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Starke Antidepressiva

mwariox89 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

welche Erfahrungen habt mir mit starken Antidepressiva, bzw. was hattet/habt ihr für welche?

Ist der spätere Absetzprozess dann bei starken schwieriger?

Liebe Grüße

Mario

Antworten
ZMwacqk4x4


Ich habe über 20 ADs ausprobiert und fühle mich im Augenblick mit einer 2-er Kombi gut eingestellt. Da auf Psychopharmaka jeder Patient unterschiedlich reagiert, ist die 1:1-Übertragung persönlicher Erfahrungen auf Dritte nicht möglich. Absetzerscheinungen hatte ich noch nie. Wenn Du ein bestimmtes AD im Auge und Interesse an dessen Statistik hast, google nach dem Wirkstoff und lies unter sanego.de unter "Nebenwirkungen" nach.

G3rcottxig


Was meinst du mit "stark"? Antidepressiva, haben verschiedene Wirkungsmechanismen, das hat nichts mit stark zu tun. Ansonsten, siehe Zwack.

fietcxhie


Hallo

Um das Thema noch mal aufzugreifen... Bei wurde eine neurotische Depression diagnostiziert. Die besteht auch schon einige Jahre. Ich war noch nie in Behandlung, erst seit wenigen Tagen. Verschrieben wurde mir Venlafaxin 75 mg. Ist das normal, dass man zum Einstieg gleich 'ne 75 mg Kapsel bekommt, wenn es auch 37,5 mg gibt? Ich soll 1 Woche jeden Tag 1 Kapsel nehmen, danach jeden Tag 2. An den ersten 3 Tagen waren die Nebenwirkungen extrem. Es ging mir so schlecht, dass ich am ersten Tag von der Arbeit nach Hause musste und die beiden nächsten Tage komplett im Bett geblieben bin.

Ich wurde ja auf Nebenwirkungen hingewiesen. In meinem Fall fand ich das aber wirklich extrem. Am 4. Tag ging es ein bisschen besser, aber ich war total fertig. Heute ist der 5. Tag und in 3 Tagen soll ich die Dosis verdoppeln. Mir graut es davor. Ich weiß auch nicht, wie ich das in der Firma erklären soll, dass ich Medis nehme, die mich so aus den Latschen hauen, dass ich meine Arbeit abbrechen muss.

Was sagen die Experten unter euch? Ist das ein normaler Ablauf?

K^ookoxo


Hi fetchie,

also zum ersten du musst deinem Arbeitgeber das nicht sagen....das geht ihn nichts an!

Also grundsätzlich verträgt nicht jeder jedes AD und nicht jedes wirkt bei jedem.

Nebenwirkungen hatte ich bei dem jetzigen kaum, aber was ich begleitend nehme manchmal, da habe ich sehr starke Nebenwirkungen und das wird aber mit der Zeit besser....

Ich finde und kenne auch NW die am anfang ziemlich daneben machen, aber es sollte sich geben und sonst ist es vll. nicht das richtige AD für dich.

lg

Z`wSacxk44


Ist das normal, dass man zum Einstieg gleich 'ne 75 mg Kapsel bekommt, wenn es auch 37,5 mg gibt?

Ja, bei Depressionen ist das die empfohlene Einstiegsdosis.

Ist das ein normaler Ablauf?

Was ist schon normal? Auf Psychopharmaka reagiert jeder Patient anders. Unerwünschte NW verschwinden meist nach einer Anfangsphase, müssen aber nicht. Zum Starten einer AD-Behandlung eignen sich Wochenenden immer am besten.

f/etxc)hixe


@ Kookoo & Zwack44

Okay, danke. Ich denke mal, dass die Erhöhung von einer auf zwei Kapseln auch nicht so problematisch wird wie der Neueinstieg. Im Moment geht es mir einigermaßen gut, was die NW betrifft. Aber man kommt doch schon ins Grübeln, wenn man im Prinzip 3 Tage nicht aus der Wohnung gehen kann und auch fast nichts zu essen runter kriegt.

Ich soll die 2 Kapseln täglich dann bis Mitte Januar nehmen und habe dann den nächsten Termin bei der FÄ. Außer dem AD hat sie bis dahin nichts weiter für mich vorgesehen, also keine Psychotherapie. Ich glaube, sie will mich erstmal lockerer und entspannter machen, damit eine Behandlung möglich ist. Mich also erstmal aus dem permanenten Trauerzustand rausholen.

E?llagOant


fetchie,

die 37.5 haben eigentlich gar keine richtige Wirkung. Die sind zum ein bzw ausschleichen. Mir wurden auch gleich 75mg gegeben. Aber wahrscheinlich werden 75mg verschrieben, je nachdem wie akut es ist. Du schreibst "FÄ" – Frauenärztin? Fachärztin? Mir fällt jetzt grad nichts weiter mit F ein. "Normale" Ärzte wissen um den Umgang mit ADs nicht so 100% Bescheid. Ein Psychiater hätte dir evtl erst 37.5 verschrieben, dann im Wechsel mit 75mg.

Und zu mario89,

es ist egal, wie hoch die Dosis ist. Wenn man absetzt, reduziert man Schritt für Schritt. Also du kannst ab jeder Dosis aufhören. Nur je höher sie ist, desto länger dauert es, bis du auf Null runter bist.

f-etchxie


@ Ellagant

FÄ = Fachärztin und zwar für Psychiatrie/Psychotherapie mit Titel Dr. med.. Sie ist eine Klinikoberärztin, die 1x pro Woche für 5 Std eine Praxissprechstunde in unserem Provinznest macht.

Ich bin erstmal beruhigt. Dafür, dass es mir dann irgendwann besser geht, ertrage ich das.

Dachte bloß, es wäre womöglich ein Schreib- oder Lesefehler gewesen: 37.5 gemeint, 7.5 geschrieben, 75 gelesen.

E/llxaga2nt


Was hast du denn für NWs?

Beim erhöhen hab ich eigentlich keine Erfahrung. Hab einfach immer von heute auf morgen ne hohe Dosis genommen (immer selbst "verabreicht" ^^) und da hatte ich dann so 2-3 Tage Nebenwirkungen

fuetcwhie


Starke Übelkeit, Durchfall, Sehstörungen (leicht verschwommen und konnte Entfernungen schlecht abschätzen), Schwindel + schlechtes Gleichgewicht, Appetitlosigkeit, Schweißausbrüche, kalte zittrige Hände, Reizbarkeit, angespannte Muskeln, Schlaflosigkeit, Ziehen in der Nierengegend, "Zeitlupen-Modus" (ich fand mich recht langsam in Reaktion und Bewegung), mangelhafte Konzentration.

Das klingt jetzt vllt schrecklich und ich kam auch tatsächlich nicht aus dem Bett – zumal mir beim Aufstehen ein bisschen schwarz vor Augen wurde. Insgesamt war es so ähnlich wie Katerstimmung nach einer rauschenden Party, nur intensiver und es hörte 3 Tage nicht auf. Mir hat nichts weh getan aber ich fühlte mich insgesamt grottenschlecht. Die Übelkeit verschwand nach 14 Stunden, danach konnte ich mich wenigstens hinlegen, ohne dass der Magen gleich hoch rutschte.

Ich habe dann 2 Tage Bettruhe eingelegt und dann normalisierte es sich einigermaßen. Ich hab mich nur kaputt gefühlt wie nach einer schweren Erkältung. Heute (5. Tag) geht es mir eigentlich normal.

Es war ja nun nicht so, dass man es nicht hätte aushalten können. Aber es hat mich doch umgehauen, ich konnte nicht zur Arbeit fahren (gute 1,5 Std einfache Fahrstrecke) und ich wusste ja in dem Moment auch nicht, wie lange es dauern bzw. wie schlimm es noch werden würde. :-/

EollavgXanxt


Also ich finde schon auch, dass es schrecklich klingt :-D :)_

Da kam ich ja noch richtig gut davon mit "nur" Durchfall und Übelkeit. Oder den Rest hab ich verdrängt ":/ ;-) Ich hatte deine NW jetzt eher beim Absetzen. Das fand ich stressiger als das Anfangen damit.

fke*tcHhie


Naja, bis ich mal ans Absetzen denken kann, ist es noch ein sehr, sehr langer Weg. Ich bin jetzt 48 geworden und meine Probleme schleppe ich seit 30 Jahren mit mir rum. Genauer gesagt: die Ursache, die sich im Laufe der Zeit immer wieder gemeldet hat. In den letzten 7 Jahren wurde es schlimmer, da hat sich die Krankheit dann wohl entwickelt. Seit einem guten Jahr kann ich es nicht mehr hinter einer Maske verbergen. Ich kann und will es auch nicht mehr ertragen, also habe ich die Sache in Angriff genommen. Ich will gesund werden. :)z *:)

Ewllagaont


Ich hab Venlafaxin jetzt fast 3 Jahre genommen und es hat mich quasi wieder zurück ins aktive Leben gebracht. Es war definitiv gut, dass ich es genommen hab :) Zum Teil wg Depressionen aber auch wegen Ängsten (daraus entstand dann eigentlich die Depression). Jetzt muss ich wieder ohne das AD mit den Ängsten fertig werden.

Ich wünsch dir alles gute und dass es die gewünschte Wirkung erzielt @:)

S@unflrowerx_73


Wie Grottig schon schrieb: Es gibt keine starken Antidepressiva. Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die im wesentlichen 2 bzw. 3 Gruppen zugeordnet werden. Venlafaxin gilt sogar als recht gut verträglich.

ABER:

Jeder reagiert individuell. Und oft ist es sinnvoll, mit einer möglichst kleinen Dosis einzusteigen. Ich weiß, dass die bei Venlafaxon oft bei 37,5mg liegt in der Praxis, entgegen aller Beipackzettel-Angaben.

Man solte es individuell austesten – und auch die Steigerung erst vornehmen, wenn die Nebenwirkungen der ersten Tage weg sind.

Angesichts Deiner langen Fahrtstrecke zur Arbeit würde ich Dir aber raten: Durchhalten, relativ schnell hochdosieren, solange es irgendwie aushaltbar ist. Und in der Zeit Krankschreibung.

Bitte halte auch Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt, um Dir ggf. individuelle Empfehlungen bzgl. Dosis und Steigerung zu holen, angesichts der aktuellen Erfahrungen.

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