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Extreme Absetzsymptome – bitte um hilf3

c#arli,nchexn hat die Diskussion gestartet


Hallo! Kann mir vielleicht jemand einen Tipp geben: Ich nahm jetzt seit Februar 7,5mg Mirtazapin aufgrund Angst und einer leichten Depression, setzte vor 10 Tagen die Dosis runter auf die Hälfte!

Dann begann die ganze Geschichte: Mir ist dauerschwindlig und zwischendurch hab ich Angstzustände und fühle mich müde!

Die Ärztin meinte, dass bei meiner Dosis mit keinen Absetzschwierigkeiten zu rechnen sei, und wenn dann diese in 3-4 Tagen verschwunden wären.. so jetzt dauert mein Zustand schon 10 Tage und ich hab Sorgen, dass sich bei mir die Depression wieder zurück meldet!

woher kann man das denn wissen??

Vielleicht hat jemand Erfahrung mit Mirtazapin, wäre echt froh!

Danke!

Antworten
ZTwaPchk44


carlinchen, bei Depression wird eine Mirtazapin-Tagesdosis von 30-45 mg empfohlen, bei Schmerzsyndrom 30-45 mg und zur Schlafinduktion ohne Depression 7.5-15 mg. Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob Du wirklich eine Depression hattest.

Falls ja: Die Daumenregel besagt, dass man ADs nach dem Verschwinden der letzten Symptome noch 6-12 Monate weiternehmen soll, um Rückfälle möglichst zu vermeiden. Weiterhin ist die Frage, ob Deine Dosis ausreichend hoch war; es gibt für jedes AD eine niedrigste wirksame Dosis. Wenn die nicht erreicht wird, kannst Du genauso gut ein Placebo essen. Falls es sich wirklich um Absetzerscheinungen handelt, kannst Du entweder durchhalten oder Deine Dosis wieder erhöhen, um dann gaaaanz langsam auszuschleichen. Falls das nicht klappt, wäre eine Alternative ein Wechsel auf ein anderes AD in der Hoffnung, dass Du dieses dann unproblematischer ausschleichen kannst.

cNar)li4nichen


Danke für die Antwort!

Ich nehm ja nicht nur Mirtazapin, nehme dazu ja noch Venlaflaxin! Wollte nur das

Mirtazapin ausschleichen, das Venlaflaxin nehm ich ja weiterhin! Wollte nur wissen, wie lange solche Absetzerscheinungen dauern könnten und wie lange ich durchhalten muss, mein Zustand dauert nun seit 14 Tagen an und ich weiß nicht ob das normal ist, oder ob dies wieder Symptome meiner Angst und Depression sind!

Danke auf alle Fälle!

lg

ZVwack4x4


carlinchen, an Deiner Stelle würde ich noch 1 Woche warten und - wenn sich bis dahin nichts geändert hat - die Frage dann dem behandelnden Arzt stellen. Aus eigener Erfahrung kann ich nichts beitragen, weil ich nie Absetzerscheinungen hatte, sondern allenfalls Rückfälle. Je länger die Symptome andauern, desto wahrscheinlicher sind sie als Rückfall zu interpretieren. Darf ich fragen, in welcher Dosis Du das Venlafaxin nimmst? Hat Du gegen die Angst ein Notfallmedikament? Ich habe immer Tavor parat. Wegen seines Suchtpotentials ist es zur Dauermediukation ungeeignet, aber wenn man es selten braucht ... 1 Sublingual-Tablette, und nach 15-20 Minuten ist die Panik weg. Die Müdigkeit könnte natürlich noch andere Gründe haben: Eisen- oder Vitaminmangel, Schilddrüse usw.

cSarli/nchxen


Hallo,

also Venlaflaxin nehme ich 75mg am Tag! Nehme das nun schon seit Feb. und mir gings eben echt gut! Deshalb der Versuch Mirtazapin auszuschleichen.. Meine Ärztin meinte, dass ich dürfte null Absetzsymptome haben! Weil ich nur so eine geringe Dosis genommen habe!

Das macht mir ja so Angst! Ich werde sie morgen mal anrufen und sie fragen! Wie haben sich denn deine Rückfälle bemerkbar gemacht? Ich hab mal gehört, dass diese "echten Rückfälle" sich erst später einstellen, nicht sofort nach Tablettenreduktion!

Wann kamen bei dir Rückfälle, verging da viel Zeit zw Reduktion und Rückfall oder war der RF sofort da?

Danke auf alle Fälle, dass du mir so fleißig antwortest, hilft schon sehr lg

ccarli9nchexn


PS Notfallmedikament hab ich nicht, da ich keine Panikattacke habe, sondern einfach generelle Angst, ich bin einfach den ganzen Tag ziemlich verspannt und unruhig!

Z>waIck44


Als erstes die Frage: Wirst Du von Deiner Hausärztin behandelt? Das wäre nämlich keine gute Idee. Der entsprechende Facharzt (Psychiater) hat einfach mehr Erfahrung. Es ist das alte Lied: Man hat seine Depression per AD im Griff und fühlt sich relativ gut. Das macht so übermütig, dass man meint, man bräuchte das AD (oder einen Teil davon) nicht mehr - und staunt dann über das Ergebnis. In Deinem Fall kommt dazu, dass Du vom Venlafaxin nur die empfohlene Anfangsdosis von 75 mg nimmst (Höchstdosis 375 mg). Der einfachste Fall wäre, das Mirtazapin wieder dazuzunehmen. Falls Du unter Gewichtszunahme leidest (bei Mirtazapin sehr häufig), könnte man über eine höhere Venlafaxin-Dosis nachdenken oder über einen Ersatz des Mirtazapins durch ein anderes beruhigendes AD. Meine Rückfälle sind, soweit ich mich erinnern kann, relativ schnell aufgetreten (etwa innerhalb einer Woche). Dabei gilt sicher: Je näher man an der niedrigsten wirksamen Dosis liegt, desto schneller kann der Rückfall kommen, wobei natürlich auch die Halbwertszeit des AD eine Rolle spielt.

cdarlqinchxen


Danke für deine Antwort! Hab heute mit meiner Ärztin telefoniert u sie meint, dass ich sicher Absetzsymptome habe und ich durchbeißen soll, langsam zweifle ich daran, meine Stimmung ist nämlich seit gestern auch schon wieder auf dem Nullpunkt, außerdem hab ich wieder etwas Magenweh, dass bei meiner Depression immer dabei war, und mit den Medikamenten weg war,,, also nächste wo hab ich bei ihr einen Termin und dann wird mir nichts anderes nützen, als wieder anzufangen, frag mich nur ob ich dann irgendwann überhaupt wieder los komme von diesen psychopharmaka..

Du scheinst dich super auszukennen, eine Frage: Warum verschreibt meine Ärztin lieber 2-3 verschiedene Tabletten in geringer Dosis, als von einer Tablette einfach eine höhere Dosis zu verschreiben, das ist doch eigenartig oder? Und warum verschrieb sie mir Mirtazapin, das eher dämpft und zugleich Venlaflaxin das aktiviert? Ich hätte überhaupt nur ein aktivierendes AD gebraucht,... sie hat mir diese Fragen nicht richtig beantworten können, sie meinte nur mit Mirtazapin kann man gut schlafen, schlafen konnte ich allerdings immer gut!

Wie lange nimmst du schon AD? Und willst du es ewig nehmen oder startest du wieder einen Versuch zum Absetzen?

Danke auf jeden Fall für deine schnelle Antwort

lg

ZLwacSk?4x4


Warum Dir Deine Ärztin verschreibt, was sie Dir verschreibt, kann ich Dir natürlich nicht beantworten. Mirtazapin ist jedenfalls DAS AD, über das die meisten Patienten wegen Gewichtszunahme klagen. (Ob Du bei Deiner HA oder einer Psychiaterin in Behandlung bist, hast Du leider nicht beantwortet). Das Wirkungsspektrum eines AD ist mit "sedierend" oder "antriebssteigernd" noch lange nicht erschöpft; zu bedenken sind noch mögliche Nebenwirkungen, die Häufigkeit von Absetzerscheinungen und vieles mehr. Es ist durchaus Stand der Technik, zwei oder drei ADs miteinander zu kombinieren. Auf diese Weise kann man zu einer fast maßgeschneiderten Medikation kommen. Ich selbst habe zeitweise auch drei ADs miteinander kombiniert, und derzeit ist es eine 2er-Kombi.

Zu meiner eigenen Geschichte: Ich hatte meine erste schwere Depression mit 39, danach 3 Monate stationäre Psychiatrie mit rein medikamentöser Behandlung, war dann wieder arbeitsfähig und konnte meine ADs irgendwann weglassen. 19 Jahre später die zweite schwere Depression, ambulant per ADs behandelt ohne krankheitsbedingten Arbeitsausfall bis zur Pensionierung. Mehrere Auslaßversuche verliefen negativ, so dass ich wohl dauerhaft auf ADs angewiesen bin, was mich aber nicht stört - sondern ganz im Gegenteil: Es sichert mir ja ein lebenswertes Leben. Ohne ADs und ohne die wunderbarste Frau der Welt würde ich schon lange nicht mehr existieren.

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