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Anankastische Persönlichkeitsstörung (Gewissenhaftigkeit)

ISchbfrauchleh~ilxfe hat die Diskussion gestartet


Nachdem ich nach meiner letzten Therapie gescheitert bin, mit meiner Persönlichkeitsstörung "richtig" umzugehen, wage ich derzeit einen neuen Versuch. Ich mache eine Therapie und suche hier den Erfahrungsaustausch mit Leuten, die die selbe Persönlichkeitsstörung haben und Tipps geben können.

Im privaten Bereich äußert sich meine Krankheit z.B. dadurch, dass ich auf bestimmte "Regeln" beharren "muss", obwohl ich dagegen ankämpfe. Z.B. werde ich schrecklich wütend, wenn mein Freund Müll in der Küche liegen lässt, statt ihn gleich wegzuschmeißen. Ich weiß in dem Moment, dass meine Persönlichkeitsstörung am Wirken ist, trotzdem kommt in mir eine schreckliche Wut hoch und ich muss mich anstrengen, ihm ruhig zu sagen dass er es vergessen hat (Ziel ist, es nicht mehr persönlich zu nehmen, es wegzuwerfen und gut ist).

Eine weitere Situaion: es gibt im Haus ein Zimmer, welches furchtbar unaufgeräumt ist (nicht meine Schuld, war bei meinem Einzug schon so) und welches mich richtig belastet, weil ich gerne alles sauber und ordentlich hätte. Dinge aus dem Zimmer einfach wegzuwerfen geht meinem Freund gegen den Strich, es sind hauptsächlich seine Sachen. Nun könnte ich ja trotzdem mal ausmisten, aber dieses Zimmer überfordert mich und ich zeige die typischen Symptome: Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, Putze schon obwohl beim Regale ausräumen eh wieder alles dreckig wird, Räume von a nach b ohne wirklichen Sinn. Ende vom Lied ist dass ich sauer auf meinen Freund bin, weil er es hat so verkommen lassen. Ziel wäre hier alles nach und nach anzugehen und nicht alles auf einmal machen zu wollen.

Nur wie gehe ich in den beiden Fällen am Besten vor? Ich weiß dass das Problem bei mir liegt, aber ich kann in bestimmten Situationen nicht gegen die Störung ankämpfen. Vielleicht hat jemand Tipps für mich :)z @:)

Antworten
Fflaxck


Im ersten Fall: In bitten, dass er sich anpasst, so dass er es mit der Zeit seltener vergisst.

Im zweiten Fall: Lass das Zimmer einfach sein. Lass ihm dies eine Zimmer. Kümmere Dich um den Rest.

Irchbra!uchlehilfe


Hallo Flack,

danke für Deine Antwort. Leidest Du auch unter dieser Störung?

Im ersten Fall bringt es nichts, ich habs ihm schon 100 mal gesagt, er kann nichts dafür dass er es immer wieder vergisst. Im zweiten Fall ist es so, dass dieses Zimmer mal eines der Kinderzimmer werden soll, daher kann es auf Dauer nicht so bleiben ;-)

Ich komme gerade von meiner Therapie und hab mit meinem Therapeuten unter anderem diese beiden Themen behandelt. Er meinte, wenn ich etwas sehe, was mich stört, wie eben z.B. was, was er liegen hat lassen, soll ich üben nicht alle Aufmerksamkeit darauf zu lenken, d.h. ich soll üben dass es mir nicht den Augenblick versaut und somit keine große Wut aufkommt. Ich soll immer versuchen das Gesamte zu sehen und mich nicht auf diesen Moment zu versteifen. Also mir sagen "gestern war er besonders lieb" oder "ich hab so eine liebe SMS bekommen" oder einfach, dass ich heute gut geschlafen hab oder das Wetter ist schön oder sowas eben. Einfach was Positives finden, was das schnell ausgleicht.

Im zweiten Fall geht es ja um die Hilflosigkeit, in dem Moment nicht zu wissen, wo ich zuerst anfangen soll. Wenn es soweit ist, Zeitung lesen bzw. eben ablenken aber dann den Anschluss nicht verlieren, mit einem Lied auf den Lippen weitermachen und wieder versuchen, das Ganze zu sehen und eben das Ziel, dass die Aufgabe an sich nicht unlösbar ist... und die Ziele niedriger stecken. Ein halbwegs aufgeräumtest Zimmer schaffen, nicht einen sterilen Raum.

Außerdem hab ich heute beim Therapeuten das Thema Kinderwunsch angesprochen. Dazu hab ich schon in nem sehr verwirrten Moment einen Thread aufgemacht, in dem ich dann aber mit "guten" und "richtigen" Ratschlägen überhäuft worden bin und das Schubladendenken sehr präsent war, ohne dass die Situation genau erfasst oder erfragt worden wäre, daher schau ich da auch garnicht mehr rein, weil man sich eben auch erstmal mit der Krankheit befassen muss und nicht denken darf "Persönlichkeitsstörung = Boderline".

Jedenfalls war die Meinung meines Therapeuten dazu sehr gut, er wollte wissen, wie ich mir das in Zukunft vorstelle und meinte, das wäre ein guter Weg für mich und meine Situation. Ich muss nur lernen, das leben "unschärfer" zu sehen und bestimmte Situationen nicht zu scharf zu betrachten, man kann einen Teil eines Lebens wie z.B. eine Krankheit nicht scharf sehen, und alles andere unscharf. Und alles scharf sehen, dann würd ich bei jeder Situation emotional voll reagieren, wenn es regnet und mich das traurig macht müsste ich weinen, wenn die Sonne scheint müsste ich lachen. Aber das Leben funktioniert nicht so. Ich hab dazu viel gelesen die letzten Tage und die Stunde heute war auch super dazu.

Die anankastische Persönlichkeitsstörung ist übrigens weit verbreitet, ca. 1 % aller Menschen haben sie. Und ich kann mir denken dass viele das garnicht wissen, und noch weniger versuchen, etwas dafür zu tun dass das Leben besser wird.

Meinen Termin heute beim Neurologen, vor dem ich Angst hab, hab ich auch angesprochen und auch hier war mir mein Therapeut eine Hilfe. Er hat mir die Situation des Neurologen geschildert, dass der eben nur eine bestimmte Zahl an Stunden krank schreiben darf, sonst fällt seine Praxis aus der Reihe. Und der Neurologe muss wissen, wieviel Zeit ich brauche. Darüber werde ich heute mit ihm reden.

Man muss alles einfach etwas lockerer angehen und eben nicht so zwanghaft ;-) Dann wird alles besser @:)

F8lack


Nein, ich habe diese Probleme nicht. Aber auf meine ex Partnerin trifft vieles zu. Und es wurde besser, als ich mich einerseits angepasst habe, andererseits einen Freiraum, einen Bereich hatte, wo ich es machen konnte, wie ich es wollte.

Wegen dem Zimmer. Wenn er damit einverstanden ist, dass es aufgeräumt werden soll, dann könnt Ihr vielleicht zusammen einen Plan erstellen.

Zum Beispiel: Er sichtet alles und markiert, was er behalten will. Danach kannst Du systematisch vorgehen: alles umräumen in einen andern Raum und gleichzeitig grob sortieren. Dann überlegen, wie der Raum aussehen soll. Dann neu ausstatten, zuerst mit Möbeln, dann geordnet zurückräumen.

Ich habe den andern Faden angeschaut. Ich finde auch, dass er ein wenig aus dem Ruder lief.

I.n-KMog /Nitxo


weil man sich eben auch erstmal mit der Krankheit befassen muss und nicht denken darf "Persönlichkeitsstörung = Boderline".

:(v

Das hat keiner gesagt. Generell wird auf das geantwortet, was der TE erzählt – das ist das Wesen eines Forums. Wenn Du Dich aufgrund der Reaktionen auf Deine eigenen Aussagen mißverstandne fühlst, solltest Du das Medium Forum an sich besser meiden.

F&lack


@ In-Kog Nito

Die Entscheidung, welchen Rat sie annehmen will und kann, und welchen nicht – ob sie in Foren schreiben will oder nicht, liegt alleine bei ihr. Wieso hier noch nachtreten?

Ign-Ko}g Nixto


Aber es tritt doch keiner nach.

Es stimmt nur einfahc nicht. wir wollten ihr doch echt einen rat geben. :|N du würdest dich da auch komisch vor kommen, wenn du dir über fremde leute nen kopf machst, alles aufschreibst, was dir als hilfe einfällt und dann wird unterstellt, nur in schubladen zu denken. echt schade. :-( und dann wird flux ein neuer faden aufgemacht. da ist die frage, wer da nachtritt.

I?chbraPuchehxilfe


@ Flack

Darf ich Dich fragen, weshalb Du Dich von Deiner ExPartnerin getrennt hast bzw. weshalb es auseinander gegangen ist?

Anpassen geht bei meinem Schatz in dieser Beziehung halt irgendwie nicht. Aber ich hatte heute Abend schonmal einen Fortschritt, er hatte wieder was vergessen, ich hatte zwar trotzdem den Drang, ihm das mitzuteilen, tat dies aber ohne genervten Unterton und fühlte mich auch viel besser, da ich mich darauf besann wie sehr ich ihn liebe. Diese Situation war heute sehr einfach für mich.

Freiraum hat er, denke ich, auch außerhalb dieses Zimmers. Es gibt im Keller einen Hobbyraum, der ganz Seins ist, und die Garage, und seine Hobbies sowieso (und das sind einige, was ich sehr gut finde).

Er ist schon einverstanden, dass es sich verändert, wir wollen ja beide ein Kinderzimmer da haben. Der Tipp dass er alles sichtet ist sehr gut, so werden wir es machen. Ich will ja auch nichts wegtun woran er hängt. Und so weiß ich auch, was alles da ist und erfahre nebenbei noch mehr über ihn, wenn er mir Erinnerungen an die Gegenstände erzählt :-)

Die Möbel können denke ich so bleiben, da sie auch auf den Raum zugeschnitten sind. Ein Bett passt gut rein, eine Schrankwand mit integriertem Schreibtisch ist drin. Das kann man dann immernoch irgendwann rauswerfen.

Generell bin ich gerade guter Hoffnung. Das Gespräch mit dem Neurologen lief heute ganz gut, auch wenn ich weiterhin eine Antipathie gegen ihn habe. Ich werde meinen Therapeuten das nächste mal darauf ansprechen, wieviel Sinn es macht den Neurologen tatsächlich zu wechseln.

Zu dem anderen Thema habe ich eigentlich nicht mehr viel zu sagen, außer dass ich es ziemlich scheinheilig finde, in einem Thread zu prahlen, wie schön böse man doch ist, sich damit brüstet, Fachpersonal zu sein, sich dann aber so (wie im anderen Thread) verhält, und dann auch noch überrascht ist wenn das nicht gut ankommt bzw. wenn es einem schlicht zu blöd ist, gegen vorgefertigte Meinungsmühlen anzukämpfen. Ich muss mich niemandem erklären und schon garnicht rechtfertigen. Und wenn es einer Hand voll Usern nicht passt, dass man nicht auf Schritt und Tritt ihren Empfehlungen folgt und deshalb das ganze zur Hetzjagd quer durchs Forum macht, kann ich auch nicht weiterhelfen. Ich muss und werde nicht darauf reagieren, und beeindrucken tut mich das ganze auch nicht. Wenn meine Threads dadurch ersterben, dann soll es halt so sein. Trotzdem geht mir so ein Verhalten am Allerwertesten vorbei. Das wird meine einzige Stellungnahme zu dem Thema sein, egal wieviele Provokante Antworten darauf noch folgen.

Fplxack


Na ja, wenn Ihr noch ein bissi streiten wollt, bitte :-)

Weshalb es auseinander gegangen ist... ich fühlte, sie sei immer unzufrieden, ständig mit dem Gefühl, sie werde nicht respektiert, nicht unterstützt, nicht geschätzt, egal, was auch immer ich tat. Das war mir dann mal genug, und ich habe sie verlassen.

Es hiess hier schon oft, sogenannte "Persönlichkeitsstörungen" seien nicht heilbar. Das finde ich zu absolut formuliert. Es mag schwierig sein, aber nicht unmöglich. Natürlich muss man es wollen, und auch einen wirklich guten Therapeuten finden. Zudem sollte man Diagnosen auch nicht überbewerten, sie sind eher Arbeitshypothese für den Therapeuten, und auch dem Zeitgeist unterworfen.

FUlacxk


du würdest dich da auch komisch vor kommen, wenn du dir über fremde leute nen kopf machst, alles aufschreibst, was dir als hilfe einfällt und dann wird unterstellt, nur in schubladen zu denken.

Ich war schon frustriert, dass ich einfach ignoriert wurde. Seither schreibe ich nur, wenn ich Lust habe, und es ist auch ok, wenn es keine Reaktion gibt.

Mir ist es schwierig zuzuhören, mir eine andere Sichtweise zu überlegen, wenn darin die Ausdrücke, "du sollst, du musst, das geht nicht" usw. vorkommen. Ich werde jeweils bockig, wenn ich diese Worte höre.

I%n-Ko<g Nito


..... dass ich "böse" bin, wurde mir attributiert.

Und nur, weil ich in dem Bereich tätig bin heißt das noch lange nicht, dass ich immer buttertriefend verständnisvoll auftreten muß. aber am besten machst du noch mal einen faden auf, vielleicht redet da dann jemand so, wie Du möchtest.

@ flack

sorry.

F4laxck


@ In-Kog Nito

Jetzt bin ich ein bisschen verwirrt... Wieso sorry? Ist doch alles schön :-)

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