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Wie das Leben wieder an mich ranlassen?

S]et.zen6


Ich möchte tun, was ich tun kann und neugierig auf das sein, was ich nicht beeinflussen kann. Ich möchte mich selbst nicht mehr in starren Konstrukten verlieren, die nicht zu mir passen.

Ich habe mich selbst eingesperrt durch die Maßstäbe, die mir meine Familie vorleben wollten. Die Familie war immer eine nach außen solide Familie. Schönes Haus, schöne Autos. Innendrin war alles kaputt, pure Zerstörung. Ich habe trotzdem all ihre Schein-Maßstäbe übernommen. Ich habe auch gedacht, ich bräuchte später ein Haus, ein schönes Auto, eine Hochzeit, ein frühgefördertes Paul-Kind, einen soliden Halbtagsjob. Sicherlich sind das alles ideale Sachen. Meine Mutter hat schon Recht, dass man sowas anstreben sollte.

Fakt ist aber, dass da eine Differenz zwischen Ideal und Möglichkeit besteht. Sie hat all das nicht hinbekommen, sie hat in dieser Kulisse gelebt wie in einer Farce. Sie hat sich an äußeren Dingen festgehalten. Sie hat sich eine Puppenstube gebaut und sich hinein gesetzt und gesagt: "So, so ist es solide, so soll es sein."

Für viele Menschen sind diese Puppenstuben passend. Und sie sind sicherlich gut.

Aber ich passe nicht in dieses Schema. Genauso wenig wie meine Mutter jemals hineinpasste.

Dafür bin ich zu traurig, zu unbeständig, zu rastlos, zu launisch, zu wild, zu verzweifelt, zu verwirrt, zu kraftvoll.

Zu mir passt ein anderes Leben. Ich glaube, dass zu mir ein Leben passt, in dem ich mich nicht an Gegenstände wie ein Haus oder einen Ehering halte, sondern immer nur an mein Gefühl. Meine Richtlinie soll ich selbst sein. Vermutlich kann ich nicht heiraten und kein Haus kaufen, das ist zu verbindlich. Es ist ein Gefängnis.

Ich möchte Offenheit. Natürlich sehne ich mich nach Beständigkeit und Idylle, nach Sicherheit und Garantie. Aber zugleich weiß ich, dass es die nicht geben kann – schon gar nicht für mich, da ich selbst nicht in der Lage dazu bin. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Und so möchte ich Dinge verhindern, die mir Garantien abverlangen, die eine Idylle vortäuschen.

Ich möchte ein Zuhause sein für mich. Vielleicht auch für meinen Partner, dem ich vermutlich sogar treu wäre.

So unsolide bin ich gar nicht, nur weil ich anders leben möchte als meine Mutter.

Das ist mein Weg, der Weg der zu mir passt.

SXinQcerxa


Fahrrillen im Asphalt können unter neuem Belag verschwinden. Sie sind dann immer noch da, können einen aber nicht mehr so leicht aus der Spur bringen.

:)_

S-etzxen6


Ich brauche Kraft für neuen Belag.

S?incxera


Vielleicht hast Du Flüsterasphalt für den neuen Belag genommen? Wenn ich genau hinhöre, meine ich eine gar nicht so dünne Schicht sehen zu können.

Saetzexn6


Du hast vollkommen Recht.

SIetz5e~n6


In den letzten Tagen lag ein Brief auf meinem Küchentisch. Ich wusste, was für einen Inhalt er hat: Er erforderte eine Entscheidung meinerseits, sogar eine ziemlich wichtige, eine die vermutlich viele Jahre betrifft. Es geht um meinen zukünftigen Wohnort.

Mehr als einmal habe ich mich auf mein Sofa gesetzt und überlegt, was ich tun soll. Mir Listen gemacht mit Vor- und Nachteilen, die mich jeweils aber auch nicht weiterbrachten. Weder die Vorteile noch die Nachteile überwogen deutlich.

Und da kam mir die Erkenntnis: Ich bin frei.

Ich gebe zu, diese Erkenntnis kann einem ziemlich Angst machen und einem ein Gefühl der Verlorenheit geben.

Dann wiederum stellte ich fest, dass ich in all der Freiheit doch mich habe und Menschen, die ich liebe. So verloren bin ich also gar nicht.

Und dann habe ich gedacht: Ein Ort ist kein Ziel. Zuhause kann man überall und nirgendwo sein. Es hängt von einem selbst ab. Das Wichtigste bei dieser Entscheidung bin ich.

Und plötzlich war mir so klar was ich wollte: Ich machte mein dickes fettes Kreuzchen, klebte den Brief zu, lief durch die Eiseskälte zum Briefkasten, warf ihn ein und stapfte zufrieden wieder heim.

Ferne, ich komme. Ich.

_.Tsu:nPaxmi_


Wünsche dir eine stets gute Reise.

SFetzenx6


I'm free. That's why I'm lost.

Ich suche. Das ist ein verdammt gutes Gefühl!

Und ich habe jemanden an meiner Seite, der mit mir sucht und das ist ein noch viel besseres Gefühl.

S>etszenx6


Ich nehme jetzt Medikamente und kann endlich wieder weinen.

SZetizen6


Habe ein paar Dinge entschieden, die mein Leben radikal ändern. Es fühlt sich sehr gut an.

Und ich merke immer wieder, wie wichtig der Beruf für das Wohlbefinden ist.


Es geht weiter und ich freue mich auf das, was kommt.

SDeKtzeFn6


Ich fühle mich so befreit irgendwie.

m&onEd+rsterxne


Ich wünsch Dir alles Gute für Dein neues Leben. :)*

SXetz@en6


Auch in einem anderen Faden schon gepostet, aber weils so schön ist hier noch einmal:

Die australische Palliativschwester Bronnie Ware trug die 5 häufigsten unerfüllbaren Wünsche , die Menschen auf dem Sterbebett äußern, zusammen:

1) Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, ein Leben getreu mir selbst zu führen – anstatt eines, das andere von mir erwarteten.

2) Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.

3) Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, meine Gefühle zu zeigen.

4) Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.

5) Ich wünschte, ich hätte mich glücklicher sein lassen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

S6et^zxen6


Seit ich mir meine Wut gegenüber meiner Mutter eingestehe, bin ich irgendwie versöhnter mit meiner Liebe zu ihr.

S3et3zen6


Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, meine Gefühle zu zeigen.

Diesen Satz möchte ich an meinem Lebensende nicht sagen müssen.

Gefühle zu zeigen bedeutet in der Tat eine höhere Verletzbarkeit. Aber man steht zu sich selbst, wenn man sie artikuliert. Es ist ein sehr erhebendes Gefühl, jemandem zu sagen, dass man ihn liebt. Es auszusprechen ist fast noch schöner, als eine Erwiderung seinerseits zu hören.

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