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Bulimie – ich bin schwer essgestört

Koookxoo


Hallo.

Mir hilft es wenn ich zum Beispiel bei sowas erst Suppe gegessen habe, da ich das flüssige einfacher zum Essen finde.

Sonst ist es sehr wichtig regelmäßig genug zu essen, da sonst Heißhungeranfälle kommen.

Lg

a\womxan


@ nilpferdbaby:

trotz der ernsthaftigkeit des themas möchte ich mal sagen dass dein beitrag schon irgendwie süß ist. du hast schon ein großes herz, das merkt man einfach.

du weißt eben, dass du im grunde die verantwortung dafür trägst ob du dich dem leben ganz zuwendest oder nicht und dass dir jemand nur insoweit helfen kann wie du offen für hilfe bist. (psychische) krankheiten sind einfach ein dilemma, weil sie deinen freien willen einschränken.

mir haben die erkenntnisse bert hellingers sehr geholfen. er sieht alle probleme im zusammenhang des familienschicksals. wenn du willst informiere dich im internet über ihn.

alles liebe :)_

_cdmel)ilZahx_


Huhu,

ich kann dir leider bezüglich Tipps oder so nicht weiterhelfen, aber ich möchte dir sagen, dass ich es klasse finde, wie du im Moment an die Sache rangehst und dass du schon 5 Tage ohne Erbrechen geschafft hast, da kannst du echt sehr stolz auf dich sein!! :-)

Ich glaube, täglich deine Essensmengen aufzuscheiben, ist auch ein guter Schritt, einen Überblick zu bekommen, solange du ehrlich dabei zu dir bist. :-)

Gibt es denn dort, wo du studierst, Selbsthilfegruppen? Wäre sowas vielleicht was für dich? Ich könnte mir vorstellen, dass wenn du im Moment keine Therapie machen möchtest, vielleicht eher der Austausch mit Gleichgesinnten einen Sinn machen könnte.

Jemand hat noch geschrieben, ob es denn Situationen gibt, in denen du dich entspannt, zufrieden, erleichtert fühlst...und dass du diese bewusst herbeiführen sollst. Kannst du denn sagen, in welchen Momenten du dich gut fühlst?

Ich kenne das selbst ein Stückweit aufgrund einer früheren Angsterkrankung...ich hab dann auch versucht, mich irgendwie ruhig zu bekommen, indem ich mich z.B. einfach auf den Boden gelegt hab, die Augen geschlossen und auf meinen Atem geachtet hab...oder begonnen hab, in mein Tagebuch zu schreiben....ich wollte mir eigentlich auch immer mal Entspannungstechniken aneignen (wie z.B. Progressive Muskelentspannung) und hab mira auch eine CD und ein Buch gekauft, hab es dann aber doch nie gemacht. :-/ Ich weiß nicht, inwiefern sowas auch bei dir helfen könnte, dazu kenne ich mich leider mit dem Erkrankungsbild zu wenig aus, aber wenn du merkst "Jetzt würde ich am liebsten zum Klo rennen" und sich so ne innere Anspannung bildet...vielleicht hilft dann auch irgendso eine "Technik", um dich runterzubringen, damit du es besser aushalten kannst, das nicht zu tun. :-)

Kennst du denn bei dir die Auslöser für deine Esstörung, oder hast du eine Vermutung? Ich denke, es macht sicherlich Sinn, hieran nochmal zu arbeiten...und für den Moment hilft es vielleicht, dir möglichst viel Momente zu verschaffen, in denen du dich gut fühlst...was machst du denn gerne? :-) Ich habe jetzt zum Beispiel seit einem halben Jahr ein E-Piano, das entspannt mich auch (wenn ich mich nicht grad aufrege, dass ich ein Lied nicht kann ;-D).

Ich wünsch dir alles Liebe!

@:)

YKEle-ctrxa


Ich kenne mich leider oder eher zum Glück nicht gut mit dem Thema Bulimie aus und kann dir deshalb selber keine Tipps geben. Mir scheint aber, dass du auf dem richtigen Weg bist. Fünf Tage ohne Erbrechen sind toll und ich wünsche dir viel Kraft um weiterhin stark zu bleiben. @:)

S:araxh87


hey du. :)

versuch dir nicht zuviel druck zu machen. es ist gut möglich, dass es dir nochmal passiert und du nicht erbrichst. ich denke momentan kommt es nicht darauf an es sofort gar nicht mehr zu machen, sondern möglichst lange ohne durchzuhalten. es gibt nicht nur schwarz und weiß ;-)

das will ich nur sagen, weil ich momentan den eindruck habe, dass du der meinung bist, du müsstest es von jetzt auf gleich von 100 auf 0 schaffen und dann ziemlich niedergeschlagen und frustriert sein wirst, falls es doch nochmal passiert. :)*

ich könnte mir vorstellen (ich kenn dich ja nicht richtig, also korrigier mich bitte), dass bei dir das erbrechen ähnliche muster hat wie beispielsweise selbstverletztendes verhalten. wenn es streitigkeiten gibt oder du unzufrieden mit dir bist, weil irgendwas vorgefallen ist, baut sich spannung in dir auf. um die spannung abzubauen, isst du dann ganz viel und erbrichst dich. kann das bei dir zutreffen?

skills beruhen darauf diese spannung anders abzubauen.

meiner meinung nach wirken skills am besten die einen starken physischen reiz auslösen beispielsweise: eiskalt duschen (tut nach einigen minuten wirklich weh), riechsalz aus der apotheke, eispads auf die haut legen (mit zewa dazwischen – aufpassen wegen frostbeulen!), chillis essen ..

versuch das dochmal zu tun, wenn du das nächste mal den drang hast dich zu übergeben und schau wie es wirkt. (eiskalt duschen ist mein favourit) @:)

das sich dein bauch momentan extra aufgebläht anfühlt kann auch an schlechter verdauung liegen. dein magen muss sich ja nun auch erstmal daran gewöhnen wieder normale mengen von essen zu verdauen. das wird also auf jeden fall weniger schlimm werden glaub mir @:)

S5arahx87


ich wollte sagen:

versuch dir nicht zuviel druck zu machen. es ist gut möglich, dass es dir nochmal passiert und du nicht erbrichst.

"und du dich erbrichst"

ich denke momentan kommt es nicht darauf an es sofort gar nicht mehr zu machen, sondern möglichst lange ohne durchzuhalten.

"möglichst lange ohne erbrechen durchzuhalten und diese phasen immer mehr zu verlängern"

so :) |-o

WzatTtebcällcShxen


Hallo, kleines, starkes Nilpferdbaby!

Respekt vor diesen Tagen, die du jetzt hinter dir hast! Du hast wirklich einen starken Willen und ich bin sicher, dass du deine Ziele erreichen kannst!

Deine Probleme könnten in deiner Familie liegen. Den vielen Streit, den es dort gibt, gab es sicherlich schon, als du noch viel kleiner warst. Bestimmt hast du dich nach Harmonie gesehnt, die du vielleicht in anderen Familien beobachten konntest. Bei dir zu Hause stattdessen war es eben "zum Kotzen"....

Sollte es so sein, dann trau dich ruhig, dich eine zeitlang von deiner Familie zu distanzieren und jetzt erst einmal an dich zu denken!

Ich war bulimiekrank von meinem 17. bis 22. Lebensjahr. Das ist jetzt sehr viele Jahre her, ich bin nun schon einiges über 40.

Auch ich hab es ohne Therapie geschafft – es ist also möglich!

Alle Frauen in meiner Familie waren dick, besser gesagt fett. Meine Oma, meine Tante, meine Schwester, meine Familie. Ich hatte Angst, auch so zu werden, was sie mir aber immer vorher gesagt hatten. Auch haben sie mich charakterlich abgeschreckt. Ich wollte einfach nicht so sein und werden und sie nicht ertragen. Es war eben auch einfach "zum Kotzen" zu Hause...

Und sie behielten nicht Recht. Ich blieb schlank und bin es bis heute. Ich bin auch sehr sportlich veranlagt, das half vermutlich etwas dabei.

Die Ursachen sind sehr weitreichend gewesen, das weiß ich heute, aber es dauert sehr lange, bis man sich so richtig auf die eigene Schliche gekommen ist.

Meine Herkunftsfamilie ist schrecklich. Es gab so viele schlimme Erlebnisse. Und wenn es diese nicht gab, dann war da Leere oder Desinteresse, eigentlich das Schrecklichste. Keiner meiner Geschwister wurde wirklich geliebt und meine Eltern liebten auch sich nicht untereinander. Es wäre besser gewesen, sie hätten sich getrennt. In so einem "zu Hause" kann man sich als junger Mensch nicht wirklich entfalten oder seelisch gesund halten.

Ich schreib das nur, damit du vielleicht erkennst, dass es immer Ursachen für Bulimie gibt, die meist viel länger zurück liegen, als man denkt.

Ich hab den Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie inzwischen komplett abgebrochen, seit vielen Jahren. Dazu gehörte viel Mut und auch viele Rückschläge.

Inzwischen bin ich so gefestigt, dass ich den Kontakt eventuell eines Tages wieder aufnehmen werde.

Auch ich hatte wie du erst sehr spät einen Freund – erst als ich von zu Hause ausgezogen war. Von da an ging es sowieso bergauf, auch wenn die Bulimie dann noch 3 Jahre lang anhielt.

Ich habe einem einzigen Menschen bisher von meiner Bulimie-Vergangenheit erzählt. Das war mein zweiter Partner und späterer Ehemann. Und dieser Mensch stand hinter mir und hat mir ganze Nächte lang zugehört. Auch wenn es jetzt mein Ex-Mann ist, werde ich ihm dafür ewig dankbar sein.

Genau wie du habe ich anfangs einfach versucht, diesen ekligen Bauch nach einer Mahlzeit zu ertragen.

Das war sehr schwierig, ich hatte Rückfälle. Später habe ich es dadurch geschafft, dass ich einfach sehr wenig gegessen habe, weil mich jede Gewichtszunahme panisch gemacht hat.

So habe ich zB jahrelang nur gefrühstückt. Erst sehr spät kam Mittagessen wieder dazu. Jeder hat da seine eigene Strategie. Auch heute noch esse ich selten nach 19 Uhr.

Aber ich bin ich seit über 20 Jahren "geheilt" – wenn es das so gibt. In ganz entscheidenden – wenigen – Situtationen meines Lebens hatte ich ganz vereinzelte Rückfälle, zuletzt vor 3 Jahren. Damit kann ich leben! Ich könnte auch heute immer noch ohne irgendwelche Hilfsmittel mich einfach so nach einer Mahlzeit übergeben. Offensichtlich verlernt man das nie. Aber ich tu es nicht mehr. Bei diesen Rückfällen hatte ich keine Angst mehr, dass es wieder eine Serie wird. Ich wusste einfach, dass ich sehr sensibel bin und manche Erlebnisse nicht anders verarbeiten kann, als die Aggressionen nach innen raus zu lassen bzw. mich selbst zu verletzen. Auch ich konnte anderen Menschen schlecht mal "nein!" sagen, ich konnte traurige Gesichter kaum ertragen, wollteimmer helfen, ließden Frust lieber an mir aus als an anderen.

Tendentiell ist es immer noch so, aber ich erkenne diese Situationen jetzt und habe gelernt sie zu meistern.

Eigentlich schreib ich das alles nur, um dir Mut zu machen. So wie du schreibst, denke ich, dass auch du das Zeug dazu hast, es zu schaffen.

Und etwas soll dir dabei helfen:

Noch heute bin ich so unendlich stolz, es geschafft zu haben! Sehr oft denke ich noch daran und bin glücklich über mein jetziges Leben – das ist so ein schönes Gefühl! Du wirst das auch so haben bzw. hast es ja nun schon kennen gelernt.

Dass ich es allein geschafft habe, soll dich nicht daran hindern, dir notfalls Hilfe zu suchen – im Gegenteil. Zu meinen Problemzeiten damals jedoch war dieses Krankheitsbild noch nicht sehr bekannt. Ich war allein mit diesem Problem, fühlte mich wie ein Monster und war sehr erleichtert, als ich zufällig mal ein Buch in die Hand bekam und sich plötzlich rausstellte, dass es wohl doch noch andere Betroffene gab! Was für ein Tag, als ich das erfuhr!

Heute ist es leichter mit Internet, Foren und vielen Therapieangeboten. Aber es geht eben auch allein, lass dich nicht entmutigen, sondern geh weiter deinen Weg!

Mach weiter so, ich bin schon richtig stolz auf dich! Beim Lesen hab ich so oft an mich selbst gedacht. Ertrag auch du deinen "dicken" Bauch und sei stolz über jeden Tag, den du schaffst!

Und sei besonders stolz, wenn du zwar mal einen Rückfall hast, aber dann wieder neu anfängst, es ohne Erbrechen zu schaffen! Das sind die besonders schwierigen Situationen, aber sie werden immer einfacher zu ertragen, wenn man an sich glaubt – so wie du und ich es bei dir tun!

Weiter so ! ! ! :)^

N]ilpXferxdbaby


Hallo ihr Lieben.

Ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr ich mich freue und wie gut es mir tut, hier von euch zu lesen. :-)

Kookoo,

das hab ich auch schon versucht, aber bei Suppe ist das immer so, dass ich davon nie so richtig satt bin. Da ess ich dann immer danach noch irgendwas und damit wird es wieder durcheinander für mich und gilt nicht mehr als "eine" Mahlzeit.. Außerdem drückt mir Flüssiges sowieso immer so gegen die Speiseröhre und ich muss manchmal mehrmals Schlucken, weil ich befürchte, die Suppe kommt sonst von alleine wieder hoch. Das ist wirklich ein ekliges Gefühl und macht es noch verlockender, sich dessen einfach mal eben zu entledigen… Daher mach ich momentan eher einen Bogen um Suppen. Aber ich glaub ich versuchs demnächst mal mit einfachen warmen Beilagen wie Spinat oder Rosenkohl oder Kartoffeln. Es müssen ja nicht gleich warme Mahlzeiten wie Pizza oder Aufläufe sein.

awoman,

das ist sehr sehr schön zu hören  Danke. Ich bin auch ziemlich überwältigt, mit welcher Mühe eigentlich fremde Menschen mir hier zu helfen versuchen. Ich bekomm schon oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich die langen und lieben Beiträge lese, weil ich daran denke, wie viel Zeit derjenige am anderen Bildschirm dafür "geopfert" hat. Das finde ich heute nicht mehr selbstverständlich, zumal ich sogar eine Freundin habe, bei der es mir in Gesprächen immer vorkommt, als würde sie mein Problem nur gern schnell aus den Füßen haben…

_delilah_

Ich hab mich ehrlich gesagt noch nicht nach Selbsthilfegruppen umgesehen, aber ich glaube eher nicht, dass es sowas hier gibt. Und wenn, dann wüsste ich nicht, auf welcher Sprache. Habe aber zum Glück noch ab und zu Kontakt mit zwei mittlerweile guten Freundinnen, die ich in der Klinik damals kennengelernt habe. Da weiß ich, dass sie mich verstehen, nur ist es manchmal schwer zuzugeben, dass man doch wieder schwach geworden ist.

Dieser Jemand, der nach den Situationen gefragt hat war

Smilla,

daher antworte ich jetzt an dieser Stelle endlich auch mal auf Deinen Beitrag, der mir wie schon gesagt einige Punkte zum drüber nachdenken gegeben hat.

Die Frage nach den Situationen, in denen ich keine Linderung brauche, kann ich gar nicht so mal eben beantworten. Eigentlich denke ich schon ziemlich oft über das Essen nach und richte meinen kompletten Alltag danach aus. Damit hängt für mich auch so unglaublich viel zusammen; es ist eigentlich der Mittelpunkt von allem. Bis vor einer Weile war es vielleicht noch das Reiten, was mir Trost, Kraft, Entspannung und Ablenkung geboten hat, aber leider kann ich hier nicht mehr reiten, weil ich 1. Keine Zeit und 2. In einer Großstadt auch keine Möglichkeit dazu habe… Mir fällt auch irgendwie kein guter Ersatz ein, außer dass ich immer schon gern einen Hund wollte (ich studiere zudem Tiermedizin), aber ich weiß nicht, ob ich mir momentan neben der Uni einen Hund zutraue. Das wäre allerdings auch eine tolle Sache, wenn ich regelmäßig mit dem Kerlchen rausgehen könnte. Muss ich mir nochmal überlegen.

Dass ich noch nicht den Therapeuten gefunden habe, der mir die richtigen Fragen stellt, wird wohl stimmen. Aber wie finde ich den…? Vor allem ist es immer so enttäuschend und ermüdend, wenn man immer erst einem Therapeuten seine ganze Lebensgeschichte und selbst erarbeiteten Vermutungen darlegen muss, um dann doch später feststellen zu müssen, dass er nicht "der Richtige" für einen ist. Ich fühle mich der Therapie momentan aber auch irgendwie so entwachsen, weiß auch nicht warum. Jedenfalls möchte ich es erstmal selbst probieren, weil ich auch momentan so motiviert und relativ ausgeglichen bin. Wenn ich es nicht schaffe, werde ich nochmal überlegen, ob sich das hier doch irgendwie realisieren lässt.

Die Frage, über die ich am meisten nachgedacht habe: "Was hat mir die Krankheit Gutes getan?"

Ich glaube, sie hat mir die Aufmerksamkeit meiner Familie gegeben. Ich hab mich immer schon wie das schwarze Schaf der Familie gefühlt, und in gewisser Hinsicht bin ich das objektiv gesehen auch. Meine Eltern hielten mich immer für intelligenter als meine Schwester, daher haben sie (u.a. schulisch) mehr von mir erwartet, mich aber gleichzeitig weniger gelobt, weil sie glaubten, dass ich dadurch fauler bin. Andererseits war ich immer schon der Chaot der Familie, nicht nur was die Ordnung in meinem Zimmer anging, sondern auch gedanklich und vom ganzen Wesen her. Ich glaube, ich kann einerseits die Dinge gut "aus einer anderen Perspektive" betrachten, das bringt mir aber oft auch Probleme, weil ich nie einfach etwas hinnehmen kann oder konnte wie es ist, sondern alles dreimal hin- und hergedreht habe und dabei auch immer eine gute Portion Pessimismus mit dabei war. Das Ganze ist jetzt sehr abstrakt und verkürzt und ich weiß nicht, ob ihr mir folgen könnt. Schlimm war es auch, dass ich meinem Vater sehr ähnlich bin und wir beide sehr schnell an die Decke gehen und dann Ausflippen und keine Grenze mehr kennen. Mittlerweile haben wir beide daran gearbeitet, aber es gab schon Situationen, in denen er mich sehr sehr verletzt hat.

Vielleicht konntet ihr schon herauslesen, dass es auch zwischen meinen Eltern nicht einfach ist, eigentlich sind sie seit 5 Jahren getrennt, aber sie wohnen immernoch zusammen und haben nie so richtig über ihre Situation gesprochen. Mein Vater redet allerdings häufig und sehr offen mit uns Töchtern (2) darüber, und ich kann immer nur zusehen, wie es beiden schlecht geht, aber sie nichts ändern. Trotzdem weiß ich, dass es ihre Sache ist, und halte mich mit meiner Meinung und auch emotional (soweit es denn geht) möglichst heraus.

Puhhhh, jetzt bin ich sehr abgeschweift.

An ** YElectra möchte ich einfach nochmal Danke fürs Mutmachen sagen. 

Sarah87,

du triffst es ganz gut, ich war schon immer ein Schwarzweiß-Denker… Ich weiß, dass ich mit Rückschlägen klarkommen muss, aber ich versuche trotzdem, mit voller Kraft und Willen die Sache anzugehen, und nicht gleich von vorne herein damit zu rechnen, dass ich es nicht schaffen werde. Ich habe das Gefühl, dass es leichter für mich ist, von heute auf morgen komplett mit dem Erbrechen aufzuhören. Ich hab auch schon früher mal die Erfahrung gemacht, dass ich nach einiger Zeit ohne Bulimie wieder eine viel viel größere "Hemmschwelle" vor dem Gang zum Klo habe, und das will ich mir so zunutze machen.

Das mit den Skills ist wirklich eine gute Idee und ich glaube, im Notfall werde ich auch mal das mit dem eiskalt duschen ausprobieren. Klingt sehr logisch, was du bzgl. der physischen Reize schreibst. Danke.

Und nun noch an ** Wattebällchen,

ich bin beeindruckt davon, wie du das gemeistert hast und welche Einstellung/Umgang du heute zur Essstörung hast.

Ich denke auch, dass das Problem ursprünglich in meiner Familie bzw meiner Rolle innerhalb der Familie lag. Vielleicht hat mein nicht gerade einfach gestrickter Charakter das Ganze noch verstärkt, aber dass ich es nicht leicht in der Familie hatte, steht für mich fest.

Bei mir ist es aber so, dass ich meine Familie trotz allem abgöttisch liebe – und genau das macht es vielleicht noch schwerer. Einerseits möchte ich sie manchmal zum Mond schießen und restlos hassen und nie wieder sehen müssen… andererseits liebe ich sie über alles.

Ich merke aber, dass mir mein Auszug beim Unistart einen Kraftschubser gegeben hat. Ich bin irgendwie wieder wachgerüttelt worden und hab gemerkt, was es alles schönes im Leben gibt, für das es sich lohnt, gegen die Bulimie zu kämpfen. Ich hab viele neue Leute in der Uni kennengelernt und wieder richtig Lust aufs Leben bekommen. Und dann ist es natürlich viel schwieriger, eine Essstörung in einer WG einfach so auszuleben, das hat mir dann auch nochmal geholfen, auch wenn es dadurch nicht von mir selbst kam, sondern eher so eine von außen erzwungene Änderung war, aber das sei jetzt mal egal.

Mir ist zu Hause auch aufgefallen, dass ich statt dem Übergeben wieder stärker mein anderes Problem als "Entladungsmöglichkeit" genutzt habe; und zwar dieses Haut-Pitschen. Ich sah bis vor ein paar Tagen wirklich schlimm aus, hab mich jeden Abend im Gesicht blutig gekratzt und gepitscht und mich jeden Morgen geschämt, aus dem Bett zu kommen. Dann hab ich versucht, so gut wie möglich die Krusten und nässenden Wunden abzudecken, bin aber trotzdem kaum rausgegangen und hab vorher jede Situation und deren Lichtverhältnisse durchdacht. Das ist hier zurück in meiner Wohnung auch von jetzt auf gleich wieder verschwunden, ich hab gar nicht mehr das Bedürfnis danach. Insofern fühle ich mich hier wirklich viel sicherer, aber irgendwie tut es mir auch selbst ein bisschen im Herzen weh, dass mir mein eigentliches zu Hause scheinbar so schlecht tut. Ich möchte gerne herausfinden, warum das so ist.

Dass du, liebe "Wattebällchen", es nun schon so lange Zeit geschafft hast, die Essstörung weitestgehend zu besiegen, finde ich wahnsinnig toll und macht mir Mut, dass ich das auch irgendwann schaffen kann. Vielen lieben Dank, dass du mir darüber geschrieben hast.

NVilpnfer}dxbaby


Oh oh, das war ja jetzt wirklich mal ein Mammutbeitrag... ;-D Vielleicht hattet ihr keine Lust, bis hierher zu lesen, aber ich hab mich so über eure Nachrichten gefreut und wollte gern jedem von euch antworten, und dabei bin ich wohl sehr ausführlich geworden....

Jetzt wollte ich aber noch schreiben, wie mein Tag heute war (keine Angst, nur ganz kurz ;-) )

Essen:

10:30 1 kl. Banane, 1 Apfel kleingeschnitten und mit ca. 200ml 1,5%-Milch als "Obstmüsli"

12:00 noch ein Apfel

16:00 2 Teelöffel Nutella... hm :=o

20:00 vier Möhren mit 200g selbstgemachtem Kräuterquark (Magerstufe mit Gewürzen, etw. Senf und etw. Balsamico)

dann noch zwei Milchkaffee irgendwann zwischendurch und so 4-5 Bonbons

Ach so und gestern Abend hab ich noch ein kleines Stück selbstgemachte Backblechpizza gegessen und eine Schüssel Salat, war bei Freunden. Hat Spaß gemacht, zusammen zu essen.

Und 2012 ist immernoch bulimiefrei... :-D

N2ilpfexrdbaxby


ich glaub das war wohl zu wenig heute... ach maaaaann, ich trau mich aber nicht. :-( Es ist so schön ohne übergeben.

DSoreeLn<-xxx


..ich kenne mich mit Bulemie überhaupt nicht aus. Lese hier jedoch, wie die Bulemie zum Zentrum Deines Lebens geworden ist.

Genau das mußt Du ändern. Du brauchst einen anderen Mittelpunkt deines Denkens.

Für mich als Workaholicerin, ist es ein leichtes mich in die Arbeit zu stürzen. Die Arbeit ist dann mein Mittelpunkt meiner Gedanken.

Irgend sowas könnte Dir sicher auch helfen. Könnte auch ein Hobby oder sonstwas sein.

(Am Ende meines Studiums hat mich damals mein Freund verlassen, war grauenvoll. Habe damals auch alle meine Gedanken auf die Vorbereitungen zu den Abschlußprüfungen gelenkt. Die Vorberitung wurde mein Mittelpunkt. Hab (beinahe) an nichts anderes gedacht. Eine sehr gute Prüfung hab ich dadurch erreicht. Wenn ich stattdessen nur an IHN gedacht hätte ware ich fast umgekommen.)

Du brauchst einen zentralen Mittelpunkt für den es sich lohnt zu arbeiten und zu leben....

S;milCl:aGo>lighxtly


Hallo Nilpferdbaby,

Du bist wirklich ein toller Mensch, bleib so! @:)

Zu Deinem Beitrag:

Mir fällt auch irgendwie kein guter Ersatz ein, außer dass ich immer schon gern einen Hund wollte (ich studiere zudem Tiermedizin), aber ich weiß nicht, ob ich mir momentan neben der Uni einen Hund zutraue.

Gibt es in der Stadt, in der Du studierst vielleicht ein Tierheim in dem Du stundenweise helfen könntest? Dann hättest Du Kontakt mit Tieren, aber eben nicht rund um die Uhr und kannst Dir so bewusst eine Auszeit nehmen.

Dass ich noch nicht den Therapeuten gefunden habe, der mir die richtigen Fragen stellt, wird wohl stimmen. Aber wie finde ich den…? Vor allem ist es immer so enttäuschend und ermüdend, wenn man immer erst einem Therapeuten seine ganze Lebensgeschichte und selbst erarbeiteten Vermutungen darlegen muss, um dann doch später feststellen zu müssen, dass er nicht "der Richtige" für einen ist.

Ich habe einmal eine Aussage zu Therapeuten gelesen, die mich in Bezug auf diesen Punkt nachdenklich gemacht hat. Das ist jetzt zwar nicht der genaue Wortlaut, aber sinngemäß lautete sie:

"Ich dachte, ich komme ins Büro und dort sitzt ein älterer, bärtiger Mann der mich ansieht, seine Brille abnimmt, lächelt und sagt "Aha.", so als würde er schon alles über mich wissen und müsste keine Fragen mehr stellen."

Auf den ersten Blick wirkt das wie ein ziemlicher Blödsinn, aber es ist im Grunde genau das, was wir uns von einem Therapeuten wünschen. Und es gibt einige, die diesem Verständnis recht nahe kommen – nur sind sie eher selten und gehen in der Masse der "Mainstream-Therapeuten" unter. Darunter den "Richtigen" zu finden ist leider wirklich schwierig.

Ich fühle mich der Therapie momentan aber auch irgendwie so entwachsen, weiß auch nicht warum. Jedenfalls möchte ich es erstmal selbst probieren, weil ich auch momentan so motiviert und relativ ausgeglichen bin.

Du machst es auch super :)^

Ach so und gestern Abend hab ich noch ein kleines Stück selbstgemachte Backblechpizza gegessen und eine Schüssel Salat, war bei Freunden. Hat Spaß gemacht, zusammen zu essen.

Und 2012 ist immernoch bulimiefrei...

und

Es ist so schön ohne übergeben.

Mensch Nilpferdbaby, ich würde Dich grade am liebsten knuddeln :)_ Diese Aussagen sind einfach nur Gold, ich freu mich so für Dich! :-D

Zum Familienthema habe ich morgen noch ein riesengroßes Glas Senf dazuzugeben, heute bin ich aber leider zu müde *:)

LG

Smilla

N4il?pfedrdbavby


Hallo Smilla,

Daaaaaanke x:)

Ja, so ein Therapeut wäre natürlich ein 6er im Lotto... Ich hab leider schon viel zu viele Pfeifen auf dem Gebiet kennengelernt.

Ich freu mich schon auf das Senfglas!

______________________________

Hab noch eine Frage, weil ich mir heute eine kleine Hilfe ausgedacht habe. Normalerweise hab ich immer nur Brötchen einzeln gekauft, um eine bessere Kontrolle zu haben. Aber leider schmecken die Brötchen außerhalb von Deutschland ja meistens wie Pappkarton, so auch hier... ;-) Heute hab ich mir dann mal ein 500g-Graubrot gekauft, es sofort in 4 Teile geteilt und in 4 Tüten verpackt. Für jeden Tag ist dann max. 1 Tüte gedacht.

Glaubt ihr, dass ich mich damit selbst veräppele, weil ich an einer Stelle die Verantwortung abgebe, an der es nicht sein soll? Oder ist das ok für den Anfang?

Liebe Grüße und euch allen einen schönen Tag.

SqmillagGoligJht_ly


Glaubt ihr, dass ich mich damit selbst veräppele, weil ich an einer Stelle die Verantwortung abgebe, an der es nicht sein soll? Oder ist das ok für den Anfang?

Wo genau gibst Du die Verantwortung ab? Du hast eingekauft und portioniert, also ist es auf Deinem Mist gewachsen ;-) Wenn Du das Gefühl hast, dass es für Dich ein Konzept ist, das funktioniert, dann wende es an.

Und ich fand Toastbrot im Ausland immer schrecklich, Brötchen sind wahrscheinlich nicht viel besser ^^

Bis später, muss noch was arbeiten -.-V

LG,

Smilla

N+ilp&ferdObaxby


Gut, werd ich auch machen.

...ich hab gerade versucht, zu erklären, wie ich das meinte, aber irgendwie hab ichs vergessen ;-D Macht gerade gar keinen Sinn mehr. Klar ist das ok, hilft mir ja schließlich, und es stört ja keinen wie ich mir meine Tütchen portioniere.

Hab einen guten Arbeitstag, ich leg jetzt mal mit Lernen los, hab zwei riesen Prüfungen kommende Woche...

Lieben Gruß,

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