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Ständiger Hass auf Alles und Jeden

HceJlio hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forummitglieder,

ich schreibe hier weil mir durch verschiedenste Gründe die Möglichkeiten ausgegangen sind, mit Personen aus meinem Umfeld darüber zu sprechen......vor allem weil es wohl mittlerweile keinen mehr gibt mit dem ich sprechen könnte und "bezahlt" wird mir derzeit auch keiner. Soviel dazu erstmal.

Ich möchte gar nicht zuviel über meine Lebensgeschichte erzählen, da ich das Bild des möglichst unvoreingenommenen Lesers zunächst versuche aufrechtzuerhalten. Nur soviel, ich bin 25, männlich, Single, lebe alleine und orientiere mich im Beruf gerade um.

Nun zu meinem Problem, seit 1-2 Jahren nimmt der Hass in mir ständig zu...ich denke zur Zeit habe ich das Maximum erreicht. Ich bin launisch, schnell gereizt, von meinen Leistungen nach aussen überzeugt, nach innen zweifelnd, aggressiv, lieber allein aber dennoch enttäuscht wenn niemand fragt ob ich Zeit hätte oder Lust hätte wohin mitzukommen.

Das regelmäsige Bier oder Glas Wein wird immer mehr zur Normalität um mich in eine Phase der Entspannung zu versetzen und besser schlafen zu können.

Was mir gerade noch als sehr markantes Ereignis der letzten Woche einfällt ist, dass ich beim Klettern, in einer für mich relativ einfachen Route nicht mehr weiterkam, wutentbrannt abgebrochen hab und als ich wieder am Boden war sofort hätte losheulen können wie ein Schlosshund....ohne zu Wissen warum.

Ich weiß grad nicht mehr weiter was mit mir passiert. Ich hab mit nahezu keiner/keinem meiner Freunde/Freundinnen noch etwas zu tun. Anrufe und SMS lasse ich oft unbeantwortet.

Mehr fällt mir gerade nicht ein was noch nenneswert sein könnte.....ich würde mich wahnsinnig über eure Meinungen, Ideen und Erfahrungen freuen. Ich sehe momentan keine Hoffnung mehr, dass mir jemand helfen kann :-(

Antworten
m'ond+)stexrne


Aus Deinem Beitrag spricht kein Hass. Du schreibst schon fast liebevoll, auf jeden Fall nett und freundlich.

Was mir gerade noch als sehr markantes Ereignis der letzten Woche einfällt ist, dass ich beim Klettern, in einer für mich relativ einfachen Route nicht mehr weiterkam, wutentbrannt abgebrochen hab und als ich wieder am Boden war sofort hätte losheulen können wie ein Schlosshund....ohne zu Wissen warum.

Du hast wohl eine niedrige Frustrationstoleranz. Der kleinste Misserfolg macht Dich aggressiv. Ein gefährlicher Mensch bist Du offensichtlich nicht. Denn auch wenn Du wutentbrannt abgebrochen hast, Du hast es an niemandem ausgelassen.

Ich vermute mal, auch wenn Du es nicht geschrieben hast, im Kontakt mit Menschen steigt auch schnell der Hass in Dir auf, wenn sie nicht so reagieren, wie Du es Dir wünscht.

Vielleicht musst Du versuchen zu einer Entscheidung zu kommen: Möchtest Du mit irgendjemanden zurechtkommen oder möchtest Du allein bleiben?

Hmelm{sp^altxer


Hey Helio,

Bleib einfach locker und flipp nicht gleich immer aus, wenn was schiefgeht. Es gibt immer Momente die frustrieren, aber kein Grund immer gleich in Agressionen auszubrechen.

Freunde sind wichtig, meld dich ruhig mal bei ihnen.

Viele Grüße:

Helmspalter

U~lmer fSpaptz


Anrufe und SMS lasse ich oft unbeantwortet

Das heißt also, dass es durchaus Leute gibt, die mit Dir Kontakt aufnehmen wollen

Es liegt an Dir, diesen zu erwidern, wenn Du nicht alleine sein möchtest

Hnelixo


@ mond+sterne,

da könntest du schon Recht haben. Es ist immer noch so, dass die Fassade der "Sozialkompetenz" mich blockt, es an anderen auszulassen. Innerlich koche ich und würde am liebsten alles zertrümmern.

@ Helmspalter,

mein ganzes Leben is mittlerweile eine Baustelle. Klingt abgedroschen, ist aber so. Egal wo ich hinschaue, Eltern, Familie, Beruf, Freunde, Partnerin, Verwandschaft..........nirgendwo ist ein Rückzugsraum wo ich mich wohl fühle....wo ich mit jemandem wirklich mal offen sprechen könnte ohne, dass das danach dann evtl. mir mal wieder vorgehalten wird, gegen mich verwendet wird, viell. sogar weitererzählt wird oder mir gleich ganz seltsame "Lösungsvorschläge" gemacht werden, die ich eigentlich gar nicht hören will :/

Ich weiß, dass Freunde wichtig sind. Bin aber schon einige Male enttäuscht worden und mir wurde immer wieder gezeigt wie wichtig ich ihnen bzw. wie wichtig ich ihnen eben nicht bin.....das tut weh.

@ Ulmer Spatz,

die ein oder anderen wollen Kontakt aufnehmen, ja. Die werde aber unglaublich schnell wütend deren Verhalten betreffend und denke mir nur noch "geht doch hin wo der Pfeffer wächst, ich brauch niemanden!"

Ich sehe mich gar nicht als Opfer ala "Keiner mag mich".....eher mittlerweile als Menschenfeind und Alleinigänger. Ich treibe mich schon selbst ins Alleinsein und merke dabei, dass mir immer schwerer fällt mit Menschen innigere, nähere Kontakte aufzubauen. Oberflächlich, mit neuen Bekanntschaften, im Beruf etc. bin ich immer absolut korrekt im Umgang und umgebem ich auch gerne mit neuen Menschen, sobald es aber längere Bekanntschaften werden finde ich meist irgendetwas was mir tierisch auf die Nerven geht.

Dazu fällt mir auch noch ein, dass ich ein ziemlicher Perfektionist bin, was ich auch nicht wirklich aus mir herausbekomme und mir selbst das Leben schon schwer genug macht. War einmal sehr nahe am Komplettausfall in der Arbeit und der Chef hatte mir dann empfohlen mal ein paar Wochen Urlaub zu machen und viell. alleine wegzufahren.

L]aiti ère


Ich finde deine Art zu schreiben sehr sympathisch. Du wärst wohl jemand, den ich sehr mögen könnte und an dem mir etwas liegen würde.

Wenn ich mir aber vorstelle, dass dir bei aller Zuneigung irgendwann nichts mehr recht wäre und ich so liebevoll sein könnte wie ich wollte und du sowieso den Abstand suchst, weil dich allein die Farbe meiner Haargummis aufregen würde... dann wäre ich hochgradig verletzt. Erstmal.

Und dann würde ich den Abstand zu dir suchen und mir sagen, dass du dich um dich selbst kümmern musst und etwas Zeit brauchst.

Bitte sehr. Ich lass dir Zeit! ;-D Jetzt nutze sie und denke mal über deine depressiven Anwandlungen nach. Wem willst du da eigentlich so furchtbar gerecht werden? Und wieso glaubst du, dass hinter deiner perfekten Fassade jemand steckt, den niemand leiden könnte? Freunde dürfen das sehen und bleiben trotzdem bei dir. Auch wenn sich das erstmal hart anfühlt und man sehr viel Angst hat.

k.nuff3eltje


Fehler machen menschlich, wie man immer so schön sagt. Nobody's perfect. Wieso auch? Gerade Fehler können einen Menschen sehr sympathisch und anziehend machen.

Klingt, als würdest du selbst dich unbewusst nicht richtig akzeptieren, weil du nicht perfekt bist und das überträgst du auch auf andere. Also sprich, andere akzeptieren und mögen dich nicht, weil du nicht perfekt bist.

Kann das sein?

sLch_niexki


hmm kann es sein, das du nicht schon wieder nen burnout hast oder sowas?

s6chniseki


- nicht

Lsaitièxre


Und im Endeffekt ist so ein "Hass auf alles und jeden" auch eine rebellische Aktion, um endlich mal NICHT in alles perfekt zu passen, um endlich einma anzuecken und sich zu wehren.

Freunde werden auf ihre Zueneigung getestet und man selbst verschafft sich endlich ein Gefühl von Unabhängigkeit, weil man in seiner Perfektion sowieso schon maximal angepasst und gebunden ist.

k>nuffMel_txje


Laitière drückt es perfekt aus :)^

Dein Verhalten ist ein Ausdruck davon, dass du im Grunde eigentlich gar nicht perfekt sein willst. Suchst du vllt jemanden, der dich aus diesem Schema reißt?

H>exlio


@ Laitière,

danke :) Schön mal was Nettes zu hören. Bis zu den Haargummis geht es nicht gerade, war wohl etwas überspitzt. Aber Verhaltensweisen z.b. mir gegenüber oder auch anderen gegenüber bringen mich dazu Kontakte abzubrechen bzw. auskühlen zu lassen. Ich pack es z.B. überhaupt nicht, auch wenn es mich rein gar nichts angeht, wenn sich Menschen aus Initiativlosigkeit, Gewohnheit oder Ähnlichem an Beziehungen festhalten auch wenn das nur noch ein Gerippe ist was sie Beziehung nennen.

Hab vor einigen Monaten ein nettes, hübsches und vor allem ehrgeiziges Mädel beim Klettern kennengelernt. Mit der Zeit aber hat auch sie es geschafft mir auf die Nerven zu fallen, alleine dadurch, dass, wenn wir in den Bergen waren, sie total trittunsicher war, rumgestolpert ist, überall Angst hatte wo es mal etwas ausgesetzt war. Ich hätte mich nicht darüber gewundert wenn sie nicht von vornherein ein anderes Bild aufgebaut hätte, derjenigen nämlich, die die Berge liebt und sich nichts anderes vorstellen kann, als ständig dort zu sein.

Naja ich weiß selber wie blöde sich das liest, gerade jetzt wo ich es selber schreibe, aber es sind/waren nunmal die Fakten.

@ knuffeltje,

ja da könntest du Recht haben. Ich mag es z.B. gar nicht etwas "Neues" anzufangen und es nicht zu können bzw. sich dabei blöd anzustellen. Ich stelle an mich den Anspruch möglichst schnell möglichst gut zu sein. Auch hier wird jetzt wieder jeder schreien "Ach das geht doch gar nicht du bist doch auch nur ein Mensch". Ja stimmt, aber es ist nicht so, dass ich das bewusst mache, es ist einfach schon immer so. Meistens klappt das auch was ich angehe, aber es ist enorm belastend mit diesem Anspruch an sich selbst klarzukommen. Manchmal komme ich mir auch wie eine Maschine vor, funktionieren, keine Gefühle zeigen.

@ schnieki,

das hab ich mir eben am Donnerstag gedacht. Das ich da mal eine Route nicht schaffe, ärgert mich zwar, ist aber auch schnell wieder abgehakt bzw. die Route geschafft ;-) Was nicht dazu passte war, dass ich danach am liebsten auf dem Boden zusammengesackt wäre und losgeheult hätte.......ohne zu wissen warum. Musste mit den feuchten Augen kämpfen und hab mir erstmal ne Auszeit genommen...

A@ußen7diCensxt


Helio,

ich schreibe hier weil mir durch verschiedenste Gründe die Möglichkeiten ausgegangen sind, mit Personen aus meinem Umfeld darüber zu sprechen......vor allem weil es wohl mittlerweile keinen mehr gibt mit dem ich sprechen könnte und "bezahlt" wird mir derzeit auch keiner. Soviel dazu erstmal.

hast du mal über eine Therapie nachgedacht oder vielleicht schon eine gemacht? Der Tipp klingt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber die Situation ist ja die, dass du anscheinend innerlich ziemlich schwarz siehst, während es dir so leidlich gelingt, deine Außendarstellung im Griff zu halten und im Alltag zu funktionieren. Das wird aber auf Dauer kaum gutgehen, dass du das alles mit dir selbst ausmachst.

die ein oder anderen wollen Kontakt aufnehmen, ja. Die werde aber unglaublich schnell wütend deren Verhalten betreffend und denke mir nur noch "geht doch hin wo der Pfeffer wächst, ich brauch niemanden!"

Das klingt für mich so, als ob ein Stück persönliche Entwicklung dahintersteckt, das dich im Leben behindert und mal aufgearbeitet werden sollte, undzwar professionell.

H=elxio


hast du mal über eine Therapie nachgedacht oder vielleicht schon eine gemacht? Der Tipp klingt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber die Situation ist ja die, dass du anscheinend innerlich ziemlich schwarz siehst, während es dir so leidlich gelingt, deine Außendarstellung im Griff zu halten und im Alltag zu funktionieren. Das wird aber auf Dauer kaum gutgehen, dass du das alles mit dir selbst ausmachst.

Ich hab 30 Stunden bereits gemacht. Da konnten wir aber gar nicht gezielt an all die "Probleme" rangehen, da sich im Gespräch immer neue Baustellen aufgetan haben und wir in der Zeit eigentlich nur an der Oberfläche und hier und da mal wieder an was akutem gefeilt haben.

Ein Versuch eine Psychoanalyse zu bekommen wurde aus Kostengründen abgelehnt. Tja, here I am, once again....mit mir allein.

A00endji9exnst


Ich hab 30 Stunden bereits gemacht. Da konnten wir aber gar nicht gezielt an all die "Probleme" rangehen, da sich im Gespräch immer neue Baustellen aufgetan haben und wir in der Zeit eigentlich nur an der Oberfläche und hier und da mal wieder an was akutem gefeilt haben.

Das klingt für mich so als wolltest du sagen, da wären einfach so viele Probleme da, dass es gar keinen Sinn macht, überhaupt irgendwo anzufangen. Ich denke, du solltest das weiter verfolgen. Vielleicht bei einem anderen Therapeuten oder einer anderen Art von Therapie.

Ein Versuch eine Psychoanalyse zu bekommen wurde aus Kostengründen abgelehnt. Tja, here I am, once again....mit mir allein.

Falls es dir finanziell möglich ist, kannst du ja auch privat dafür aufkommen.

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