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Es geht in die falsche Richtung

H ope _201x0 hat die Diskussion gestartet


Ich war jahrelang depressiv, mal kurz vorm S***id und endlich, endlich ging es bergbauf. Ich habe wieder Spaß am Leben, ich kann mich wieder freuen, ich sehe wieder Schönes im Leben usw..

Seit ein paar Wochen geht es allerdings wieder in eine Richtung, die 1. nicht gut ist und die ich 2. auch nicht verestehe. Ich schäme mich, es zu schreiben, aber ich muss mal darüber "reden".

Ich schaffe es kaum noch, den Haushalt zu machen. Meine Wohnung verkommt im Chaos und auch im Dreck. Ich kann nicht mehr durch die Wohnung laufen, ich muss "steigen", weil alles vollliegt. Es ist schrecklich. Ich wasche nur noch meine Wäsche, der Haushalt, ich schaffe es nicht.

Ich dusche nur noch ca. alle 2-3 Tage samt Haare. Sonst war es jeden Tag. Ich kann morgens nicht aufstehen. Ich schaff´s nicht. Ich fühle mich unwohl in meiner Haut, aber ich schaffe es nicht, mich zu ändern.

Was ich noch schaffe, noch, ist, jeden Tag zu arbeiten. Auch das wird immer schwerer, weil ich das Gefühl habe, unter der Arbeit zusammenzubrechen. Sobald ein wenig Hektik aufkommt, könnte ich heulend wegrennen. Es ist mir zuviel, ich hab´ sofort das Gefühl, es nicht zu schaffen. Schrecklich.

Ich denke selbst, ich bin eine Schlampe, aber ich schaff´s einfach nicht. Es ist alles so anstrengend.

Ich bin auch nicht wirklich depressiv, weil das dann ja eher "passen" würde, dass mir alles zuviel ist usw., das bin ich aber nicht. Von der Stimmung nicht. Ich möchte nur wieder Elan und Kraft haben. Aber nichts ist davon da, nichts.

Wenn ich abends noch z.B. einkaufen, tanken... muss wie heute - es ist in Gedanken ein Riesenberg vor mir, den ich noch erklimmen MUSS.

Ich schäme mich, deshalb möchte ich mit niemandem darüber reden. Aber ich muss einen Weg finden, der wieder in die entgegengesetzte Richtung führt.

Antworten
_SNiAxLex_


Ich bin auch nicht wirklich depressiv

Mir hat man gesagt "jede Depression sieht anders aus".

Wenn Du jetzt schon drübersteigen musst – dann geht das doch schon länger?

Ein paar Wochen reichen doch nicht um "Berge" anzuhäufen wenn vorher Ordnung war. Du beschreibst das Einkaufen als schwer. Um Berge anzutürmen muss doch das Material vorher angeschleppt worden sein?? Ich glaube also das der Beginn nicht erst vor Wochen mit der Antriebslosigkeit begann.

Ich bin z.B. auch grade antriebslos – bei mir steht deswegen nichtmal Kochgeschirr rum....ich koch ja nicht. Es liegt kein Buch herum – ich lese grad nicht......

Staubflusen ok........aber Berge im Weg?? Woraus bestehen die Berge? Wie wachsen sie?

Lebst Du denn allein?

Hast Du niemanden der sich mit dir in das Chaos setzt und mal an eine Ecke beginnt?

Kannst Du Dinge wegwerfen oder nicht?

aR.hfixsh


Mach Dich nicht fertig. Diese lähmende Antriebslosigkeit kenne ich auch sehr gut. Ich hab auch eine depressive Erkrankung hinter mir, schrecke aber auch davor zurück, mich wieder als "dperessiv" zu sehen, weil ich mich während der Depression wirklich unfassbar schlecht gefühlt habe und jetzt gehts halt eigentlich - bis auf dieses Gefühl, dass mir manchmal Zähneputzen schon zu viel ist..

Wie ist Deine Stimmung denn so allgemein? Fühlst Du Dich wach, da, freust Du Dich mal ehrlich oder ist alles mehr so grauer Einheitsbrei ohne große Ausschläge nach oben oder unten?

H*ope_$2x010


@ Nixe

Ja, es ist nicht erst seit drei/vier Wochen. Es ist schon länger, paar Monate, wenn ich ehrlich bin. Problem ist eben, je schlimmer die Wohnung wird, desto schwerer wird es für mich, was zu ändern.

Die Berge, woraus bestehen sie. Ich gehe auch jetzt gern shoppen, also Klamotten kaufen. Ich mag sie aber dann nicht anziehen, weil ich mich darin nicht wohl fühle. Das liegt an mir, nicht an den Klamotten. Sie sind mein Stil, sie gefallen mir auch (an mir), aber ich fühle mich nicht gut in meiner Haut, dass ich sie anziehen möchte. Ich fühle mich nicht wohl in mir selbst. Schwer zu beschreiben.

Die Berge. Sie bestehen zB aus Tüten mit Anziehsachen, die nicht nicht auspacke zu Hause. Es stehen alle möglichen Schuhe/Stiefel rum. Neben dem Käfig steht direkt das ganze Zeugs, Futter und so. Das Bügelbrett steht im Wohnzimmer, weil ich dort abends das für nächsten Tag bügel. Der Wäscheständer steht fest in der Küche. In der Küche stapelt sich Geschirr. Auf dem WZ-Tisch stapeln sich Papiere, Post, Zeitungen. Usw..

Es ist wenig Platz über, der noch frei ist. Zum Aufräumen wird es immer schwerer, weil es so viel ist.

Hilfe möchte ich nicht annehmen deswegen. Ich schäme mich. Ich war nie so. Nie. Ich war immer so ordentlich, meine Wohnung war immer tiptop sauber und Chaos gab es nie. Ich verstehe nicht, wie ich so werden konnte, wie ich jetzt bin.

Auch das Duschen. Ich wäre nie zwei Tage ungeduscht rumgelaufen. Niemals.

Ja, ich lebe allein.

Dinge wegwerfen kann/tue ich. Es ist nicht wie bei Messies oder so. Ich werfe Müll schon weg. Es ist lediglich das Chaos. Was ja schlimm genug ist.

@ a.fish

Ja, ich habe mich auch während der Depression immer hundeelend gefühlt mit dem Gefühl. Und jetzt ist das Gefühl da, was irgendwie nicht zu meiner sonstigen Stimmung passt.

Allgemein ist meine Stimmung okay. Außer was die Arbeit betrifft, da könnte ich morgens heulen weil ich denke, es nicht zu schaffen. Aber sonst, wenn frei ist, ist es okay. Ich bin auch gern draußen, also nicht nur zu Haue zum verkriechen wie früher während der Depression. Ich freue mich auch ganz ehrlich und genieße es, dass ich das wieder kann.

Ehrlich, wenn diese Antriebslosigkeit nicht wäre, ginge es mir so viel besser.

Ich nehme auch noch Medikamente, ich weiß nicht, wie ich das wieder hinkriegen soll. :°(

ae.fi3sxh


Hast Du denn zur Zeit eine hohe (höhere) Arbeitsbelastung? Und wieviel kaufst Du so ein? Das klingt ja schon so, als würdest Du Klamotten anhäufen, die Du gar nicht brauchst.

S(unfVlowe#r_7x3


Hmm... Antriebslosigkeit klingt aber schon sehr nach Depression... Und die Selbstabwertung ("Schlampe") ist felh am Platz und bringt eh nix.

Sprich' mit Deinem Arzt, ob man das Medikament höher dosieren sollte oder es einfach nicht mehr wirkt. Hast Du mal eine Therapie gemacht? Kannst Du was von dem Gelernten wieder bewusst ausgraben und anwenden?

Ist irgendwas Besonderes passiert?

Kaufen wird ja oft auch genutzt, um zumindest kurzfristig etwas Positives zu erleben... könnte also auch zu einer ausgeprägten Depression passen.

Oder es ist etwas anderes – aber Du solltest Dich nicht schämen, sondern den mutigen Schritt gehen und Dir Hilfe holen. Therapeutisch... Freunde, denen Du vertraust und wo jemand MIT Dir sortiert.

Kannst Du Dir die Klamottenkäufe denn leisten? Hast Du noch einen Überblick über Deine Finanzen?

Bitte hole Dir Hilfe, bevor die Situation Dir wirklich entgleitet und weiter Folgeprobleme Dich erschlagen!

HIo,pue_20x10


Nein, die Arbeitsbelastung ist nicht höher. Seit Anfang Januar ist sie wieder normal, vorher war es sehr stressig, aber das habe ich auch noch geschafft.

Ich mach mich auch sehr schnell verrückt. Wenn ich weiß, meine Kollegin wird nicht da sein, habe ich das Geühl, es nicht zu schaffen, die Vertretung also noch zusätzlich, obwohl es normalerweise nicht so ist. Wenn ich weiß, das was größeres ansteht, habe ich schon Bammel.

Es ist in meinem Kopf. Mir ist alles zu viel. Es fängt bei der Arbeit an und hört zu Hause in meiner Wohnung auf.

Für meine Verhältnisse, sage ich mal, kaufe ich sogar wenig ein. Ich gehe gern shoppen und hatte schon viele lange Zeiten, wo ich mehr gekauft habe. Es ist nicht so, dass ich zB die Teile vom letzten WE gebraucht hätte. Aber sie gefielen mir und ich kann sie "gut gebrauchen". Ich ziehe sie auch an. Aber va wenn ich arbeiten muss, ist mir gerade nur nach Jeans und Pulli (wäre mir am liebsten). Fühl mich so unwohl hier. Schwer zu beschreiben. Es ödet mich zB an, wieder in schwarz-weiß zu sein, aber das passt stimmungsmäßig mehr zu einem Arbeitstag, als rot. Momentan.

Wenn ich nur meinen Kopf wieder geraderücken könnte. Hab Angst, total zu versinken.

_CNiWxe_


Ja, das dachte ich – es ist komplexer.

Du wirst das professionell ansehen lassen müssen. Da Du ja Medis nimmst bist Du ja in regelmäßiger Betreuung??

Evtl. wirken die Medis auf den Antrieb?

Allein – auch mit med1 Unterstützung – wird da wohl nix repariert weden fürchte ich.

Sprichs beim Arzt an.

:)_

H(ope"_201x0


@ Sunflower_73

Ich kenne das Gefühl ja auch aus der depressiven Zeit. Ich verstehe es nur nicht, weil es nicht mit meiner sonstigen Stimmung übereinstimmt.

Therapie, einige Jahre sogar.

Ich gehe noch hin, wenn auch nur noch selten. Es ist so schwer, die letzten Monate waren immer nur kleine Probleme da, die ich besprechen wollte. Oft sogar war nix und wir haben uns locker unterhalten. Und ich habe das immer verdrängt, mein Chaos zu Hause und gedacht, ich schaffe das, es ist so peinlich, ich schaffe das allein. Nun kommt die Arbeit dazu, ich hab das Gefühl, nichts mehr zu schaffen. Die Therapie ist nur noch zum Begleiten gedacht, zum Begleiten zurück in ein normales Leben. Es muss doch auch mal ein Ende haben, diese Probleme. Es muss doch mal wieder gehen. Ich kann doch nicht wieder kommen mit "ich krieg den hintern nich hoch". Ich fühle mich so klein und faul und zu dumm, es zu schaffen.

Passiert ist gar nichts – deshalb verstehe ich auch das Abrutschen gar nicht.

Also shoppen tut mir schon gut, aber das war immer so. Aber ich shoppe jetzt nicht so viel, dass es mich finanziell auffrisst. Das ist nicht so. Das, was ich mir kaufe, kann ich mir leisten und ich schaue auch auf Preise usw., also würde mir jetzt nix kaufen, was mein Budget total übersteigt. Und über meine Finanzen habe ich auch den Überblick, ja. Das ist noch im grünen Bereich.

HZo pe_20x10


@ Nixe

Betreuung, ja. Therapie halt... ich weiß, das ist gut für mich und das Problem, aber ich möchte doch mal nach oben und nicht nur fallen.

Die Medis sollen den Antrieb ja steigern... Antidepressiva. Bin so gut eingestellt, mir gings so gut damit.

Ich muss mal schauen, dass ich da den Mut zusammennehme.

Danke.

as.fisxh


Du musst Dich nicht schämen. Niemand braucht eine "Entschuldigung", wenn es ihm nicht gut geht. Überforderung (und auch dafür braucht es keine Rechtfertigungen) führt über kurz oder lang zum Stillstand, dazu, dass man wie das Kanninchen vor der Schlange vor den Aufgaben sitzt, die einem wie ein unschaffbarer Berg vorkommen. Und dann türmt sich natürlich noch mehr auf und die Spirale dreht sich.

Ich denke auch, Du solltest das in Deiner Therapie ansprechen. Nur Mut!

az.fisoh


aber ich möchte doch mal nach oben und nicht nur fallen.

Im Moment geht es abwärts – Dich Deinem Therapeuten zu öffnen, ist der erste Schritt bergauf.

_%Nixe__


Ich bin gar nicht sicher ob es "abwärts" geht.......

Es ist momentan ja "nur" ein neues Symptom einer bestehenden und akzeptierten Erkrankung in den Vordergund getreten.

Medis wirken ja auf Antrieb und Stimmung – Stimmung ist als "gut" empfunden.

Die Balance stimmt evtl blos nicht......

Ich fühle mich so klein und faul und zu dumm

Irgendwie verständlich, dass Du Dich irgendwie zu trösten versuchst!! :)_

Bei solchen Käufen/Anhäufungen hört man immer "innere Leere füllen" oder "Ersatzhandlung".

Ergo kann hier verhaltenstherapeutisch vermutlich viel erreicht werden....

Wenn die TH-Stunden momentan nur so dahinplänkeln..........wundert mich das.

Jetzt gibts eben nen neuen Inhalt.

Auch das Übervorderungsgefühl würd ich ansehen...evtl zu Große Ansprüche an sich selbst.

Ich wünsch Dir da viel Kraft! :)* :)* :)* :)* :)*

HMope_@20x10


@ a.fish

Ich schäme mich eben, weil es an bestimmte Bereiche geht, die mir immer sehr wichtig waren. Ordnung und va Sauberkeit.

Wenn ich woanders zu Besuch bin, wünsche ich mir so sehr, dass meine Wohnung wieder so wird, wie sie mal war.

Ich werds wohl ansprechen müssen. Ich schaffe es ja wohl wirklich nicht allein. Ich hab mir so oft vogenommen, das Chaos anzugehen – und lande dann nach 30 Min oder so im Bett. Ich schaffs nicht allein.

@ Nixe

Ich war zufrieden, dass die Stunden seltener wurden, mir ging es besser. Also stimmungsmäßig. Aber vielleicht sollte ich mich wirklich mal wieder richtig öffnen...

Ich danke Euch jedenfalls. Ich hatte befürchtet, als Schla**e bezeichnet zu werden, aber ich dachte, es sei wenigstens eine Reaktion überhaupt. Weil ich alles nur mit mir selbst ausmache in der Hinischt war mir das schon fast lieber, als gar nichts.

Lieben Dank!! @:) @:) @:)

Z wackx44


Antidepressiva. Bin so gut eingestellt, mir gings so gut damit.

Da kann man leicht einem Irrtum unterliegen, wie ich leider aus eigener Erfahrung weiß. ADs haben die hinterlistige Eigenschaft, nach längerem Gebrauch manchmal ihre Wirkung zu verlieren, ohne dass man das selbst merkt (geht ja schleichend). Meine Frau mußte mich darauf aufmerksam machen. Man selbst glaubt, man wüßte ja Bescheid, wie sich Depressionen "anfühlen". Dass die nächste sich ein bißchen anders auswirkt – darauf ist man nicht gefaßt. Ich glaube also, dass Du kein Fall für eine neue Psychotherapie bist, sondern dass Du Deine Wahrnehmung lediglich Deinem Psychiater mitteilen mußt. Wahrscheinlich schlägt er Dir einen Medikamentenwechsel vor. Ich wünsche Dir alles Gute!

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