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Als wäre sie nicht mehr da (Mutter hat paranoide Schizophrenie)

eIManxdy


habe immernoch gänsehaut.

der beitrag hat mich so ergriffen, könnte von mir sein...

bin in der gleichen lage. nur, meine mutter läßt sich nicht behandeln. ich habe das gleiche durch wie TE schneeblüte. meine mutter hat mir immer nur negatives, irres zeugs vermittelt. alle sind böse, männer wollen nur das eine und und und jeder tat es ihr recht in der familie. wenn es klingelte musst ich mich auf den boden legen. wir wohnten paterre. es durfte uns keiner sehen %:| %:| %:| %:|

meine vater starb. er stand mir super nahe. er hat sich ihr und ihrem leben einfach ergeben....

sie hat nun einen neuen. ich kann es manchmal einfach nicht hören, wenn man sagt, du musst das verstehen, sie ist krank :|N was ist mit uns kindern? ich bin heute 43 jahre und habe ne menge therapien durch. bin teilberentet, leider unter panik- und angstattacken, habe meine arbeit verloren. meine mutter amüsiert sich nun im urlaub in den alpen, bei den reichen und schönen. ich kann es mir nicht leisten. mein leben ist kaputt. sie merkt es nicht. sie weiss nichts von mir und möchte das auch nicht. sie lebt in ihrer welt. ich suchte ein gespräch mit ihr. sie legt dann einfach auf.

habe, nachdem sie rufmord mit meiner eigenen kleinen familie begann, den kontakt abgebrochen. ich glaube, sonst wäre ich durchgedreht. :°(

sie hat einen teil meiner familie gegen mich gebracht, diejenigen die es nicht merken, die zu weit weg wohnen. erzählen kann man denen viel. wahnsinn :-/

lg

L$e0wixan


schneebluete

Du siehst die widerspruechlichen Einschaetzungen und mein Eindruck ist, letztlich musst du das mit dir selber ausmachen. Die entscheidende Frage ist: Was macht der Umgang mit deiner Mutter mit dir? Kannst du es schaffen, zu ihr zu stehen, ohne dich von ihrem Verhalten allzusehr belasten zu lassen?

Du wirst sie nicht heilen koennen und es ist gefaehrlich, wenn du dir Verantwortung dafuer auf die Schultern laedtst, die nicht menschenmoeglich ist, einzuloesen.

Andererseits finde ich deinen spuerbaren Wunsch grossartig, trotz allem zu ihr zu stehen, und ich denke, es gibt sicherlich Momente, in denen deine Mutter das spueren kann und etwas davon hat.

Ich denke, dass es in Ordnung ist, dieses so weiterzumachen, wenn du es schaffst, innerlich genuegend Distanz aufzubauen, dass du dich nicht herunterziehen laesst von den Dingen, die sie dir sagt, und es auch schaffst, dir selber nicht uebel zu nehmen, dass du ihre Probleme nicht loesen kannst.

Es ist wichtig, dass du dich nicht selber krank machen laesst von ihr. Wenn du das vermeiden kannst und es dir etwas gibt, trotz allem mit ihr in Kontakt zu bleiben, mit ihr umzugehen und ihr wenigstens ein kleines bisschen zur Seite zu stehen (auch wenn du von ihr nichts erwarten kannst), ist das vielleicht eher der Weg fuer dich.

:)*

LUouisiiana


@ eMandy:

was ist mit uns kindern? ich bin heute 43 jahre und habe ne menge therapien durch. bin teilberentet, leider unter panik- und angstattacken, habe meine arbeit verloren. meine mutter amüsiert sich nun im urlaub in den alpen, bei den reichen und schönen.

Tja, so kanns gehen. Ich bin 41, habe es in den Jobs immer weniger ausgehalten, mache jetzt nur noch einen 400Euro-Job von zu Hause aus, wir müssen tierisch rechnen, seit ich nicht mehr Vollzeit arbeiten kann, gab es keinen Urlaub mehr. Meine Mutter ist inzwischen in Rente, mächtig stolz darauf, so gut wie nie krank gewesen zu sein und kann jetzt von ihrer Rente immerhin zweimal im Jahr Urlaub machen und sich jeden Monat neue Schuhe zu kaufen. Ich trag meine seit 5 Jahren.

Ich kann Dich verstehen. @:) :)*

e+Ma nxdy


louisiana,

oh man. meine mutter hat seit diesem jahr auch rente. war auch so gut wie nie krank %-| und ist super stolz auf sich...... sie hat dann von ihrem vater noch ein dickes erbe bekommen. gut – geld ist nicht alles aber manchmal gehts schon dumm zu. ":/

es tut mir sehr leid, dass du auch soviel mitmachst. mit den schuhen, kann ich verstehen...... ist aber gut, dass du einen 400 euro job von zu hause aus machen kannst. das hilft bestimmt.

sie lieb gedrückt. ich kann auch dich sehr gut verstehen @:) :)*

L<oudisi|ana


meine mutter hat seit diesem jahr auch rente. war auch so gut wie nie krank %-| und ist super stolz auf sich......

Ja, toll, nicht wahr? Das muss wohl die Generation sein, die glaubt, wer gesund geblieben ist, hat alles richtig gemacht im Leben und alle anderen.... naja. Ich finde das manchmal unglaublich ungerecht, weil sie alles Unangenehme verdrängt und ich das dann auf die Schultern kriege. Aber ich bin dabei, den idealen Abstand zu finden. Bei Dir, das klingt noch tausend Mal schlimmer als bei mir.

Ich möchte 2012 einen TZ-Job finden, aber ich bekomme trotzdem auch gleich wieder Angstzustände, wenn ich daran denke, dass ich dann wieder Probleme bekomme, wenn ich einen Job habe. Aber das gehört nicht in diesen Thread, wenn Du magst kannst Du mir eine PN schicken.

:)*

S<unfl?owetr_t73


Ja, die Mutter ist krank – und kann dafür auch nichts. Das ist traurig – aber so ist das Leben.

Andererseits sind die Probleme und Belastungen für die TE offensichtlich. Diese ständigen Angriffe und Verdächtigungen kann man einfach nicht aushalten, die gehen an die Substanz, machen fertig und zermürben.

Es ist das gute Recht eines jeden Menschen, sich davor zu schützen. Nur weil man genetisch verwandt ist, muss man nicht alles aushalten.

Ich sage das aufgr. beruflicher, aber auch persönlicher Erfahrungen. Mit einem meiner Elternteile verbindet mich auch sehr wenig bis nichts. Ja, der Grund für das Verhalten der Person liegt in eigenen Erfahrungen etc., für die diese Person nichts konnte. Nichtsdestotrotz hat das Verhalten massive Folgen für mich gehabt und hat es noch. Und während ich für einen Elternteil ALLES aufgeben und sämtliche Pflege übernehmen würde, würde ich für diesen anderen Teil nichts machen. Ich bin das Kind – ja und? Nur weil man mich in die Welt gesetzt hat, muss ich mich nicht noch als Erwachsene fertig machen zu lassen. Zwischen "für Eltern dasein" und "für Eltern dasein" liegen Welten.

sgc?hneeblxüte


Sooo viele Beiträge x:) Ich habe alles mit Spannung gelesen und hoffe, ich vergesse jetzt nichts Wesentliches:

Mama bekommt eine Medikation, mir ist leider aber entfallen, wie das Zeug heißt. Meine Eltern wohnen auf einem Dorf mit ca. 450 Einwohnern. Leider heben die meisten dort beim Thema "psychische Erkrankungen" nur die Schultern, weil ihnen sowas nicht bekannt ist. Das Umfeld, also auch Arbeitgeber (Mutter räumt Regale ein beim Supermarkt), Kollegen und Nachbarn sind da sehr konservativ geprägt. Über Mama sagt man, sie "habe halt etwas mehr Temperament" und "sei nervös" oder "könnte keine 5 Minuten ruhig auf dem Hintern sitzen". Soweit ich mich erinnere, haben alle Mama immer so beschrieben, auch meine Lehrer und andere Familienangehörige, obwohl ich mir oft gewünscht hätte, dass sie gesehen hätten, dass das Problem tiefer liegt.

Über die Psychiatrieaufenthalte weiß jeder bescheid, aber die werden geflissentlich totgeschwiegen und nicht weiter kommentiert vom Umfeld.

Man kann also sagen: Mama wird im Dorf als voll zurechnungsfähig und belastbar angesehen :-/ Das führt leider zu einem ganz anderen Problem: DIe Leute glauben ihr ihre Wahnvorstellungen, und sie nutzt jede Gelegenheit, meinen VAter (wie gesagt ein herzensguter Mensch) bei den Leuten schlecht zu machen und ziemliche krasse Dinge über ihn zu erzählen. Das gilt auch für meine arme Oma, ihre Schwiegermutter. Kein Wunder, dass Papa und Omama im Dorf isoliert werden.

Mama dezimiert damit die Möglichkeit, dass Papa und Oma zu anderen Leuten Kontakt bekommen können, um sich ein wenig zu entspannen von Mama (das muss man ja leider so sagen).

Leider gibt es dort keinen ambulanten psychiatrischen Dienst, sowas kommt erst wieder in der nächstgrößeren Stadt vor, die leider 50 km weit weg ist. Mamas Psychologe ist Therapeut und Psychiater in einem, hat aber glaube ich nicht allzu viel Bock auf sie, weil sie ihn hauptsächlich zum Tablettenverschreiben sieht und die Krankheit ist ja auch schlimmer geworden. Dabei hat sie schon drei Mal gewechselt ":/ Keiner hat wirklich Lust auf sie und ich kann es am Rande sogar verstehen: Ihr Fall sei sehr schwierig.

Ich kann sehr gut verstehen, wenn es Kinder gibt, die keinen Kontakt mehr zu solchen Müttern wollen und sie für ihre verpfuschte Kindheit verantwortlich machen. Mir ging es ja ähnlich, ich war natürlich in der Schule grottenschlecht, ein Außenseiter und viel zu stark mit Problemen belastet, als dass ich über Schule hätte nachdenken können. Das grottige Zeugnis und meine Introverthiertheit haben dann wiederum bedingt, dass ich keine Stelle fand und mir kein eignes Leben hätte aufbauen können. Und Mama stellt das heute so hin "ICh habe ja alles für dich getan und du hattest ja ne schöne Kindheit". Durchaus auch so, als sei ich ihr was schuldig. Sogar meine Geburt wird mir manchmal in Rechnung gestellt, weil die so anstrengend gewesen sei.

Ich würde zusammenfassend sagen, dass meine Gefühle bezüglich Mama eher von Ambivalenz geprägt sind. Ich hatte – vor allem während der Therapie – Phasen, da hatte ich den puren Hass auf sie, nachdem die Therapeutin mir klar machte, dass es nicht stimmt, dass ich an Mamas Krankheit schuld sei.

In den letzten Jahren bin ich etwas ruhiger geworden und suche verschiedene Arten, mit der Vergangenheit abzuschließen. Ich setze auch auf Vergebung, aber das fällt mir bei Mama sehr schwer, da man mit ihr, krankheitsbedingt ja nicht über Neutrales oder Aktuelles reden kann. Sie reißt immer wieder die alten Wunden auf, kommt mit Sachen an, die sie vor Jahren schon falsch verstanden hat usw.

Ich habe wirklich für mich so die vermutlich kindliche Vorstellung, dass Mama noch da ist und irgendwo hinter dieser komischen Krankheit ist – man müsste nur einen Weg finden, zu ihr durchzustoßen. Manchmal denke ich auch: Wenn sie von den Tabletten her richtig eingestellt ist, dann wird sie wieder eine richtige Mutter sein, dann habe ich wieder eine.

Leider fürchte ich, dass diese Sehnsucht nach einer Mutter nicht realistisch ist und das nie so sein wird.

Ich könnte kotzen vor Angst, dass diese Krankheit auch mich oder meine Töchter befallen könnte. Ich habe im Februar einen Termin beim Psychiater, um mich umgehend beraten zu lassen, wie es mit Vererbung aussieht und ob man die Warnsignale früh erkennen kann.

*:)

S'etzYen6


Hier ist eine, die dich sehr gut versteht.

Und deswegen nehme ich mir heraus, etwas Anmaßendes zu sagen:

Diese Personen sind nicht mehr unsere Mütter. Behalte die Mutter in Erinnerung, die dir gut getan hat. Verabschiede dich von dieser Mutter.

Und dann versuche, zu dieser "neuen" Mutter eine Beziehung aufzubauen, wie zu einer Person, die du neu kennen lernst (bzw. kennen lernen musst).

Ich probiere das auch gerade. Meine neuen Mütter (sie hat zwei Facetten) sind keine guten Bekannten, keine Menschen, mit denen ich mich gerne umgebe, aber ich muss (wenn ich nicht gehen will).

Viel Kraft und dass du den Weg erkennst, der für dich richtig ist.

L\ouilsiana


[....]man müsste nur einen Weg finden, zu ihr durchzustoßen.

Das kann ich gut nachfühlen. Ich dachte (und denke leider manchmal noch) auch, wenn man nur die richtigen Worte sagt, kommt man durch und dann ist das Verständnis da. - Ich kann nicht für andere sprechen, aber ich selbst glaube, dass das eine fruchtlose Hoffnung ist, weil es gute Gründe gibt, warum Menschen genauso sind wie sie sind, und das bestehende Lebenskonzept wird nach Kräften aufrecht gehalten und verteidigt, egal ob es gut ist oder schlecht. Kurz: Wenn jemand mit normaler Intelligenz etwas einfach nicht versteht, will er es nicht. Egal, was er beteuert. Den meisten ist es nicht einmal bewusst.

Manchmal denke ich auch: Wenn sie von den Tabletten her richtig eingestellt ist, dann wird sie wieder eine richtige Mutter sein, dann habe ich wieder eine.

Ich fürchte, dass das eine Illusion ist. Vielleicht ist es mit den richtigen Tabletten besser. Aber wie ich schon weiter oben geschrieben habe, der Mensch ist mehr als Krankheit und Tabletten, der Mensch hat auch einen Charakter, und daran ändern Tabletten rein gar nichts.

Leider fürchte ich, dass diese Sehnsucht nach einer Mutter nicht realistisch ist und das nie so sein wird.

Diese Sehnsucht kenne ich nur zu gut. Ich glaube, das Beste, was man tun kann ist, sich irgendwann von dieser Sehnsucht zu verabschieden, will man nicht ein Leben lang darunter leiden.

Ich könnte kotzen vor Angst, dass diese Krankheit auch mich oder meine Töchter befallen könnte. Ich habe im Februar einen Termin beim Psychiater, um mich umgehend beraten zu lassen, wie es mit Vererbung aussieht und ob man die Warnsignale früh erkennen kann.

Du hast meinen allergrössten Respekt dafür.

kDei|n:steixn


Also wir haben auch einen paranoiden Schizophrenen in der Familie(Onkel) und man kann wirklich sagen, dass die Unterscheidung zwischen Ursprungsperson und Krankem das Beste ist. In unserem Fall hatte er optische Hallzuinationen, sah uns mit Kakerlakenköpfen usw und hat uns dann auch angegriffen. Der Psychiater hat uns das so erklärt, dass sein Ausgangscharakter, wie er vor der Krankheit ist, tatsächlich ein Teil seiner Persönlichkeit ist, der wohl zerfallen sein wird. Der Psychiater war ziemlich gut und unser Verwandter hat auch gute Medikamente erhalten, mit denen die Ausraster nur noch halb so schlimm sind wie vorher. Aber auch jetzt, wo er sozuagen "ruhig gestellt" ist, hat er einen ganz anderen Charakter angenommen als früher. Früher war er mehr der selbstlose Typ, der immer tolle Witze auf Lager hatte usw. heute ist er ein temperamentvoller, ruppiger Typ mit Näheproblem.

Das höchste der Gefühle bei dieser KRankheit ist, dass man die Wahnphasen und Hallus eindämmen kann und nicht, dass die Person zu ihrem Ursprungscharakter zurückkehrt. In sofern ist es (so hart es klingt!) gar nicht so falsch, wenn man sagt, dass die Person, wie man sie kannte, gestorben ist oder zumindest nicht mehr da.

Gebährer sein allein reicht nicht, um einen Kontakt aufrecht zu erhalten, Erzeuger ja auch nicht. Du musst wissen, was du draus machst, aber ich habe zu meinem Onkel nie wieder Kontakt gesucht und da er das auch nicht zu mir tut, denke ich, er vermisst mich da auch nicht.

Hut ab dafür dass du alles therapeutisch aufgearbeitet hast. Ich stelle mir das als die Hölle auf Erden vor, bei einer paranoiden Schizophrenen aufzuwachsen, wo doch alle wichtigen Erfahrungen in der Kindheit geprägt werden.

PS: Keine Angst vor der Vererbung. Vererbt werden nur die Anlagen, nicht die Krankheit, da müssen ganz viele Faktoren zusammenkommen, damit sie auch ausbricht. Die Anlagen alleine haben wohl sehr viele Menschen.

SMe2tzenx6


Manchmal habe ich mir vorgestellt, wie ich sie schüttel und schlage und misshandel, damit sie "wach" wird.

Es konnte doch nicht sein, dass in dieser Hülle nicht mehr war, was meine Mutter einst gewesen ist.

Man muss versuchen, Ruhe in etwas anderem zu finden. Eine Insel, auf die man sich mental zurückziehen kann.

euM/andxy


hallo,

schneeblüte bist du noch im forum? das könnte haarklein von mir kommen. ich habe genau die gleichen erfahrungen sammeln müssen und es tut weh.

lg

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