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Komm mit meinem Leben nicht klar... Zukunftsangst, alles unklar

Skcreednagxer hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich bin 21 und habe 2009 Abitur gemacht... seitdem geht für mich aber irgendwie alles abwärts. Ich habe mir ein Jahr mehr oder weniger eine Auszeit genommen, um herauszufinden was ich machen möchte. Hab mich dann relativ schnell für ein Studium (Englisch/Geschichte) entschieden und das dann im Herbst 2010 begonnen, bin aber überhaupt nicht damit klargekommen... neue Leute, neue und hohe Erwartungen, raus aus meinem gewohnten "Mikrokosmos" und der Sicherheit und Routine der Schule, so viel Druck... Irgendwann hatte ich nur noch Heulkrämpfe und sogar Suizidgedanken. Wollte dann dieses Jahr eine Ausbildung beginnen, davor war aber genau dieselbe Panik und Angst und der Gedanke "Ich will das eigentlich gar nicht, am liebsten würd ich zurück in die Schule". Hab einfach immer große Angst vor neuen Situationen und kann damit meist überhaupt nicht umgehen. Dazu kommt, dass ich auch sehr wenig Selbstvertrauen habe und mir viele Dinge nicht zutraue bzw. vieles auch gar nicht kann (wurde nicht zur Selbstständigkeit erzogen und als Resultat machen mir heute viele Dinge die für andere normal sind Angst). Momentan bin ich immer noch an der Uni eingeschrieben und gehe auch noch gelegentlich hin, aber das ist einfach nicht mein Lebensentwurf und ich habe auch zu viel verpasst in all der Zeit, um jetzt noch "richtig" weiterzustudieren.

Am liebsten würde ich wirklich in die Schule zurückkehren... ich weiß natürlich dass das nicht geht, aber ich vermisse die Sicherheit, die Routine, immer zu wissen was einen erwartet, und vor allem die Tatsache dass meine Freunde dort immer dabei waren, weil ich mich bei neuen Kontakten jetzt auch sehr schwer tue.

Ich sehe momentan wirklich schwarz für meine Zukunft... Ich denke nicht, dass ich jemals einen Beruf finden werde, dessen Erwartungen mich nicht überfordern bzw. mir Angst machen.

Ich wollte mir jetzt eigentlich auch mal einen Nebenjob suchen, einfach um mal wieder einen geregelten Tagesablauf zu bekommen und mal abgelenkt zu werden, aber auch da wird mir schon mulmig wenn es um das kleinste Maß an zwischenmenschlichem Kontakt geht (ich könnte mich ja blamieren!).

Bin jetzt auch seit ca. einem Monat bei einer Psychotherapeutin in Behandlung und das gibt mir etwas Sicherheit, aber kurzfristige Besserung verspricht das ja auch nicht.

Die meiste Zeit bin ich einfach deprimiert und am Grübeln. :°(

Was könnte ich nur (noch) tun? Bin für jeden Tipp dankbar...

Antworten
Mfoll;ienAchen


Willst Du denn gar nicht (mehr) studieren oder nur dieses Fach nicht?

Hast Du mal darüber nachgedacht, eine Ausbildung zu machen? Das wäre natürlich auch erstmal was Neues und um zwischenmenschlichen Kontakt kommst Du wohl nirgends herum, aber es ist sicherlich etwas "harmloser" als ein Studium und ein entsprechender Job danach.

Wenn Du nicht so ein selbständiger Mensch bist, ist es natürlich schwierig, im Erwachsenenalter das Ruder noch rumzureißen. Klar, eine Therapie kann helfen, aber sich um 180 Grad drehen funktioniert meist nicht.

Ich bin zufrieden in einem Job, der ziemlich viele Routinearbeiten beinhaltet. Das wäre für die meisten schrecklich öde, aber für mich genau richtig. ;-) Kannst ja mal drüber nachdenken.

Hast Du mit der Therapeutin mal über das Thema gesprochen?

S,c@reetna3gexr


Danke für die Antwort.

Ich bin auch mit der Zeit zu der Überzeugung gekommen, dass das System Studium an sich mir wohl nicht zusagt. Und so ein "Routinejob" wäre genau mein Traum ;-D nur ich weiß eben die Richtung noch nicht... bin momentan einfach noch in einer großen Selbstfindungsphase, nur bin ich da eben auch wieder gehemmt. Und es tut schon weh zu sehen, wie alle meine Freunde im Leben vorangekommen, während ich mich irgendwie "zurückgelassen" und nutzlos fühle...

Ja, bei der Therapeutin habe ich die Problematik natürlich schon erwähnt, ist ja auch der Hauptgrund warum ich bei ihr bin. Da waren halt nur noch wenig konkrete Tipps dabei (sie hat mich in der Nebenjobsuche bestärkt und darin, vielleicht bald zuhause auszuziehen), weil es eben auch erst wenige Sitzungen waren.

mIuskBaKtnuxss


Hast ne PN.

mmuska{tnuss


Deinen letzten Beitrag habe ich gar nicht gelesen. Das du unproduktiv bist und alle anderen kommen in ihrem Leben ja so gut weiter, ist oft nur so ein Gefühl. Sieh es doch mal so; Du bist viel schlauer. Du fängst etwas an, hältst inne und schaust nochmal zurück ob es wirklich gut war das Begonnene auch weiter zu machen. Das ist eine sehr gute Eigenschaft und wird dir im Nachhinein tausendmal mehr bringen als stumpf etwas zu verfolgen was einem nicht gefällt. ;-)

S;ctreenaWgxer


:)D

Hat vielleicht noch jemand Ideen/Anregungen? :-)

SFunfHlower_7x3


Gib' der Therapie noch etwas Zeitl. Ein Monat heißt eigentlich, dass noch die Probatorik läuft, wo die Therapeutin Infos sammelt, aber noch nicht so konkret hilft.

Ansonsten:

Welche Bereiche interessieren Dich? Welche Berufe gibt es da? Kannst Du Praktika machen? Selbst wenn Du nur mal für eine Woche irgendwo reinschnupperst...

Ansonsten:

Nicht jeder nimmt den geraden Weg... Ich hab' Abi mit 26 gemacht... erstes Studium geschmissen (z.T. wg. inhaltlicher Dinge, aber auch wg. totaler Überforderung mit der Situation). Zweites Studium war besser, weil auch weniger Druck und auch in anderer Hinsicht leichter.

Jetzt, 5 Jahre nach dem Diplom, habe ich aufgr. diverser Hürden beim Berufseinstieg die Nase einfach nur voll und wünschte, ich hätte etwas anderes studiert. Manche Kommilitonen von mir waren zwischenzeitlich beruflich sogar richtig erfolgreich – aber satteln jetzt auch nochmal um.

Ich kenne das Gefühl, nichts zu erreichen (hab' meine Doktorarbeit quasi abgebrochen), auch. Vielleicht erreichst Du gerade nichts nach außen Messbares. Aber Du lernst Dich besser kennen... Deine Grenzen... und die gehst Du ja sogar in der Therapie an. Das ist viel wert. Zwar kein Fachwissen oder Uniabschluss oder Beruf. Aber etwas, was Dir später in egal welchem Job weiterhelfen wird. Gewaltig. Wenn dann die anderen vielleicht anfangen zu kämpfen und zu hadern. Und Du dann nur lächelnd das Problem bewältigst, weil Du die Kompetenzen dafür erworben hast.

I;n-K(og Nxito


WOW,

Du hast Abitur!

Weißt Du, wieviele Jahre ich dem hinterher gerannt bin?

Mußte nach Fachhochschulreife (19 Jahre alt) erst noch den Weg über Ausbildung (dann 22), Studium im anderen Bundesland (23)und Uniwechsel (25)nehmen....

habe dann das erste Studium nicht bestanden(30), das zweite hat geklappt (34)....

und weißt Du, dass ich 35 !!!! geworden war (okay, Kinder dazwischen), bis ich mit dem Abschluss meines Studiums, welches ich mit FH-Reife (19), später fachgebundener Hochschulreife (25)bestritten hatte, ENDLICH ABITUR hatte.

Du hast da was irre Kostbares.

Du hast den höchsten Bildungsabschluss, der Dir die Chance gibt, Dein Leben nach Deinen Vorstellungen zu schaffen. Millionen von Eltern wollen DAS für ihre Kinder und prügeln sie durch das G8.

Und Du möchtest damit einen ruhigen Bürojob ]:D

okay.

Ihc würde an Deiner Stelle die Beamtenlaufbahn höherer Dienst einschlagen.

Die Ausbildung ist extrem verschult, staubtrocken und erfordert keine Eigeninitiative und Du hast hinterher einen sicheren, ruhigen und abgesicherten Job.

gQagga\guggu


Das mit der Überforderung kenne ich auch bzw das mit der Routine. Ich habe Angst fertig zu werden mit dem Studium: Ich will keine Karriere machen, aber fühle mich so gezwungen nach dem Studium. Man bekomtm eben nur scheinbar Jobs, bei denen ich 60 Stunden die Woche arbeiten muss und eben ganz gut Geld vedient. Das will ich gar nicht. Ich will auch einen einfachen Job. Und ich will langsam auch endlich die Sicherheit haben, dass ich überhaupt einen Job bekomme.

Mich haben diese Gedanken gequält, so dass ich mir im Studium dauernd im Weg stand. So kommt es, dass ich 3 Semester länger studieren muss. Ich wollte oft alles schmeißen.

Aber ich bin nun am Punkt angelangt, dass ich nicht mehr so sehr auf Noten achte und eben Dinge nachhole, die ich verpasst habe und eben nicht in der Regelstduienzeit fertig bin. Du DIplom Zeiten war es normal, dass man einige Semester mehr studiert. Die Bachelor Studenten setzen sich irgendwie gegenseitig unter Druck. Also ich achte da nicht mehr so piniebel drauf.

gCagg]agug'gu


Ihc würde an Deiner Stelle die Beamtenlaufbahn höherer Dienst einschlagen.

Die Ausbildung ist extrem verschult, staubtrocken und erfordert keine Eigeninitiative und Du hast hinterher einen sicheren, ruhigen und abgesicherten Job.

Ich habe probiert an sowas ranzukommen. Klappte irgendwie nicht. Allerdings dort an ein duales Studium.

Ja ein Duales STudium wäre für dich ganz bestimmt eine bessere Alternative. Es ist verschult und du hast einen regelmäßigen Tagesablauf. Es gitb mittlerweile so toll duale Studiengänge. Hätte ich so gern :-D

R,egen)scZhPirmdaxme


Und wie wäre es mit "Crashkurs Auslandsjahr"? Im Leben begegnen einem immer wieder Unklarheiten, Ängste, etc. Davor "wegrennen" hilft meiner Ansicht nach insbesondere auf längere Sicht nicht.

Ich habe bei vielen Altersgenossen mit ähnlichem Problem festgestellt, dass ein Auslandsjahr wirklich zu mehr Selbstständigkeit geführt hat. Du kannst das sicher auch mit Schule verknüpfen (oder FSJ?, wäre auch ganz interessant – und niemand erwartet große Taten von dir). Dann hast du zwar einen geregelten Tagesablauf, aber musst dich trotzdem auf dein Umfeld einstellen, mit einer absolut neuen Lebenssituation klarkommen. Natürlich, das wäre genau das, was dich abschrecken würde: weg von Familie, Bekanntenkreis, rein in ein völlig neues Umfeld, andere Sprache, vllt. sogar andere Kultur; aber ohne Erwartungen, ohne Zwang, ohne Druck. Vielleicht wäre eine nebenherlaufende therapeutische Betreuung auch gut!? Müsste man drüber nachdenken.

In jedem Falle wünsche ich dir, dass du Möglichkeiten und Wege findest, selbstständig und glücklich zu leben. @:)

SbcreeGnagxer


Vielen Dank für eure Beiträge :-) da sind schon gute Ideen dabei, über die ich näher nachdenken werde.

ich sehe jetzt schon wieder etwas hoffnungsvoller in die Zukunft. Die Angst- und Depressionsphasen kommen zwar immer noch regelmäßig, aber morgen habe ich ja auch wieder einen Termin bei meiner Thera und werde da wohl auch noch mal mein ganzes Herz ausschütten.

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