck?), ihre Kinder vor diesen Schrecken zu schützen? In meinen Augen bist Du stärker und weiter, als Deine Mutter es je sein konnte. Ist das vermessen zu schreiben? Dann entschuldige, dies ist nur mein Eindruck

SZetyzen6


@ Sincera:

@:)

Genau so ein Haus baue ich mir jetzt. Ich lasse mir Zeit, richte es langsam ein. Und ich möchte es nach meinem Geschmack einrichten mit meinen Erinnerungsbildern, meinen Wärmedecken, meinen Sehnsüchten.

@ RedApple

In meinen Augen bist Du stärker und weiter, als Deine Mutter es je sein konnte.

Von meinem Charakter her, bin ich tatsächlich stärker, optimistischer, lebensbejahender. Aber ob ich es von meinem psychischen Zustand, den ich jetzt habe, auch noch bin, bezweifel ich.

Ist das vermessen zu schreiben? Dann entschuldige, dies ist nur mein Eindruck

Nein, das ist völlig in Ordnung. @:)

mronxd+sterxne


Liebe Setzen6! @:)

Ich habe bisher nur still mitgelesen. Ich schreibe jetzt das erste Mal. Ich möchte Dir ein paar Sätze sagen, die aus der Tiefe des Herzens kommen. Bitte lies es gut.

Wir haben eins gemeinsam. Wir sind gefangen im Innern. Woll'n wir da noch raus? Oder wollen wir uns damit einrichten? Oder wünschen wir uns jemanden, der uns da raus holt? Diese Fragen müssen wir uns letztlich selbst beantworten. Jeder für sich. Wenn wir es nicht tun, tut es das Schicksal.

Wenn es so jemanden gäbe. Jemanden, der Dich rausholen könnte, zurück ins Leben. Würdest Du es mit Dir machen lassen? Würdest Du Dich da rausholen lassen?

Danke,

SAetzexn6


Hallo Mond+Sterne!

Danke für deine tollen Fragen.

Woll'n wir da noch raus?

Ich will nicht ausziehen aus mir, ich will mich nicht verlassen. Aber mich doch ein wenig öffnen. Fenster und Türen quasi.

Oder wollen wir uns damit einrichten?

Ich komme zurecht, so wie es jetzt ist. Aber lebenswert ist es nicht.

Oder wünschen wir uns jemanden, der uns da raus holt?

Ich habe jemanden, der es könnte. Aber ich möchte es gar nicht, dass er es tut. Und ich glaube, ein anderer kann das auch gar nicht tun. Das müssen wir selbst schaffen. Ich habe allerdings das Glück, dass ich jemanden habe, der geduldig an meiner Seite wartet und der mit mir diesen Weg geht.

Diese Fragen müssen wir uns letztlich selbst beantworten. Jeder für sich. Wenn wir es nicht tun, tut es das Schicksal.

Ich habe das Schicksal so oft herausgefordert, habe ungesund gelebt, mich in Gefahr gebracht. Irgendwas oder irgendwer hat mich immer behütet und beschützt. Irgendwas will, dass ich lebe. Vielleicht ich selbst.

Wenn es so jemanden gäbe. Jemanden, der Dich rausholen könnte, zurück ins Leben.

Ich glaube nicht, dass ein anderer das schaffen kann.

Würdest Du es mit Dir machen lassen? Würdest Du Dich da rausholen lassen?

Wenn es ginge: Ja. Aber dann hätte ich vermutlich wahnsinnige Verlustängste, weil dieser Jemand dann mit mir den bedeutendsten Schritt meines Lebens gegangen wäre: Über die Mauer.

Und du? Wie ist es bei dir?

SBet"zen6


Ich verbessere:

Ich habe jemanden, der es könnte.

Ich habe jemanden, der es versucht.

m4ond+(st|ernxe


Und du? Wie ist es bei dir?

Ich brauche Zeit. Auch für so eine Antwort. Ich überschlafe gerne mal eine Entscheidung.

mRond+srterne


Es gibt hier diesen Faden [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/599044/ Was ist los mit der zombifizierten Gesellschaft?]]. Der Titel ist etwas abschreckend. Aber auch ich habe mich schon mal gefragt, wieviele Menschen es wohl gibt, die im Innern zerstört sind und nur noch nach außen hin funktionieren. Ich bin einer von ihnen. Und das mit dem nach außen hin Funktionieren gilt nur noch sehr bedingt. Ich bin im Grunde genommen ein innerlich zerstörter Mensch. Ich glaube inzwischen, es ist nichts mehr zu machen. Aber ein kleiner Rest Hoffnung bleibt immer...

S4eltzenx6


Ich glaube inzwischen, es ist nichts mehr zu machen.

Was hast du alles schon probiert?

S~etzexn6


Es geht mir Stück für Stück besser. Sicherlich gibt es Rückschläge, aber der "Mittelwert" ist ein besserer als vor Monaten. Habe mir langsam oder sich ein Stück "Ich" erobert.

Ich durfte die Erfahrung machen, emotional vor einem Mann "blank" zu ziehen und festzustellen, dass er geblieben ist und ich habe das Gefühl, dass dies ein Stein der Mauer ist, der nun abgebaut wurde.

Ich spüre auch deutlich, wie befreiend die Trennung von meinem Exfreund war. Sie war ein ganzer Quadratmeter der Mauer.

Es gibt noch mehrere Steine, die ich nach und nach enträtseln muss.

S!etQzenx6


langsam aber sicher

m~ond+stxerne


Was hast du alles schon probiert?

Das ist im Grunde die Frage nach meiner halben Lebensgeschichte. Die Kurzfassung: Ich bin in mir selbst versunken und ich versuche ein bisschen davon wieder hervor zu holen.

Was ich jetzt probiere? Ich schreibe in diesem Faden.

Können wir uns gegenseitig retten, obwohl wir uns nicht selbst retten können?

SDeUtzenx6


Was ich jetzt probiere? Ich schreibe in diesem Faden.

Vielleicht ist das unser Weg. Vielleicht hat es irgendeinen Sinn.

Können wir uns gegenseitig retten, obwohl wir uns nicht selbst retten können?

Retten können wir einander nicht, aber vielleicht der Dialog miteinander. Lass uns drüber reden – klingt arg psychologisch, aber vielleicht ist es der einzige noch mögliche Weg.

Es tröstet mich, dass du im Loch nebenan sitzt. Klingt makaber und heißt auch nicht, dass ich es dir gönne, aber es tut doch gut zu wissen, dass da nebenan noch jemand ist, dem es genauso geht.

Lass es uns probieren.

Ich glaube, dass vor allem Ehrlichkeit ein großer wichtiger Schritt wäre. Wirklich ehrlich zu sagen, was man denkt. Das ist Teil der Menschwerdung, die ich immer vermieden habe.

SFincxera


Der Mittelwert. Genau. Der verschiebt sich ab und zu auch bei mir. Letzte Woche war er im Sinkflug. Mal sehen, was die neue Woche bringt.

:)_

mKondB+s~tewrxne


Ich schreib mal was zu Deiner Mutter.

Deine Mutter hat sich gegen eine Bestrahlung entschieden.

Ich kann die Entscheidung Deiner Mutter verstehen.

Sie wurde wohl schon geboren mit einem psychischen Defekt. Ich habe kaum eine Vorstellung davon, wie es wohl sein könnte, so eine Krankheit zu haben. Angenehm ist es sicher nicht. Sicherlich hat sie ihr Leben nicht immer als lebenswert empfunden. Leben ist häufig Disziplin. In der Zeit als sie noch kleine Kinder hatte, gab es eine schnelle Antwort auf die Frage: Warum mach ich das noch alles mit? Sie hatte kleine Kinder. Ihr seid jetzt erwachsen. Zu der Erkrankung der Psyche kam eine schwere körperliche Krankheit. Soll ich noch einmal die Disziplin aufbringen, regelmäßig zur Bestrahlung gehen? Diese Frage musste sie sich beantworten. Körperlich krank. Psychisch krank. Erwachsene Kinder. Drei Gründe, die dagegen sprechen. Ich kann Deine Mutter verstehen.

Es ist jetzt länger her, dass ich von der Entscheidung Deiner Mutter gelesen habe. Auf die Schnelle konnte ich sie nicht verstehen. Aber nach längerem Nachdenken verstehe ich die Ärzte, Kinder und den Ehemann nicht mehr. Warum kann sie eigentlich niemand verstehen? Oder gibt es da jemanden?

Als Kind musstest Du immer tapfer sein. Du bist jetzt erwachsen. Sie ist ihren Weg gegangen. Du darfst jetzt traurig sein. Du kannst es Dir erlauben.

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