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Panikattacken??!

gWalfi hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute :)z

ich habe seit 1 Monat anfallsartige Benommenheitsgefühle im Kopf mit Konzentrationsschwierigkeiten und Antriebsproblemen. Angefangen hat alles in der Uni während einer Vorlesung als mir plötzlich schwarz vor Augen wurde, ich aber wieder sofort zu mir kam. Ich habe dann bis zum Ende der Vorlesung in sehr kurzen Abständen viele solche Attacken gehabt, wo mir allerdings nicht mehr schwarz wurde. Daraufhin bin ich nach hause und war seit dem auch nicht mehr in der Uni. Nach ca. 1 Woche bin ich zum Hausarzt, der hat EKG gemacht hat und Bluttest, jedoch alles in Ordnung. Weiter zum HNO, Schwindeltest und Innenohr untersucht, alles gut. Weiter zum Neurologen, da steht jetzt ne MRT vom Gehirn an. Ich vermute aber, dass auch dabei nix rauskommen wird. Was soll ich jetzt machen?? Ich vermute langsam, dass es an der Psyche liegt. Sobald ich zu Hause bin ist eigentlich alles OK soweit und ich habe die Attacken quasi nicht bzw sehr selten. Aber sobald ich das Haus verlasse wirds schlimm. Mein Blutdruck nach dem letzten Arztbesuch war bei 160/90, der liegt normalerweise bei 110/70! Mein Puls steigt extrem und mein Herz rast. Dabei ist es egal, ob ich zum Arzt gehe oder in den Supermarkt, ständig diese Benommenheit im Kopf. Vermutlich bekomme ich dann Angst dass ich wieder eine solche Attacke bekomme und mir ist es dann sehr unangenehm in der Öffentlichkeit. Dies hat zur Folge dass ich mich momentan quasi völlig isoliere und fast niemanden mehr an mich ranlasse. Ich schlafe momentan extrem viel und möchte einfach nur den ganzen Tag im Bett versinken um eines Tages aufzuwachen und alles ist wie früher. Mich macht das echt total fertig und habe 0 lebensfreude mehr. {:( Wie kann ich mir selbst helfen?? Ich verstehe nicht wie das von 0 auf 100 einfach so kommen kann. ich bin sonst eigentlich gesund und hatte bis zu diesem zeitpunkt auch keine psyischen Probleme.

mein arzt hat mir davon abgeraten den ganzen tag im internet mich über irgendwelche krankheiten zu informieren, aber mich macht das einfach wahnsinnig, nicht zu wissen was man hat und woher dieser dreck kommt.

bitte, ich hoffe mir kann jmd helfen!!! ich bin echt fertig mit dieser welt

Antworten
C\yriWc


Alle Symptome, die du beschrieben hast, deuten ganz klar auf Panikattacken hin. Da das auch vom Arzt abgeklärt wurde, kannst du dir sicher sein, dass du im Grunde genommen körperlich völlig gesund bist. Das wird allein durch die Psyche ausgelöst. Ich habe das vor Jahren auch durchgemacht, ganz selten auch heute noch, und weiß wie lästig und unangenehm das ist.

Aber du solltest dich nicht verrückt machen, denn sterben wirst du an diesen nervigen Panikattacken sicherlich nicht, auch wenn es sich manchmal fast so anfühlt. ;-)

Mir wurde zwar nie schwarz vor Augen, und ich hatte das umgekehrt eher Zuhause, als in der Öffentlichkeit, aber die Symptome sind praktisch die gleichen:

-Dieses komische, duselige Benommenheitsgefühl im Kopf

-Phasenweise hoher Blutdruck und schneller Puls, weil der Körper durch die Angst und Unruhe unter Hochspannung steht

-Das steigert sich dann manchmal zu Herzrasen

-Ich hatte damals den Tick, deshalb andauernd meinen Puls zu fühlen, um zu kontrollieren, ob das alles normal und in Ordnung ist. Aber mein Herz konnte es mir natürlich nie recht machen. ;-D

-Und eben generell diese Angst vor der Angst, dass das wieder schlimmer wird, was einen dann natürlich erst recht verrückt macht

Wahrscheinlich will dir dein Unterbewusstsein damit sagen, dass es so wie jetzt nicht weiter geht. Gibt es bei dir irgendwelche inneren Konflikte, die du verdrängt hast, und die auf diese Art und Weise wieder hochkommen? Oder bist du jemand, der zur Reizüberflutung neigt, und sich kaum bis gar nicht entspannen kann? Betreibe da mal ein bißchen Ursachenforschung.

gWalxfi


Hey Cyric,

vielen dank für deine nachricht. einerseits beruhigt es mich etwas, endlich zu wissen was man hat. anderseits muss ich jetzt den ganzen tag daran denken. morgens beim aufstehen, ist es sofort der erste gedanke. was kann ich jetzt machen? wie hast du diese störung überwunden?? muss eine therapie machen?? :-( nur müsste ich dann das studium abbrechen, und das möchte ich nicht, weil ich sonst keine alternative habe.

ich habe mich übrigens auch dabei beobachtet, wie ich unterwegs ständig den puls kontrolliere.

naja ursache ist schwierig aus zu machen...ich vermute mal das zu viel stress dieses einmalige blackout ausgelöst hat und mich das so mitgenommen hat und ich dabei diese angst vor der angst bzw. dass das wieder auftreten kann entwickelt habe. ich habe übrigens gelesen dass bei 50% aller panikstörungen eine Agoraphobie mit auftritt. also die angst vor der öffentlichtkeit bzw das haus zu verlassen. genau das habe auch :-(

jetzt ist mir übrigens gerade eingefallen, dass ich vor ca. 1 jahr schoneinmal eine solche panikattacke auf einem geburtstag hatte. nur wusste ich das damals nicht. ich bin dann an die frische luft gegangen und es war weg. ist auch bis jetzt halt nicht mehr aufgetreten.

also wie kann ich dem entgegenwirken? mir einreden dass es nur gedanken sind und man nicht dran sterben kann??

:-(

Jmoha,nnaM84


Hol dir Hilfe bei deinem Hausarzt. Er kann dich auch ggf. an einen Neurologen überweisen. Wichtig ist auch, eine Therapie zu machen, damit du deinen Alltag wieder meistern kannst.

Und wenns jetzt gar nicht geht, kann dir auch für die erste Zeit mit Medikamenten geholfen werden.

Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht. @:)

fVlutSterby


Hallo galfi!

Ich hatte genau das gleiche Problem wie du. Inzwischen, gut 2 Jahre nach der ersten Attacke, bin ich ziemlich beschwerdefrei, ab und zu habe ich nochmal ein bisschen Probleme, aber dank der Tipps meiner Therapeutin kann ich gut damit umgehen und steigere mich nur noch ganz ganz selten in eine richtige Panik rein.

An den Punkt kommst du ganz bestimmt auch wieder, da bin ich sicher.

Du musst sicher nicht deswegen dein Studium abbrechen, außer natürlich du hast das Gefühl, dass dein Körper so darauf reagiert, dass dein Studium dich zu sehr fordert oder dir vielleicht überhaupt keinen Spaß macht. Wenn es dich so sehr stresst, solltest du dir einen passenden Ausgleich zum Entspannen suchen.

Am Tag nach meiner letzten Examensprüfung hatte ich beim Autofahren auf einmal das Gefühl, jetzt gleich werde ich ohnmächtig. Mitten auf der Kreuzung. Ich bin dann erstmal zu MCD* und hab mir einen Burger und ne Cola gekauft. Hat nichts geholfen, sobald ich wieder im Auto saß kam die "Ohnmacht" zurück. Musste mich dann abholen lassen und als es am nächsten Tag wieder genauso kam, bin ich zum Arzt mit der gleichen Diagnose: Panikattacken.

Körperlich alles prima, läge am Stress der Prüfungen. Wenn der Körper lange Zeit auf Hochtouren gearbeitet hat und hohen Stresssituationen ausgesetzt war, braucht er etwas Zeit, um sich mit der darauf folgenden Ruhephase anzufreunden und wieder runterzufahren. Das hat was mit dem vegetativen Nervensystem zu tun.

Das hat sich in meinem Fall leider dahin gesteigert, dass ich kaum mehr Autofahren konnte und tierisch Angst vor der Angst entwickelt habe. Das trat dann auch im Supermarkt an der Kasse auf, gerne mitten in der langen Schlange. Oder im Bus, wo ich eingeklemmt zwischen vielen Menschen stehen musste.

Mit einem Besuch bei einer Therapeutin hat sich dann herausgestellt, dass das was mit meinem stark ausgeprägten Fluchtinstinkt zu tun hat. Wenn ich Angst kriege, will ich flüchten. Wenn ich grade im Auto sitze und an der Ampel stehe, kann ich das nicht, das versetzt mich in Panik.

Ich hab dann auch dauernd meinen Puls gefühlt, immer Schokolade und was zu Trinken im Auto gehabt und und und, nur um meine Angst im Zaum zu halten und im "Notfall" reagieren zu können, wenn auch völlig unnütz, denn am Kreislauf lag es ja nicht.

Die Therapeutin hat mir ein paar sehr gute Tipps mit auf den Weg gegeben:

- wenn du Angst bekommst, zähl deine Atemzüge. So ist dein Kopf mit was anderem beschäftigt als mit der Panikspirale und die körperlichen Symptome klingen ab.

- such dir kleine Sicherheiten. Bei mir war das zum Beispiel immer auf der rechten Spur fahren, dann kann ich im Zweifel ranfahren und anhalten. Oder eben das mit der Schoki im Auto, auch wenn es nicht die Ursache bekämpft, es hilft einfach IRGENDETWAS zu tun.

- such dir einen Ausgleich, power dich mal ab und zu richtig aus. Das entspannt und man fühlt sich danach besser, weil man was geschafft hat. Außerdem wird die überschüssige Energie nach dem Stress vorher gut umgesetzt.

- nimm dir jemanden mit, dem du vertraust. Weil ich mich alleine nicht mehr getraut habe zu fahren, habe ich wann immer es ging jemanden mitgenommen. Würde es mir schlecht gehen, könnte der andere fahren. Für dich heisst das, vertrau dich jemandem an, der dir im Falle einer Attacke zur Seite steht und dir Sicherheit gibt.

Für die Anfangszeit hat mir Neurexan aus der Apotheke super geholfen, das ist ein rein pflanzliches Mittel, dass die Nerven beruhigt und ausgleichend wirkt. Das macht nicht abhängig, ist gut zu dosieren und wirkt sofort. Vor allem schießt es einen nicht ab, wie Psychopharmaka das manchmal tun, denn ich konnte es ja sogar beim Autofahren nehmen.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, ich konnte ein bisschen helfen :)*

f/lut#txerby


Mir fällt gerade noch ein, dass ich seitdem Koffein meide, weil das mein vegetatives Nervensystem zu sehr reizt. Irgendwie läuft das seit meinem ersten Examen immer noch auf höheren "Touren" als normal und Koffein pusht es dann über die angenehmen Grenzen hinaus. Als Kaffeeliebhaberin war das Anfangs der absolute Horror, aber es gibt zum Glück Sorten mit wenig Koffein, die gehen inzwischen.

Will heissen: Vermeide erstmal alles, was dich übermäßig reizt oder dein Nervensystem unnötig pusht.

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