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Trotz starker Medikamente erneut depressive Episode

mmarioZ89 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

seit letztem Jahr nehme ich Antidepressiva (Citalopram 40mg und Mirtazapin 30mg) und seit 2 Wochen habe ich eine starke depressive Episode, mit allem was dazugehört: Konzentrationsschwierigkeiten, mießerable traurige Stimmung, suizidale Gedanken.

Ich dachte mit der hohen Dosierung der o.g. Medikamente wäre ich auf der sicheren Seite, allerdings sagt mir meine Psyche die letzten zwei Wochen was völlig anderes (wird fast täglich schlechter).

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Problemen trotz Antidepressiva? Ich verzweifle fast und denk, wenn mir die Pillen schon nicht helfen können, wer dann?

Vielen herzlichen Dank allen Antwortern!!!

Antworten
S+chil9dkrOöte00x7


Jo Mario,

Antidepressiva aller Sorten über Jahre und trotzdem keine Besserung. Nicht alle Ursachen von Depressionen lassen sich mit Antidepressiva bekämpfen, sondern nur die Ursachen, welche auch durch diese Tabletten behoben werden.

Deine Dosierung finde ich allerdings nicht hoch, sondern "normal". Also für Extremfälle (vielleicht bist du einer) kann es sein, dass die Mittel zu schwach sind. Wie schätzen die Ärzte dich denn so ein? Gibt es eine genaue Diagnose und bekannte Ursachen?

Die neueren Antidepressiva wie Citalopram sind relativ schwach und es gibt für therapieresistente Menschen noch ein paar Möglichkeiten, die Ärzte allerdings nur einsetzen, wenn die leichteren Mittel nicht klappen.

Baru#cex21


Hallo Mario,

Vielleicht muss du medikamentös anders eingestellt werden,besprich das mal mit deinem Psychiater.

Konzentrationsschwierigkeiten, mießerable traurige Stimmung, suizidale Gedanken

Hast du oder dein Arzt schonmal an eine stationären Therapie gedacht?Bei Suizidgedanken ist das meiner Meinung nach auf jedenfall angebracht,und wenn diese Gedanken schon sehr konkret sind ist dies unumgänglich!!

S&inn2estäxter


Hat jemand Erfahrungen mit solchen Problemen trotz Antidepressiva?

Ja, regelmäßig. Nach meiner Erfahrung helfen Antidepressiva oft nur, die Episoden abzumildern. Insbesondere dann, wenn man die Medikamente – wie eigentlich so vorgesehen – über einen längeren Zeitraum in derselben Dosierung einnimmt.

Meine Laientheorie dazu: Das Hirn will krank sein, und gleicht einen veränderten chemischen Ist-Zustand langsam selbst wieder aus, hin zum gewünschten Depri-Soll-Zustand.

Mein Laienmittel dagegen: Den chemischen Ist-Zustand häufiger mal verändern. Dann kommt das Hirn mit dem Anpassen nicht mehr hinterher ;-D

Ich mache das selbst, aber dir würde ich raten, zum Arzt zu gehen, damit deine Medikation überdacht und ggf verändert wird.

mEaryi<o89


Vielen lieben Dank für die Antworten.

Wie schätzen die Ärzte dich denn so ein? Gibt es eine genaue Diagnose und bekannte Ursachen?

Die Diagnose ist schwere Depression, gesichert durch die Insitutsambulanz der Psychiatrie. Ursachen sind u.a. Tod der Mutter 2003, Leistungs- und Erfolgsdruck, allerdings ist auch ein endogener Anteil sicherlich vorhanden.

Alledings hab ich geglaubt durch die Medikamente "abgesichert" zu sein, jedoch muss ich darüber wohl nochmals mit meiner Psychaterin drüber reden, sofern ich dieses Jahr noch einen Termin bekomm :-(

S/chipl;dLkrötxe007


Für harte Fälle ist es auch heute manchmal noch sinnvoll zu den Antidepressiva noch eine Lithium Therapie zu machen. Damit kann die Wirksamkeit der Medikamente enorm gesteigert werden.

Das ist ein starkes Medikament und Überdosierungen sind relativ gefährlich, weshalb es nur erfahrene Psychiater machen sollten. Frag deine Psychiaterin mal, ob sie so etwas in ihrer Praxis macht und was sie davon hält. (Nach MAO-Hemmern kannst du sie auch fragen)

Sollten Medikamente letzten Endes überhaupt nicht anschlagen, werden von den Krankenkassen auch die Elektrokrampftherapien bezahlt. Diese haben die höchste Trefferquote von allen Therapieformen und sollten deshalb von allen schwer Depressiven als Motivation im Hinterkopf bleiben.

Zowack)4x4


Hallo mario89, die Tageshöchstdosis von Citalopram ist 60 mg, die tägliche Erhaltungsdosis von Mirtazapin 30-45 mg - somit noch etwas Luft nach oben. Trotzdem tendiere ich dazu, Dir zu einem Medikamentenwechsel zu raten. Es kommt vor, dass ein AD seine Wirkung plötzlich verliert (ist mir auch schon passiert) - man versteht die Welt nicht mehr, weil es bis dahin die Depressionen ja erfolgreich unterdrückt hat. Suizidgedanken sind immer eine Aufforderung, sofort seinen Psychiater aufzusuchen, denn man kann in einen Strudel geraten, aus dem man sich nicht mehr befreien kann. Ich wünsche Dir gute Besserung.

Spchuminrh/o6x9


Alledings hab ich geglaubt durch die Medikamente "abgesichert" zu sein, jedoch muss ich darüber wohl nochmals mit meiner Psychaterin drüber reden, sofern ich dieses Jahr noch einen Termin bekomm :-(

warum einen termin abwarten, würd einfach hingehen und halt dann die längere wartezeit in kauf nehmen. die werden dich wohl kaum wieder heimschicken.

zu den ad´s. hab in den letzten 10 jahren bestimmt 8-9 verschiedene probiert, auch in höhreren dosen, wie du beschreibst. geholfen hat mir bisher nur eins, trevilor bzw. venlafaxin (225 mg/Tag). problem ist aber auch da, das die wirkung nur bis zu einem gewissen grad eintritt, d. h. mich stabilisiert und die schlimmsten zustände verhindert, aber ich immer noch unter fehlendem antrieb und lebensfreude leide.

werd demnächst in eine tagesklinik gehen, mal schauen. ambulante psychotherapie mach ich schon seit einem jahr, hilft zwar gut aber die umsetzung der guten ratschläge und tipps scheitert meiner meinung nach oft an der begrenzten wirkung des ad´s bei mir.

halt uns jedenfalls auf dem laufenden,

grüße

thomas

Z6waczk4(4


Schuminho69, manchmal kann man solche wie von Dir beschriebenen Situationen mit einer AD-Kombi erfolgreich behandeln. Mir fehlte unter Cymbalta auch der Antrieb. 1.5 mg Bromazepam dazu, und ich bin ein richtiges Energiebündel geworden.

FNla9ck


1.5 mg Bromazepam dazu, und ich bin ein richtiges Energiebündel geworden

Ein Benzo hat aus Dir ein Energiebündel gemacht? Wäre das dann eine paradoxe Reaktion?

S2unEflotw$erx_73


Benzodiazepine sollte man mit Vorsicht und nur sehr kurzfristig einnehmen. Und sie sind eigentlich nicht grundsätzlich indiziert beim Depressionen!

Was es sonst noch zu sagen gibt:

Die Medikamente sind weder stark noch ist die Dosis besonders hoch. Es klingt eher nach "1. Versuch einer antidepressiven Medikation". Entweder muss die Dosis erhöht werden oder ein Medikamentenwechsel in Erwägung gezogen werden. Sprich' mit Deinem Psychiater drüber! Denn AD's können auch ihre Wirksamkeit verlieren.

Außerdem sollten AD's immer mit Therapie kombiniert werden... um wirklich mit der Krankheit umgehen zu lernen. Machst Du Therapie?

Abgesehen von der Medikamenten-Frage:

Ist etwas Besonderes passiert? Denn ein AD ist keine Wunderpille... es kann helfen... aber schützt nicht vor belastenden Problemen/Situationen. Man kann auch trotz AD abstürzen, wenn etwas belastet. AD's sind keine "happy pills". Depressionen verlaufen zudem oft auch schwankend; d.h. es gibt gute und schlechte Phasen. Vielleicht lag die Verbesserung nicht am AD, sondern es kam einfach so eine gute Phase – die jetzt (leider) vorbei ist.

Bitte sprich' mit Deinem Arzt. Und – falls es noch nicht der Fall ist – fange eine Therapie an, wo Du lernst, mit der Krankheit umzugehen.

Sjchcildkröhte00x7


1.5 mg Bromazepam dazu, und ich bin ein richtiges Energiebündel geworden.

Das klingt aber interesssant. Bei so einer kleinen Dosis habe ich so etwas noch nie gehört :)D

Z|wacxk44


Ja, Schildkröte007, es gibt halt Psychiater mit goldenen Händchen.

Z`wackx44


Ein Benzo hat aus Dir ein Energiebündel gemacht? Wäre das dann eine paradoxe Reaktion?

" ... zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen."

Wissen wir denn immer so genau, WAS uns eigentlich ausbremst?

F9lqacxk


Wissen wir denn immer so genau, WAS uns eigentlich ausbremst?

Nein, das ist nicht so einfach zu wissen. Solche Antworten können in einer Therapie kommen, das schaffen Medikamente nicht.

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