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Antidepressiva abgesetzt

r9itgten hat die Diskussion gestartet


Vor ca. 5 Wochen habe ich mein Antidepressiva abgesetzt, dass ich ca ein 3/4 Jahr nehme. Nicht zum ersten mal. Ich habs schonmal probiert und der Rückfall war ziemlich schnell da. Diesmal hat es etwas länger gedauert, so ca. 2 Wochen. Ich vertrag die Pillen nicht so gut. Hab deshalb auch schon ne andere Sorte verschrieben bekommen, aber es hat sich nicht wirklich viel verbessert. Außer, dass ich eben mit Pillen ganz "normal" sein kann und nicht diese totale Verzweiflung bzw extremen Stimmungsschwankungen habe. (So langsam frage ich mich, ob ich jemals wieder so sein werde wie früher. Macht Angst!) Klar, das einfachste wär wieder damit anzufangen, dann wär wenigstens der Kopf wieder i.O., aber gibts nicht ne andere Lösung ??? (bitte nicht Sport posten) Kann jemand nachvollziehen wie es mir geht und mir vielleicht sinnvolle Ratschläge geben?

Antworten
KDyYna


Kann deine Problematik total nachvollziehen !

Sicher nicht einfach :(, ich bin momentan sogar noch einen Schritt hinterher, suche erstmal das richtige AD für mich, welches ich halbwegs vertrage...

Und ja ... mit der Angst ohne die Medikamente nie mehr so unbeschwert und positiv zu sein wie "füher" macht nicht nur Dir Angst :(.

Trotzdem alles Gute ...

Gruß David

B]rucev21


Hallo ritten,

Ich halte Sport zwar für eine sehr gute Sache um Depressionen zu bekämpfen,aber wenn es nicht dein Ding ist ok.

Das beste Mittel ist meiner Meinung nach etwas zutun was dir Spaß macht,damit kann man sich am besten ablenken.Ich weiss natürlich wie schwer das wärhrend einer depressiven Phase fällt...Hast du irgendwelche Hobbies?

r!ittTen


Es gibt schon Tage, an denen ich mich etwas ablenken kann (z.B. Kreuzworträtsel). Angst macht mir eher die Phase, wenn ich am Boden zerstört bin und mein Hirn nicht aufhört zu rattern und ich keinen klaren Gedanken mehrfassen kann. Es ist als wären tausend Zahnräder in meinem Kopf die einfach nicht stillstehen wollen.

B8rucex21


wenn ich am Boden zerstört bin und mein Hirn nicht aufhört zu rattern und ich keinen klaren Gedanken mehrfassen kann. Es ist als wären tausend Zahnräder in meinem Kopf die einfach nicht stillstehen wollen.

Ich glaube nicht das man das ganz ohne Medikamente hinbekommt... ":/

r*ittxen


Hm, scheinbar hab ich mit meiner Aussage alle erschreckt?! Fühl mich ein wenig unverstanden. Vielleicht liegt es daran, dass es keiner so richtig verstehen kann?

Z#wack:4P4


ritten, mir ist nicht ganz klar, was Dir noch fehlt, wenn Du Dich doch mit ADs ganz "normal" fühlst. Vielleicht kannst Du das etwas besser beschreiben, damit wir Deine Beschwerden besser verstehen.

Die Daumenregel heißt, dass man ADs nach dem Verschwinden der letzten Krankheitssymptome noch 6 - 12 Monate weiternehmen soll, um Rückfälle möglichst zu vermeiden. Es sieht für mich so aus, als hättest Du vorschnell das Handtuch geworfen.

Die Suche nach dem "richtigen" AD verlangt Geduld, weil auf Psychopharmaka alle Menschen unterschiedlich reagieren. Du mußt engen Kontakt zu Deinem Psychiater halten, damit er immer weiß, wie es Dir geht. Dabei kann es hilfreich sein, sich Notizen über das Befinden in Abhängigkeit von Art und Dosis des ADs zu machen, damit man dann beim Arzt möglichst exakt die Wirkungen beschreiben kann. Nur was der Arzt weiß, kann er auch bekämpfen! Offenbar hast Du erst zwei ADs ausprobiert - keine überwältigende Anzahl. Ich habe über 20 ADs probiert und fühle mich gut eingestellt, führe ein erfülltes Leben und bin fest davon überzeugt, dass auch Du das schaffen kannst, wenn Du am Ball bleibst und mit ein wenig Geduld auf das wartest, was Dir die einzelnen Medikamente bieten können. Ich wünsche Dir alles Gute!

rsittgexn


Ja, es ist erst das zweite AD. Oh Gott, wenn ich hier lese, dass Du hast 20 Stück ausprobieren müssen, stelle ich mir schrecklich vor. Und ja, ich hab 100% zu früh damit aufgehört. Ich hab mich prima gefühlt und auch wieder einen positiven Lebensabschnitt erfahren. Ich dachte einfach ich habs geschafft! Hab am Dienstag wieder angefangen sie zu nehmen. Fühl mich aber noch nicht besser, Aber schließlich hatte ich nun auch ne Weile nix genommen und dauert diesmal wohl ein paar Tage länger bis es wieder hilft. Ich hab solche Angst wie das noch alles weitergehen wird.

H1aga8laz7x7


puh, wenn ich sowas lese, weiß ich wieder, wieso ich die ad's erstmal abgelehnt habe. unter umständen ist man damit sehr schnell, aber vor diesen absetzungsreaktionen hatte ich irgendwo bammel. so einfach ist es dann eben noch nicht jederzeit aufzuhören.

Z2wackk44


Ich habe zwar manche ADs nicht vertragen, andere haben nicht zuverlässig gewirkt, wieder andere haben im Laufe der Zeit ihre Wirksamkeit verloren, aber ich habe nicht über 20 ADs ausprobieren "müssen", sondern ich bin in dieser Sicht ein neugieriger Mensch: Solange man meint, das Befinden könnte vielleicht noch besser werden, hat man ja immer noch "weiße Flecken auf der Landkarte", solange man die wichtigsten ADs noch nicht probiert hat. Auch wenn ein neues AD auf den Markt kommt, interessiert mich, was das Produkt kann. Wenn man das Screening nach dem optimalen Produkt so aktiv angeht, hat man auch komischerweise das Gefühl, man sei nicht Ärzten und ADs hilflos ausgeliefert, sondern würde wirklich aktiv Einfluß nehmen. Mein Psychiater begleitet das alles mit großem Interesse und rät auch manchmal zu AD-Kombinationen; ich hatte schon 3-er Kombis, und im Augenblick bin ich bei einer 2-er Kombi, mit der ich sehr zufrieden bin. Sobald man ADs als potentielle Helfer in der Not und nicht als lebensbedrohende Gefahr sieht, wendet sich das Blatt: Man ist froh, dass es diese Klasse von Psychopharmaka überhaupt gibt.

rFiteten


potentielle Helfer in der Not

So sehe ich das schon auch. Ich bin schon froh das Medikament zu haben. Wer weiss ob ich heute hier sitzen würde, wenn ich es nicht gekriegt hätte. Blos manchmal frage ich mich, wie ich mit den AD's überhaupt merken soll, wenn meine Psychose vorüber ist? Und da taucht schon die nächste Frage auf: Komme ich aus der Psychose überhaupt wieder raus? Das kann mir sicher hier keiner beantworten! Am Dienstag gehe ich wieder zu meinem Psychiater. Vielleicht kann er mir das beantworten.

Zfwack4=4


Nein, ich glaube, er kann Dir das nicht beantworten, weil jeder Patient anders reagiert. Antwort meines Psychiaters auf diese Frage, als ich zum ersten und einzigen Mal stationär behandelt worden bin: "Wir werden sie heilen, aber wir wissen nicht, wann."

rwittexn


Heut merk ich, dass das AD wieder langsam anfängt zu wirken. Ich fühl mich zwar noch nicht ganz ok, aber ich merke schon, dass dieses Gefühl der totalen Verzweiflung geblockt wird. Das ist schonmal sehr gut. Ich bin froh darüber. Und jetzt im Moment sehe ich das AD wieder als Segen, denn wenn ich es nicht hätte, würde ich wahrscheinlich irgendwann ausm Fenster springen. Die Depressionen sind anstrengend. Ich kann die Gedanken in meinem Kopf nicht abstellen. Immer nur hirnen. Das macht einen so fertig und ich möcht dann einfach nur Urlaub von meinem Kopf haben.

*Zwack44*

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