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Wieso finde ich schlimme Dinge sexuell erregend?

SyasLchax45 hat die Diskussion gestartet


Diese Frage stelle ich mir schon seit der Pubertät. Wieso stimulieren mich Schmerz und Demütigung, Angst und Furcht, wieso löst das so paradoxe Gefühle bei mir aus, einerseits negative, zugleich positive? Wie ist meine sexuelle Identität entstanden? Sie ist das komplette Gegenteil von dem, was mein Kopf dazu sagt und was ich im Alltag fühle.

Meine Kindheit verlief nicht besonders rosig, ich hatte kein liebevolles Elternhaus, erlebte Gewalt und fand das schrecklich. Wieso turnt mich sexuell dann sowas an? In der frühen Pubertät, zwischen 9 und 12 wurde ich mehrfach sexuell belästigt, fühlte mich durch das Machtgefälle (Schutzbefohlenenverhältnis) wehr- und schutzlos, ausgeliefert. Heute suche ich diese Konstellation freiwillig, weil sie mich sexuell erregt.

Das ist doch irgendwie seltsam, um es mal vorsichtig auszudrücken, oder? :-/

Antworten
m|ar*i0ka 6sterxn


das ist weder seltsam noch besonders selten. die frage ist: hast du damit wirklich ein problem oder denkst du nur, dass du damit ein problm haben solltest?

abd=riahxana


Was für eine Art Furcht oder Demütigung turnt Dich denn an? Vergewaltigungsfantasien? Oder ein Machtgefälle im realen Leben? Suchst Du Dir demütigende Partner oder macht Dich ein fieser Chef an?

Smaschax45


hast du damit wirklich ein problem oder denkst du nur, dass du damit ein problm haben solltest?

Gute Frage :-/ Wenn ich meinen Kopf ausschalte ist es in dem Moment kein Problem, dann kann ich es genießen und gut. Nur hinterher fällt es mir schon irgendwie schwer, in den Spiegel zu schauen, weil ich einfach nicht verstehe, wieso mich das stimuliert. Ohne sexuelle Energie im Hintergrund, wenn ich also sozusagen befriedigt bin, finde ich das alles nämlich ziemlich befremdlich.

S2asFchax45


Was für eine Art Furcht oder Demütigung turnt Dich denn an? Vergewaltigungsfantasien? Oder ein Machtgefälle im realen Leben? Suchst Du Dir demütigende Partner oder macht Dich ein fieser Chef an?

Im Alltag kotzen mich Machtspielchen an, da will ich weder einen fiesen Chef noch einen herrischen Partner haben. Das andere spielt sich auf rein sexueller Ebene ab und reicht dann von Vergewaltigungsfantasien über Rollenspiele aller Couleur, erschreckenderweise eben bis hin zu solchen, die meine realen Erlebnisse in der Kindheit als Hintergrund haben, also genau das aufgreifen was ich real so schlimm fand.

a^driaRhana


Wenn es sich nur in Deiner Fantasie abspielt und Dir gut tut, ist doch alles in Ordnung. Vielleicht macht es Dich an, weil es in der Fantasie nicht gefährlich ist, sondern Dir angenehme Gefühle verschafft. Dadurch kannst Du es beherrschen. Oder Du drehst das um, was Dir als Kind widerfahren ist.

Sdhojo


Das ist ein gar nicht so seltenes Phänomen. ;-)

S-aschxa45


Wenn es sich nur in Deiner Fantasie abspielt und Dir gut tut, ist doch alles in Ordnung. Vielleicht macht es Dich an, weil es in der Fantasie nicht gefährlich ist, sondern Dir angenehme Gefühle verschafft.

Es spielt sich aber nicht nur in meinem Kopf ab, ich setze das schon auch um, nur wie du sagst, natürlich "kontrolliert", das wird schon ein wesentlicher Aspekt sein, warum es überhaupt geht. Nur frage ich mich eher, WARUM mir das angenehme Gefühle verschafft, WARUM mich das erregt, das kapier ich einfach nicht.

Oder Du drehst das um, was Dir als Kind widerfahren ist.

Inwiefern? Bei den Fantasien und Rollenspielen in der Praxis bin ich ja in genau der gleichen Lage wie damals als Kind, ich stehe nicht auf der anderen Seite, sondern bin wieder das "Opfer".

S>aQschxa45


Das ist ein gar nicht so seltenes Phänomen.

Das habe ich schon öfter gehört bzw. gelesen, aber irgendwie hilft mir das nicht weiter. Bin ich denn die Einzige, die damit ein Problem hat, die das seltsam findet, die sich selbst nicht versteht? Ich würde einfach gerne verstehen, warum mich gerade das erregt, wieso nicht genau das Gegenteil, liebevoller Sex, kuschelig und schön, sondern Schmerz und das alles, worunter ich früher so gelitten habe? %:|

atdriaxhana


Du kannst es steuern, du kannst es – denke ich – abbrechen, wenn Du magst. Das ist sicher in der Realität nicht so gewesen. Also hast Du vielleicht in deiner Fantasie / deiner ausgelebten Fantasie eine Macht, die Du in de Realität nicht hattest.

S#asc1ha)45


Du kannst es steuern, du kannst es – denke ich – abbrechen, wenn Du magst.

Das sollte man bei solchen Spielchen vernünftigerweise vereinbaren, aber dann bringt es mir nichts. Wenn ich weiß, dass ich es abbrechen kann, erregt es mich kaum, deshalb begebe ich mich schon in mehr oder weniger gefährliche Situationen ohne Codewort. Ich fühle dieselbe Hilflosigkeit wie damals und finde das in dem Momentan dann toll. Anschließend kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln und verstehe nicht, wie sich das gut anfühlen konnte, wieso ich mir das wieder und wieder antue bzw. antun lasse.

H[agaXlaz7!7


@ sascha

es ist das was du gewohnt bist und was diese zeit bestimmt hat ;-) ... das ist auch nicht wirklich selten. um es zu verstehen müsstest du wohl mit einem therapeuten die situation klären ...

aYdriah>ana


Wenn es Dich so beschäftigt, musst Du vielleicht mal eine Fachfrau fragen – sprich eine Therapeutin?

SDaschxa45


Ich kann mir eigentlich nicht so recht vorstellen, diese privaten Details mit einer fremden Person zu besprechen, von daher war Therapie bisher keine Option für mich, aber wenn mir jemand aus eigener Erfahrung hier sagen könnte, dass ihm mit der gleichen Fragestellung im Rahmen einer Therapie weitergeholfen wurde, kann ich mich vielleicht eher darauf einlassen.

Oder beschäftigt das die meisten nicht so wie mich? Findet ihr (also "ihr", diejenigen mit ähnlichem Hintergrund) eure sexuellen Präferenzen verständlich und fragt euch gar nicht, wieso das so ist?

Kann man das überhaupt (er)klären?

mparika ssterxn


puh - ich hinterfrage einfach nicht sonderlich viel. ich kläre für mich, warum etwas so ist und dann ist gut.

blödes beispiel: ich mag auch gern schokokuchen, weil es den früher immer bei meiner oma gab. das brauch ich weder zu hinterfragen, noch zu analysieren, sondern ich geh dann einfach ins geschäft und kauf mir kuchen. wenn es mich irgendwann belastet, zum beispiel weil ich daraus gesundheitliche folgen habe (jeden tag drei kilo kuchen esse und sonst nichts oder so) oder sonst irgendwelche, dann würde ich das ändern. bis dahin freu ich mich darüber, das es etwas gibt, was ich gerne essen mag :-D

daher halt meine frage, ob du den darunter leidest und wenn ja, warum.

wenn ich zum beispiel unter dem kuchenessen leiden würde, weil meine mitbewohnerin mir jedes mal vorhält, wie ungesund kuchen ist, weil sie ne doofe ökotante ist, und ich daher ein schlechtes gewissen entwickle, würde ich eher meine beeinflussbarkeit durch andere leute hinterfragen als das kuchenessen an sich.

und ja - shojo: ich hab hunger ;-D

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