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Sich selbst nicht einschätzen können

KRunaxmi hat die Diskussion gestartet


Ich habe eine Frage, die für einen Mann über 20 sicher ziemlich ungewöhnlich ist, aber es nervt unglaublich und treibt mich geradezu in den Wahnsinn

Ich schaffe es irgendwie nicht, mich selbst einzuschätzen. In Leistungsdingen geht es mittlerweile, ich weiß, was ich gut kann und was nicht.

z.b was mein Aussehen betrifft, habe ich rein garkeine Ahnung. Ich sehe Fotos von früher und denke nur "oh gott wie konnte ich nur mit so einer Frisur rumlaufen" obwohl ich das damals normal gesehen habe im Spiegel. Der Unterschied ist wirklich heftig. Ich frage mich, ist jetzt auch irgendwas an mir so freakig und ich sehe es nicht?

Außerdem bin ich so dermaßen unsicher, absolut immer, dass ich einfach gerne ein Bild von mir selbst hätte, so vor dem innere Auge, das würde mir Sicherheit geben. Da ist aber absolut garnichts. Man könnte an mir rummeckern, und ich würde mich im Handumdrehen für die größte Made überhaupt halten. Ich nehme alles was Leute sagen (oder was ich zu interpretieren denke) für bare Münze und bin in der Hinsicht total verletztlich. Das macht mich meiner Meinung nach zu einem Goldfisch im Haifischbecken, ich kann nur gefressen werden in dieser Welt.

Und was das Aussehen betrifft, ich finde man muss es einfach einschätzen können als Mann. Ich will nicht mit einer häßlichen-Jahrhundert-Visage Frauen ansprechen, weil das einfach peinlich und pure Energieverschwendung wäre, in dem Fall würde ich einfach warten bis ich irgendwann Glück habe; wenn das aber nicht nötig ist, wäre das auch extreme Verschwendung. Ich sehe mich mal so mal so, da ist absolut kein konstantes Bild von mir selbst. Fotos von mir finde ich mal so mal so, es ist Tagesformabhängig. Und mich als Menschen; Ich habe ein paar kleine Talente, für die ich viel Rückmeldung bekomme; aber ich will die auch ohne Rückmeldung so sehen können. Ohne dieses "Das hast du sehr gut gemacht" würde ich niemals einsehen können, dass es ein Talent von mir ist. Ich hoffe das versteht man jetzt. Es ist ein absolutes Null-Selbstbewusstsein.

Manchmal wurde ich aufgezogen, vor allem weil ich mal Akne hatte die zum Glück weg ist und ich insgesammt mit 14 nicht gerade lässig aussah :|N Ich hab mich deswegen oft nicht vor die Tür getraut und bin extrem Still geworden, und bin es geblieben.

Ich komme mit anderen Menschen nicht zurecht, und ich weiß, dass es an mir liegt, weil ich mit Niemandem zurecht komme. Ich würde nur gerne wissen, weshalb. Und da kommt wieder das Thema, ich kann mich selbst Null einschätzen und weiß daher nicht, was ich ändern sollte.

Feedback oder so kriege ich Null. Ich habe schon Bekannte mit den ich mir mal die Kante gebe oder so, eher Idioten-Kumpels da will ich sowas auf keinen Fall ansprechen, es ist auch wirklich peinlich ich bin sonst ein bodenständiger Mensch und klar im Kopf, aber in der Hinsicht bin ich wie ein Teenager-Mädchen das mit ihren Hormonen nicht klarkommt.

Und selbst wenn es gute Rückmeldungen von anderen Menschen wären, ich hätte gerne, dass sowas aus meinem eigenen Kopf kommt. Wie geht sowas? Ich kann das wirklich nicht.

Außerdem habe ich das Gefühl, dir wird echt garnichts geschenkt ohne Selbstbewusstsein. Bei einigen Mädels unter 20 mag das recht putzig wirken, aber so als Mann ist man dann kein Mann mehr, man ist eher eine Memme, und ich will keine Memme sein. Ich mag es wenn Leute an das glauben, was sie machen, auch wenn die ganze Welt ihnen das Gegenteil klar macht. Ich frage mich, woher nehmen die das? Die wissen ganz genau, so für sich, sie sind im Recht. Und woher nehmen sie sich dieses Recht, entgegen aller anderen zu sich selbst zu stehen?

Ich schreibe das nicht aus einer Laune herauß, sondern mein Leben ist extrem eingeschränkt dadurch, ich bin immer alleine und denke manchmal, mein Kopf explodiert vor lauter Druck. Ich kriege den Mund nicht auf, bin wirklich total still. Ich setze Rollen auf, ich beherrsche das sogar schon irgendwie professionell; das kann auch ein Vorteil sein, während andere Menschen Unsicherheit nicht kennen und man sie sofort erkennt, sie stottern und aus dem Konzept kommen, kenne ich diesen Zustand In- und Auswendig und kann ihn richtig spielerisch vertuschen. Bringt aber nichts, innerlich sterbe ich tausend Tode, und das sage ich ganz ohne die Sache über zu dramatisieren

danke fürs lesen

Antworten
EYquiDlizexr


Ich vermute mal, dass dein Aussehen dein Hauptproblem ist. Aber warum eigentlich? Warum kannst oder willst du mit deinem jetzigen Aussehen keine Frau ansprechen wollen? Warum akzeptierst du dich nicht so wie du bist? Du hast dir die Antwort doch eigentlich schon selbst gegeben. Selbstbewusstsein entsteht im Kopf. Nicht am äußeren. Und dass kann man lernen.

Luecwiuan


Kunami

Im Grunde glaube ich, dass diese ganze Frage, was man selber "wirklich" wert ist, eigentlich eine Frage ist, die keiner beantworten kann. Denn da gibt es unendlich viele Sichtweisen und es haengt immer am Betrachter. Sich selber einzuschaetzen ist am allerschwierigsten, weil man ja zu sich keine Distanz hat und sich aus anderer Position sieht als andere. Ich glaube, dass das eigentlich keiner kann, und in dem Sinne ist dein Problem gar nicht so speziell.

Mir scheint, du hast sehr viel Angst vor der Bewertung durch andere Leute. Du stellst dir irgendwie vor, die koennen dich sehen, wie du "wirklich" bist und du nicht. Aber ich denke, keiner kann das. Jeder sieht dich durch eine ganz persoenliche Brille, und keiner ist kompetent, dich wirklich "einzuschaetzen" (womit ich jetzt "dich als Mensch allgemein werten" meine; manches laesst sich ja schon messen, z.B. wie schnell du laeufst); du selber nicht, andere nicht. Das ist ganz natuerlich.

Es stimmt aber, dass viele Leute trotzdem ein gutes Selbstbewusstsein haben, und du anscheinend nicht. Wie machen die das? Ich denke, weniger durch "realistische Selbsteinschaetzung", als durch ein gutes, bejahendes, positives Gefuehl zu sich selber. Es geht weniger darum, zu wissen, was man "wirklich wert" ist, als an sich zu glauben. Und es geht darum, an sich die Dinge zu finden, die man moegen kann (und das koennen welche sein, die andere gar nicht sehen).

Ich denke z.B., dass du gut schreiben kannst. Ich finde deinen Text klar und gut formuliert.

Und selbst wenn es gute Rückmeldungen von anderen Menschen wären, ich hätte gerne, dass sowas aus meinem eigenen Kopf kommt. Wie geht sowas? Ich kann das wirklich nicht.

Vermutlich durch weniger Perfektionismus und Anspruch. Wenn du dich ueber was bei dir freust, ist das gut genug – aber du fragst dich, "Ist das fuer andere auch gut genug? Vielleicht nicht." Und damit nimmst du dir die Freude an dir selber. So sieht es jedenfalls aus.

Dein eigener Blick auf dich selber scheint mir sehr kritisch zu sein. Zum Beispiel:

Ich sehe Fotos von früher und denke nur "oh gott wie konnte ich nur mit so einer Frisur rumlaufen" obwohl ich das damals normal gesehen habe im Spiegel.

Sichtweisen aendern sich, Geschmaecker aendern sich, Kulturen aendern sich. Wenn das Aussehen fuer dich heute nicht mehr OK ist, kann es trotzdem damals OK gewesen sein, fuer den, der du damals warst. Damals warst du nicht objektiv und heute bist du es auch nicht. Aber keiner ist es und solche Bewertungen sind immer abhaengig von der Zeit und vom Blickwinkel.

während andere Menschen Unsicherheit nicht kennen und man sie sofort erkennt, sie stottern und aus dem Konzept kommen, kenne ich diesen Zustand In- und Auswendig und kann ihn richtig spielerisch vertuschen.

Koennen viele andere auch, weswegen du dich vermutlich irrst bei deiner Einschaetzung der Mehrheitsverhaeltnisse – ich glaube, es gibt viel mehr unsichere Menschen als du denkst.

Du bist nicht alleine, aber du tust die Schritte nicht, um es herauszufinden (z.B. mit Leuten ueber das zu sprechen, was dich wirklich beschaeftigt – und wenn das mit deinen Freunden nicht geht, such dir andere).

LNew5ian


PS: Vielleicht gibt's in deiner Stadt sowas wie Selbsterfahrungsgruppen. Such mal!

LUewixan


PPS: Habe gerade mal einen Blick in ein paar andere Beitraege von dir geworfen... du weisst ja so einiges schon selber, was ich dir geschrieben habe, und schreibst es an andere. Bist anscheinend ein kluger Kopf. :)^ Sag dir das mal selber; freue dich ueber deine Faehigkeiten!

K{unamxi


Lewian, findest du nicht, man kann sich oft selbst erst auf die Schulter klopfen, wenn es andere tun?

Das ist schon nett was ich hier lese; Aber ich kann Dinge nicht so sehen

Mir scheint, du hast sehr viel Angst vor der Bewertung durch andere Leute. Du stellst dir irgendwie vor, die koennen dich sehen, wie du "wirklich" bist und du nicht.

Wie ich wirklich bin, das ist nicht das Problem. Wenn das andere Leute sehen würden, wäre das ok. Ich hätte keine Angst davor so "durchleuchtet" zu werden, weil ich mich schon ziemlich gut mache. z.B habe ich hier mal einen Thread erstellt, total verzweifelt, keine Abschluss, keine Perspektive, total geknickt. Mittlerweile habe ich 2 Abschlüsse nachgeholt und bin auf dem Weg zum Abitur, und währenddessen habe ich immer gearbeitet; und gelernt habe ich alleine zuhause den ganzen Schulstoff.

Sowas sehen aber andere nicht. Und jetzt komme ich auch zum Kernproblem dieser Sache

Ich vermute mal, dass dein Aussehen dein Hauptproblem ist.

So pubertär, eitel, neurotisch, kindisch, dumm das auch ist, das ist irgendwie das Hauptproblem. Wenn andere Leute nur so einen Waschi sehen. Ich weiß nicht, im Spiegel ist es ganz ok, auf Fotos würde ich mich als den so ziemlich schrägsten unnattraktivsten Kerl betrachten den es gibt. Ich achte darauf, was ich anziehe, ich trainiere auch und treibe viel Sport; Wenn man dauernd alleine ist, hält das einen sehr gut am Leben muss ich sagen. Und es gibt dieses Klischee, Frauen würden Südländer mögen. Das ist nur ein Klischee, und ich bin ein guter Gegenbeweis.

Es geht darum, die Leute spiegeln doch sehr gut wieder, wie man ist und wer man ist. Wenn man aber dauernd nur alleine ist und einfach keinen Anschluss findet, ist man doch schon daran interessiert zu wissen, woran das liegt.

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht noch mehr Geschichten durchzukauen. Meine Erklärung war immer, es muss am Aussehen liegen. Obwohl es auch hieß "so wie du aussiehst musst du doch eine Freundin haben!", aber dann kann es doch nicht sein, dass noch nie jemand irgendwie auf mich zugegangen ist – noch Nie. Ich meine, ich wurde noch nie mal einfach so angesprochen oder so, ich meine jetzt auf der Arbeit, Schule etc., ich bin da immer so der, mit dem absolut niemand spricht. Ich bin einfach überall wie ein Gespenst, es fühlt sich so an, als wäre ich unsichtbar. Wie kann man sich sowas erklären?

Ich meine, ich habe so oft schon den Arbeitsplatz gewechselt, die Schule usw., war sehr sehr oft neu irgendwo und habe so viele Leute gesehen. Da sind auch stille, unsichere gewesen überall, wenn da 20 Leute sind, sind immer 2,3 stille dabei. Und bei den war das auch nicht so. Es war einfach bei niemandem so dass er absolut nicht angesprochen wurde, egal von welchem geschlecht.

Wenn sich das Kontakt nicht vermeiden lässt, sind die Leute höflich zu mir. Wenn er sich vermeiden lässt, wird er vermieden.

Ich habe ewig versucht dahinter zu kommen, was zum teufel da los ist. Das geht aber nur auf eine Art, es gut nur, wenn ich mich selbst einschätzen kann. Dann weiß ich auch, was los ist. Aber ich kann es nicht einschätzen

K]u<n9ami


Ok ich will nicht noch einen Thread dafür öffnen daher schreibe ich das hier. Es hängt auch mit der Sache des Threadtitels zusammen.

Ich weiß nicht, ich bin wirklich nicht normal und das seit ich denken kann. Ich denke, das ist eine bipolare Störung, andererseits kommt es auch durch äußere Einflüsse

Erstmal, wie in diesem Thread aufgeführt, Minderwertigkeitskomplexe. Das ist Problem Nr.1. Und ich denke oft, da ist so ein Druck in meinem Kopf, dass er explodieren könnte. Ich meine das jetzt metaphorisch, so verrückt bin ich nun auch wieder nicht. Wobei, vielleicht platzt der wirklich irgendwann. Ich HASSE mein Leben. Wenn ich morgens aufwache denke ich das sofort. Dann mache ich die Schule, mit 21 Jahren, weil ich als Jugendlicher nur Mist im Kopf hatte. Nach der Schule Sport, und noch mehr Sport. Und ich bin immer alleine. Ich hasse es einfach, es ist so ätzend, langweilig, frustrierend, traurig, es macht mich so wütend. Und ich bin irgendwo paranoid, ich denke, jeder hat ein Problem mit mir, die Leute würden meine Visage nicht mögen.

Das ist doch so unnormal, dass man das nichtmal einem Therapeuten erklären kann. Ich war mein ganzes Leben lang in Therapie. Das war kompletter Schwachsinn. Es ist einfach ein Witz was die da als Wissenschaft verkaufen wollen an uns. Und man braucht, habe ich gehört, ein 1,0 Abitur um Psychologie zu studieren. Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Ich weiß, die Aussage ist dumm, aber das ist meine Erfahrung. Und hier und da war ich bei Psychiatern, die konnten mich nicht leiden. Weil ich eben ruhig bin und es schwer ist Dinge von mir zu erfahren, aber die sind einfach aus dem Raum gegangen und haben irgendwas anderes gemacht – und ich frage mich, soll ich jetzt gehen? Kommt der nochmal wieder? Ist der auf Toilette? Der hat einfach den Raum verlassen; Und der hat wohl ein 1,0 Abitur, der Typ. Es geht vielen Therapeuten und Psychologen darum, einen symphatischen Menschen vor sich sitzen zu haben, mit dem sie Friede-Freude-Eierkuchen mal normal quatschen können, Probleme, nein igitt, den ganzen Tag Probleme hören, davon haben die meisten die Schnauze voll, und das wirkt sich unmittelbar an den Patienten aus. Und wenn die dann – so wie bei mir, auch nur schwer damit tun, Symptome festzustellen oder das Problem auf den Punkt zu bringen in wenigen Minuten, haben sie einfach keinen Bock mehr und werden pampig. Mit ihrem 1,0 Abitur. Der abartigste Job der Welt, den ganzen Tag Probleme des mittleren Westens hören, was für ein fucking Albtraum, ich kann diese Leute verstehen – ich würde auch den Raum verlassen.

Und deswegen hat das mit den Ärzten nicht gefruchtet

Tatsache ist, ich bin nicht normal. Vielleicht wurde mir das auch nur eingetrichtert seit meiner Geburt, aber ich merke es doch. Ich bin so skeptisch, so paranoid allen Menschen gegenüber, ich sage immer, das wichtigste für ihn ist er selbst, und das ist immer gefährlich wenn man keinen Vorteil für ihn darstellt.

Außerdem, es ist gut so, dass man mich nicht so viel reden lässt. Weil ich anfange zu schwadronieren, ich könnte hier ein Buch verfassen in wenigen Stunden. Ich denke nicht, dass es angesichts meinem Zustand gut ist, wenn ich meine Gedanken-Party auch noch mit anderen feiern kann.

Andererseits denke ich, jeder wird da verrückt. Keine Kohle verdienen sondern in der Schule ackern mit 22. Nichts zu Vögeln haben, um es mal ganz klar und erlich auszudrücken. Manche Männer kriegen da einfach die Krise. Ich meine, nicht Vögeln als den Prozess an sich, das macht man nur ein paar Stunden die Woche. Ich meine das ganze drum herum fehlt mir noch mehr. Der eine wacht auf und da liegt Sie oder Er und man hört schon nach dem Aufwachen ein paar nette Worte – dagegen mein Zustand in dem ich aufwache und denke "ich hasse mein Leben". Ist doch klar, dass ich langsam den Vogel bekomme. Oder nicht? Ich weiß wirklich nicht, wie normal oder unnormal das ist. Ich funktioniere jedenfalls gut, mein Alltag läuft immer nach Plan. Sport machen, Schule, Sport machen, Schule. Ab und zu einen Trinken gehen, und vielleicht mal eine Tüte rauchen wenn ich dazu eingeladen werde. Aber eben nicht zu viel, das ist in meinem Zustand absolut nicht gut.

Routine bewahrt mich davor, dass mein Kopf explodiert. Wenn jeder Prozess eingewöhnt ist, und man ein Ziel hat, sozusagen der Kopf auf diesem Ozean des Irrewerdens einen Anker setzen kann bevor er sonstwohin treibt. Sport ist perfekt um sich kleine Ziele zu setzen; Ebenso wie die Schule. Und ich denke, Disziplin und vor allem Selbstdisziplin ist die wichtigste Eigenschaft in der heutigen Gesellschaft. Und die habe ich irgendwo. Was das betrifft, auch der Zustand in meinem Kopf ist mit Disziplin in den Griff zu kriegen. Ich sage mir dann, reiß dich zusammen, dein Kopf bringt nurnoch Schwachsinn zusammen, du wirst depressiv, leg dich hin/lenk dich ab. Das ist hart, wirklich. Wenn du komplett Irre bist und dich dauernd dazu zwingst, dich zusammen zu reißen. Ich habe eine vernünftige Seite in mir, die die verrückte Seite im Griff hat. Meine Leistungen sind auch gut in der Schule, in der Arbeit waren sie oft auffällig schlecht, wegen Unkonzentriertheit – aber auch die habe ich jetzt im Griff, ich kann mich auf etwas fokosieren, wenn ich mich zwinge; das ist nicht leicht für so einen Irren.

Was mir noch hilft, ist Schlafmangel. Ich konnte mir das nie erklären, aber mittlerweile weiß ich so ungefähr, dass im Schlaf wohl Serotonin oder etwas ähnliches ausgeschüttet wird; das muss der Stoff sein, der für meine crazyness verantwortlich ist.

Nebenbei bin ich noch südländer, und obwohl ich dieses Gen-Gelaber hasse wie die Pest, merkt man das an meinem Temperament. Das ich dauernd zurückhalte. Wirklich, ich bin nach außen die lässigste und gleichgültigste Person der Welt; innerlich genau das Gegenteil. Aber wenn ich streite mit jemandem, nehme ich alles auseinander was in meiner Nähe ist. Ich komme nichtmal auf die Idee, dem anderen weh zu tun, aber der scheiß Grundig-Fernseher wird von mir ins Nirvana der häuslichen Unterhaltungsgeräte geschickt. In solchen Momenten hat das Irresein Vorteile, sie merken, wow der spinnt ja komplett, wenn man ihn provoziert – und man hat für immer seine Ruhe.

Mein Frauenbild wurde mit 15 geprägt, als ich noch Akne hatte. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Die kommen mir alle arrogant vor. Die meisten sind einfach unsicher, aber Unsicherheit und Arroganz zeigen sich in haargenau dem selben Verhalten, sehr interessant, äh ich meine uninteressant.

So, ich sage, das ist eine bipolare Störung. Wer auch immer das gelesen hat, meine Hochachtung für so viel zeitlichen Überfluss, das ist heutzutage nicht einfach. Hier antwortet aber sowieso niemand, ich sage das, weil es sich immer so verhält, dass ich mit meinem Überfluss an Informationen einfach den Aus-Knopf in der Aufmerksamkeitsspanne anderer Menschen drücke. Ich rede wenig, bin ein stiller Mensch, vielleicht weil ich gemerkt habe, dass Leute nie mehr als einen Satz hören wollen. Der Satz lautet in diesem Fall "Ich bin verrückt"

LLe(wOidan


Kunami

Erstmal auf das Posting von 1.12. (bevor ich das andere gelesen habe, mach ich gleich um die Ordnung in meinem Hirn zu wahren ;-D ):

Lewian, findest du nicht, man kann sich oft selbst erst auf die Schulter klopfen, wenn es andere tun?

Das ist fuer mich keine "allgemeine" Frage. Was mich betrifft ist das nicht so. Ich kann auf Sachen stolz sein, die kein anderer lobt. Das laesst mich zwar als eitlen Pfau hier dastehen, aber manchmal schreibe ich in diesem Forum Postings, auf die geht keiner ein, und wenn ich sie spaeter wieder lese, denke ich trotzdem noch: Das war richtig gut, gute Gedanken treffend ausgedrueckt, und warum keiner geantwortet hat, was weiss ich? Allerdings kann es sein, dass das nicht so waere, wenn's nicht auch andere Postings von mir gaebe, wo andere sagen, dass es gut ist. Das ist schwierig, inwiefern die Faehigkeit eines Menschen, sich selber gut zu finden, davon abhaengt, dass er wenigstens irgendwann mal (oder "oft genug") auch von anderen anerkannt wird. Hat in vielen Faellen vermutlich sehr viel damit zu tun, ob man in den ersten Jahren des Lebens mitbekommen hat, vor allem von den Eltern, dass man in Ordnung und erwuenscht ist, und dass es gut ist, was man tut.

Ich meine, ich habe so oft schon den Arbeitsplatz gewechselt, die Schule usw., war sehr sehr oft neu irgendwo und habe so viele Leute gesehen. Da sind auch stille, unsichere gewesen überall, wenn da 20 Leute sind, sind immer 2,3 stille dabei. Und bei den war das auch nicht so. Es war einfach bei niemandem so dass er absolut nicht angesprochen wurde, egal von welchem geschlecht.

Inwiefern das jetzt praezise beobachtet oder uebertrieben ist (wenigstens ein bisschen) kann ich nicht beurteilen, aber: Was ist denn so dein Ansprechverhalten?

Ja, es gibt Leute, die aufgrund irgendwelcher aeusserlicher Gruende nicht oft oder meinetwegen nie angesprochen werden (das muss uebrigens nicht "schlechtes Aussehen" sein, da gibt's noch andere Moeglichkeiten). Die koennen das aber dadurch ausgleichen, dass sie selber den Anfang machen. Und wenn man sich als herzlicher Typ etabliert, der auf Leute zugeht und Leute mit einer positiven Einstellung empfaengt, gibt es irgendwann auch Neuzugaenge, die auf einen selber zukommen.

Liewxian


Kunami

@ 4.12.:

Doch, ich hab's gelesen. Obwohl ich nicht Zeit im Ueberfluss habe. Aber du bist ein guter Schreiber. Du hast was zu sagen.

Zuerst ist mir aufgefallen, dein Posting gibt einige Gruende her, warum man mutmassen koennte, dass du nicht angesprochen wirst ganz unabhaengig von deinem Aussahen. Eine negative Einstellung zum Leben strahlen die meisten Leute, die sie haben, ja auch aus. Das ist nicht einladend. Und dann, Leute, die wenn sie sich mal zu Wort melden, lange Volksreden halten und evtl. noch andere nicht zu Wort kommen lassen (das hast du jetzt nicht so geschrieben, aber mal angenommen, es waere so), machen sich auch nicht populaer, weil dann ja derjenige, der sich ueberlegt, dich anzusprechen, sich fragen wird: Laesst mir dieser Mensch ueberhaupt Raum? Komme ich ueberhaupt durch zu ihm?

Buecher schreiben ist sicherlich besser als zu monologisieren, damit erschlaegt man jedenfalls niemand anderen. Ich habe hier im Forum 10000+ Beitraege, und einer der wesentlichen Gruende, warum ich hier gerne schreibe, ist, dass ich denke, ich habe gewisse Sachen zu sagen, die ich in meinem realen Alltag nicht anbringe, weil sie nicht gefragt sind, zu umstaendlich zu erklaeren waeren etc. Und viele dieser Sachen passen irgendwie auf anderer Leute Probleme. Gibt aber viele Leute, die lesen meine Beitraege nicht oder finden sie "lang und weilig". Das ist halt so, keiner muss das lesen und die Leute koennen es ignorieren, wenn sie wollen. Ein paar moegen es aber. Auf meinen allerersten Faden in diesem Forum hat keiner geantwortet. Jetzt ist das so, dass ich eine Art "Ruf" habe, also wenn ich jetzt einen persoenlichen Faden aufmache, lesen das eine Handvoll Leute vermutlich bloss weil ich das bin (mein aktuell oberster Faden hat freilich noch keine Antworten... koennte also Quatsch sein, was ich hier gerade schreibe, aber ich nehme mal gutwillig an, keiner weiss eine gute Antwort darauf). Warum? Ich denke, weil ich mal angefangen habe irgendwo auf sie einzugehen. Zugehoert und/oder reagiert habe. So ein Internetforum ist besser in der Hinsicht als das reale Leben, weil man hier dadurch, dass man was Langes schreibt, niemandem anderen das Wort nimmt.

Hast du mal irgendwas Kuenstlerisches versucht, um den Seiten in dir Ausdruck zu geben, die du unterdrueckst und die dir "den Kopf zum Platzen bringen koennten"? Malerei, Musik, Skulpturen...? Improvisationstanz?

Deine Erfahrungen mit Psychiatern teile ich nicht. Ich habe mal 3 Jahre Therapie gemacht, das ist jetzt schon ziemlich lange her, aber ich bin mit ein paar Psychologen befreundet und rede manchmal mit denen ueber ihren Beruf (natuerlich nicht so, dass die Geheimnisse ihrer Klienten ausplaudern wuerden, eher allgemeiner). Die ich kenne, haben durchaus Motivation und Ehrgeiz, ihre Klienten auch zu erreichen, also zu sehen, was mit denen los ist und wie damit umgegangen werden koennte. Die wollen nicht nur Kaffeekraenzchen machen. Und dass die Klienten nicht klar sagen koennen oder wollen, was ihr Problem ist, ist ganz normal. Das kann ja kein Psychologe erwarten, dass der Klient ihnen die Diagnose auf dem Silbertablett liefert. Zumal die psychische Diagnostik sowieso oft sehr unklar ist, weil die Leute unterschiedlicher sind als die "Krankheitsnamen", die es gibt. Bestimmte psychische Diagnosen wurden ueberhaupt erst erfunden, um fuer ziemlich heterogene Gruppen von Patienten eine Schublade zu definieren (Borderline).

Nun kenne ich allerdings auch hauptsaechlich Psychotherapeuten, die nicht Psychiater sind, d.h., die nicht mit Medikamenten arbeiten und fuer die die Diagnostik nicht so im Vordergrund steht, viele aus dem "Gestalt"-Bereich. Die sind vielleicht noch mal sehr anders als die, die du kennengelernt hast.

So, ich sage, das ist eine bipolare Störung.

Und, was bedeutet das fuer dich?

knamikaxze


Ich sehe Fotos von früher und denke nur "oh gott wie konnte ich nur mit so einer Frisur rumlaufen" obwohl ich das damals normal gesehen habe im Spiegel. Der Unterschied ist wirklich heftig.

Das kenne ich ;-D ich sah früher wirklich schrecklich aus: Dicke Hornbrille, zerzauselte Haare, eine feste zahlspange und ein Klamottenstil (mir gefiel damals der "Grunge-look á la kurt Cobain, also trug ich gebatikte Wickelröcke mit Fransen und Glöckchen, dazu die alten Holzfällerhemden meines Vaters %:| ) zum brechen. Trotzdem habe ich mich wohl gefühlt und kam nicht auf die Idee, dass ich scheiße aussehen würde. Warum? Weils mir gutging, so wie ich war. ich hatte freunde, eine große Familie um mich herum, wurde nicht gehänselt und imPrinzip akzeptiert, so wie ich war. Deshalb habe ich mich "normal" gefühlt, auch wenn ich mich heute frage, weshalb mir eigentlich keiner eine Papiertüte über den Kopf gestülpt hat ;-D

Und es gibt dieses Klischee, Frauen würden Südländer mögen. Das ist nur ein Klischee, und ich bin ein guter Gegenbeweis.

Nach Deinem text hier würde ich sagen, dass Deine Probleme sicher nicht an Deinem Aussehen liegen. Entscheidend ist, dass Du Dich selbst nicht magst.

Und hier und da war ich bei Psychiatern, die konnten mich nicht leiden. Weil ich eben ruhig bin und es schwer ist Dinge von mir zu erfahren

Naja, eine Therapie macht nur Sinn, wenn sie freiwillig erfolgt und insoweit die Bereitschaft zur Mitwirkung besteht. Jemand, der keinen Bock hat und erwartet, dass der Psychologe stundenlang alles aus ihm herauskitzeln muss, ist nicht therapiefähig.

KWunxami


Auf jeden Fall kann ich nicht normal leben. Nach außen Ja, aber ich denke nicht, dass es gut gehen wird, wie es läuft. Ich bin extrem frustriert. Selbst wenn ich ganz brav meine Arbeit hinkriege und Steuerzahler werde, besonders Lebenswert ist das alles mit meinen Gedanken nicht gerade

Naja, eine Therapie macht nur Sinn, wenn sie freiwillig erfolgt und insoweit die Bereitschaft zur Mitwirkung besteht. Jemand, der keinen Bock hat und erwartet, dass der Psychologe stundenlang alles aus ihm herauskitzeln muss, ist nicht therapiefähig.

Niemand hat mich da reingezerrt, ich war ja freiwillig dort. Und das auch mehrmals; Ich wünsche mir ja, dass ich zumindest einen Namen für die Sache kriege. Dann würde ich das nicht dauernd runterspielen müssen.

Morgen denke ich sowieso wieder, das war nur eine hysterische Phase, ich hab Schwachsinn im Netz gepostet und heul wieder herum wie scheiße es mir geht, weil ich nichts zu tun habe. Und dann geht das wieder von vorne los.

Und na klar müssen Therapeuten was aus mir herauskitzeln, das ist ihr Beruf. Das lernen die profesionell und dafür brauchen sie (stimmt das jetzt eigentlich?) ein 1,0 Abitur. Ich kann ja auf die Fragen antworten, aber ihm das Vorplappern, was sein Professor damals erklärt hat, geht leider nicht. Ich kann leider nur deren Fragen beantworten, mehr geht da nicht. Es ist so wie ich es erklärt habe, die hatten keinen Bock auf ihren Beruf, was ich zu 100% verstehen kann

So, ich sage, das ist eine bipolare Störung.

Und, was bedeutet das fuer dich?

Die Bipolare affektive Störung (auch bekannt unter der Bezeichnung "manisch-depressive Erkrankung”) ist eine psychische Störung und gehört zu den Affektstörungen. Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und extreme Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit außerhalb des Normalniveaus in Richtung Depression oder Manie schwanken.

H(albU~ndxHalb


Du erwartest viel von den Menschen um Dich herum. Die Psychologen sollen Dir bitteschön helfen, die anderen sollen Dich attraktiv finden und sich für Dich interessieren.

Aber wo ist deine Eigenintiative? Interessierst Du Dich für andere? Oder nur insofern, um abzuchecken, ob sie Dich attraktiv finden oder nicht?

Du verhälst Dich still und abweisend und wunderst Dich, dass man Dich meidet.

Die meisten Menschen sind ganz objektiv gesehen nicht wirklich schön. Das macht aber nichts. Das hat nämlich nichts damit zu tun, ob man Kontakte knüpft oder nicht. Ob man diese hat, hängt davon ab wie man sich benimmt. Schon die Körpersprache zeigt, ob jemand Kontakt möchte oder nicht. Du signalisiert ziemlich sicher, dass Du nicht möchtest.

KSuna!mi


Du erwartest viel von den Menschen um Dich herum. Die Psychologen sollen Dir bitteschön helfen, die anderen sollen Dich attraktiv finden und sich für Dich interessieren.

Aber wo ist deine Eigenintiative? Interessierst Du Dich für andere? Oder nur insofern, um abzuchecken, ob sie Dich attraktiv finden oder nicht?

Der letzte Satz, damit hast du mich zum Nachdenken gebracht, damit kann ich was anfangen

Erstes Beispiel macht garkeinen Sinn. Natürlich sollen die mir "bitteschön helfen". Was sollen die sonst machen? Das ist ihr Job, für den sie nicht gerade wenig Geld bekommen, und das bieten die ja auch an.

Das Problem ist ja auch, da man auf andere zugehen muss für soetwas, ich kann das kein Bisschen. Ich kann mir nur vor dem inneren Auge vorstellen, wie die alle denken "was will der denn?" und das ist so festgefahren in meinem Kopf. Ich komme mir da nur vor wie eine Nervensäge. Anderen hinterherlaufen, die über mich lachen wenn ich nicht in der Nähe bin, das ist das Letzte, was ich machen will. Das ist das Problem. Als Kind und auch später bin ich für gelegentliche Annäherungsversuche abgelehnt worden. Und man hat mir auch so ins Gesicht gesagt, "was willst du denn"? Und heute, auch wenn die Leute das nicht direkt so sagen, kommt es mir so vor.

L]ewixan


Kunami

So, ich sage, das ist eine bipolare Störung.

Und, was bedeutet das fuer dich?

Die Frage war nicht so gemeint, dass ich die Definition wissen wollte. Sondern ich meinte, was macht das fuer einen Unterschied fuer dich, dir selber diese Diagnose zu verpassen? Das scheint dir ja irgendwas zu bedeuten.

H9albU3ndHxalb


Aber genau das ist doch der springende Punkt. WAS willst Du von anderen Menschen? WAS interessiert Dich an ihnen?

Wenn Du wirklich nur Kontakt aufnimmst mit dem Hintergedanken, dass Du Feedback für Dich bekommst (Bestätigung für Deine "Defizite"), dann wird es auch so sein. Es geht gar nicht um das, was Du sagst, sondern das, was Deine Körpersprache signalisiert. Und die sagt in der Regel die Wahrheit, weil die wenigsten Menschen diese bewusst steuern können. Aber die Signale, die versteht jeder, wenn auch unbewusst.

Andere Menschen haben auch Probleme mit Kontaktaufnahme und mit der Einschätzung ihres Gegenübers. Auch andere strotzen nicht vor Selbstbewusstsein. Gerade die, die ganz besonders selbstbewusst wirken, sind es in der Regel nicht.

Selbstbewusstsein haben heißt, dass man mit sich selbst zufrieden ist und auch mit seinen Macken und Fehlern klarkommt. Und jeder (!!!) hat Macken und Fehler. Solange Du Dich auf Deine konzentrierst und erwartest, dass Du für diese Bestätigung bekommst im Sinne von "da reden die anderen drüber", wirst Du genau das bekommen.

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