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Bereue Tat aus Kindheit und werde Schuldgefühle nicht los

Z,odia'c22 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

mein Problem wird Vielen vllt. seltsam vorkommen, mir selbst tut es das auch, aber ich kann es mir einfach nicht erklären.

Und zwar geht es um Folgendes:

Ich bin mittlerweile 23 Jahre alt, mache mir generell immer viel zu viele Gedanken und sehe alles immer rabenschwarz und steigere mich auch sonst in Probleme viel zu sehr hinein. Bsp.: Vor einem Jahr hatte ich ständig Angst, tödlich Krank zu werden. Als dies dann besser wurde, kamen eben neue Probleme, in die ich mich maßlos reinsteigere. z.B. hatte ich neulich Abschlussprüfungen für meine Ausbildung und ich rede mir ein, dass ich durchgefallen bin und dann spinne ich die Gedanken eben weiter, eben dass ich als Sozialfall ende und keine Zukunft habe etc.

Vllt. kommt es hinzu, dass ich auch körperlich ständig Probleme habe. Ich bin ständig müde und antriebslos, obwohl ich genug Schlaf habe.Ich habe keine Motivation mehr zum Arbeiten oder mich zu irgendwas aufzuraffen.

Aber bisher konnte man nicht herausfinden woran das alles liegt.

So, ich denke, dies alles ist auch mit die Ursache für mein eigentliches Problem oder warum es für mich zum Problem geworden ist:

Als ich noch ein Kind war, vllt 8 oder 9 Jahre alt habe ich einmal die Nachbarskatze gequählt. Ich weiß, es ist furchtbar sowas zu tun, zumal wir damals selbst Katzen hatten und heute immer noch zwei.

Jedenfalls ist mir das neulich, nach ca. 15!! Jahren, zum ersten mal wieder eingefallen und mich beschäftigt das seit mehreren Wochen, vorallem eben jedesmal wenn ich eine unserer Katzen sehe.

Ich stell mir dann immer vor, wie diese Katze gelitten hat usw., mir geht das dann so nahe, dass ich jedesmal losheule. Mir tut das dermaßen Leid und ich kann es nicht fassen, wie ich sowas nur tun konnte, zumal ich ein sehr tierlieber Mensch bin (finde es immer furchtbar in der Zeitung über Tierquälerei zu lesen oder ich trage sogar Regenwürmer oder sonstige kleinere Tiere von nem Waldweg ins Gebüsch, wenn ich joggen bin). Ich könnte sowas heute niiiiiemals tun.

Mir geht das einfach nicht mehr aus dem Kopf, zum einen tut es mir eben ganz arg Leid und zum anderen kann ich nicht fassen, warum ich damals so etwas getan habe. Der einzige Trost ist, dass dieser Katze gesundheitlich nichts passiert ist.

Für manche mag das vielleicht alles lächerlich klingen, aber ich krieg das nicht mehr aus meinem Kopf und mich zieht das derbe runter.

Wie gesagt das Ganze geht seit Wochen und das täglich.

Habt ihr vllt. eine Idee was man dagegen tun könnte?

Kann mir vllt. jemand erklären, wieso man als Kind Dinge tut, die man als Erwachsener niemals machen würde und sich nicht erklären kann, warum man sowas tat? – und ob das überhaupt normal ist ??

vielen Dank Euch im Voraus!

Antworten
RZubii


Das mit deinem Hineinsteigern in Probleme kennne ich von meiner Freundin. Sie übertrieb schon bei kleinsten Problemen und dachte immer zuerst an den schlimmsten Fall. Vor ca. 1 Jahr ist sie dann zum Therapeuten gegangen. Dort konnte sie frei über die Probleme reden und darüber weinen. Probleme mit jemanden zu teilen hilft (meiner Meinung nach) am meisten^^ muss ja auch nicht unbedingt ein Therapeut sein.

Ich bin Schülerin und in Ethik haben wir gerade das Thema Gewissen.

Und damit zur Erklärung warum du die Katze als Kind gequält hast:

Das Gewissen, Normen und Werte werden einem anerzogen: Im Sandkastenklaut man dem Nachbarsmädchen deren Schaufel weil man auch mal damit spielen will. Mama schimpft einen daraufhin aus und man lernt: "Aha, Schaufel klauen schlecht!"

Als du die Katze geärgert hast hat sicherlich niemand zugesehen. Deswegen gab es auch keinen der dir sagte: Nein, sowas macht man nicht! Du dachtest dir sicherlich: wenn keiner schimpft kann es ja nicht falsch sein.

Kurz nach deiner Tat hattest du vielleicht kein schlechtes Gewissen. Aber jetzt nachdem du gelernt hast dass Katzen-quälen(insgesamt Tierquälerei) schlecht ist, hast du Gewissensbisse.

Aber du kannst es nicht mehr ändern und trägst auch keine Schuld. Hättest du z.B. mit deinem Schlüssel das Auto eures Nachbarn zerkratzt, hätte man dich nicht bestrafen können. (also nicht rechtlich bestrafen können.)

Dir hatte einfach noch niemand gezeigt das das böse ist.

:)_ also leg die Katzensache in eine Schublade und hol sie vllt. erst raus wenn du deinen Kinder erklärst das Tierquälerei falsch ist

LG

Rubi

p<ri1nzesrsin.amy4gdalxa


Hey,

die allermeisten Menschen haben als Kinder Dinge getan, die sie heute nicht wieder tun würden / könnten. Das liegt daran, dass wir uns auf im Prozess des Erwachsenwerdens entwickeln und dazu lernen.

Moral wird in weiten Teilen erlernt, ebenso wie Empathie. Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass vor allem kleine Jungs, weniger aber eben auch kleine Mädchen, Tiere oder auch hilflose, kleinere Kinder quälen. Im normalen und günstigen Fall lernen Kinder dabei so einiges, z.B. dass sie Macht über andere (Tiere oder Menschen aber auch Gegenstände) haben, dass sie diesen Schmerzen bereiten und sie davon wieder erlösen können, sie können beobachten, wie ein anderes Lebewesen Pein empfindet und dies dann auch mitfühlen. Sie können beobachten, wie Tiere danach auf den "Quäler" reagieren (z.B. bei Katzen danach wohl mit einem Fluchtinstinkt, das Kind lernt, wenn ich jemandem weh tue, werdeich gemieden) und man macht gerade als Kind, das in der überwiegend von Erwachsenen bestimmten Umwelt auch sie Macht und Einfluss haben können, z.B. auf Tiere oder kleinere Kinder.

Es ist gut und richtig, dass du dich heute rückblickend dafür schämst, das nicht mehr tun könntest und würdest und auch nicht wollen würdest. Du hast gelernt, Mitleid zu empfinden, es bereitet dir heute keine Freude mehr, in einer negativen Form Macht über ein Lebewesen zu haben oder ihm Schaden zuzufügen.

Also sieh nicht nur die schlechte Seite an diesem Ereignis, sondern als wichtigen "Versuch" den du wie viele neugierige Kinder angestellt hast und sei froh und stolz, dass du das Richtige daraus gelernt hast.

Womit wir bei deinem zweiten Problem wären: es wäre hilfreich, wenn du versuchst zu einer positiveren Grundeinstellung zu gelangen. Akzeptier dich auch mit deinen Fehlern und Schwächen, konzentrier dich abermehr auf deine Stärken und auf positive Ereignisse. Lerne, dir eine positive Zukunf tund positive Verläufe von Ereignissen zurechtzuträumen.

Ein Anfang könnte sein, dass du dir eine Liste mit deinen Stärken / guten Eigenschaften machst und diese immer wieder liest. Falls du dir unsicher bist, frag doch mal jemanden deines Vertrauens aus der Familie / dem Freundeskreis, was er an dir schätzt. Zwing dich wenn du dir schlimme Szenarien ausmalst dazu, dir erst mal das "best case Szenario" auszumalen. Dann meinetwegen auch das "worst case", was du ja ohnehin zu tun scheinst. Und dann zwing dich dazu, nüchtern und ruhig darüber nachzudenken, was aufgrund deiner Erfahrungen mit dir selbst in der Vergangenheit vermutlich das realistischste ist. Und halt an dem fest. Im Falle deiner Abschlussprüfung wäre das gewesen, sich einen schönen Traum zurechtzubasteln, dass du als Jahrgangsbeste abschliesst, einen Preis bekommst und besonders geehrt wirst. Dann dein dir hinlänglich bekanntes schlechtes Szenario. Dann sag dir, in der Vergangenheit habe ich bisher eigentlich immer alles so oder so gut geschafft, ich habe mich darauf vorbereitet, und vermutlich wird es so sein wie bei meinem Schulabschluss, dass ich auf jeden Fall bestehen werde.

Liebe Grüße!

Z4odiaxc22


Danke Euch. Eure Beiträge haben mir doch sehr geholfen. Trotzdem muss ich mir eingestehen, dass sich irgendwas ändern muss.

Wie gesagt, ich bin ein Mensch, der sich um jede Kleinigkeit Gedanken und Sorgen macht und generell pessimistisch denkt. Aber das nimmt derzeit Ausmaße an, welche definitiv nicht normal sind.

Ich habe Angst vor Dingen, die vollkommen unreal sind. Z.B. male ich mir zur Zeit ständig aus, wie es wäre, wenn ein Familienmitglied von mir sterben würde, z.b. meine Mutter oder mein Vater... obwohl es keinerlei Anlass dazu gibt, niemand ist krank o.Ä.

Trotzdem sind ständig diese Gedanken da und ich kann mir nicht erklären, wieso.

Außerdem grübel ich dauernd über meine Kindheit nach, ich fahre sogar absichtlich an meinem damaligen Haus vorbei, in welchem ich, als ich noch ein Kind war gewohnt habe.

Und wenn ich dann an diese Zeit zurück denke, keimt plötzlich eine Traurigkeit in mir auf.. das ist doch nicht normal sowas ?!

Und u.a. auch wegen diesen Gründen, macht mir zur Zeit einfach nichts mehr Spaß, dauernd das bleiernde Gefühl der Traurigkeit, obwohl es eig. keinen Grund gibt.

Dauernd bin ich totmüde und kaputt, obwohl ich ausreichend schlafe.

Also was meint ihr, woran das liegen könnte, vorallem eben das mit den unbegründeten Ängsten und der Kindheit7Vergangenheit...

Denn normal ist das doch sicherlich nicht, oder?

pNrinz1essiUn.am.ygdxala


Ich finde das zumindest nicht besorgniserregend unnormal.

Es sei denn, du fährst zwanghaft täglich mehrfach an deinem alten haus vorbei.

woran das liegen kann, ist hier natürlich nicht zu beantworten. es könnte an bestimmten persönlichkeitsmerkmalen liegen, an biographischen ereignissen, es könnte aber auch nur eine bestimmte lebensphase sein.

wie ist denn deine persönliche lebensituation derzeit?

die ängste, die du beschreibst, sind in uns allen angelegt. einige können sie besser verdrängen, andere schlechter. diese phantasien, die du da hast, können auch ausdruck anderer, tieferliegender ängste sein.

wie gesagt, das kann man hier allerdings nicht beurteilen.

hast du einen guten hausarzt? wenn ja, dann würde ich an deiner stelle mal bei ihm vorbei gehen und mit ihm über

Dauernd bin ich totmüde und kaputt, obwohl ich ausreichend schlafe.

und

Wie gesagt, ich bin ein Mensch, der sich um jede Kleinigkeit Gedanken und Sorgen macht und generell pessimistisch denkt. Aber das nimmt derzeit Ausmaße an, welche definitiv nicht normal sind.

das hier sprechen. Er soll erst einmal abklären, ob es für den ersten punkt körperliche Ursachen gibt. Wenn man chronisch übermüdet ist, neigt man manchmal dazu, die Dinge negativ und pessimistisch zu sehen und die fehlende Kraft und Energie kann einen ängstlich machen!

fLe%tchixe


Du hast Schuldgefühle, von denen du dich nicht lösen kannst. Du kannst hast etwas getan, was du nie mehr ungeschehen machen kannst – das trifft dich so sehr. Alle sagen dir, dass du keine Schuldgefühle haben brauchst. Doch das ist es nicht, was du hören willst. Egal, was andere sagen: du selbst kannst dich nicht freisprechen. Genauso ist es mit den Dingen, in die du dich reinsteigerst. Du weißt, dass das nicht sehr realistisch ist. Diese Erkenntnis hilft dir aber nicht und du kannst es anderen nicht erklären (außerdem kommen dir dabei eventuell die Tränen).

So ist es bei mir. Bei dir auch so in etwa? Ich hab dir 'ne PN geschickt

V)athide


Laut Bibel würde es heissen, wenn du ein Unrecht eingesehen hast, ist es dir von Gott vergeben. Aber ich weiss nicht, was du vom christlichen Glauben hältst.

Die meisten haben in der Kindheit mal gestohlen, gelogen, oder ein Tier gequält. Ich habe mal mit Steinen Käferchen zermantscht. Ihh, das tut mir auch heute noch weh, würde ich auch niemals wieder tun.

Was würdest du deinem Kind sagen, wenn es ein Tier gequält hat, dann weint, weil es gequält hat?

wahrscheinlich in etwa so: "Ich weiss es tut dir heute leid. Das Wichtigste ist, dass du es nicht wieder tun würdest. Du bist erst ein Kind und musstest das nun erst lernen." Auch du würdest deinem Kind verzeihen...verzeih dir selber, es ist gut jetzt.

LIebe Grüsse

ZLodiDac2x2


Ich bin einfach total unzufrieden mit allem und könnte bei Kleinigkeiten aus der Haut fahren. Gerade ist wieder das beste Beispiel:

Gestern erfuhr ich von meiner Abschlussprüfung, dass es einigermaßen gut lief, zumindest kann ich nicht mehr durchfallen, wovor ich ja ursprünglich Angst hatte. Wenns richtig dumm läuft hab ich halt in 2 Fächern ne 3,5/3,6 und in einem ne 2,5/2,6

Und jetzt grübel ich wieder darüber nach und auch weil eben die meisten und auch diejenigen, die die ganze Zeit über in etwa die gleichen Noten hatten wie ich, besser wie Note 2 sind und somit um 1-2 Noten besser als ich.

Und das beunruhigt mich und bringt mich wieder dermaßen zur Weißglut..

Und das ist nur ein Beispiel.

Allgemein gesagt, sobald sich ein Problem gibt, mache ich mir ein neues...

Dieses ständige Grübeln und Sorgen machen, macht mir ziemlich zu schaffen, außerdem spüre ich regelmäßig wie bei Kleinigkeiten die Wut in mir hochkocht und kann es aber nicht stoppen.

rpatlo3se~tamgara


Dir hatte einfach noch niemand gezeigt das das böse ist.

Also hat man auch einen Totschlag frei bis einem jemand böse schimpft und man es dann besser weiß ??? %:|

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