» »

Angst vor der Arbeit

S=chok6olinMch{en_x86 hat die Diskussion gestartet


Hallo...

Ich habe solche Angst vor Arbeit, weil mir der Stress über den Kopf wächst... Ich habe privat vor Arbeitsbeginn große familiäre Schicksalschläge gehabt, 3 Todesfälle in einem Jahr, dann Nierenzellkarzinom bei meiner Mama, mein eigener Gesundheitszustand... Ich bin mehrmals ausgefallen, aufgrund meiner Knochen, was mich belastet, da ich noch in der Probezeit bin... Und am WE war es so schlimm, dass ich bei den Gedanken schon Bauchschmerzen habe.. Jd. Tag 10 Std, für jeden Termin muss man Urlaub nehmen, den man nicht hat, man steht permanent unter Stress... War von Montag bis heute krank geschrieben und morgen muss ich wieder.. Ich habe solche "Angst" davor.. Fühle mich unwohl, bei dem Gedanken, an der farblichen Gestaltung, dem grellen Licht und die 100000 dummen Anrufe... Ich bin einfach am Ende.. Privat kommt man zu Nix, man steht nur noch auf um zu arbeiten und dann nach 10 Stunden wieder Nachhause zu gehen (Frühschicht nennen die das, wenn man von 8-18 Uhr geht.. Sehr lustig) und wieder zu schlafen um wieder aufzustehen und wieder zu arbeiten... So geht das jetzt seit 3 Monaten.. Keine lange Zeit, aber es frisst mich auf.. Ich komme nicht mal zum einkaufen, dann der unverarbeitete Stress, ich weiß nicht weiter. Wenn ich nicht gehe, gibt es Stress mit meinem Partner, ich fühle mich als Versager und habe Angst, wenn ich den Job verliere, weil dann wieder Stress wegen den Finanzen herrscht... Ich stehe mit allem meistens alleine da, meine Probleme versteht nur eine Person, aber diese Person kann ich auch nicht immer beanspruchen und sonst muss ich alles alleine wuppen.. Das schon seit Jahren...

Oh mann... Was soll man da nur tun...?!

LG Schoko

Antworten
e5ine Gmotivixerte


Mein erster Gedanke war: Zwei Wochen krank schreiben lassen und zur RUhe kommen. Aber du warst schon oft krank und meinst, das geht nicht mehr wegen der Probezeit? Habt ihr vielleicht nen Betriebsrat? Da könntest du dich vielleicht vertrauensvoll hinwenden und um Rat bitten. Die könnten dann vielleicht auch ein gutes Wort beim Chef für dich einlegen.

Ansonsten: Die kommenden Feiertage zur Erholung nutzen und dabei alles, was belastet, also auch nervige Familienfeiern, etc. absagen. Alles Gute! :)*

S=c[hokoli)nchenx_86


Hallo! :)

Ich war halt immer mal nur einen Tag krank, hab dann zugesehen, wieder schnell fit zu sein. Das Aufmunternde an der Sache ist, ich bin nicht allein, es scheint eine Firmen-Krankheit zu sein.. Eine Kollegin hat sich auch erstmal 2 Wochen krank schreiben lassen, um Bewerbungen zu schreiben, weil man einfach keine Zeit und Kraft mehr hat. Man macht nichts körperlich anstrengendes, aber es ist einseitig, nervtötend, zermürbend.. Sie sagte, es wäre eine Erlösung für sie, entlassen zu werden. Betriebsrat oder Teamleiter kann ich nicht zu Rate ziehen, da das ein Verein ist, wo Jeder Jeden in die Pfanne haut.. Also prinzipiell eine ungünstige Situation...

LG *:)

kveeZpsm%ilaingx1


Hallo Schokolinchen!

Mir gehts ähnlich, allerdings bin ich in meinem Job schon ein paar Jahre. Die Arbeit wird immer mehr, der Streß nimmt zu. Ich kann mich am Wochenende gar nicht richtig erholen, wenn ich zu Hause bin, lege ich mich erst mal auf die Couch und schlafe zwei Stunden. Ich arbeite, gehe einkaufen, gucke fern und schlafe. Heut war ich seit ewig mal wieder im Kino und hab mich gewundert, wieviele Leute dort waren. Ich hab zur Zeit gar kein Privatleben. Krank gemacht habe ich deswegen nicht, ich habe mir ein paar Tage Urlaub genommen, hat aber nichts genützt. Man muß halt auch aufpassen, das man nicht in eine Depression verfällt. Ich habe jetzt die Notbremse gezogen und bewerbe mich gerade woanders. Ich hoffe, das es dort weniger stressig ist. Aber das ist ja auch kein Leben. Ich bin schon so verpeilt, das ich wichtige Dinge vergesse, mir ist auch oft zum heulen, fange an zu grübeln.

Ich werde nächste Woche zum Arzt gehen und mit ihm sprechen, das solltest du auch tun und in der Zeit dich nach was anderem umgucken. ALLES GUTE!

S>choOkoTlinchen_x86


Hallo keepsmiling1!

Ich bin ja froh, dass ich nicht allein bin. Jetzt bin ich doch Zuhause geblieben... Allerdings nicht weil ich faul bin, sondern weil die Arbeit für mich momentan wirklich eine große Abscheu darstellt. Nun werde ich die freie Zeit nutzen, um Bewerbungen zu schreiben und zur Ruhe zu kommen. Wie gehst du denn damit um? Zuhause bin ich nach der Arbeit nur und am WE versuche ich wirklich nur das zu machen, was ich will. Aber irgendwas kommt immer dazwischen. Bzw kann ich nicht entspannen, ich muss immer irgendwas machen und am besten alles gleichzeitig. ":/ Beim Telefonieren zB wasche ich ab, räume auf, plane schon wieder, was ich als nächstes mache usw. Dann die Grübelei, wg. meiner Gesundheit blah blah blah. Mal ist es einen Tag gut, dann mal wieder nicht. Die Arbeit ist mir zu eintönig, ich bin da geistig wirklich unterfordert und das schreckt mich genauso ab... Dir auch alles Gute und viel Glück für die Bewerbungen!

cDyxm


Schokolinchen_86

Richtig, du bist nicht alleine, mir geht es auch so und ich glaube, davon gibt's noch mehr.

Ich habe außerdem eine Depression hinter mir, aber den burn out wohl nicht, ich fühle mich genau so, wie von keepsmiling beschrieben.

Ich habe auch schon an einen Jobwechsel gedacht und würde das auch machen, selbst finanzielle Einbußen, auch wenn sie größer wären, all das wäre mir egal. Hauptsache raus aus der jetzigen Sch...., aber: findet man in der heutigen Zeit überhaupt noch einen Job, der passt und wer nimmt schon einen 53-Jährigen mit meiner Vorgeschichte?

s^chnat~tergxusche


Das Aufmunternde an der Sache ist, ich bin nicht allein, es scheint eine Firmen-Krankheit zu sein.. Eine Kollegin hat sich auch erstmal 2 Wochen krank schreiben lassen, um Bewerbungen zu schreiben, weil man einfach keine Zeit und Kraft mehr hat.

Diese Firmenkrankheit scheint wie so häufig die Chefetage zu sein. 10 Stunden täglich? Freiwillig mag das gehen. Wo kein Kläger, da kein Richter. Wenn es zu viel wird, kann man sich aber sehr einfach auf das [[http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/ Arbeitszeitgesetz]] berufen. §3 ist da kurz und knackig. "Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden."

Das heißt, bei 10 Stunden Gesamtarbeitszeit (Pausen nach §4 werden natürlich abgezogen) entstehen täglich 1,25 Überstunden. Die müssen innerhalb eines halben Jahres ausgeglichen werden. Im Zeitraum von 8 bis 18 Uhr sind es 9¼ Arbeitsstunden mit insgesamt 45 Minuten Pause, die auf 3x 15 Minuten geteilt werden dürfen, aber vorher festgelegt sein müssen.

Wenn diese gesetzlichen Regelungen nicht eingehalten werden, kann ein Betriebsrat entsprechenden Druck machen. Falls der "gekauft" ist, sollten bei der nächsten Wahl andere Leute antreten. Bis dahin hilft manchmal ein freundliches Gespräch mit dem Vorgesetzten. Aber leider nur manchmal. In anderen Fällen mag die zuständige Aufsichtsbehörde, z.B. das örtliche Ordnungsamt, einem entsprechenden Hinweis nachgehen. Dann wird übrigens auch der Betriebsrat in die Pflicht genommen, wenn er solchen Arbeitsbedingungen zugestimmt oder sie geduldet hat.

Ich war halt immer mal nur einen Tag krank, hab dann zugesehen, wieder schnell fit zu sein.

Das ist ein Fehler, den viele machen. Wer krank ist, ist nur sehr selten nach einem Tag wieder wirklich fit und vollkommen leistungsfähig. In so kurzer Zeit sind höchstens die Symptome wieder weg. Aber bei jeder neuen Erkrankung wird die Belastung größer, weil die Vorbelastung noch nicht abgeklungen ist.

Deine Kollegin scheint das erkannt zu haben. Sie hat sich krankschreiben lassen, weil sie tatsächlich krank ist. Keine Kraft mehr haben ist so ein Symptom. Das ändern zu wollen (sie sucht eine neue Stelle) gehört langfristig zum Genesungsprozess. Schnell wieder funktionieren zu wollen wäre eher der Weg, sich ausbrennen zu lassen.

Man macht nichts körperlich anstrengendes, aber es ist einseitig, nervtötend, zermürbend.

Ich habe mal an einer technischen Hotline gearbeitet. Das entspricht auch diesem Bild. Wenn ich morgens in die Firma getrottet bin, hing mir die Unterlippe oft schon fast vor den Knien. Mir hat die Sicht geholfen, dass zwar jeder, der anruft, auf alle Fälle schon genervt ist, aber er ja nichts von den 30 Nervensägen vor ihm weiß. Wenn ich jeden so behandle als sei er der erste, dann kommt das ganz anders rüber. Mein Ziel war, nach spätestens 5 Anrufen meine Laune durch das Lachen der Anrufer aufgebessert zu haben. Mehr als 3 hat es nie gebraucht. Dann war der Rest des Tages gleich viel angenehmer. Auch wenn es immer noch einseitig blieb. Vielleicht kannst auch Du einen Weg finden, Dich selbst entsprechend zu motivieren. Davon hängt sehr vieles ab. Allein die Sichtweise, ob ich zur Arbeit gehen will oder zur Arbeit gehen muss, verändert den ganzen Tag. Wenn ich muss, muss ich im Grunde gar nichts außer mir eine neue Arbeit suchen. In meinem neuen Job gehe ich gern. Auch wenn ich zur Zeit (mit entsprechenden Pausen) zwischen 9 und 12 Stunden arbeite. Aber das Ende dieser Phase ist in Sicht und im Januar kann ich ausgleichen.

s)chae~fchxen34


huhu....du schlitterst geradewegs in ein burn-out!!!!!! Sprich mit einem psychologen, oder einer beratungsstelle!!!! :[]

kjee3psmilMingx1


Wie ich damit umgehe? Ich bin auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, da ich es nicht mehr einsehe, meine Wochenenden müde und kaputt auf der Couch zu verbringen. Es gibt nämlich noch was anderes außer Arbeit. Ich habe letzte Woche eine Bewerbung weggeschickt und zwei Tage später hat sich die Chefin gemeldet und Interesse bekundet. Das hat mir einen ziemlichen Schub gegeben, im positiven Sinne. Ich weiß jetzt, das ich dort weg muß, wenn möglich in den nächsten Wochen. Ich muß jedoch sagen, das mir meine Arbeit trotz allen Spaß macht, das höre ich bei dir nicht heraus und da ist der Knackpunkt. Du arbeitest zu viel zu lang und du hast keine Freude daran. Gucke dich bitte schnellstens nach was anderem um, auch wennn es schwer ist, seinen Hintern hochzukriegen, ich kenne das. Toitoitoi, das du bald was anderes findest!!!

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH