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Wie das Leben wieder an mich ranlassen?

FBlacxk


Wenn du so fragst: Ein heldenhafter Mensch. Einer, der keine Probleme bereitet, der niemanden aufhält, der keine Extraprobleme schafft, der funktioniert.

Oder anders gefragt: Wer liebt schon Helden? Die werden vielleicht bewundert, eingrahmt, aber nicht geliebt.

FWlacxk


Fehlt es dir an Selbstbewußtsein, daß du an deinen Stärken zweifelst?

Ich weiss nicht genau, wieso es so ist. Ich habe schon Spekulationen. Meine Mutter wurde von ihrem Vater missbraucht. Wenn dann ein Sohn kommt, tut sie unbewusst alles, um zu verhindern, dass er stark ist und eine Bedrohung wird.

S etzBen6


Wer liebt schon Helden? Die werden vielleicht bewundert, eingrahmt, aber nicht geliebt.

Vielleicht denke ich aber, dass ich mich entscheiden muss: will ich lieber vorrangig efiizient, problemlösend und gut für die Umwelt sein oder geliebt werden?

Ja, vielleicht ist das der springende Punkt:

Was will ich sein?

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Ich weiss nicht genau, wieso es so ist. Ich habe schon Spekulationen. Meine Mutter wurde von ihrem Vater missbraucht. Wenn dann ein Sohn kommt, tut sie unbewusst alles, um zu verhindern, dass er stark ist und eine Bedrohung wird.

Ja, das macht Sinn - Selbstschutz.

Somit könnte ich mir auch vorstellen das das Selbstbewußtsein gelitten hat.

Ich denke schon, wer seine Stärken untergräbt oder nicht anerkennt, mangelt es an Selstbewußtsein.

S?etAzen6


effizient

Fulac%k


Ich denke schon, wer seine Stärken untergräbt oder nicht anerkennt, mangelt es an Selstbewußtsein.

Ja, daran mangelt es noch.

Y6angYixn


Ja, vielleicht ist das der springende Punkt:

Was will ich sein?

Setzen6

oder noch besser :Wie möchte ich sein damit ich mich lieben kann ?

F$lack


Was will ich sein? effizient

Am besten für die Umwelt bist Du, wenn Du liebst und geliebt wirst.

f0iver


Hallo Setzen6,

ich habe ein ähnliches Problem, allerdings mit meinem Vater. Er ist nicht bipolar, sondern suchtkrank. Ich weiß, es ist vielleicht unpassend, jetzt mit Ratschlägen oder Ideen zu kommen, aber ich will dir nur kurz schildern, wie ich mit meinem Problem umgegangen bin, vielleicht kannst du ja was für dich rausziehen: Ich war sehr lange sehr depressiv und habe mich ähnlich gefühlt. Jahrelang habe ich mich gequält, Fassaden aufgebaut, mich gefragt, warum ich Glück in meinem Leben nicht zulassen kann. Warum alles so leer in mir ist. Warum ich nicht glücklich sein kann. Du schreibst, du hast bereits eine Therapie hinter dir – ich habe nur eine gemacht, mache sie noch und das war das Einzige, was mir geholfen hat. Nicht das ewige Wiederkäuen von Problemen, sondern die emotionale "Nachreifung" bei meinem Arzt.

Was meinen Vater betrifft – ich habe akzeptiert, dass er krank ist. Und trotz seiner Krankheit ein Mensch, der über sich selbst bestimmt und bestimmen darf. Ich habe losgelassen. Ich versuche, ihn so zu lieben, wie er ist, allerdings ziehe ich Grenzen, wenn ich merken, wie sehr mich seine Krankheit runterzieht. Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung raten, versuch es noch einmal mit einer Therapie, es klappt nicht alles auf Anhieb. Ich hatte einfach Glück, dass mein Arzt und ich gut zusammen passen.

Was mir noch sehr geholfen hat ist Yoga und Meditation. Zu mir kommen, Ruhe wieder in mir spüren. Mich selbst spüren – das kann ich da.

Ich wünsch dir alles Gute und bitte, gib nicht auf. Ich hatte Zeiten, in denen ich weinend vor einem Regal mit Duschgel stand, weil es mich total überfordert hat, mich für eins zu entscheiden.

Alles Liebe

F.

Syetzpexn6


Einiges wird mir nun klarer. Habe schöne Tage hinter mir, an denen ich viel mit Kollegen gemacht habe. Gestern und heute war eine Fortbildung außerhalb, bei der ich viel gelacht habe. Wir saßen alle in einem Boot, alle der gleiche Job, alle die gleichen Probleme. Ich war offen und die Mauern waren abgebaut.

Dann habe ich überlegt, in welchen Situationen ich "zu" bin: Eigentlich ist es immer in Gegenwart von Familien und Paaren. Menschen, die mir demonstrieren, dass sie etwas haben, was ich nicht habe.

Diese Menschen machen mir deutlich, dass ich alleine und einsam bin und genau das bewirkt dann, dass ich mich zurückziehe.

Weshalb das so ist, weiß ich nicht. Ich fühle mich wohl irgendwie ausgeschlossen, "andersartig". Besonders stark ist dieses Gefühl, wenn Gleichaltrige sagen, dass sie zu ihren Eltern fahren, bei ihren Eltern wohnen, ihre Eltern zu etwas einladen, usw. Dann gehen bei mir die Schotten runter und ich distanziere mich vollkommen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht damit zurecht komme, keinen Menschen "für mich" zu haben. Einen Menschen, der speziell auf mich wartet und auf den ich warte. Einer, der merken würde, wenn ich nicht nach Hause käme.

In der Schule kann ich offen sein, da wir im Klassenzimmer auch "in einem Boot sitzen": Die Schüler müssen den Unterricht alleine schaffen (ohne Mama, ohne Geschwister) und ich muss es alleine schaffen. Wir bilden ein "wir". In dem Moment, wo die Schüler das Klassenzimmer verlassen, wird mir bewusst, dass sie jetzt zu ihren Eltern nach Hause gehen. Ich hingegen komme in eine Wohnung, in der niemand wartet.

Wenn meine beste Freundin in meiner Nähe wohnen würde und ich wüsste schon morgens in der Schule, dass ich sie abends sehe, dann würde ich sicherlich nicht in ein solch tiefes Loch fallen, wie ich es jetzt immer tue wenn ich das Schulgelände verlasse.

Ich brauche nicht Freunde, sondern eine Freundin. Ich wünsche mir einen Partner und Exklusivität...das Gefühl, ich selbst bin wichtig und werde erwartet.

Ich möchte das Leben bewusster einteilen in Arbeit, Freizeit und Ich-Zeit. Ich möchte -wenn ich in Gesellschaft bin- in meinem Kopf das Wissen haben, dass ich zuhause erwartet werde. Dass jemand Spezielles speziell mich erwartet. Dann fiele mir der Kontakt zu anderen Menschen leichter, ich könnte offener dem Leben begegnen, weil ich einen Rückzug hätte.

So ungefähr: Ich kann verreisen, weil ich auch zurückkommen kann.

Ich möchte eine emotionale Heimat haben, die ich bewusst für Freizeit und Kontakte verlasse. Die ich anreichere mit Außenwelt. Und zu der ich dann zurückkehren kann.

Dann wäre ich wohl offener für das alles.

////

_BTsuna{mix_


Allein? Nein.

Du warst schon immer Teil eines Gefüges und wirst es immer sein.

:)z

Das ist dein Schwäche, deine Kraft und deine Mitte.

_\TsBunaxmi_


Sorry.

So wäre es richtig:

Das ist deine Schwäche, deine Kraft und deine Mitte.

SCetzxen6


Tsunami,

du hast damit zwar sicherlich recht und ich stimme dir zu, aber ich finde, dass das stark philosophisch gedacht ist. Natürlich bin ich Teil einer Gesellschaft, einer Gemeinschaft.

Ich wohne in einer Gemeinde. Ich habe Kollegen. Ich bezahle Steuern. Ich lebe in einem Land mit anderen Menschen. Alles Gemeinschaften.

Aber dennoch kann ich mich emotional einsam und alleine fühlen.

_XTsuna6mJi_


Ich spreche nicht von Menschen, sondern von dem in dir, was "nicht-menschlich" bzw. "übermenschlich" ist – das Große, was ein Mensch niemals erreichen kann.

Das ist dein unzerstörbares Gefüge.

_tTsu namxi_


Vielleicht besser so:

... das Große, was ein Mensch niemals erreichen kann, und dennoch immer in ihm pulsiert.

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