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Venlafaxin 150 – Fragen

s%chne/cke19x85 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich habe einige Fragen zu Venlafaxin / ADs. Ich versuch mich mal kurz zu fassen :-p

Ich nehme seit ca. 3 Jahren ADs, angefangen habe ich mit Fluoxetin, bin dann nach ein paar Monaten auf Venlafaxin umgestiegen und nahm ca. 2 Jahre lang eine Dosis von 225 mg.

Problem dabei: ich bin diagnostiziert auf Borderline und depressive Anpassungsstörung. Trotz der hohen Dosis Venlafaxin habe ich doch immer wieder starke Depressionen bekommen, die ich mittlerweile durch Therapie besser händeln kann. Mein Psychiater meinte daraufhin: "Medikationsresistente Depression".

1. Hat es dann überhaupt einen Sinn das AD zu nehmen, wenn meine Depressionen medikationsresistent sind?

Mein Psychiater hat mir auf diese Frage nicht so richtig geantwortet, für mich ist die Tablettenfresserei also unlogisch :-/

2. Ich war diesen Sommer in der Psychiatrie und dort hat eine Ärztin das Venlafaxin von 225 auf 150 herabgesetzt. Mir ging es schlagartig besser, weil ich endlich wieder mehr Lebensqualität hatte. Denn besonders im Sommer machen mir die immer noch vorhandenen NW zu schaffen und ich schwitze bei jeder Bewegung wirklich abartig (beim normalen Stadtbummel bei 20° läuft mir der Schweiß in Strömen übers Gesicht und den Rücken runter). Als Frau fühle ich mich davon auch sehr beeinträchtigt, weil man sich einfach schämt, so rumzulaufen. Ganz abgesehen von anstrengenden Tätigkeiten >:(

3. Mich kotzen diese extrem starken Entzugserscheinungen so langsam an, wenn ich die Tabletten zu spät einnehme: Schwindel, extreme Schweißausbrüche, Übelkeit, Durchfall, Sehstörungen, Brainzaps, Unkoordiniertheit ect.pp. Ich hab das Gefühl, außer Entzugserscheinungen oder NW spüre ich nix von dem Zeug. Trotzdem will mein Psychiater nicht absetzen.

Ich bin die erste, die Medis nimmt, wenn ich einen Sinn darin sehe, doch momentan fühle ich mich eher eingeschränkt dadurch, außerdem gehen diese Scheißdinger auch ziemlich auf die inneren Organe (Leber), was mir auch nicht egal ist. Ich fühle mich auch so, als wäre der Zeitpunkt gekommen, als müsste ich "clean" lernen, mich den Problemen zu stellen.

So, langer Rede, kurzer Sinn:

Findet ihr, ich sollte auf ein Absetzen bestehen? Risikofaktoren? Wie am besten ausschleichen?

Soll ich mich mit meinem Absetzwunsch einfach gegen den Psychiater durchsetzen (ist allgemein nicht der Kompetenteste, daher auch der Fragen-Wust)?

Antworten
s8chInecckue1985


PS: falls sich jemand fragt, warum ich mit Entzugserscheinungen so viel Erfahrungen / Leidensdruck habe: ich leide leider immer wieder auch unter bulimischen Phasen und wenn man kotzt, dann wirken die Tabletten natürlich nicht in vollem Umfang. :-(

Zbwa*ck44


Wenn Dein Psychiater in Deinen Augen nicht der kompetenteste ist, solltest Du vielleicht nach einem anderen Psychiater Ausschau halten. Es gibt -Gott sei Dank - ja eine relativ große Bandbreite von ADs, und es muß sicher nicht unbedingt Venlafaxin sein (konnte meine Depression auch nicht zuverlässig unterdrücken). Das A & O ist ein vertrauensvolles Verhältnis zum behandelnden Arzt, und er sollte immer wissen, wie es Dir gerade geht. Ich empfehle Dir, über Dein Befinden in Abhängigkeit von Art und Dosis des ADs Buch zu führen, damit Du ihm möglichst exakt berichten kannst. Nur die Schwächen, die der Arzt kennt, kann er zu heilen versuchen. Der Ausdruck "medikationsresistente Depression" gefällt mir überhaupt nicht, weil er fälschlicherweise suggeriert, Deine Depression sei gegen alle Arten von ADs resistent. Bei ganzen 2 ADs, die Du versucht hast, läßt sich das aber nicht sagen. Ich selbst habe über 20 ADs probiert und konnte mir damit ein bißchen Überblick verschaffen, was mir gut tut und was nicht. Zusammen mit einem Psychiater, der offen für Vorsxchläge des Patienten ist und der in meinen Augen ein goldenes Händchen hat, bin ich mit einer 2er-Kombi gut eingestellt und führe ein zufriedenes und erfülltes Leben. AD-Kombis zu verordnen, ist heute kein Zauberwerk mehr (habe auch schon 3er-Kombis gehabt), und man kann damit beinahe für jeden Patienten die richtige Medikation maßschneidern. Geduld gehört allerdings dazu, und mich hat sehr stabilisiert, dass ich schon immer einen Plan B hatte für den Fall, dass die gegenwärtige Medikation nicht erfolgreich ist. Man fällt dann nicht so ins Bodenlose, wenn man feststellen muß, dass wieder einmal ein Medikamentenwechsel ansteht. Jedenfalls kann ich sagen: Ohne ADs und die wunderbarste Frau der Welt gäbe es mich schon lange nicht mehr. Dein Heil sehe ich nicht im bloßen Absetzen, sondern in einem AD-Wechsel. Ich wünsche Dir alles Gute.

s6c1hne@cke1x985


Hallo Zwack :)_

Ich wollte die Vorgeschichte nicht zu sehr ausweiten, daher hab ich nur die Hauptstationen meiner Medi-Karriere aufgeschrieben. Ich war ja zeitweise auch auf 2-er und 3-er Kombis, hat mir alles nicht besonders gut getan. Am ehesten noch Benzos und Seroquel. Aber ich fühle mich einfach zu sehr eingeschränkt.

Seroquel gleicht zwar meine Stimmungen super aus, andererseits habe ich unter der mir verordneten Dosis einfach 12-14 Std. täglich geschlafen – mir gings zwar psychisch gut, aber wieder massive Einschränkungen, die mich weg von einem normalen Leben gebracht haben. Triptizol hatte ich auch kurzzeitig (so ca. 1 Monat), bekam dann aber bei Stress massiven Harnverhalt (sehr aua). Xeristar hab ich auch einen Tag genommen, war steinkrank und stand total neben mir :(v

Momentan seh ich einfach keinen Nutzen für mich unter dem Präparat. Das will aber mein Psychiater nicht unbedingt einsehen :-/ Stichwort Doofer Psychiater: Meine momentane Regelung sieht eh so aus, dass ich bei ihm nur die Standard-Rezepte abhole. Wenn ich das Bedürfnis nach einem ordentlichen Arzt habe, dann geh ich wieder in die Psychiatrie. Ambulant hab ich bisher nix gutes über unser KH gehört. Psychiatrie war hingegen klasse, allerdings "musste" ich nach 3 Wochen dort wieder raus, so dass nicht wirklich viel Zeit für pharmakologische Experimente war :-/

H.iJnatxa


wenn du das medikament absetzen willst, solltest du es zumindest ausschleichen. Wenn man ADs schlagartig absetzt kann das echt unangenehm sein (ähnlich wie ein 'Entzug')...

Das Ausschleichen würde ich mit deinem Arzt, oder wenn du zu ihm kein genügendes vertrauen mehr hast, zu einem anderen Arzt gehen und das mit ihm besprechen.

smchnecnkLe198x5


Im Zweifelsfall bleibt mir also nur ein privater Psychiater... nur woher das Geld dafür nehmen? Alles scheiße! :-( :°(

s'chn8ecke19b85


Da hilft wohl nur eins:

[[http://www.youtube.com/watch?v=a-mSrmyTjrs]]

Ein Banküberfall! ]:D


Zur Kotzerei mit Medis kann mir nicht zufällig was sagen? Wie machen andere Bulimiker das?

t;a\tua


Zur Kotzerei mit Medis kann mir nicht zufällig was sagen? Wie machen andere Bulimiker das?

ich habe das damals so gemacht, dass ich Medis direkt nach dem Kotzen genommen habe.

Wenn man die nächste Freßattacke nicht eine halbe Stunde später hat, sind die Wirkstoffe dann durch den Magen durch.

s'chneacke198x5


Wenn man die nächste Freßattacke nicht eine halbe Stunde später hat, sind die Wirkstoffe dann durch den Magen durch.

Hm, ich k**** nicht einmal und gut ist. Kann ich nicht. Die eklige Raufwürgerei geht bei mir manchmal über Stunden %-| :°(

G'rottxig


Hallo schnecke,

Hm, ich habe auch Venlafaxin bekommen, hat aber bei mir nicht gewirkt. Ich habe 2,5 Jahre Fluoxetin genommen, das hat anfangs sehr gut gewirkt, irgendwann dann nicht mehr. Habe es dann im April diese Jahres abgesetzt. Allerdings bin ich schnell noch mehr eingebrochen. Dann sollte ich Fluoxetin wieder einschleichen, ist schiefgegangen, du hast ja gelesen, was passier ist. Dann bekam ich Venlaflaxin, da ich keine Wirkung verspürte und schon bei der Höchstdosis angelangt war, zusätzl. Lithium. Auch das brachte nichts, also entschied man (war ja in der Klinik) alles abzusetzen und keinerlei Ads mehr zu geben. Tja, bin jetzt ohne Medis. Gehe aber am 14. wieder stationär, mal sehen was die sagen. Aber Zwack hat recht, nach nur 2 ADs kann man nicht von Medikamentenresistenz sprechen. Was sagt denn die Klinik in der du warst? Haben die eine Idee? Aber du siehst, hier in D haben selbst Kliniken anscheinend keine. Ich weiss es auch nicht. Würde dir gerne helfen, bin aber selbst überfragt. Noch etwas nebenbei, Venlaflaxin kann den Blutdruck erhöhen, wird dieser regelmässig kontrolliert?

S5unfUlowe,r_7c3


Wenn nur 2 AD's ausprobiert worden sind, kann man echt nicht von einer medikationsresistenten Depression sprechen! *kopfschüttel* Eine Wirkstoffgruppe wurde noch gar nicht probiert (MAO-Hemmer); bei den anderen (SSRI und Trizyklika) gibt's auch noch Optionen.

Ich würde also nicht aufgeben – aber mal mit einem anderen Psychiater drüber sprechen.

Was man aber leider auch sagen muss:

Wenn Du Bulimie hast und erbrichst und dadurch schon mehrfach Absetzerscheinungen erlebt hast (die nach einer einzigen verspätet eingenommenen Dosis praktisch nicht möglich sind), kann es gut sein, dass bei Dir der Wirkstoffpegel einfach zu sehr schwankt, um wirklich eine Besserung und Stimmungsstabilisierung zu bringen!

Wobei Du andererseits ja auch schreibst, dass es Dir mit 150mg BESSER geht.

Spricht alles dafür, dass Du nochmal über eine gänzlich andere Medikation nachdenken solltest. Mit einem anderen Psychiater oder den Ärzten in der Klinik. Umstellen kann man auch zu Hause, wenn es jemand vernünftig betreut!

S{unflJower_x73


Achja:

Welche Venlafaxin-Variante nimmst Du? Gerade ausgekotzte Retard-Tabletten sind total witzlos. Ggf. mal über AD in Tropfenform nachdenken. Wird selten gemacht, gibt es aber – und wäre halt sehr schnell im System (bspw. Einnahme bei leerem Magen).

S:unf7lonwer_7x3


Sorry, ich nochmal.

Wenn Du mal Benzos genommen hast (keine gute Idee): Hast Du mal sowas wie Atosil probiert? Ist kein Benzo, macht aber auch gut ruhig...

sjchneck2e19V8x5


Wenn Du Bulimie hast und erbrichst und dadurch schon mehrfach Absetzerscheinungen erlebt hast (die nach einer einzigen verspätet eingenommenen Dosis praktisch nicht möglich sind), kann es gut sein, dass bei Dir der Wirkstoffpegel einfach zu sehr schwankt, um wirklich eine Besserung und Stimmungsstabilisierung zu bringen!

Wie gesagt, es sind bulimische Episoden, die auch über Monate nicht da sind, dann vielleicht wieder zwei Wochen schon, dann wieder nicht... naja, BL halt ...

Eine vergessene Kapsel bringt mich schon ans Ende meiner Kräfte... spätestens 28 Stunden nach Einnahme der letzten Kapsel fangen die Entzugserscheinungen an und die sind wirklich hammerhart. Ich persönlich glaube nicht, dass der Spiegel zu schlecht ist.Bulimisch bin ich "erst" seit einem halben Jahr, immer wieder mit langen Unterbrechungen. Vorher hab ich das Venlafaxin ja auch schon genommen, ebenfalls mit diesen starken Absetzerscheinungen.

Welche Venlafaxin-Variante nimmst Du? Gerade ausgekotzte Retard-Tabletten sind total witzlos.

Nehme, soweit ich weiß, keine retardierte Form. Hab am Montag aber eh Psychiater-Gespräch und werd ihn mal um Rat fragen

Wenn Du mal Benzos genommen hast (keine gute Idee): Hast Du mal sowas wie Atosil probiert? Ist kein Benzo, macht aber auch gut ruhig...

Benzos hatte ich nie regelmäßig als Medikation. Nur eine kurze Zeit als Notfall-Medikament, aber ich nehme halt wg. der Suchtgefahr nicht gerne Benzos. In der Psychiatrie hab ich anfangs Benzos gekriegt gegen die extremen Spannungen, aber auch nur drei Tage. Jetzt habe ich Nozinan-Tabletten als Notfallmedikation, find ich aber auch nicht wirklich wirkungsvoll. Naja, bei Angst und Anspannung sind Benzos halt wirklich die wirksamsten Medikamente :-/

Z$wajck44


Ich persönlich glaube nicht, dass der Spiegel zu schlecht ist.

Glauben hilft da nicht viel - Wirkstoffspiegel bestimmen lassen!

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