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Ich muss hier weg oder ich geh nervlich kaputt

FUur7ubxa hat die Diskussion gestartet


Ich weiß nicht, ob ich jetzt hier im richtigen Bereich bin, aber es schien mir hierher am besten zu passen.

Ich habe es die letzte Zeit mehr oder weniger erfolgreich vor mir hergeschoben... aber seit gestern geht es mir psychisch so schlecht, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß und mir das einfach von der Seele schreiben muss.

Das wird jetzt ein recht langer Text... sorry :-(

Leider kann ich selbst nicht genau sagen, WAS mein Problem ist bzw. WODURCH es ausgelöst wurde.

Ich hatte schon die letzten Monate einen ziemlichen Drang und das starke Verlangen, dass ich hier aus der Umgebung weg muss, irgendwohin wo alles neu ist, einen Niemand kennt, etc.

Da ich aber durch meinen Job hier gebunden war und durch meine Arbeit auch Ablenkung hatte, hat dieses Verlangen irgendwann wieder nachgelassen.

Seit Ende August bin ich nun meinen Job los (habe 6 Jahre dort gearbeitet) und seitdem geht mir wirklich von Tag zu Tag immer schlechter. Meine Gedanken schwirren ununterbrochen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umher und ich hab teilweise das Gefühl, ich würde "verrückt" werden oder handfeste Depressionen bekommen, wenn ich noch länger hier wohne.

Zu meiner aktuellen Lebenssituation:

Ich wohne noch im Haus meiner Eltern, habe zwar meine eigene Etage mit meinen eigenen Zimmern und allem drum und dran, aber ich habe dennoch das Gefühl, dass ich kein eigenes Leben habe und nur abhängig bin. Außerdem wohnen wir hier in einem 1000-Seelen-Kaff in dem Jeder Jeden kennt und "Action" gibt es hier auch nicht. Hier wohnen vorrangig alte Leute und Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es nicht. Dafür muss man schon mind. 1-2 Städte weiter weg fahren und selbst dort gefällt es mir nicht. Mich zieht es einfach weiter weg.

Mein Opa (der für mich wie ein Vater war, da ich ohne einen solchen aufgewachsen bin) ist vor fast 3 Jahren gestorben und im letzten Jahr wurde bei meiner Mutter Multiple Sklerose diagnostiziert. Im Moment geht es ihr wegen mehreren Schüben wieder sehr schlecht und eigentlich will ich meine Familie nicht "im Stich lassen"... aber meine Mutter hat selbst schon öfter gesagt, dass sie hier nicht mehr wohnen mag und vielleicht mit ihrem neuen Lebensgefährten zusammen zieht, schon weil das Haus behindertenfreundlicher wäre. Hier gibt es sehr viele Treppen, die sie kaum noch bewältigen kann.

Ich habe zu meiner Mutter ein sehr gutes Verhältnis und weiß, dass sie traurig wäre, wenn ich weiter wegziehe... das tut mir dann auch unendlich leid :°( habe mit ihr aber schon drüber gesprochen und sie würde es schweren Herzens akzeptieren... unterstützen kann sie mich aber in der Sache nicht.

Außerdem bin ich seit Kurzem verlobt, aber mein Verlobter wohnt wegen seinem Job auch weiter weg, im Moment wieder bei seiner Familie, weil es sonst finanziell kaum zu machen wäre bei seinem aktuellen Verdienst. Vor einigen Wochen hatte er eine kleine, preiswerte Wohnung für uns in Aussicht und ich habe mich sooo seeeehr darauf gefreut. Ich dachte ich komm jetzt endlich hier weg und wir können schön zu zweit ein neues Leben anfangen. Doch leider ist das Wohnungsangebot dann doch wieder geplatzt und seitdem geht es mir wirklich von Tag zu Tag schlechter. Im Haus seiner Familie kann ich auch nicht wohnen, wegen eines sehr speziellen Problems, was ich hier aber nicht aufgreifen möchte, da mein Verlobter das nicht wollen würde, dass ich das hier alles öffentlich niederschreibe.

Ich bewerbe mich jetzt extra schon weit außerhalb, vor allem in der Umgebung wo mein Verlobter wohnt.

Leider bisher auch ohne Erfolg... das frustet mich zusätzlich.

Und dann gibt es da noch meine Oma, die auch hier bei uns im Haus wohnt...

Sie versucht mit allen Mitteln einen Umzug meinerseits zu verhindern, wenn es nach ihr ginge, sollte ich mein Leben lang hier wohnen. Sie kommt auch immer mit kleinen Minijob-Angeboten aus der nahen Umgebung, sodass ich weiterhin hier gebunden wäre und nichts eigenes finanzieren könnte.

Habe sie sogar schon ertappt, wie sie Stellenangebote, die vom Amt an mich geschickt wurden, "vernichtet" hat.. weil diese weiter weg gewesen wären und ich hätte umziehen müssen, wenn ich eine Zusage bekommen hätte.

Sie klammert wirklich massiv und irgendwie ist es ihr offenbar sogar egal, wenn ich deswegen psychisch kaputt gehe. Ihrer Ansicht nach müsste es mich glücklich machen immer bei meinen Eltern zu leben, in einem langweiligen Kaff nur mit alten Menschen und 0 Abwechslung... :|N

Ich bin jetzt 24 und möchte auf keinen Fall mit 30 noch hier leben.

Habe auch bei Freunden etc. schon rumgefragt, aber für die wäre es auch schwierig mich vorübergehend irgendwo unterzubringen, bis ich mir was eigenes leisten kann. Das ginge nur mal für eine Woche als Besuch oder so... aber länger wird dann wieder schwierig..

Ich weiß nicht, was ich machen soll... ich kann mir weder Umzug noch Wohnung leisten und einen Job habe ich auch nicht mehr. Wenn ich wieder einen Job finde, müsste ich sicher auch erst lange arbeiten und Geld sparen, um das finanzieren zu können... oder hat man irgendwelche Rechte auf Hilfe, wenn man jetzt anderswo ein Jobangebot bekommt und dann umziehen MUSS? Oder gibt es sonst irgendwelche Anlaufstellen, wo man sich hin wenden kann, wenn man einfach nicht mehr klarkommt mit seinem Leben und unbedingt weg will...?

Bei mir zeigt sich das mittlerweile mit einer massiven Unruhe und Nervosität, kann nachts nur noch sehr schlecht schlafen und wenn, dann bin ich von schlechten Träumen geplagt. Habe auch Probleme mit dem Essen inzwischen und vor allem seit gestern ist mir andauernd schlecht bis zum Erbrechen (ich weiß, dass das psychisch bedingt ist in dem Fall).

Seit gestern hab ich ein so unglaubliches "Tief", dass ich spontan und gedankenverloren meine wichtigsten Sachen zusammen gepackt habe und einfach weg wollte... aber dann wurde mir wieder klar, dass ich gar nicht weiß wohin und wie und was...

Ich brauch wirklich Hilfe und vor allem muss ich schnellstmöglich aus der Gegend hier weg (zu viele Erinnerungen etc.), sonst bekomm ich wirklich Depressionen oder komme auf "dumme Gedanken".. kann mir irgendwer vielleicht Tipps geben, wo ich mich jetzt am besten hinwenden kann oder was ich machen soll?

Habe morgen auch wieder einen Termin beim Arbeitsamt... aber ich weiß nicht, ob ich das da mit einem Umzug nochmal ansprechen sollte. Die können mir sowieso kaum helfen, solang ich keine feste Job-Zusage bekommen habe. Aber ich kann nicht mehr hier sitzen und warten, es muss einfach JETZT irgendwas passieren :°(

Antworten
KXetzer%in


Arbeitsamt, auf jeden Fall Umzug etc. ansprechen, kostet ja nichts.

Dann 1. Anlaufstelle der Hausarzt, Probleme und Beschwerden dort ansprechen, der überweist dich dann weiter z.B. an einen Psychologen.

Vielleicht auch einen Klinikaufenthalt und den vielleicht bewußt weiter weg überlegen bzw. besprechen, um aus dem aktuellen Umfeld mal 'raus zu kommen.

K5etwz[erixn


Vielleicht gibt's bei der Stadt noch Beratungsstellen, die für dich in Frage kommen, mußte mal googeln.

Wkhy5x2


Da hilft doch ein Psychologe nicht >:( Du willst auf eigenen Beinen stehen, raus von zu Hause, was erleben...ich kann dich da völlig verstehen. Eltern und Großeltern klammern nun mal, wollen sie doch das geliebte Kind nicht "verlieren".

Setz dich erstmal hin, und überlege dir, WO du hin willst. Dann google, such dir dort ne kleine wohnung schick Bewerbungen in die Gegend. Zur ersten Finanzierung wird dir das zuständige Sozialamt sicher helfen, mach dich mal schlau :)^

S^unf?lower_x73


Wenn man arbeitslos ist, muss das Amt einem Umzug zustimmen. Das macht es nur, wenn man WEGEN eines Jobs umzieht. Und die Übernahme von Umzugskosten ist auch nicht so einfach. Wäre ehrlich gesagt ja auch schön, wenn jeder nach Lust und Laune seine Umzüge vom Staat finanziert bekommt!

@ Furuba:

Kannst Du Dich vorübergehend ablenken? Ich kann Dich gut verstehen und würde auch sagen: Ja, Du MUSST mal raus. Aber... das geht halt nicht sofort. Ich bin seit April arbeitslos/freiberuflich. Du erst seit August, das ist noch nicht sooo lange.

Dass das geplatzte Wohnungsangebot frustriert, ist auch verständlich.

Bis Du mobil? Hast Du Freune auswärts, die Du mal besuchen kannst? Tagesausflüge? Raff' Dich auf – esd wird Dir guttun. Mich kostet es auch immer Überwindung, ich grübele auch viel, wie es weitergehen soll (und andere Themen). Mag mich auch oft kaum aufraffen, aber WENN ich es mache, tut es gut.

Und bewirb' Dich halt fleißig weiter – das wird schon klappen! Nur halt nicht ganz sooo schnell.

f<etchxie


Depressionen sind ein Krankheitsbild. Davon, dass man sich Wünsche nicht erfüllen kann, wird man nicht krank und Antidepessiva bzw. eine Psychotherapie würden auch keine Hilfe bringen.

Dass man eine Veränderung möchte und die materiellen Voraussetzungen nicht hat, kommt in jedem Lebenslauf vor. Man muss dann die Wünsche ein wenig runterschrauben. Zum Beispiel kann man erstmal in einer WG wohnen und einen Job annehmen, mit dem man sich über Wasser hält, bis man etwas besseres findet.

Einen guten Job und eine tolle Wohnung in einer Gegend, die einem gefällt – wieviele Leute haben das? Du hast eigenen Wohnraum, eine liebevolle Familie und bist sogar verliebt-verlobt. Das ist eine Menge Gutes und das hat nicht jeder.

Aus dieser Position heraus kann man eine Menge machen; oder aber du lässt dich auf das Abenteuer ein, einfach wegzugehen ohne jede Sicherheit. Entscheide dich. Lass los und fang neu an oder halte fest, was du hast. Aber du kannst nur eins von beiden haben. Eine ideale Situation wirst du nirgends finden.

Du bist unzufrieden und angespannt. Das alles hat aber mit Depressionen nichts zu tun, denn Depressionen sind eine schwere Krankheit, bei der man gar keine positiven Auswege mehr sieht und folglich auch keine Wünsche formuliert, weil man nirgends mehr eine Zukunft sieht.

Dir fehlt nur ein wenig Geduld. Fahr los und such dir irgendwo einen Übergangsjob. Dann lass dir von einer Mitwohnzentrale ein Zimmer in einer möblierten WG vermitteln. Und schon hast du es geschafft: du bist endlich weg. Der gute Job und die schöne Wohnung kommen später. Wenn dir der Weg nicht gefällt, dann bleib zu Hause.

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