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Bulimie – ich bin schwer essgestört

SNmil1laG'olzixghtly


Ich frag mich wofür ich das überhaupt mache. Ich dachte, damit es mir besser geht, aber mir gehts nicht besser sondern schlechter! Und andere kümmerts wohl kaum, was ich mit meiner Gesundheit mache, zumal die das nicht mitbekomme.

Wohohoho. STOP.

Wofür Du das machst? Für die Person, mit der Du den Rest Deines Lebens verbringen wirst: Dich selbst. Du hast den Eindruck, dass es Dir schlechter geht, weil für Dich ein Kompensationsaspekt wegfällt und Du Deine Probleme nicht mehr in Dich hineinstopfen, ausk*tzen und runterspülen kannst. Du hast sie jetzt unwiderruflich am Hals und das suckt, aber wenn Du Dich aktiv mit ihnen auseinandersetzt anstatt ihnen Tarnkappen aufzusetzen, wird es Dir mehr für Dein Leben bringen als Du Dir grade vorstellst. In dieser Hinsicht weiß ich, wovon ich rede.

Damit kommen wir zu

Und andere kümmerts wohl kaum, was ich mit meiner Gesundheit mache, zumal die das nicht mitbekomme.

Ich vermute, Du redest von Freunden/Bekannten und Familie.

Dann mache ich jetzt endlich das Senfglas auf, und zwar im Mammutpost unter diesem hier.

Nbimlp3fer=dbabxy


Das ist heute wirklich das reinste auf und ab. Gerade wieder ein bisschen auf, also ich halte jedenfalls durch.

Finde es aber schon wahnsinnig anstrengend, da ich mitten in der Prüfungsphase bin und mich aber nicht aufs Lernen konzentrieren kann :-(

N/i2l9pfger>dbaxby


Mein Essen heute:

10:00 125g Graubrot ohne alles, 150g Naturjoghurt 3,5%

14:00 6 Möhren mit etwa 120ml "Dip" aus Balsamico, 1,5EL Olivenöl, Senf, Gewürze

18:00 grüner Apfel und Tee mit Milch

_______________

zu wenig, hm!? was kann ich denn noch essen, was mir keine angst macht am abend....

N7ilpf%erdbxaby


Ach und noch ein Naturjoghurt.

Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass mein Stoffwechsel so im Eimer ist, dass ich von normalen Mengen dann sofort zunehme!

Wie "repariert" man seinen Stoffwechsel? :-(

SWmicll.aGoligxhtly


Familie

"Was hat mir die Krankheit Gutes getan?"

Ich glaube, sie hat mir die Aufmerksamkeit meiner Familie gegeben.

Das, wonach Du wirklich hungerst, ist die Aufmerksamkeit und Anerkennung Deiner Familie. Ich weiß nicht, was genau vorgefallen ist, aber ich vermute einfach mal, dass Du oft hintenanstehen und einstecken musstest. Kommen dann noch andere Probleme dazu – in Deinem Fall Streit und Trennung der Eltern – braucht man dann auf zweierlei Ebenen ein Ventil. Die Essstörung lenkt die Aufmerksamkeit der Eltern 1. auf Dich und 2. weg von ihren eigenen Problemen. Sie schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe und ist unglaublich simpel in der Ausführung, denn das Einzige, das man tut, ist etwas wegzulassen. Willkommen in der Matrix.

Ich hab mich immer schon wie das schwarze Schaf der Familie gefühlt, und in gewisser Hinsicht bin ich das objektiv gesehen auch. Meine Eltern hielten mich immer für intelligenter als meine Schwester, daher haben sie (u.a. schulisch) mehr von mir erwartet, mich aber gleichzeitig weniger gelobt, weil sie glaubten, dass ich dadurch fauler bin.

Du bist nicht das schwarze Schaf. Du hast den Eindruck, dass Du das schwarze Schaf bist. Dein Post hat zwei Ebenen:

1. Deine Ebene

Deine Eltern halten Dich ungerechtfertigterweise für faul und geben Deiner Schwester den Vorzug. Gleichzeitig machen sie Dir mehr Druck und geben Dir so ein Gefühl von Unselbständigkeit und Kontrolle.

2. Die Ebene Deiner Eltern

"Nilpferdbaby ist ein intelligentes Mädchen. Wenn ich das wäre, würde ich vermutlich gar nicht mehr lernen...Ohje, hoffentlich kommt sie nicht auf die gleiche Idee, ich gehe mal nachsehen ob sie auch lernt...WTF WARUM LERNST DU NICHT?!

Ihrer Schwester fällt das ja alles schwerer, die muss sich da richtig reinhängen. Eigentlich irgendwie schade, da geht ja auch viel Lebensqualität drauf, das muss man doch belohnen, ihr fällt es ja nicht einfach zu."

Grundproblem:

Deine Eltern verpacken ihre im Grunde durchweg positive Meinung von Dir in Aussagen, die sich aus anderen Quellen speisen und somit negativ wirken.

Andererseits war ich immer schon der Chaot der Familie, nicht nur was die Ordnung in meinem Zimmer anging, sondern auch gedanklich und vom ganzen Wesen her. Ich glaube, ich kann einerseits die Dinge gut "aus einer anderen Perspektive" betrachten, das bringt mir aber oft auch Probleme, weil ich nie einfach etwas hinnehmen kann oder konnte wie es ist, sondern alles dreimal hin- und hergedreht habe und dabei auch immer eine gute Portion Pessimismus mit dabei war.

Du fühlst Dich "anders" als der Rest Deiner Familie. Zum Teil mag das wirklich der Fall sein, zum Teil kommt ein solcher Grundeindruck auch von der Interaktion und Kommunikation innerhalb der Familie. Zu diesem Thema – siehe oben. Die Portion Pessimismus ist dann wohl eher eine Mischung aus Galgenhumor (wtf schon wieder? na dann mal ran an die Buletten^^) und Selbstschutz (Letztes Mal hat es auch nicht geklappt, warum soll ich mir jetzt noch Hoffnung machen und wieder enttäuscht werden.). Und das wieder loszuwerden dauert -.- Salopp gesagt: Du denkst zu viel :)_

Schlimm war es auch, dass ich meinem Vater sehr ähnlich bin und wir beide sehr schnell an die Decke gehen und dann Ausflippen und keine Grenze mehr kennen. Mittlerweile haben wir beide daran gearbeitet, aber es gab schon Situationen, in denen er mich sehr sehr verletzt hat.

Gleich und gleich ergibt unter Umständen TNT ;-) Ihr erkennt vermutlich das gleiche Problem, aber einer beschließt, es zu verschweigen während der andere es anspricht – schon geht die Lucy ab und die Decke ist gesprengt.

Vielleicht konntet ihr schon herauslesen, dass es auch zwischen meinen Eltern nicht einfach ist, eigentlich sind sie seit 5 Jahren getrennt, aber sie wohnen immernoch zusammen und haben nie so richtig über ihre Situation gesprochen. Mein Vater redet allerdings häufig und sehr offen mit uns Töchtern (2) darüber, und ich kann immer nur zusehen, wie es beiden schlecht geht, aber sie nichts ändern. Trotzdem weiß ich, dass es ihre Sache ist, und halte mich mit meiner Meinung und auch emotional (soweit es denn geht) möglichst heraus.

Das ist echt die schlechtmöglichste Combo. Sich zu trennen und weiterhin im gleichen Haus zu wohnen, ist wie einen entzündeten Blinddarm herauszuschneiden und dann im Bauchraum vergammeln zu lassen. Die Konsequenz ist, wie Du auch geschrieben hast, dass es keinem von beiden damit gut geht. Deine Mutter schweigt sich aus und Dein Vater redet und redet...mit Menschen, die er eigentlich davor schützen sollte, das alles mitzukriegen. Hier haben Deine Eltern wirklich auf ganzer Linie Mist gebaut und – um es drastisch zu vormulieren – unverantwortlich gehandelt. Solange einer von beiden nicht auszieht, wird sich daran aber auch nichts ändern.

Gibt es einen speziellen Grund dafür, dass sie nicht auch getrennt leben?

Bei mir ist es aber so, dass ich meine Familie trotz allem abgöttisch liebe – und genau das macht es vielleicht noch schwerer. Einerseits möchte ich sie manchmal zum Mond schießen und restlos hassen und nie wieder sehen müssen… andererseits liebe ich sie über alles.

Ja. Siehe oben. Es ist toll, dass Du Deine Familie liebst, aber im Moment tut Dir die Situation Deiner Familie einfach nicht gut. Das sind zwei Paar Schuhe und gilt auch für diesen Part:

Mir ist zu Hause auch aufgefallen, dass ich statt dem Übergeben wieder stärker mein anderes Problem als "Entladungsmöglichkeit" genutzt habe; und zwar dieses Haut-Pitschen. Ich sah bis vor ein paar Tagen wirklich schlimm aus, hab mich jeden Abend im Gesicht blutig gekratzt und gepitscht und mich jeden Morgen geschämt, aus dem Bett zu kommen. [...]

Das ist hier zurück in meiner Wohnung auch von jetzt auf gleich wieder verschwunden, ich hab gar nicht mehr das Bedürfnis danach. Insofern fühle ich mich hier wirklich viel sicherer, aber irgendwie tut es mir auch selbst ein bisschen im Herzen weh, dass mir mein eigentliches zu Hause scheinbar so schlecht tut.

Nochmal: es sind nicht die Menschen an sich, es ist ihre Situation und ihr Unvermögen, vernünftig damit umzugehen. Du bist nur einfach von Grund auf sensibel und nimmst Dir das so sehr zu Herzen, dass Du Dich selbst bestrafst, Dir Schmerz zufügst und leidest, um das andere Leid erträglicher zu machen. Was ist die Essstörung und das Hautpitschen (subjektiv!) im Vergleich zu dieser familiären Situation, die dem gordischen Knoten alle Ehre macht?

Ablenkung. Kompensation. Entspannung. Ruhe. ...

Ach Nilpferdbaby, wenn Du hier in der Nähe wohnen würdest, würde ich Dich jetzt glatt auf einen Kaffee einladen und Dich erstmal fest in den Arm nehmen. :)_

Du bist ein sehr starker und zugleich sehr liebenswerter Mensch, und ich bin stolz darauf, wie gut Du Dein Leben meisterst.

Zur familiären Lage kann ich Dir – trotz des Riesenbeitrags oben – leider nur wenige Tipps geben.

Was aber klar ist: Deine Eltern müssen erstmal selber klarkommen und Dich und Deine Schwester nicht mit ihren Problemen belasten. Heißt im Klartext: getrennte Wohnungen und klare Verhältnisse.

Die Beziehung Deiner Eltern ist auch ihr Bier. Sollten sie auf die Idee kommen, euch damit auf den Keks zu gehen, sag ihnen genau das. Das ist Dein gutes Recht und tut letztendlich allen gut.

Reden ist sowieso das Stichwort. Sag Deinen Eltern, wie ihre Besorgnis um Deine Leistungen und ähnliche Aussagen bei Dir ankommen. Wichtig: es handelt sich nicht um ein Problem, sondern um ein Missverständnis, das durch Schweigen zum Problem wird, nämlich zu der Essstörung und dem Hautpitschen. Es geht nicht um Schuld oder Fehler, es geht um etwas, das falsch verpackt wurde und an der falschen Adresse angekommen ist.

Nilpferbaby, ich hoffe, dass ich Dir ein bisschen weiterhelfen konnte und es Dir wieder etwas besser geht :°_

Ganz liebe Grüße und ein :)*

Smilla

SbmillXaGoli4gh[tly


Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass mein Stoffwechsel so im Eimer ist, dass ich von normalen Mengen dann sofort zunehme!

Ja und nein.

Anfangs nimmt man etwas zu, denn der Körper ist durch die Bulimie darauf getrimmt, aus der Nahrung, die er bekommt, sofort rauszuholen was geht, denn es ist ja gleich wieder weg. Dass das nicht mehr gilt, weiß er aber nach einer Woche ohne Erbrechen noch nicht.

Wenn er aber nach einiger Zeit realisiert, dass er das Essen behalten darf, stagniert das Gewicht zunächst und dann wird es eher zum Problem, dass man ab- anstatt zunimmt.

Wie "repariert" man seinen Stoffwechsel?

Regelmäßig und ausgewogen essen.

Soll heißen: Frühstück – Snack – Mittagessen – Snack – Abendessen. Ich habe immer gegessen, worauf ich dann eben Lust hatte und habe dann irgendwann gemerkt, dass sich – ähnlich wie bei Dir auch – eine Routine in der Wahl der Lebensmittel eingeschlichen hat ;-D Diese Lebensmittel habe ich dann um die Bestandteile ergänzt, von denen ich das Gefühl hatte, dass sie mir fehlen oder an die ich mich wieder gewöhnen wollte. Ein Beispiel wäre:

Müsli mit Obst und Joghurt – Banane – Nudeln/Kartoffeln/Reis mit Gemüse, irgendwann auch mit Fleisch – Obst – Brot mit Wurst oder Käse bzw. Salat. Wenn ich dann noch Hunger hatte noch eine Banane ;-D

Jetzt tun mir die Hände vom Tippen weh, melde mich dann morgen wieder :)z

LG

Smilla

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Ich frag mich wofür ich das überhaupt mache.

Warum Du das alles machst?

Weil Du eine Aufgabe im Leben hast. Die hat jeder von uns. Ich persönlich glaube nicht an "den" oder einen "allgemeinen" Sinn des Lebens. Aber ich glaube, dass jeder Mensch etwas Wertvolles zum Leben beizutragen hat – im Großen oder im Kleinen. Niemand ist umsonst hier oder hat es verdient, einfach nur vor sich hin zu "vegetieren". Indem Du auf Deine Gesundheit achtest, ermöglichst Du es Dir, ein erfülltes Leben zu führen und Deine Aufgabe(n) im Leben zu finden. Welche ist das? Das weiß ich nicht. Das weißt nur Du allein – entweder Du weißt es bereits oder Du wirst es herausfinden. Eine Aufgabe ist aber auf jeden Fall, glücklich zu sein. Die haben wir alle. Und indem Du Deine Essstörung besiegst, kommst Du diesem Ziel ein Riesenstück näher. :)*

Bzgl. des Essens: Mir hilft es abends (habe da oft großen Hunger) Haferflocken bzw. Müsli mit Joghurt oder Quark, einen Salat mit Feta oder Mozzarella oder etwas Eihaltiges (Rührei, Spiegelei etc.) zu essen. Durch das Eiweiß werde ich satt und kann dann zufrieden zzz. Vielleicht wäre das auch was für Dich? Und trau Dich, immer mehr Lebensmittel auszutesten, damit Du nicht zu wenig isst. @:) @:) :)* :)*

abwomaMn


[[http://www.youtube.com/watch?v=Bg7bQ2zuDZs]] (Robert Betz: Wer oder was ist der Mensch?)

[[http://www.youtube.com/watch?v=ChS1rwUE1Cc]] (Bert Hellinger: Videoaufzeichnung Kurs Familienstellen)

aEwoxman


[[http://www.youtube.com/watch?v=WfhtM8K3GaI]] (ein Lied von Klaus Hoffmann – Den Rest besorgt die Zeit)

YNEl*ecxtra


Vielleicht kannst du dich mit der TE [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/607192/ dieses Fadens]] austauschen. Sie scheint ein ähnliches Problem mit dem Haut aufkratzen zu haben.

Ist 2012 immernoch bulimiefrei? Wäre schön zu hören, wie es dir geht @:)

WAint=erkinxd


Hallo Nilfpferdbaby *:)

Wie geht es dir heute? @:) :)D

SFmiYllaGo_ligwhtly


Hallo Nilpferdbaby, wo bist Du? Wir vermissen Dich! @:)

N^ilpfer0dbabxy


Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich nur ganz kurz melden, mir geht es gut @:)

Hab morgen eine riesen Prüfung anstehen und stehe in den letzten Tagen ziemlich unter Strom. Wollte mir aber gerne Zeit nehmen, um auf eure Beiträge zu antworten. Vor allem dir, Smilla; du scheinst ein wahnsinnig analytisches Denken zu haben und schreibst sehr empathisch, ich werde dir morgen nach der Prüfung in Ruhe darauf antworten.

Jetzt hoffe ich erstmal, dass ich das morgen irgendwie hinkriege. Muss wohl leider eine Nachtschicht einlegen oder vielleicht 2h schlafen, es ist einfach soooo viel Stoff.

Bis morgen und ich hoffe ihr liegt alle schon in euren gemütlichen Nestern ;-D

Liebe Grüße vom Schreibtisch!

S;millva6Gol ightlxy


du scheinst ein wahnsinnig analytisches Denken zu haben

Menschenkenntnis, teuer erworben ;-)

Viel Glük bei der Prüfung!

WEinteYrkirnd


Von mir auch viel Glück :)*

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