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Bulimie – ich bin schwer essgestört

Neil pferWdbaxby hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich habe so lange überlegt und hier mitgelesen, und nun denke ich, mich endlich "outen" zu können. Ich bin schlimm essgestört. Das ganze geht nun seit ca. 7 Jahren so, ich bin heute 21 Jahre alt.

Momentan gehe ich zur Uni, komme jetzt ins zweite Semester und habe wieder völlig die Kontrolle verloren. Mein "Leidensweg" sieht grob gefasst so aus: Mit etwa 13 Jahren begann alles so langsam, ich habe keine Ahnung mehr wie genau.

Ich rutschte in die Magersucht, wurde jedoch rechtzeitig aufgefangen und ging mit leichtem Untergewicht (BMI knapp 17) in Therapie. Diese Therapie hat mir aus damaliger UND heutiger Sicht absolut nichts gebracht. Es handelte sich um eine Kinderpsychologin, die mir damals einfach nur albern erschien. Ich war im Kopf schon viel weiter, als mit Kuscheltieren scheinbar versteckt oder unbewusst irgendwelche Probleme darstellen zu wollen.Das Ganze hat mich aber irgendwie doch aus der Magersucht rausgezogen, weil meine Eltern zunehmend wachsam wurden. Ich konnte nicht mehr einfach weiterhungern wie zuvor.

Stattdessen rutschte ich jedoch in die Bulimie (mit ca. 15 Jahren). Die schlepp ich bis heute mit mir, mal schlimmer, dann wieder weniger schlimm, aber ohne geht es nie. Ich war einmal stationär in einer Klinik, das war kurz nach meinem halbjährigen High School-Aufenthalt in der 11. Klasse. Danach kam dann eine weitere ambulante Therapie, von der ich heute behaupten würde, dass es die einzige war, die mir überhaupt etwas gebracht hat, weil ich da auch mal einen Tritt in den Hintern bekommen habe und nicht ausschließlich als krank angesehen wurde.

Natürlich habe ich ansatzweise die Gründe für meine Essstörungen erarbeiten können (das jedoch wohl mehr durch Selbstreflektion, als durch Therapie), aber diese hier aufzuführen, würde glaube ich zu weit gehen.

Mein Problem momentan ist einfach, dass ich durch den Uni-Druck und auch die viele Zeit in der ich eigentlich lernen sollte, wieder vollkommen aus dem Takt komme. Während der Vorlesungszeit geht es noch, da muss ich mich nicht so lange ablenken, aber momentan seit ca. Mitte November ist es wieder das absolute Chaos.

Ich tue einfach ALLES, um mich nach dem Essen übergeben zu können. Ich wohne in einer 2er-WG, ihr könnt euch also vorstellen, dass das nicht so einfach ist, meine Bulimie zu verstecken. Aber irgendwie geht es dennoch. Ich schäme mich sehr dafür, aber ich habe wirklich alle Tricks auf Lager, um mich übergeben zu können. Das geht von Waschmaschine zig mal anstellen, um das Geräusch zu übertönen über im Zimmer in eine Tüte zu brechen bis hin zum Übergeben in der Dusche. Ich fühle mich mittlerweile so kalt und abgeklärt, das trifft es gut. Trotzdem habe ich immernoch Angst, dass mein Mitbewohner mich erwischt oder er schon längst davon Wind bekommen hat.

Mein eigentliches Problem ist: WIE KOMME ICH DA JETZT SCHNELL WIEDER RAUS ??? Ich will das nicht mehr. Ich will wieder Freude haben, nicht mehr nachdenken müssen, nicht mehr so viel Geld für Essen ausgeben, mich nicht mehr verstecken müssen, keine aufgequollenen Augen haben, und nicht mehr diese ganze Trickserei anstellen müssen.

Das Hindernis: Ich studiere im Ausland und kann somit nicht mal eben so in Therapie. Selbst wenn ich bereit dazu wäre. Also muss ich mir irgendwie selber helfen, und mittlerweile glaube ich auch, dass es bei mir einfach nur Faulheit ist oder dass ich einen perversen Genuß empfinde, wenn ich die Bulimie auslebe. Sprich: Ich räume mir selbst nicht mehr ein, das Ganze als Krankheit darzustellen, weil ich glaube, ich habe noch nie ernsthaft versucht mir in den Hintern zu treten und zumindest zu versuchen, die Bulimie hinter mir zu lassen.

Meine Idee war nun folgende: Ich habe schon in einigen Fällen (nicht nur Essstörungen) mit Erstaunen und einem Lächeln auf den Lippen mitgelesen, wie dieses Forum einem seiner Mitglieder sehr sehr stark unter die Arme gegriffen hat. Dieser Zusammenhalt und die Sorge um einen eigentlich fremden Menschen hat mich sehr beeindruckt, und ich würde mich riesig freuen, wenn ich auch probieren dürfte, gemeinsam mit euch hier im Forum die Essstörung hinter mir zu lassen.

Bitte sagt mir eure Gedanken oder Meinungen, ich freu mich über jeden, der schreibt.

Viele liebe Grüße,

Antworten
mmegakdramraqueeRn


Hallo Nilpferdbaby

Tut mir leid, dass Du nun schon so lange in einer Essstörung steckst.

Ich kann etwas nachempfinden, allerdings nicht wegen Bulimie, sondern allgemein wegen "Essstörung".

Ich bin auch essgestört, mal mehr, mal weniger... Bei mir ist es halt leider so, dass ich entweder abnehme oder zunehme (in rasendem Tempo), das Thema Essen also immer present ist.

Ich kann Dir leider keine Tipps geben, ausser, dass Du mit dem Ansatz der Selbstreflektion sicherlich einen guten Schritt in die richtige Richtung machst.

Ich könnte ein Liedchen singen von sinnlosen Therapeuten und Therapie-Stunden. Aus völlig anderen Gründen musste ich jedoch vor fast einem Jahr zu einem Psychiater, der mir extrem gut tut. Mit diesem können wir auch das Thema Essstörung angehen – nebst dem eigentlich anderen Problem.

Seit einem halben Jahr beschäftige ich mich zudem intensiv mit ZEN-Meditation.

Vielleicht hilft Dir so etwas auch...?

Ich lerne dabei vor allem, dass "Gedanken" (und der Impuls für Deinen Zwang, nach jedem Essen zu kotzen, ist in JEDEM Fall ein GEDANKE) kommen und gehen... Und dass wenn "böse" Gedanken kommen, man die kommen lassen kann, sich jedoch dann NICHT von ihnen in die Irre bzw. in den Zwang leiten lässt, sondern sie halt einfach wieder gehen lässt...

Es dauert. Aber, es ist ein ganz anderer Ansatz, um zwanghaftes Verhalten etwas zu minimieren und mehr Gelassenheit in den Alltag zu bringen...

Ich hoffe, Du bekommst noch mehr Feedback, das Dir hilft!

*:)

N4ilpferdsbabxy


Vielen lieben Dank für deine Antwort, megadramaqueen.

Denkst du, ich schaffe das alleine? Ist das wirklich "nur" eine Disziplin-Sache? Oder soll ich es mit einer englischsprachigen Therapie hier versuchen, falls es sowas überhaupt gibt? Hier spricht sowieso so gut wie kein Mensch Englisch... :-/

N"ilpfe+rfdrbabxy


Ich würd mich sehr freuen, noch von anderen mit ähnlichen Schicksalen oder einfach guten Ratschlägen zu lesen...

Nqilpofe/rdbxaby


und wieder so ein besch.... Abend. Eigentlich war es ein schöner Abend mit Freunden, aber wenn ich die Tür hinter ihnen schließe, renne ich doch wieder zur Toilette. Ich möchte nicht mehr nach Erbrochenem stinken und alles verheimlichen müssen!!! Ich will nicht mehr!!!!!!!!!!! Ich könnte so ein tolles Leben haben, wieso mache ich das ??? ?

m=egadHramaq;ue\exn


Hi Nilpferdbaby

Tut mir leid zu hören, dass Du Dir gestern selber wieder den Abend versaut hast...

Es geht doch darum: Selbstdemontage, Selbstsabotage, Selbstverachtung...

Versuch ein EINZIGES Mal mal folgendes auszuprobieren:

Wenn Du das Gefühl hast, Du müsstest nun wieder zur Toilette rennen, mache es NICHT! Mach es einfach nicht und schau mal, was dann passiert... Wie es Dir dann geht...

Was passiert?

Öffnet sich der Boden und Du verschwindest darin?

Hörst Du auf zu existieren?

Stürzt der Himmel über Dir zusammen?

Was passiert, wenn Du dieser Stimme in Dir, die Dich Dinge machen lässt, die Du hasst, einfach EIN EINZIGES MAL kein Gehör gibst?

Wenn Du der Stimme sagst: »Ja, okee, willst wieder kotzen... Ich hab's ja gehört... Später dann, jetzt grad nicht...«

WAS PASSIERT DANN?

Versuch es! Ein einziges Mal... Nur, um zu schauen, was dann passiert...

Kopf hoch! Du schaffst es!

Und ich bin klar der Meinung, dass Du Hilfe benötigst! Es ist nur sehr schwierig, die richtige Hilfe zu finden. Du wirst sie finden!

Nqil4pfeOrdbabxy


Ich weiß nicht, ob ich mir das zutraue...

Das Paradoxe an der ganzen Sache: In meinen Augen ist das Erbrechen ja keine Selbstdemontage, sondern für mich ist es eine Erleichterung, Linderung, Erlösung.

.

Ich habe auch schonmal über etwas Ähnliches wie deinen Vorschlag nachgedacht (NICHT nachzugeben), aber ich dachte es mir so als eine Art Strafe "Nein du darfst jetzt nicht erbrechen, hättest ja nicht so viel essen müssen, Pech gehabt.", die mich dann das nächste Mal nicht vom Erbrechen, sondern vom Essen abhalten soll.

Weißt du, wie ich die beiden Dinge meine? Ich drehe mir irgendwie immer alles so, dass es aus rationaler Sicht schlecht für mich und meinen Körper ist.

Vor allem fällt es mir schwer, nicht zu kotzen, weil es meistens nicht um normale Mengen geht (es sei denn es sind normale Mengen, aber sehr fettig/ungesund), sondern ich "schiebe" dann noch was hinterher und drücke mir damit selbst die Frage aus dem Weg, ob ich erbrechen "darf". Das ist dann für mich so ein Hintertürchen: "Ja jetzt hast du ja eh viel zu viel gegessen, jetzt führt kein Weg am Klo vorbei."

Das ist deprimierend, ich verstehe mich selbst erschreckend gut und kann doch nichts gegen mich ausrichten... :°(

Danke nochmal für deine Zeilen.

Nci,lpfTerodb#aby


* Strafe im Gegensatz zu Nicht-Erbrechen, weil ich meinen Körper nicht schinden will.

Ttapalkxe


Hallo!

Sei mir nicht böse, aber ich möchte Deinen Nick nicht schreiben, da ich ihn als Dich verletzend empfinde ... Du bist ganz sicher nicht wie dieses Tier.

Könnte es sein, dass Du genau DA ansetzen müsstest: Beginnen, Dich zu mögen, wirklich zu mögen? Und dazu würde dann auch gehören, Deinen Körper anständig behandeln – ihn gut zu nähren und nicht laufend zu misshandeln durch Deinen Umgang mit Nahrung.

Wir haben einen Körper, dieser ist ein Geschenk des Lebens an uns; besonders wenn er gesund ist, ist dieses Geschenk mit Respekt zu betrachten, so sehe ich es. Durch Magersucht, Esssucht und Bulimie missbrauchen wir unseren Körper – das meine ich nicht verurteilend, sondern ganz sachlich: Wir missbrauchen ihn, um unsere seelischen Zustände zu kompensieren.

Es gilt also andere Wege zu finden, um psychisch ausgeglichen und stablier zu werden. Das ist in Deinem Fall sicherlich nicht einfach, aber ob Du nun in Therapie gehst oder nicht – es wird Dir nicht erspart bleiben, zu lernen, andere Umgangsformen mit Dir zu finden. Das Essen oder Nichtessen oder Erbrechen kann immer nur eine Krücke sein, eine schädliche zudem.

Du willst raus aus dem Teufelskreis, das ist schon mal gut. Der erste Schritt ist damit getan.

LG

NpeoN(eXon


Ich stimme Taalke da voll zu.

Und zum Thema Bulemie-Erfahrung: Ich selber bin nicht betroffen, aber eine Bekannte von mir, von der ich jetzt eine kleien Horrorstory erzählen kann |-o

Nach 10 Jahen in hemmungsloser Bulemie (und zwei Intensivstationen, wegen akuter Lebensgefahr, BMI 14!) hat sich die Bulemie bei ihr körperlich verselbstständigt! Das heißt, ihr Magen behält gar nichts mehr bei sich. Sie will essen, aber jeder kleine Bissen kommt sofort wieder hoch. Sie kann dagegen nichts mehr tun. Sie beobachtet quasi nur noch von außen, wie ihr Körper immer mehr verschwindet. Seit gut 4 Jahren wird sie intravenös ernährt, weil selbst eine Magensonde nichts bringt und alles was dicker als Wasser ist wieder erbrochen wird. Aber sie weiß, dass sowas nicht ewig geht. Die Ärzte geben ihr nur noch gut 2 Jahre (kein Körper hält auf ewig diesen Zustand, auch wenn die nötigen Nährstoffe über die Vene zugeführt werden). Naja... vielleicht schafft sie es noch 30 zu werden. :-(

Naja... und eigene Zähne hat die Gute auch schon seit Jahren nicht mehr. Das ständige Erbrechen hat den Zahnschmelz zerstört, so dass alle Zähne bei ihr überkront werden mussten.

S4airaZh8x7


Hallo .. ja ich will den Nick eigentlich auch nicht ausschreiben @:)

Gibt es keinen anderen Spitznamen, wie man dich nennen kann? :)*

Puh. Wo fang ich an? Also ich war ein Jahr lang "bulimiekrank".. wobei ich da von vorne anfangen muss, denke ich. Mit 9 Jahren hat es angefangen, dass ich Fressanfälle hatte. Die waren 2 Jahre lang immer wieder und ich hab auch einiges zugenommen in der Zeit. Das habe ich aber gar nicht wahrgenommen in dem Alter.. Irgendwann natürlich schon, da waren dann aber auch schon 30 kg drauf (70kg im Alter von 11 Jahren |-o ). Davor war ich auch schon immer "Die Pummelige" gewesen, aber ... naja ^^ Jedenfalls.. Als ich gemerkt hab, in welche Richtung es sich entwickelt, konnte ich mich wenigstens soweit zusammenreißen, dass ich das Gewicht halbwegs halten konnte. Natürlich kamen in den nächsten 5 Jahren nochmal 15 kg dazu, was eine Schilddrüsenerkrankung sicherlich auch noch unterstützt hat. Mit 16 bin ich dann durchs Internet in Richtung "Pro Ana" gekommen und fand das alles wahnsinnig klasse.. so wollte ich auch aussehen! Naja, hat natürlich nicht funktioniert, aber der erste Schritt war getan. Dann war ich zur gleichen Zeit auch noch mit meiner Mutter alleine eine Woche im Urlaub (bei unsrem Verhältnis ne richtig schlechte Idee). Da war ich echt nur am Fressen durch die ganze Anspannung und den ganzen Stress und wir haben uns eigentlich pausenlos nur gestritten und ich war nonstop genervt. Nach der Woche hatte ich 5 kg mehr drauf und war natürlich am Boden zerstört. Ich war so fertig, dass ich eine Woche lang nichts gegessen habe ! Kein einziger Bissen! Danach hatte ich die 5 kg auch wieder runter (wobei sicherlich auch Wasser dabei war :P aber wayne, wichtig war was die Waage angezeigt hat!).

Als ich dann nach der Woche einen "Fressanfall" hatte oder anders gesagt einfach eine normale Mahlzeit zu mir genommen habe (geplant waren eigentlich 2 Wochen fasten) hab ich totale Panik bekommen, dass jetzt die ganze Woche umsonst war und mich übergeben.

Im ganzen nächsten Jahr ging das dann so weiter... Meistens 2-3 Tage nichts gegessen und dann 1 Fress & Brechtag... Wobei ich mit dem Hungern auch nur die Fress&Bresstage ausgleichen musste. Wirklich abgenommen habe ich in der Zeit nicht. Manchmal hat ich auch Phasen wo ich hintereinander 3 Hauptmahlzeiten mit nachfolgendem Übergeben hatte... Naja.

Ich hatte ein schließlich mehrere Schockerlebnisse.

Schockerlebnis 1: Ich nahm trotz Erbrechen zu, weil es mittlerweile viel zu oft passierte.

2: Mir brach ein Backenzahn ab.. und ich teilte nicht die Meinung der pro ana Leute.. lieber zahnlos als fett... ganz sicher nicht

3: Nach dem Erbrechen bekam ich seltsame Herzrhythmusstörungen. :-o

Das 3. fand ich am Schlimmsten, weil ich da regelmäßig eine richtiggehende Scheißangst deswegen bekommen hab und naja..

Man ist das jetzt lang geworden! ]:D Aber ich wollte erklären, dass ich eigentlich keine klassische Bulimikerin war.. sondern einfach.. naja so wie ich es dargestellt hab.. eine Binge-Eaterin mit Brechphase? Oder so..

Jedenfalls habe ich das ganze innerhalb von einer Woche eingestellt bekommen..

Bei mir war es so dass ich wenn ich 4 Toastscheiben genommen habe.. die Toastscheiben mit Butterkäse bedecken und ab in die Mikrowelle, so dass der Käse schön weich wird und komplett weich wird und schmilzt. Wenn man das ganze dann isst, verklumpt das im Magen scheinbar recht ordentlich. Am besten nicht viel Kauen ^^

Beim ersten Mal war es wirklich fürchterlich, weil ich 2 h im Bad verbracht habe und meinen Rachen fast blutig gekratzt hab. Ich hab in meiner Verzweilfung sogar einen Handstand gemacht, aber es kam nichts raus, da konnt ich machen was ich wollte. Tja. Und das habe ich dann einfach jedes Mal gegessen wenn ich "fressen" bzw Erbrechen wollte. Da nichts rausging, hab ich in dieser Woche glaub ich 3 kg zugenommen, weil ich immer noch viel Heißhunger hatte. Nach dieser Fresswoche, war ich aber richtiggehend PAPPSATT. Der Kreislauf war damit durchbrochen.

Als langjährige Bulimikerin kennst du doch sicherlich so einige Sachen die nicht rausgehen, mh?

Wäre es möglich die zu essen? Sonst versuchs mal mit meinem Butterkäse-Toast :P

Bei mir kommt das alles übrigens von Spannungsgefühlen.. die kriege ich ziemlich schnell von jeder Kleinigkeit, vor allem aber wenn ich nicht meine Meinung sage und mich nur anpasse. Mittlerweile mag mich nicht mehr jeder und ich bin auch manchmal ne richtige Zicke und dumme Kuh ]:D Aber dafür hab ich nicht mehr soviel Fressattacken (die ich übrigens nach wievor habe).

Also ich denke auch bei dir wird das ganze nicht einfach so weggehen, selbst wenn du die Kotzerei irgendwie in den Griff kriegst. Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass nach 5 Jahren eine Essstörung chronifiziert wird, von daher.. mach dich nicht fertig, wenn es nicht sofort klappt. Und wenn doch: alle Achtung!

Aber ich denke nicht, dass du eine 10 Jahre andauernde zur Gewohnheit gewordene Krankheit so schnell aufgeben kannst.

In welchem Land studierst du denn? Studiere auch im Ausland und hab auch das Problem mit der Therapie die hier nicht bezahlt wird. Gerade für Essstörungen gibt es aber oft Selbtshilfegruppen oder auch bei Beratungsstellen Angebote. Manchmal haben diese bei bestehenden Krankheiten auch spezielle Verträge mit Krankenkassen, so dass das vllt doch möglich wär. Und wenn nicht gibts vllt trotzdem eine kostenlose Beratungsstelle. Für Studenten gibt es auch oft durch die Uni kostenlose psychologische Beratung. Wobei man schauen muss inwiefern das professionelle Therapie ist. *:)

Uffz, jetzt hab ich so wahnsinnig viel geschrieben, aber irgendwie wusste ich nicht wie ich mich kürzer fassen kann.

Ich schaue auf jeden Fall wieder hier rein, also lohnt sich ein lesen und antworten :P

NBilpfe\rdbTaFby


Hallo mal wieder,

bitte entschuldigt, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich hatte mehrmals eine Antwort angefangen, aber irgendwie gefiel mir das dann alles nicht und ich dachte es versteht sowieso niemand, wie wirr ich meine Gedanken aufschreibe.. Ich glaube ich war einfach zu feige, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen und deswegen hab ich mich um die Antwort gedrückt...

Mir geht es jetzt nach Weihnachten kein Stück besser.

Ich bin bei meiner Familie zu Hause und ich merke richtig, wie schlecht es mir damit geht. Einerseits tut mir das meiner Familie gegenüber Leid, dass ich so etwas sagen muss. Aber ich bin einfach nur froh, wenn ich wieder in "meiner" Stadt bin und das hier alles hinter mir lassen kann. Es gab natürlich auch mehrfach Streit (meine Eltern und meine ältere Schwester als "eine Partei"). Und ich hab mich wieder etliche Male übergeben. Als ich keinen Ausweg wusste (spätabends irgendwann) bin ich sogar mit dem Auto los und hab in einer dunklen Straße auf dem Parkplatz in eine Tüte gekotzt... Wenn ich das so lese, merke ich erst, wie abartig das ist. Und dann tut es mir wieder Leid; ich meine, eigentlich versuchen meine Eltern, mir alles zu ermöglichen, und ich schaffe es nicht mal, ihnen zuliebe das Kotzen sein zu lassen.

Gestern hab ich auch gemerkt, dass an meinen Schneidezähnen unten ein bisschen was rausgebrochen ist... Also da war vorher schonmal eine Füllung drin, weil ich mir als Kind bei einem Sturz schon die Frontzähne tlw. abgebrochen hab. Aber kann das jetzt vom Übergeben kommen? Denn eine Füllung müsste doch eigentlich lange halten, oder?

Jedenfalls habe ich mir jetzt (mal wieder) vorgenommen, dass mein Leben ab 2012 normal werden soll. Einfach nur normal.

Ein weiteres Problem, was mich beschäftigt: Ich kann nicht aufhören, an meiner Haut im Gesicht herumzupitschen. Ich habe eigentlich keine unreine Haut, aber dadurch, dass ich oft kratze und pitsche bis es blutet, hab ich ständig riesige rote geschwollene Wunden im Gesicht, die ich dann versuche abzudecken. Das beeinträchtigt mich auch sehr. Oft gehe ich tagelang nicht raus, weil ich mich mit meiner Haut unwohl fühle. Oder wenn ich mit jemandem rede, sehe ich denjenigen nicht an, sondern nur auf den Boden oder drehe das Gesicht so oft wie möglich weg und beende das Gespräch möglichst schnell. Ich überdenke (so auch heute wieder) alle möglichen Situationen (zB heute Abend, Silvester bei Freunden, würde mich aber am liebsten nur verstecken...) -> wie ist das Licht (hoffentlich dunkel), wie kann ich meine Haare möglichst stark ins Gesicht fallen lassen... All sowas.

Ich will doch nur einfach mal spontan sein können!!!! Auch mit dem Essen. Es klappt einfach nicht.

Und momentan weiß ich auch nicht wo ich anfangen soll. Ich hab das Gefühl ich bin einfach nur ein völlig verkorkster Mensch und es bringt eh nichts, irgendwas ändern zu wollen. Ich hab es schon so oft versucht und nie geschafft. :°(

Ich hätte auch gern mal eine Beziehung, bin 21 und hatte noch keinen festen Freund. Ich möchte einfach so gerne mal das Gefühl kennenlernen, bedingungslos geliebt zu werden.

Denkt ihr, ich muss erst mit mir selbst klarkommen, bevor ich jemanden kennenlernen kann? Vielleicht lege ich zu viel Hoffnung da rein.. Ich denke immer, es würde mir sehr helfen, wenn ich einen Freund hätte und dass ich dann alles hinter mir lassen könnte.

Ich muss mich jetzt leider fertig machen... Ich hab so keine Lust. Fahre extra mit dem Auto, damit ich nichts trinken muss und früh nach Hause kann.

Bis bald. @:)

Ksooxkoo


Hallo,

also zum Einen hoffe ich, dass gestern Abend ertragbar war und zumindest gute Momente dabei waren.

du hast geschrieben, dass du dir wünscht, dass das Jahr 2012 "normal" wird für dich, was ich eine heikle Aussage finde. Mal davon abgesehen, dass sich über normal streiten lässt, finde ich das ein zu weit gestecktes Ziel. Der Weg aus der Essstörung ist hart und langwierig und von Rückschlägen gezeichnet. Wie stehst du momentan zu einer Therapie, weil alleine ist das fast unmöglich nach solch einer Zeit.

Ich selbst habe mit 10 angefangen zu hungern, erst die Anorexie, dann Bulimie und jetzt iwie alles gemischt seit mittlerweile 11 Jahren und ich muss sagen, ohne den stationären Aufenthalt wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr da. Es hat nicht alles verschwinden lassen, aber mir gezeigt, was ich tun kann statt mich zu übergeben, Abführmittel zu nehmen etc und das hilft bis heute....

Kennst du Skills? Mir helfen sie gut, auch wenn ein schnelles Ü+bergeben manchmal sicher der "einfachere" Weg wäre, aber das bin ich mittlerweile bereit in Kauf zu nehmen.

Zudem hilft mir ein Essensplan, den jemand Externes mal liest, weil ich das Gefühl für normale Portionen verloren habe, ich lerne es erneut, aber es ist ganz sinnvoll wenn jemand Drittes das anschaut.

Ich wohne auch in einer WG und muss sagen, dass es mir wahnsinnig geholfen hat meiner Mitbewohnerin zu sagen, dass ich eine ES habe....ich habe nicht mehr gesagt, aber mir hilft das, weil ich bedachter handele. Es war eine riesen Überwindung und ich habe mich zu t*de geschämt, aber es war die richtige Entscheidung für mich.Ich bin weit entfernt davon gesund zu sein, aber es ist besser als noch vor einem Jahr und ich habe mich mittlerweile auch davon verabschiedet zu glauben, dass ich iwann ganz gesund sein werde....dafür begleitet es mich sehr/zu lange schon.

Gerade wenn ich akut das Gefühl habe, ich halte den vollen Magen nicht aus, hilft es mir durchzulesen, was dafür spricht nicht der ES nachzugeben wie zum Beispiel Teilnahme am normalen Leben und mir vor allem negative Konsequenzen nach dem kurzen Erleichterungsgefühl bewusst zu machen wie Schädigung des Körpers, Scham etc. Die Liste muss man aber davor geschrieben haben, weil in dem Moment ist mein rationales denken nicht mehr voll funktionsfähig. Die ES macht dich kaputt körperlich und psychisch (z.B. Depression). Ich habe immer gedacht ich bin jung ich werd da schon keinen Schaden nehemen....hm naja es trifft doch jeden das habe ich gelernt....

Am Anfang ist jedes Mal eine Qual zu widerstehen, aber es wird leichter, aber es gibt immer wieder Rückschläge. Sie sind enttäuschend und das ist auch ok, aber man muss weiter machen.

Ich weiß, dass das kein leichter Weg ist und auch ich hab bessere und schlechtere Phasen und manchmal klappt es gar nicht das gut Umzusetzen, aber gib nicht auf. Kämpf für das Leben ohne diese Einschränkung (vielleicht auch mit Hilfe?). Denn alleine diesen Weg zu gehen ist wahnsinnig schwer!

Vielleicht hilft es dir etwas, sonst ignorier diesen Post einfach.

Lg Koko

NTilSpfeQrdbaxby


Hallo Koko,

danke, dass du mir deine Geschichte erzählt hast.

Ich glaube auch, dass es sehr schwer ist, aus der Essstörung herauszufinden, aber trotz allem habe ich immernoch ein Fünkchen Hoffnung, dass ich irgendwann ganz gesund sein kann. Ich denke dabei an mein Leben in ca. 10-15 Jahren, wenn ich eine Familie und Kinder habe. Aber das wird sich alles noch zeigen und ich glaube, ich/man muss selbst dafür kämpfen.

Du fragst, wie ich zu einer Therapie stehe. Ehrlich gesagt habe ich den Glauben daran verloren. Ich war einmal in einer Spezialklinik für Essstörungen, einmal (kurz) in einer Psychiatrie und habe mehrere ambulante Therapien hinter mir, davon zwei Langzeittherapien. Nur eines davon (die letzte ambulante Langzeittherapie) hat mir ein Stück weit geholfen, aber eigentlich nicht bzgl. der Essstörung selbst, sondern mehr im Sinne von Stärkung des Selbstbewusstseins / Bekräftigung meiner Meinung bzgl. bestimmter Dinge wie Streit in der Familie... Mein Verhalten an sich kann glaube ich keine Therapie dieser Welt ändern. Ich glaube, ich habe schon "die Gebrauchsanweisung" bekommen, aber ich muss sie sozusagen noch lesen und erst recht umsetzen, aber das ist SO schwer.

Skills kenne ich nicht, was ist denn das?

Ich habe trotz allem einen kleinen Erfolg zu verbuchen, obwohl es mir dadurch heute echt mies geht. Gestern Nacht (ich hatte am frühen Abend mit Freunden Raclette gegessen, aber nicht sehr viel) habe ich noch zwei Kartoffelknödel gegessen und mir dann eine Tüte von diesen gezuckerten Cornflakes mit in mein Zimmer genommen. Ich hatte noch eine Weile im Internet gestöbert und wollte nur was zum Knabbern, hab gar nicht groß drüber nachgedacht.

Ja, wie sollte es anders kommen, ich hab natürlich die ganze Tüte gegessen. 375g. Ich hätte mich auch übergeben können, haben ja alle schon geschlafen, aber ich hatte mir ja vorgenommen, dass mein Leben ab 2012 ohne Übergeben sein soll, also hab ich es nicht gemacht. Ich lag mit einem schweren, runden, vollen Bauch im Bett und hab mich so ekelhaft und abartig wie selten zuvor gefühlt. Heute morgen immernoch. Dann war ich eben mit meiner Familie auf dem Friedhof und danach haben wir alle noch einen kleinen Teller Kürbissuppe gegessen. Außerdem noch ein Stück Neujahrs-Hefezopf (so groß wie ein normales Brötchen) mit einer Tasse Tee.

Ich glaube ich versuche heute nichts mehr zu essen, oder wie soll ich es machen? An sich hab ich für den Tag nicht viel gegessen, aber ich muss das von gestern doch irgendwie ausgleichen!?!

Wenn ich nur daran denke, wie ich den Januar essensmäßig schaffen soll (Prüfungsphase, nur zu Hause sitzen und lernen...), dann krieg ich schon Panik.

Es kann auch sein, dass ich mir zu viel vorgenommen habe, weil ich einerseits 7kg abnehmen möchte und andererseits die Bulimie loslassen will. Aber das geht ja auch so ein bisschen Hand in Hand, und ich möchte generell mein Leben verändern, also mich auch mehr bewegen und mich einfach wohl in meiner Haut fühlen können...

Ich hoffe, es diesmal zu schaffen.

Ich wünsche euch allen von Herzen ein glückliches neues Jahr.

Euer kleines Nilpferdbaby (Ich mag Nilpferde, das ist kein Schimpfwort für mich x:) )

K2ookoxo


Hi

also ich rate dir ganz fest davon ab in dem jetzigen Moment abzunehmen, zu schnell rutscht man in die Anorexie und vor allem gerade am Anfang ist es schwer gesund zu essen geschweige denn gesund abzunehmen....Wenn du abnimmst ok, aber nicht bewusst...das ist meine Meinung

Zudem hungere auf keinen Fall, weil du damit Fressanfälle herausforderst und das die einzige logische Reaktion von Seiten des Körpers darstellt sich so die Nahrung zu holen.

Hm ob ne Therapie hilft, hängt von dir ab, wie stark du es willst und ob du dich drauf einlassen kannst, sicher kein leichter Weg, aber vielleicht Schritte wert....Eventuell Verhaltenstherapie wenn du speziell dort etwas ändern möchtest.

Skills sind Ersatzhandlungen um den Druck auszuhalten. Du kannst mal googeln unter skills und skillliste...ich würde es verlinken weiß aber nicht, ob sowas erlaubt ist...und man muss einige ausprobieren, nicht jeder wirkt bei jedem und ist leider auch kein Wundermittel.

Viel Erfolg bei dem Kampf und sei stolz auf dich, dass du es gestern ohne geschafft hast....das ist toll und ein schritt in die richtige Richtung :)^ .

Lg

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