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Das Ende einer Depression

Fdl7axck


ich denke dass auch meine Mutter sich ihren Ängsten stellen könnte und auch sie erlöst wird. [...]

Das einzige Problem sehe ich jetzt nur in einer Sache, die mich heute den ganzen Tag schon beschäftigt habe. Nämlich ob sie es verstehen werden. Meine Eltern und mein Bruder. Oder ob sie weiterhin verdrängen wollen.

Du erkennst das Problem. Die Bereitschaft muss da sein. Sonst ist ein Disaster vorprogrammiert, da helfen alle guten Intentionen nicht.

m]olldix2


Jerydraic

Deine Mutter könnte deine Konfrontation als Vorwurf auffassen und sich noch schlechter fühlen als sie es bereits tut.

Für dich wäre es sicher eine Gesundung,für sie ein Dolch ins Herz.(um es mal bildlich auszudrücken)

Die ältere Generation ist geprägt von harter Erziehung,Kinder hatten da wenig Rechte und mußten tun was ihnen gesagt wurde,ohne Widerworte-ansonsten gab es was hinter die Ohren oder Schlimmeres noch.

Sie wußten es nicht anders und haben es dann so auch weitergegeben.

Was ich noch wichtig finde,das Selbstbewußtsein der Mütter,wie stand sie im Verhältnis zum Mann,hatte sie auch Angst vor ihm?

Männer wünschten sich ihre Frauen -untertan- und spielten ihre Macht auch aus.

Es ist ein Teufelskreis der unterbrochen werden muß,da hilft reden doch ohne Vorwürfe.

Ich denke ehe du mit deiner Mutter sprichst, hilf erst deinem Bruder,damit auch er Frieden findet.

Dann könntet ihr gemeinsam eurer Mutter helfen.

Teraumaxle


Jerydraic,

erstmal möchte ich Dir gratulieren, daß Du nun vieles so klar siehst und meinst die Depression besiegt zu haben.

Ich wünsche dir, daß Du auf Deinem Weg bleiben kannst und sehe es genau wie Du, daß gerade solche Dinge wie unbedingt verzeihen müssen oder Wut nicht spüren dürfen zu Depressionen führt! Habe auch die Bücher von Alice Miller und auf ihrer Internetseite gelesen auch ihre Leserbriefe und auch selbst Briefe,dieich ihr damals schrieb (als sie noch lebte) von ihr pers. beantwortet bekommen. Das war eine tolle Zeit und bin ihr da sehr d ankbar. Ich habe vieles nochmal viel klarer sehen können undeig durch ihre Internetseite und Bücher viel mehr gelernt als in Therapien (weshalb ich die dennoch dringend gebraucht habe und auch z.T noch brauche)

also nochmal ,freut mich für Dich und alles Gute auf Deinem neuen Weg.

Kennst Du die Internetseite von Hugo Rupp? Kannst ja mal googlen. Die würde Dir vielleicht auch gefallen... *:)

JZeryzdrxaic


Danke nochmal an Alle die mir hier mit Ratschlägen und Glückwunschbekundungen unterstützen!

@ molli2

Ich stimme dir da zu. Meine Mutter stammt aus einer Generation, wo Gewalt als normales Erziehungsmittel galt, so auch in der Schule. Doch sie hat den Umstieg noch mitbekommen. Sie kam in die 5te Klasse, da durfte plötzlich nicht mehr geschlagen und das fand sie auch gut so. Sie meinte auch schon oft zu mir, diejenigen die Schläge bezogen haben sich sowieso nie geändert, folgich sinnlos, nach ihrer Meinung. Ich versuche wirklich bei sowas anzusetzen, indem sie selbst ja merkt, dass Schläge ja keinen Nutzen haben.

Aber warten kann ich nicht. Ich werde ihr keine Vorwürfe machen; einerseits habe ich ihr schon lange vor meiner Heilung von der Depression verziehen und das ist ja jetzt nicht anders. Ich habe lediglich gelernt, wütend auf das zu sein was passiert ist, alles andere, nämlich schweigend es hinzunehmen und dabei glücklich zu sein, kann ja nicht normal sein.

Ich finde gerade jetzt, da ich absolut keine Wut mehr verspüre, zumindest nicht ihr gegenüber, dass ich mit ihr rede. Mein größtes Probelm ist eigentlich, dass ich am Dienstag den ganzen Tag überlegt habe, ob ich meine Mutter konfrontieren sollte oder nicht, mit dem Ergebnis, dass dieser Zweifel stark schädlich gegen mich selbst war. Sofort hatte ich nachts Alpträume die mir sehr deutlich klar gemacht haben: wenn ich diese Dinge auch nur ein wenig runterspiele, zwingt mir mein inneres Kind wieder die Depression und Angst auf. Ich hatte am Morgen nach dem Traum einen leichten Hautausschlag, wie ich ihn auch in der Zeit der Depression hatte, immer wenn ich stark gestresst, nervös und wie ich jetzt weis, ängstlich war. Ich schätze, meine Mutter wirkt noch immer eine stark autoritäre Angst auf mich aus, obwohl unsere Beziehung zueinander in den letzten Jahre sich stark gebessert hat.

Wie schon gesat: ich werde meine Mutter keine Vorwürfe machen, ich habe sogar tiefes Verständnis für sie. Vor allem weil sie ein Einzelkind war und in einem Haushalt lebte, in dem Zeitweise 7 Erwachsene lebten. Das waren Eltern, Großeltern, Tanten und nahe Verwandte soviel ich weis. Meine Mutter sagt ja selbst immer, sie weiss gar nicht so recht wie das ist Kind zu sein. Das ist in ihrem Fall auch verständlich. Aber ich kann das nicht einfach herunterspielen, sonst kommen meine eigenen Angststörungen wieder zurück. Ich hoffe nur, ich kann sie sehen lassen, dass auch sie Opfer war und akzeptieren, dass die Ausrutscher ihrer Erziehungsmethode nicht ok waren.

Dieses Forum nimmt mir wirklich einige Last vom Herzen, gerade weil ich durch meine Depression bedingt nie wirklich engen Kontakt zu Menschen finden konnte, weswegen mein Freundeskreis in der Tat sich nur auf wenige beschränkt sind, die nicht immer verfügbar sind wenn ich sie zum reden bräuchte. Manchmal denke ich wirklich, das Internet hat mir das Leben gerettet!

mwollMix2


Jerydraic

Mein größtes Probelm ist eigentlich, dass ich am Dienstag den ganzen Tag überlegt habe, ob ich meine Mutter konfrontieren sollte oder nicht, mit dem Ergebnis, dass dieser Zweifel stark schädlich gegen mich selbst war. Sofort hatte ich nachts Alpträume die mir sehr deutlich klar gemacht haben: wenn ich diese Dinge auch nur ein wenig runterspiele, zwingt mir mein inneres Kind wieder die Depression und Angst auf. Ich hatte am Morgen nach dem Traum einen leichten Hautausschlag, wie ich ihn auch in der Zeit der Depression hatte, immer wenn ich stark gestresst, nervös und wie ich jetzt weis, ängstlich war. Ich schätze, meine Mutter wirkt noch immer eine stark autoritäre Angst auf mich aus, obwohl unsere Beziehung zueinander in den letzten Jahre sich stark gebessert hat.

Wenn der Druck so stark ist dann sprich mit ihr darüber,das hilft dem inneren Kind,denn es hat dich als Erwachsenen, der es schützt an, seiner Seite.

Wie du noch merkst, wird es immer mal Momente geben das du noch auf dem Weg bist und das Ziel nicht ganz erreicht ist. Aber du bist stark und schaffst es.

LG molli

JSeryPdr8aic


Ich habe im letzten Beitrag von meinem Hautausschlag berichtet, den ich nach einer Angstattacke bekam. Gerade eben ist mir aufgefallen, dass ich das öfter hatte. Zwar nicht so extrem wie in der letzten Attacke, aber doch immer wieder an der gleichen Stelle. Ich habe das in den letzten Jahren immer auf Stress zurückgeführt. Dass "Hautunreinheiten", wie man das so schön nennt, nicht daher kommen dass die Haut tatsächlich verunreinigt ist, glaube ich schon lange nicht mehr. Ich dusche jeden Tag, daran konnte der Ausschlag also nicht gelegen haben. Stress war das richtige Wort. Aber nicht einfach nur Überlastung, sondern Angst, das ist was den Ausschlag auslöst. Und mein inneres Kind ging dabei immer sehr intelligent vor um sich zu äußern. Den Ausschlag hatte ich immer im Gesicht, genau an den Stellen, wo ich mich jeden Tag rasierte, also in "Bartfläche". Ich konnte also nie umhin es zu sehen. Wie gesagt: gar nicht mal so blöd von mir! :)^

Das nur so nebenbei!

Ich habe am Freitag mit meinen Eltern tatsächlich gesprochen. Es ist genauso abgelaufen wie ich vermutet habe. Meine Mutter hat sich zunächst gewehrt. Recht impulsiv, genauso wie ich sie kenne. Doch diesmal hatte ich weder Angst vor ihr, dass sie mir weitere Schmerzen zufügen konnte, denn ich bin schließlich körperlich weit überlegen, auf der anderen Seite hatte ich auch keine Bedenken, dass sie selbst dadurch starke Schmerzen und Enttäuschungen gegen sich selbst haben könnte. Natürlich habe ich schon Mitleid mit ihr gehabt, da kam ich nicht umhin. Doch ich habe mich davon nicht von der Konfrontation abbringen lassen.

Meine Eltern waren auch nicht unvorbereitet. Ich habe ihnen in einer e-mail ein paar Tage zuvor von meiner Befreiung der Depression berichtet und sie haben beide erwartet, dass es zu diesem Gespräch kommen wird. So habe ich sie nicht komplett überrascht oder erschlagen. Das wollte ich ja auch nicht. Nach ein paar Abwehrreaktionen seitens meiner Mutter hat sie kurz darauf mich dann angehört (eine Situation, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte, aus dem Grund, weil ich einfach zu eingeschüchtert war). Dann hat sie alles angenommen was ich ihr vorzuwerfen hatte und sie hat es angenommen ohne etwas zu beschönigen. Natürlich hat sie sich zu rechtfertigen versucht, aber ich habe ihr klar gemacht, dass es dafür kein Rechtfertigung gibt, dass es einfach ein Fehler war mich zu schlagen und ich keine Beschönigung annehme. Auch das hat sie verstanden.

Am nächsten Tag kam sie weinend zu mir und entschuldigte sich aufrichtig. Damit bröckelte wieder ein Stein von mir, den ich immer mit mir herumgetragen habe. Wir haben viel gesprochen und auch mti meinem Vater und das war alles sehr erhellend in Bezug darauf, wie mein Eltern so waren.

Jetzt bin ich davon überzeugt, dass ich zwar vor meiner Mutter Angst hatte, aber aus dem Grund weil ich übersensibel war. Meine Mutter hat bei mir immer gewusst dass ich einfühlender war als mein älterer Bruder, der viel öfter den Dialog mit meiner Mutter gesucht hatte. Ich hingegen nahm alles in mich auf. Das habe ich von meinem Vater gelernt. Am Anfang ihrer Ehe war er genauso. Hat oft ganz abgeschaltet wenn es mal in der Beziehung kriselte und hat oft Tagelang nicht mit meiner Mutter gesprochen. Ich vermute ich habe meinen Vater in der Beziehung nachgeahmt und dann dieses Geschlagen werden so stark als einen tief persönlichen Angriff gegen mich selbst gesehen, dass ich mich nie davon lösen konnte. Hausarrest hatte ich nicht wirklich, sagte mir meine Mutter, ich hätte mich freiwillig zurückgezogen und wäre oft nicht aus meinem Kinderzimmer gekommen. Das habe ich ihr aufs Wort geglaubt, weil ich von mir selbst auch aus der Jugend wusste, dass ich mich so oft selbst bestraft habe, und zwar in Situationen, bei denen es völlig unangebracht und dämlich war; vor allem aber keine Autorität eine Strafe von mir verlangt hatte. Kein Erwachsener hat mich bestraft, nur nach der Irritation, als meine Mutter mir einmal den Hintern versohlte, habe ich mir eingebildet ich müsse mich bestrafen für jedes unnötige Vergehen dass ich begangen hatte.

Von meinem Vater erfuhr ich dann, dass er genauso war wie ich, bis er selbst sich von der Depression lösen konnte. Er wurde ein paar mal von seinem Vater geschlagen, weil seine Großeltern Druck auf ihn ausübten, wenn es eine Art "Unruhe" im Familienhause gab. Bei ingesamt 7 Menschen (Großeltern, Eltern, Kinder) ist sowas unvermeidlich. Aber sein Vater hat dem Druck nachgegeben und meinem Vater das ein oder ander mal ungerechtfertigt eine Ohrfeige gegeben. Mein Vater meinte, das habe seine Beziehung zu seinem Vater regelrecht vergiftet. Daraufhin hat sich mein Vater ähnlich zurückgezogen wie ich es getan habe.

Mein Vater war in Therapie. Einzelgespräch hätten ihm nichts gebracht, wie er sagte. Intuitiv habe ich mich ja auch gegen eine Therapie entschieden. Aber mein Vater ist zu einer Selbsthilfegruppe gegangen. Das kann ich mir für mich selbst auch besser vorstellen. Gerade weil man da mit echten Menschen in Kontakt kommt, die ähnliche Probleme haben. Ein Therapeut unterliegt der Schweigepflicht. Das ist also für mich, als würde ich gegen die Wand reden, denn ich wusste schon immer intuitiv was ich zu tun hatte; mehr hätte ein Therapeut mir auch nicht geben können. Außerdem ist es für mein Krankheitsbild sicherlich förderlicher, nichts in einer Arztpraxis einzuschließen, das wäre nur wieder eine Art von gefühlter Verdrängungsform, sondern mich tatsächlich mit einer Gruppe von Menschen auseinanderzusetzen und das ist auch was ich in Zukunft vorhabe, um der Depression vorzubeugen. Und vielleicht mit meiner Geschichte auch anderen zu helfen.

Jetzt müsste ich wohl den Namen meines Beitrags "Das Ende einer Depression." in "Der Anfang vom Ende einer Depression" umbetiteln. Aber ich sehe mich auf bestem Wege und applaudiere mir selbst!! :)=

Danke nochmal an alle hier im Forum @:) *:)

m?ollxi2


Wir freuen uns mit dir. Weiterhin alles Gute auf deinem Weg.

Der Weg ist das Ziel. :)*

:)D

aDwom_axn


um diesen beitrag vielleicht etwas weiter zu führen möchte ich auch etwas über das bzw. mein ende der depression schreiben.

ja, es geht tatsächlich, wie im eingangsbeitrag des themenerstellers angedeutet, darum zu erkennen, dass die missbrauchenden eltern ebenfalls ein schicksal haben und ihr bestmögliches (so wenig das auch gewesen sein mag) gegeben haben. es kann auch helfen sich klar zu machen, dass man von ihnen in jedem fall das leben geschenkt bekommen hat. und das ist das größte.

um aber am anfang zu beginnen sei erwähnt dass die allermeisten opfer von missbrauch gar nicht wissen dass sie opfer von missbrauch sind. in unserer gesellschaft gibt es keine wirkliche aufklärung darüber was missbrauch überhaupt ist und in den erziehungsinstitutionen werden missbrauchssituationen oft wiederholt (bestimmte formen der beleidigung durch lehrer beispielsweise sind gesellschaftlich vollkommen toleriert). jedenfalls habe ich 10 jahre gebraucht um zu begreifen dass ich meinen eltern grenzen setzen muss wenn ich mein eigenes glückliches leben führen möchte. und dann kommt im zweiten schritt das sich einlassen auf die eigenen gefühle. auf die ganze wut und den ganzen schmerz. auch hierfür gibt es wenig räume. viele therapeuten helfen einem viel mehr dabei wieder den eltern schuld zuzuweisen, was aber nicht weiterführt, sondern den ewigen kreislauf aus gewalt und autoaggression nur weiter in gang hält.

und um das ganze jetzt abzukürzen möchte ich auf bert hellinger hinweisen. bert hellinger zeigt wie verstrickungen in das familienschicksal aufgelöst werden können und man im anschluss ein freies glückliches leben führen kann und in der eigenen partnerschaft nicht die fehler der eltern wiederholen muss.

ich möchte zuletzt noch darauf hinweisen dass heilung von ihrer natur her ein schmerzhafter prozess ist. er dient allerdings dem wachstum. wer den weg durch die hölle geht hat gute chancen im himmel anzukommen.

Khongo-9Otxto


@ awoman

Ein sehr schöner Beitrag, ein paar Anmerkungen habe ich dazu.

viele therapeuten helfen einem viel mehr dabei wieder den eltern schuld zuzuweisen, was aber nicht weiterführt, sondern den ewigen kreislauf aus gewalt und autoaggression nur weiter in gang hält.

Es kann insofern weiterführen, als dass es endlich unterdrückte Wut und Verzweiflung zulassen hilft. Wem Leid zugefügt wurde, der hat ein Recht dazu, deshalb Wut zu empfinden und zornig auf seine Peiniger zu sein – ganz egal, aus welchen Beweggründen diese gehandelt haben! Wie man dann mit dieser Wut umgeht, ist ein anderes Thema. Reine Konfrontation hilft nicht, da gebe ich Dir Recht. Mit der Wut und den sie verursachenden Gefühlen muss gearbeitet und verarbeitet werden – und der Weg zur Freiheit sieht für jeden wohl anders aus.

Ich habe im Verlauf meiner Therapie auch eine Phase gehabt, in der ich sehr zornig auf meine Eltern war (auch wenn mir die Gründe für ihr "Fehlverhalten" voll bewusst waren; ich habe ihr Handeln eher "tragisch" als "böse" empfunden). Meine Frau sagte irgendwann zu mir, ich müsse ihnen doch "nur" vergeben, da sie es nicht böse gemeint hätten. Da sagte ich folgendes:

"Es geht hier nicht darum, ihnen zu vergeben. Es geht hier nicht um sie, es geht hier um mich. Um meine Gedanken und Gefühle. Diese nicht anzunehmen, würde bedeuten, letztendlich so zu werden wie meine Eltern. Ich aber wähle einen neuen Weg, einen, auf dem ich meine Gefühle als richtig und wichtig annehme, weil es meine sind."

Dadurch habe ich meinen Eltern gegenüber deutlich an Selbstbewusstsein gewonnen und bin heute in der Lage, anders zu handeln, wenn sie in alte Muster zurückfallen.

Zu Bert Hellinger (dem "Vater" der Familienaufstellungen): Auch der war kein "Unschuldslamm", sondern ging teilweise recht brachial zu Werke ([[http://www.zeit.de/2003/35/Hellinger-Haupttext in diesem Artikel gegen Ende beschrieben]]).

a<woxman


um die eigenen gefühle zuzulassen ist es nicht notwendig den eltern schuld zuzuweisen. es reicht zu sehen dass die eltern so gehandelt haben dass es zu schmerzen geführt hat. wenn ich ihnen schuld zuweise unterstelle ich ihnen sie hätten mit absicht so gehandelt dass ich schmerzen leide und das ist absurd. eltern können immer nur das weitergeben was sie im eigenen leben erfahren haben und alle eltern die ihre kinder auf die eine oder andere weise missbrauchen sind in ihrer kindheit von den eigenen eltern missbraucht worden.

das erste gefühl ist also schmerz, die wut ist nur eine folge des schmerzes. an die ursprünglichen gefühle komme ich im grunde erst heran wenn ich auch tiefer eingedrungen bin als wut zu fühlen. wut ist etwas sehr sehr unangenehmes. viel unangenehmer als schmerz. wut entsteht immer daraus dass ich widerstand gegen etwas leiste. und das hat keinen zweck. die dinge sind immer wie sie sind.

damit will ich aber nicht sagen dass ich es geschafft hätte nicht wütend auf meine eltern gewesen zu sein. ich war unglaublich wütend. ich war wütend auf alles, auf mein ganzes leben. und ich bin auch immer noch nicht vollständig davon losgekommen. aber es hat einfach keinen zweck.

ich denke mal diesen artikel über bert hellinger werde ich nicht lesen. was immer auch damit gemeint sein mag dass er kein unschuldslamm (es wäre vielleicht sinnvoll mal sehr genau über die begriffe von schuld und unschuld nachzudenken und insbesondere bert hellingers gedanken zu diesen begriffen kennenzulernen) sei, es ist mit sicherheit humbug. wer schwer psychisch krank war und die erfahrung macht welche erkenntnisse und vorgehensweisen den natürlichen heilungsweg ohne psychopharmaka und künstliche gefühlsduseleien möglich machen, der braucht niemandem mehr zu erklären was die wahrheit ist. was offensichtlich ist bedarf keiner erklärung. jeder ist für sich selbst verantwortlich und viele theorien und behauptungen dienen dem selbstschutz in bezug auf eigene unverarbeitete schmerzhafte erfahrungen (den eigenen schmerz nicht fühlen zu müssen ist die größte antriebskraft überhaupt und es braucht eine menge an leid bis diese bereitschaft da ist).

K-o4ngo7-Ot!to


um die eigenen gefühle zuzulassen ist es nicht notwendig den eltern schuld zuzuweisen. es reicht zu sehen dass die eltern so gehandelt haben dass es zu schmerzen geführt hat. wenn ich ihnen schuld zuweise unterstelle ich ihnen sie hätten mit absicht so gehandelt dass ich schmerzen leide und das ist absurd.

Da hast Du natürlich Recht. "Schuld" ist der falsche Begriff, "Verantwortung" passt besser. Du wenigsten Eltern handeln aus böser Absicht heraus, trotzdem geht es darum, die eigenen Gefühle zuzulassen, zu akzeptieren und zu respektieren. Es ist meiner Meinung nach aber notwendig, sich dem zu stellen, was da in der Kindheit zu stellen, um es eben nicht an den eigenen Kindern zu wiederholen.

wut ist etwas sehr sehr unangenehmes. viel unangenehmer als schmerz. wut entsteht immer daraus dass ich widerstand gegen etwas leiste. und das hat keinen zweck. die dinge sind immer wie sie sind.

Oft ist die Grenze zwischen Schmerz und Wut aber nicht klar gezogen. Und da fangen dann die Schwierigkeiten an. Und was tun, wenn die Eltern partout der Meinung sind, sie hätten aber alles richtig gemacht (weil sie eben den eigenen Schmerz nicht sehen wollen)?

Zum Thema "Familienaufstellungen" wurde und wird noch viel geschrieben. Man sollte sich seine eigenen Meinung dazu bilden. Ich bin der Meinung "Wer heilt, hat Recht". Zur Person Bert Hellinger habe ich allerdings schon einige seltsame Dinge gelesen, die sich auch nicht alle auf die hierzulande so beliebte Anti-Esoterik-Propaganda zurückführen lassen. Aber wenn die Methode hilft (und das tut sie ja ganz offensichtlich), dann sollte man sie nicht wegen evtl. fragwürdiger Ansichten des Erfinders links liegen lassen.

aKwoRmaxn


zur Frage "was tun wenn die eltern den eigenen schmerz nicht sehen wollen und der meinung sind sie haben alles richtig gemacht?":

erstmal möchte ich darauf hinweisen dass das so gut wie immer der fall sein dürfte, dass die eltern ihre "fehler" nicht sehen. wie sollen sie wenn sie aus ihrer eigenen konditionierung heraus gehandelt haben? und dann sage ich dazu: ganz einfach den kontakt abbrechen oder sehr stark einschränken. das ist für viele immer noch ein riesiges tabu oder man gilt als böses kind wenn man das macht. und es kann auch passieren dass man sich schuldig fühlt wenn man das macht. aber es ist in vielen fällen die einzige lösung.

und am besten bricht man den kontakt ohne erklärungen ab. ohne rechtfertigungen. es ist nicht nötig sich dafür zu rechtfertigen. und das gute ist dass die eltern dann gezwungen sind den eigenen schmerz anzuschauen.

ich kann mit meinen eltern heute ganz ruhig am telefon sprechen. was immer sie mir sagen es regt mich nicht mehr auf. ich werde nicht mehr wütend. aber in meiner nähe möchte ich sie ganz einfach trotzdem nicht haben.

ich habe zum beispiel zu meinen eltern gesagt "ich habe von euch alles bekommen was ich zum leben brauche und jetzt möchte ich mein eigenes leben leben und brauche nichts mehr von euch."

so ein kontaktabbruch kann sehr brutal sein. es gibt eltern die sich ganz extrem an ihre kinder klammern und ihre kinder als einen gegenstand betrachten, der zu ihrem besitz gehört. meine eltern haben mich damals in ein emotionales gefängnis gesperrt und ich habe ihnen dann vorsichtshalber per brief mit der polizei gedroht (habe alleine gewohnt) wenn sie sich nicht an das kontaktverbot halten sollten. hätte ich diesen schritt damals nicht so vollzogen säße ich heute wahrscheinlich in der psychiatrie und wäre psychopharmaka-abhängig.

es hat nichts mit grausamkeit zu tun frei sein zu wollen und als ERWACHSENER mensch leben zu wollen. und es ist nicht nötig die erlaubnis hierfür von den eltern zu bekommen. man muss sich das nur selbst erlauben wenn man es tun will. in vielen fällen hat man nur die wahl: entweder ich tue mir selbst weh oder ich tue den eltern weh. und da ist es besser den eltern weh zu tun. außerdem tut man ihnen gar nicht wirklich weh, sondern man konfrontiert sie nur mit dem schmerz, den sie empfinden, weil die eigenen eltern sie nie wirklich lieben konnten.

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