» »

Wie das Leben wieder an mich ranlassen?

S4etzxen6


Lindert dieses Wissen meine Einsamkeit?

_?TFs\untami_


Nein, das Wissen sicherlich nicht, aber das Spüren. Wenn du das eine spürst, ist es unmöglich das andere zu spüren.

_}Tsu>namix_


Nenn' es Gott, Natur, Liebe, Weisheit oder Philosophie. Es macht keinen Unterschied.

Du hast einen Vater und eine Mutter außerhalb von Menschen – außerhalb von menschlicher Dummheit, Ignoranz und Gewalt.

Das natürlich kannst du nicht wissen. Du kannst es nur spüren und glauben.

S2e@tze_n6


Ich will dich hier nicht zerreissen, das ist nicht mein Ziel (und liegt vermutlich auch gar nicht in meinem Kompetenzbereich), aber ich will auf das eingehen, was du schreibst. Ganz ehrlich. Nennen wir es Dialog.

Du hast einen Vater und eine Mutter außerhalb von Menschen – außerhalb von menschlicher Dummheit, Ignoranz und Gewalt.

Sag mir, wie dieses Wissen helfen kann, wenn ich zuhause die Tür aufschließe und es ist niemand da und der erste und einzige Anruf an dem Tag ist der von meiner Mutter, die mir sagt, sie habe keinen Bock auf die überlebensnotwendige Bestrahlung?

Ich zerfließe nicht in Selbstmitleid. Ich weiß, was das Leben offeriert und bin dankbar dafür. Und dennoch habe ich ein Recht darauf, hier und heute laut zu sagen, dass ich einsam bin.

Und dass mir diese Einsamkeit gerade wehtut. Ich werde versuchen sie zu ändern, das liegt im Bereich des Möglichen. Mit ein wenig Kampf und viel Bemühen, mit Motivation und Zuversicht kann ich vielleicht raus aus der Einsamkeitsspirale.

Aber derzeit (und die ganzen letzten 25 Jahre auch) tut es mir weh. Diese Einsamkeit tut weh.

Und da hilft mir gerade auch nicht das Wissen über die Anwesenheit eines Gottes, einer Liebe, einer Philosophie.

Diese drei Dinge öffnen mir abends nicht meine Wohnungstür, sie schmiegen sich nicht an mich, sie wollen nicht von mir umarmt werden.

Punkt.

Sfetazen"6


Ein Mönch kann sich an Gott laben.

Ein Liebender kann sich an Liebe laben.

Ein Philosoph kann sich an Weisheiten laben.

Auch ich kann mich an Gott, Liebe und Weisheit stärken.

Aber im Endeffekt erscheint es mir für mein Glück gerade wesentlich elementarer, dass mir abends jemand die Tür aufmacht und wir einander umarmen.

_cTsunxami_


Es liegt mir fern dich anzugreifen, weil ich dich schätze, aber ich will ehrlich sein.

Ich denke, du bist "zerfressen" von einem Gemeinschafts- und Liebesgedanken, welcher auf deinem bisherigen Leben beruht – deine Erfahrungen, die Geschehnisse, die Ereignisse.

Es ist viel weniger deine persönliche Wahl, als der Umstand, dass du viel zu oft nicht wählen, sondern nur ertragen und aushalten konntest. Du wolltest nicht, dass das alles so war und ist, wie es ist, doch du hattest keine Wahl, du hattest die Macht nicht. Und insbesondere haben sich andere anders entschieden, als du es dir gewünscht hättest.

Und nun misst du (immer noch) mit zweierlei Maß. Anderen Menschen würdest du die Geschehnisse und Erfahrungen deiner Vergangenheit niemals zumuten wollen, aber für dich selbst denkst du, dass ja alles ertragbar und verbesserbar gewesen sein soll.

Wenn ich hier so lese, dann hast du dich immer sehr, sehr bemüht, dass die Dinge anders sind, obwohl es einfach nicht in deiner Macht stand und sehr, sehr viele Menschen schon längst an der Akzeptanz oder den weiteren Bemühungen zerbrochen wären.

Nein, du warst stark, diszipliniert, liebevoll und tapfer. Deswegen hast du überlebt und machst weiter. Aber das Ganze hat dich auch hart, kühl und still gemacht – Ohnmacht, weil andere ihr Leben und mögliche Werte über Bord schmeißen – Ohnmacht dir selbst gegenüber, weil du vermeinst, dass du es hättest (ver-) ändern können.

Es stand damals nicht in deiner Macht, und auch heute nicht.

Im besten Falle hast du ein wenig Macht über dich, nicht damit du das Leben anderer zufriedenstellend leben kannst, sondern dein eigenes.

Du hast gesehen, wie ungewiss, fatal und zerstörerisch das Leben sein kann. Ich weiß, so willst du nicht sein, und dennoch hast du nur die "Vorbilder", die du hast, und versuchst sie liebevoll in dein Leben aufzunehmen und zu leben. Du kannst dich kaum dagegen wehren, so zu sein, wie die Menschen, die du ja liebst / lieben musst (?).

Vielleicht ist der Käfig zu gut abgeschlossen. Vielleicht hast du keine Wahl.

Vielleicht.

Fvl]acxk


Gestern habe ich gelesen, die wichtigste Beziehung sei die zu einem selber. Leuchtet ein, schliesslich verbringt man auch am meisten Zeit mit sich selbst :-) Und die kann man eigentlich frei gestalten! Also ich will gerne mit mir sein, dann ist die Einsamkeit auch kein Problem. Und wenn ich gern mit mir bin, dann werden sich auch andere mit mir wohlfühlen. Ist doch ein Plan, nicht wahr?

Smetz]en6


@ Tsunami:

Ich danke dir für deinen Beitrag.

Es ist viel weniger deine persönliche Wahl, als der Umstand, dass du viel zu oft nicht wählen, sondern nur ertragen und aushalten konntest.

Gibt es überhaupt Kinder die wählen können?

Du wolltest nicht, dass das alles so war und ist, wie es ist, doch du hattest keine Wahl, du hattest die Macht nicht.

Ja, das stimmt.

Und nun misst du (immer noch) mit zweierlei Maß. Anderen Menschen würdest du die Geschehnisse und Erfahrungen deiner Vergangenheit niemals zumuten wollen, aber für dich selbst denkst du, dass ja alles ertragbar und verbesserbar gewesen sein soll.

Ich denke in der Tat, dass ich die Dinge tragen muss. So, als würde dies meine Bezahlung für mein Dasein sein. Ich will niemandem zur Last fallen und denke, mir mein Leben verdienen zu müssen. Vielleicht durch das Tragen dieser Last.

Wenn ich hier so lese, dann hast du dich immer sehr, sehr bemüht, dass die Dinge anders sind, obwohl es einfach nicht in deiner Macht stand und sehr, sehr viele Menschen schon längst an der Akzeptanz oder den weiteren Bemühungen zerbrochen wären.

Bemüht habe ich mich, aber oft falsch: Durch Wut, Beleidigungen, usw. Ich war kein liebes Kind, ich war zornig und verzweifelt. Habe Dinge kaputt gemacht und geschrieen. Ich wollte, dass sie mich hören und dass sie aufwachen.

Nein, du warst stark, diszipliniert, liebevoll und tapfer.

Ich war nicht diszipliniert. Ich war wütend, bis ich in die Pubertät kam. Da begriff ich dann, dass das alles nichts brachte und verstummte. Als meine Klassenkameraden pubertär aufdrehten, wurde ich still. Das Leben erschien mir sinnlos und jegliches Bemühen umsonst. Da kam die Stille, die blieb.

Deswegen hast du überlebt und machst weiter.

Ich mache weiter, weil ich noch immer hoffe und glaube. Weil ich immer mal wieder Menschen kennen lerne, die Liebe wert sind. Menschen, die es zu kennen lohnt.

Aber das Ganze hat dich auch hart, kühl und still gemacht – Ohnmacht, weil andere ihr Leben und mögliche Werte über Bord schmeißen – Ohnmacht dir selbst gegenüber, weil du vermeinst, dass du es hättest (ver-) ändern können.

Ja.

Im besten Falle hast du ein wenig Macht über dich, nicht damit du das Leben anderer zufriedenstellend leben kannst, sondern dein eigenes.

Ich denke, besser kann man es nicht formulieren. Doch ich weiß nicht, wie das funktioniert: Das "zufriedenstellend leben"

Du kannst dich kaum dagegen wehren, so zu sein, wie die Menschen, die du ja liebst / lieben musst (?).

Ich möchte anders sein als diese "Vorbilder". Aber die Prägung ist tief, immerhin dauerte sie ja 25 Jahre.

Vielleicht ist der Käfig zu gut abgeschlossen. Vielleicht hast du keine Wahl.

In letzter Zeit denke ich genau das sehr oft.

Vielleicht.

Ja. Vielleicht.

Fylaxck


Ich möchte anders sein als diese "Vorbilder". Aber die Prägung ist tief, immerhin dauerte sie ja 25 Jahre.

Vielleicht ist der Käfig zu gut abgeschlossen. Vielleicht hast du keine Wahl.

In letzter Zeit denke ich genau das sehr oft.

Du wirst es schaffen.

Ich wünschte, ich wäre mit 25 an dem Punkt gewesen, dan dem Du jetzt bist – dann wäre ich jetzt schon draussen!

F5lacxk


Doch ich weiß nicht, wie das funktioniert: Das "zufriedenstellend leben"

Ja, woher auch? Aber Du kannst es lernen.

Ssektzmen6


Mit wieviel Jahren bist du an diesen Punkt gekommen? Und wodurch?

FKlac1k


Mit 40 – nachdem alle Kompensationsstrategien gescheitert sind (schneller, besser, höher :-) ): Krankheit, Scheidung, Enttäuschte Liebe, Karriere (fast) im Eimer.

Ycan"gxYin


Gestern habe ich gelesen, die wichtigste Beziehung sei die zu einem selber. Leuchtet ein, schliesslich verbringt man auch am meisten Zeit mit sich selbst :-) Und die kann man eigentlich frei gestalten! Also ich will gerne mit mir sein, dann ist die Einsamkeit auch kein Problem. Und wenn ich gern mit mir bin, dann werden sich auch andere mit mir wohlfühlen. Ist doch ein Plan, nicht wahr?

Flack

ja, und wie wahr das ist. :)z :)= :)^

Sce;tz(enx6


nachdem alle Kompensationsstrategien gescheitert sind (schneller, besser, höher ): Krankheit, Scheidung, Enttäuschte Liebe, Karriere (fast) im Eimer.

Wunderbare Beschreibung.

Krankheit

Bin schwerbehindert. Kenne das.

Scheidung, enttäuschte Liebe

War es befreiend, wieder auf sich selbst zurückgeworfen zu werden?

Karriere

Beruflich ernte ich nur Anerkennung. Tut gut, in dem Moment. Auf dem Weg nach Hause kommt aber alles zurück.

Fazit: Nichts wirkt. Keine Ablenkung. Im Endeffekt muss man das Problem lösen. Wie – das ist die nächste Frage.

F6laBcxk


War es befreiend, wieder auf sich selbst zurückgeworfen zu werden?

Nein, es war Scheisse, und ist es oft noch.

Beruflich ernte ich nur Anerkennung.

Na ja, es ist bei mir nicht soo schlimm, aber die Luft ist einfach sehr dünn in meinem Bereich...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH