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Kein Selbstvertrauen, Ziellosigkeit, Ängste, innerlich tot

PWerfsormxer hat die Diskussion gestartet


Ich möchte mal "kurz" meine Geschichte erzählen.

Ich bin 34 und alleinstehend.

Ich bin immer schon Einzelgänger und habe keine Freunde, niemanden der mir den Rücken stärken könnte, der mich beraten und zu mir stehen könnte.

Früher dachte ich, ich brauche niemanden, aber heute erkenne ich wie dumm das ist.

Dieses Alleinsein habe ich nun bis zum Exzess betrieben, aber nun kann ich so nicht mehr!

Manchmal habe ich das Gefühl verrückt zu werden wenn ich allein bin und doch dringend jemanden zum reden bräuchte.

Dazu kommt mein Kopfkino bei dem ich mir alles mögliche ausmale und spinne.

Das ganze ging "gut" (auch nicht wirklich) bis Sommer 2010, dann verlor ich meinen Job bei einer Zeitarbeitsfirma betriebsbedingt, war dort einige Jahre und habe mich fachlich recht gut etabliert.

Gleichzeitig ist mein Vater verstorben.

Überhaupt hab ich kaum Verwandte mehr, alle verstorben, was mich auch teilweise runterzieht.

Immer schon war ich ziellos, alles was ich bis dahin beruflich gemacht habe, war mehr oder weniger fremdbestimmt.

So kam es, dass ich dann irgendwas machen sollte, ich dort und dorthin bin und festgestellt habe, das will ich doch gar nicht, nein das kann ich auf keinen Fall.

Dann habe ich es jeweils "hingeschmissen", wohl wissend auf die Gefahr hin als faul, unfähig usw. bezeichnet zu werden, was oft genug passiert ist.

Es war mir egal, ich hab mich abgeschottet.

Nach der Kündigung 2010 fing das ganze wieder an, ohne genau zu wissen, was, wohin und überhaupt in meinem Fach (oder doch lieber ganz was anderes?)

Hab mich also beworben, hab was bekommen was ich so nicht wollte und habe wieder versagt.

Dann dieses Jahr war ich überwiegend arbeitslos, war kurze Zeit wieder durch eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt und habe dort wieder fachlich mir einen Namen gemacht.

Dann sollte ich wieder woanders hin, wo ich aber nicht hin wollte und habe wieder hingeschmissen; daraufhin war ich wieder arbeitslos, habe also wieder versagt, wie schon so oft.

Oft, immerzu blicke ich neidisch auf Renter oder die kurz davor stehen, die müssen sich diesen Kram den ich bis jetzt erlebt habe, nicht mehr antun und die Aussicht, dass ich noch über 30 Jahre arbeiten muss, unter diesen Umständen, macht mir Angst, zieht mich total runter.

Dabei bin ich nicht faul, ich arbeite gerne!

Mein Lebenslauf liest sich seit 10 Jahren gut, alles baut aufeinander auf, hab mich selber weitergebildet in den Jahren und doch erkenne ich nicht wie "gut" das ist.

Vielleicht will ich gar nicht, das das gut ist?

Weil ich mich als ganz kleines Rädchen fühle, Größerem nicht gewachsen.

Dabei ist das was ich tue, nichts Größeres auf der Karriereleiter.

Oft frage ich mich, für was das alles.

Ich scheine keinen Funken Motivation zu haben, alles weg, innerlich "tot" was das betrifft.

So fällt es nicht schwer, etwas hinzuschmeissen.

Ich weiß aber auch nicht, was früher meine Motivation war.

Meine Bewerbungen während meiner Arbeitslosigkeit waren immer mit angezogener Handbremse – aus (großer) Angst mich irgendwo wiederzufinden wo ich nicht hin will, Angst überrumpelt zu werden, gelinkt zu werden – und wieder zu versagen.

Diese Angst (die eigene Urteilsfähigkeit scheint nicht zu funkionieren) ist auch stets bei Vorstellungsgesprächen oder Job Antritten für andere spürbar.

Das Motto, halte durch und bewirb dich woanders, das scheint bei mir nicht zu gelten, ich schmiss jeweils sofort hin, totales Blackout jedesmal.

Früher hat mal jemand zu mir gesagt, ich gehöre dorthin geprügelt wo ich jeweils nicht hin will...

In solchen Situationen möchte ich mich irgendwo anlehnen und mich ausheulen können.

Genau, ausheulen, wie ein kleines Kind, das nicht in den Kindergarten will.

Aber da ist niemand!

Kann man so zart besaitet sein?

So wenig Selbstvertrauen haben?

So wenig Rückgrat haben?

So ziellos sein?

Jemand brauch nur sagen, ohje was hast du denn da wieder angefangen, usw. und schon bin ich down – und den Rest kennt man.

Ich habe nicht vor, mein Leben um 180° zu drehen; ich möchte durchaus zurückgezogen leben, aber ich brauche soziale Beziehungen!

Das würde vieles leichter machen glaube ich.

So kann ich jedenfalls nicht mehr weiter machen, da geh ich kaputt!

War vor ein paar Monaten bei einem Coach (weiblich), zum Informationsgespräch, aber ich bin nicht sicher ob sie mich und meine Problematik verstanden hat.

Das Gespräch war für 1 Stunde angesetzt aber ich hätte noch gut 2 weitere Stunden reden können.

Sie meinte, das klingt auch nach Midlife Crisis.

Möglich, aber dann kommen eben noch die anderen beschriebenen Sachen dazu.

Das ist jetzt nur ein kurzer Abriss.

Wenn ich alles schreibe, dann würde das das Forum sprengen.

Danke erstmal fürs Lesen.

Antworten
rjandomn0ameibsra)ndoxm


ich als 14 jähriger kann das zwar nicht gut einschätzen aber ich geb hier mal trotzdem meine meinung ab

So wie ich das versteh haste du einfach keinerlei antrieb mehr und auch keinerlei soziale kontakte die dich wieder "zurück ins leben" bringen könnten

den einzigen Ausweg den ich da sehe ist dich vllt mal bei nem Job bewerben den du wirklich KANNST. Jeder mensch kann irgendwas. wenn du das gefunden hast musst du nur mit genug selbstvertrauen dich in den Job reinhängen da du wie du sagtest auch spaß an arbeit hast.

was du vllt auch mcahen könntest sind ein paar alte schulfreunde oder so wiederzufinden, ich weiß jetzt aber net ob du so gute erinnerungen an die schulzeit hast

hoffe ich konnt bissl helfen

Pserfor&mer


Hi, danke für Deinen Beitrag.

So wie ich das versteh haste du einfach keinerlei antrieb mehr und auch keinerlei soziale kontakte die dich wieder "zurück ins leben" bringen könnten

Ja, so empfinde ich es.

den einzigen Ausweg den ich da sehe ist dich vllt mal bei nem Job bewerben den du wirklich KANNST. Jeder mensch kann irgendwas. wenn du das gefunden hast musst du nur mit genug selbstvertrauen dich in den Job reinhängen da du wie du sagtest auch spaß an arbeit hast.

Das was ich mache, das kann ich ja auch gut.

Ich wüsste auch nicht, was ich sonst machen könnte.

Trotzdem meine ich immer zu versagen.

was du vllt auch mcahen könntest sind ein paar alte schulfreunde oder so wiederzufinden, ich weiß jetzt aber net ob du so gute erinnerungen an die schulzeit hast

Hab mich sogar extra bei Facebook (ohne Foto) angemeldet und dort fast alle gefunden, die ich früher mal gekannt habe.

Eine hab ich angeschrieben, wir wollte uns mal treffen, aber es ist im Sand verlaufen, wir schreiben nur ganz selten.

Sie hat halt ihr eigenes Leben.

hoffe ich konnt bissl helfen

Ja, klar. :-)

kfnuffteltjxe


Hallo :-)

Und was ist mit den anderen? Schreibe die anderen doch einfach mal an :)z

Wie wäre es mit einem Sportverein oder sowas? Da lernst du andere Leute kennen und gesund ist es ebenso ;-)

PperfoRrmer


Und was ist mit den anderen? Schreibe die anderen doch einfach mal an

Ja, ich zögere schon seit langem.

Mit Facebook will ich selber ja eigentlich gar nichts zu tun haben.

Hab mich nur angemeldet in meiner Verzweiflung um mit Leuten in Kontakt zu kommen.

Und ich will daher auch kein Foto von mir reinstellen.

k_nuffexltje


Ist doch nicht schlimm, wenn du kein Foto reinstellst. :-) Viele meiner Freunde haben auch keine Fotos drin und bisher hat es keinen gestört :-)

Tu es einfach ;-) Nichts ist schlimmer, als ewig darüber nachzudenken, ob man etwas machen soll. Auf auf! :)^

PUerfAormexr


Nichts ist schlimmer, als ewig darüber nachzudenken, ob man etwas machen soll.

Das ist wahr.

Aber wenn ich es dadurch schaffe, dass ich jemanden finde, der mir zuhört, der mich versteht, usw. und dadurch unter Umständen erfolgreicher werde, aufblühe:

Will ich das überhaupt?

Das ist glaub ich die entscheidene Frage.

Vielleicht brauche ich es ja, als mehr oder weniger seelisches Wrack durch die Gegend zu laufen?

kHnuffReltjxe


Ich habe nicht vor, mein Leben um 180° zu drehen; ich möchte durchaus zurückgezogen leben, aber ich brauche soziale Beziehungen!

Das hast du vorhin geschrieben.

Ich würde sagen, du solltest einen Kompromiss finden. Zeit für dich, Zeit, zurückgezogen zu sein, aber du brauchst auch Freunde.

Vielleicht bist du schon so lange allein, dass du das Gefühl gar nicht mehr kennst, wie es ist, richtig gute Freunde zu haben.

Vielleicht brauche ich es ja, als mehr oder weniger seelisches Wrack durch die Gegend zu laufen?

Das kannst nur du selbst dir beantworten. Denke gut darüber nach. Was musst du dafür opfern, um als seelisches Wrack durch die Gegend zu laufen? Was verpasst du?

P%erf\ormexr


Was musst du dafür opfern, um als seelisches Wrack durch die Gegend zu laufen? Was verpasst du?

Wenn ich es vorziehe, so weiter zu machen, dann werde ich sozial absteigen, an Ansehen verlieren, z.B. in der Nachbarschaft zunächst mal.

Immer wieder Jobs hinwerfen, sich weiter als Versager fühlen, von "Stütze" leben, Hartz4 halt.

Dann bin ich irgendwann 40 und dann ist auf dem Arbeitsmarkt bald schluss mit dieser Biographie falls sie sich bewahrheitet.

ktnuffe8lnt8je


Siehst du? Es leidet deine Karriere, aber was das übelste ist, du würdest dich weiter als Versager fühlen. Und so sollte es nicht sein!

Du solltest dich gut mit dem fühlen, was du bist und so geht das nicht.

PDer_formxer


Dabei bin ich gar nicht auf Karriere aus, bin nicht der Typ dafür.

k$nu2ffelt'je


Musst du auch nicht. Es wirkt sich nur negativ auf dich selbst aus, wenn du weißt, es läuft mit der Arbeit nicht.

Wie du geschrieben hast, dann fühlst du dich als Versager und so soll es nicht sein...

Wie ist es denn mit den alten Kameraden in Facebook, hat sich da was getan?

Und sag, wäre sowas wie ein Sportverein/Schützenverein/etc. etwas für dich? Was machst du denn gerne, wie verbringst du deine Zeit?

P=erUfoNrmer


Es wirkt sich nur negativ auf dich selbst aus, wenn du weißt, es läuft mit der Arbeit nicht.

Wie du geschrieben hast, dann fühlst du dich als Versager und so soll es nicht sein...

Ja, aber das bin ich doch, wenn ich immer wieder hinschmeiße und davonlaufe.

Wie sieht das auch aus?

Wie ist es denn mit den alten Kameraden in Facebook, hat sich da was getan?

War da noch nicht so aktiv bis jetzt.

Und sag, wäre sowas wie ein Sportverein/Schützenverein/etc. etwas für dich? Was machst du denn gerne, wie verbringst du deine Zeit?

Sportverein wäre denkbar, ABER:

Dann fängt es wieder an mit der Motivation: Für was eigentlich ist immer die zentrale Frage, bei vielen Sachen mittlerweile, und wenn ich nur ein Buch kaufe, z.B.

Dann hab ichs gelesen, und dann?

Oder ein Kochrezept ausprobieren?

Ok, hat geklappt, hat geschmeckt, mir zumindest, wem auch sonst? Und nun?

k%nuf{fePltxje


Ja, aber das bin ich doch, wenn ich immer wieder hinschmeiße und davonlaufe.

Wie sieht das auch aus?

Sieh es doch mal von dieser Seite:

Du wirfst zwar vieles hin und läufst davon. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man am Boden liegen bleibt und heult, oder wieder aufsteht.

Du bist gerade dabei, wieder aufzustehen. Alles was du in deinem ersten Post geschrieben hast, war sehr mutig. Du hast dich selbst bilanziert, ohne Scheu, alle deine Fehler, und das können nur wenige Menschen.

Du bist es wert, dass du wieder aufstehst! Selbst wenn du davonläufst und fällst, das Aufstehen danach zählt.

Sportverein wäre denkbar, ABER:

Dann fängt es wieder an mit der Motivation: Für was eigentlich ist immer die zentrale Frage, bei vielen Sachen mittlerweile, und wenn ich nur ein Buch kaufe, z.B. Dann hab ichs gelesen, und dann? Oder ein Kochrezept ausprobieren? Ok, hat geklappt, hat geschmeckt, mir zumindest, wem auch sonst? Und nun?

Brauchst du denn einen Grund dafür?

Ich glaube für sowas gibts kaum einen Grund, außer einen:

Man macht es für sich selbst.

P#e+rfLormxer


Du wirfst zwar vieles hin und läufst davon. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man am Boden liegen bleibt und heult, oder wieder aufsteht.

Aber liegenbleiben wäre einfacher, bequemer.

Ich habe seit gestern eine neuen Job.

Noch ist unklar, wo ich eingesetzt werden soll.

Man hat mich jetzt mal vorübergehend ganz weit weg eingesetzt.

War gestern dort.

Heute war ich in der Firmenzentrale eingesetzt.

Auf dem Weg zur Arbeit ist mir wieder total schlecht geworden, aus Nervosität, aus Angst, die Ungewissheit, wo ich eingesetzt werde, und ob ich dauerhahft an den weit entfernten Ort muss, ob ich allem gewachsen sein werde, wer die neuen Koll. sein werden, usw.

Schon heute wieder Angst vor Sonntag (absoluter grauenvoller Grübeltag, besonders jetzt im Herbst, bei dem der Kopf platzt) und vor Montag mit Ausblick auf die ganze lange Woche.

Hab mich dann schnell auf ein Bahnhofsklo verzogen um auf die "Dinge" zu warten die da kommen.

Wie damals als 16jähriger, mit 19, mit 21, usw.

Damals wäre ich wieder nach Hause gefahren , aber heute hab ich mir gedacht, das kannst du absolut nicht bringen!

Schon allein wegen meiner Mutter, die das Theater eben schon so lange von mir kennt.

Nun kränkelt sie selber etwas, da muss ich Rücksicht nehmen.

Also bin ich weiter zur Arbeit gefahren, und die Übelkeit ist langsam verflogen.

Klar hab ich mich trotzdem beschissen gefühlt.

Aber es ging dann.

Man macht es für sich selbst.

Ja, aber dann muss man mit sich rundum zufrieden sein.

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