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Ich habe Angst zu ersticken!

KUexyl hat die Diskussion gestartet


Hallo, früher hatte ich ausgiebige Panikattacken, die meist mit Herzrasen, schwitzigen Händen und einen aufquellendem starken Angstgefühl einhergingen. Zum Glück gingen diese wieder zurück, was blieb ist lediglich "diese Einleitung" in diese Panikattacken. Ich habe Angst zu ersticken!

Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, aber damit es auch "Normalsterbliche" verstehen hier eine Erklärung: Wenn man die Luft eine gewisse Zeit anhält bekommt man ja eine Art "Lufthunger", man will wieder atmen. Atmet man dann verschwindet dieses Gefühl wieder. Außerdem spürt man in den Lungen eine gewisse Spannung wenn sie gefüllt sind.

Wenn ich nun in einer für mich auswegslosen/unangenehmen Situation bin, bei Verwandten (die von meinen psychischen Problemen nichts wissen), in Aufzügen oder in einer tiefgreifenden ethischen Diskussion verwickelt bin dann atme ich zwar ganz normal jedoch kriege ich das Gefühl das sich die Lungen nicht wirklich füllen, wie ein Luftballon mit einem Loch. Man bläst hinein, aber es entsteht weder Druck noch füllt er sich weil die Luft wieder entweicht. Ich spüre lediglich wie die Luft "oben rein" und "oben rausgeht". Als wäre die Lunge betäubt. Ich habe dann auch Angst das ich vergesse zu atmen und dadurch ersticke.

Dann bekomme ich Angst zu ersticken und momentan überfluten mich die Sympthome einer Panikattacke und verschwinden dann nach ein paar Minuten wieder.

Nun habe ich von Atemdepressionen gehört und frage mich ob ich denn so wie oben geschildert wirklich ersticken kann ohne bewusst die Luft anzuhalten? Ist das überhaupt möglich?

lg

Antworten
KBeyl


Achja, ich muss dann auch oft gähnen, was mich in dieser Situation noch ängstlicher macht weil ich dann denke das mein Gehirn Sauerstoff braucht den es eben momentan nicht mehr bekommt. Da kann es schon sein das ich in diesen paar Minuten 5 mal gähne.

duieHofxfnung


Typische chronische Hyperventilation.

Hab das auch.... :-(

Bei mir ist aber manchmal eher der moment als wenn ich die Luft ausatme und ich nicht kein gefühl mehr hab wieder einzuatmen müssen. Da bekomm ich dann meist Angst vll im Schlaf zu ersticken....

War zur Sicherheit beim Lungenfacharzt und der bestätigte mir das meine Lunge in Ordnung ist. Auch Allergien sind ausgeschlossen.

Möchte mal bald zum psychologen deswegen, was wirst du unternehmen?

Kceyxl


Ich denke nicht das es hyperventilation ist, da ich ja auch wenn das ist versuche normal zu atmen. Ich habe auch kein Bedürfnis schneller zu atmen und tue dies auch nicht. Im Gegenteil ich habe eher das Gefühl zu wenig zu atmen, ich schaue explizit darauf das ich normal atme und schaue dabei sogar auf die Uhr damit ich den Rythmus finde.

Es ist schlichtweg das Gefühl das ich das nicht mehr "von alleine" tue. Das ich manuell atmen muss mit eben den oben genannten Symptomen.

kein gefühl mehr hab wieder einzuatmen müssen

Das trifft es schon. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher das es keine hyperventilation ist.

Ich mache aktuell eine Verhaltenstherapie gegen meine generalisierte Angststörung.

Vielleicht noch andere Meinungen? :)

lg

d&ieHof,fnunxg


Hey,

kannst du mir sagen wohin ich mich am besten wenden kann um eine gute Verhaltenstherapie zu bekommen? Ich war noch nich bei nem Psychologen oder so und dank der Medien bin ich stark verunsichert sodass ich schlecht einschätzen kann ob ich an einen guten Psychologen/Seelenklempner gerate oder nicht.

Squnflfower_x73


Wenn Du nach einem sog. "Psychologischen Psychotherapeuten" Fachrichtung Verhaltenstherapie suchst, ist es zumindest jemand mit einer entsprechenden Ausbildung (Studium plus mehrjährige Weiterbildung) – und i.d.R. einem Kassensitz, d.h. der Abrechnungsbefugnis mit der Krankenkasse.

Listen mit Therapeuten bekommst Du bei Deiner Krankenasse, oder unter folgendem Link: [[http://www.psychotherapiesuche.de/]]

Was die Atemdepression angeht:

Die hast Du garantiert nicht. Atemdepression bedeutet, dass (entweder aufgr. Hirnschäden oder Überdosis Alkohol/Medikamenten) die Atmung aussetzt, inkl. Atemreflex.

Dieser Atemreflex ist bspw. das Letzte, was bei der Untersuchung auf Hirntod gemacht wird. D.h. selbst Personen, die massivste Hirnschäden haben, können diesen Reflex noch haben.

Bei vollem Bewusstsein, ohne schwere Schädelverletzungen und ohne extreme Alkoholintoxikation oder Medikamentenvergiftung hat man IMMER einen Atemreflex.

Der Atemreflex ist ein REFLEX, der direkt vermittelt wird zwischen Messung der Sauerstoffkonzentration und Zentren, die die Atemmuskulatur steuern. Völlig unbeeinflussbar von Dir, von Angst & Panik,...

KJeyDl


@ Sunflower_73

Vielen Dank, unglaublich wertvoller Beitrag für mich! – Immer wenn ich jetzt deswegen Angst bekomme weiß ich gewiss das ich nicht ersticken kann und das hilft mir sehr! Danke! :)

@ dieHoffnung

Ich bin nun schon seit 8 Jahre immer mehr oder weniger psychisch krank und mir wurde das ganze erst vor ein paar Monaten alles richtig vom Hausarzt erklärt. Es gibt also die Psychiater, die eine Diagnose stellen können und gleichzeitig Ärzte sind, dir also auch Dinge wie Antidepressiva/Diazepam, etc. verschreiben können aber auch ganz wichtig Therapien verschreiben können und dann gibt es noch die Psychotherapeuten (ich glaube damit sind umgangsprachlich auch Psychologen gemeint) die diese verschriebene Therapie durchführen. Das ist der "richtige" Weg, wo viele Abkürzungen auch mehr oder weniger zum Ziel führen. Grundsätzlich brauchst du aber einmal eine Diagnose die der Psychiater anhand deiner Erzählung, anhand von einigen Fragen stellt. Das benötigt oft nur 1-2 Sitzungen. Dann kann er dir eine Diagnose stellen oder aber er fängt selbst sofort mit der Therapie an – da die meisten Psychiater auch gleichzeitig Therapeuten sind. Ich hoffe das war jetzt einigermaßen verständlich, ansonsten einfach nochmal nachfragen. Du darfst dich da aber auf keinen Fall von Medien und Co. verunsichern lassen. Ich war in sovielen Praxen und habe noch nie diesen bekannte "Liegestuhl" den sie immer zeigen gesehen. Ich hatte auch erst 1x nen Psychiater der mit mir "so komisch" geredet hat – der war aber auch ansonsten ziemlich speziell. Im Grunde gehst du da wirklich nur rein, erzählst ihm deine Story, redest paar Takte mit ihm und erhältst dann deine Diagnose. Das sind auch keine "Weißkittel" sondern wenn dann so Öko-Tanten oder einfach stinknormale Leute. Es ist weitaus schöner als beim Zahn- oder Hausarzt, denn du hast einen Termin, der dauert ne Stunde und dann gehst du wieder. Die Praxen erinnern auch nicht wirklich direkt an Arzt. Sind halt normal eingerichtete Warteräume, vll. läuft bisserl beruhigende Musik. Du brauchst wirklich keine Angst davor zu haben. Ich habe sogar schon die Erfahrung in einer Psychiatrie gemacht. In der Geschlossenen ist das wohl anders aber in der offenen oder teilstationären Behandlung ist das dort ein tolles Klima. Die Klischees sind meiner Meinung nach in diesem Bereich SOWAS VON FALSCH. Mit der einzigen Ausnahme einer geschlossenen, da war ich zwar noch nie (zum Glück) aber hab einige Dinge gehört die dort wohl nicht so toll sind. Aber dort kommst du auch nicht so einfach hin also bitte keine Angst!

Der beste Weg wäre also: Hausarzt (wenn du deinen denn magst und ihm vertraust) – der sollte dich zu einem Psychiater überweisen – der stellt eine Diagnose und sagt dir was du nach ICD-10 Katalog hast (google danach, isn Katalog für psychische Krankheiten, les dich aber nicht ein! Meist findet man sich dann in 10 verschiedenen Krankheiten wo man dann denkt das man sie hat die man vorher alle nicht kannte ^^) und dann sagt er dir welche Therapie empfehlenswert ist. Dann empfiehlt er dir entw. nen guten Therapeuten für diese Therapieform oder du suchst dir selber im Telefonbuch einen raus. Oder du rufst direkt bei den Psychologen an und fragst dort nach. DU kannst nix falsch machen. Dir ist das evt. extrem peinlich aber für die ist das Alltag. Die finden das normal und sind tagtäglich damit und mit viel ärgeren Sachen konfrontiert.

Das mit dem "gut oder schlecht" ist relativ einfach zu beantworten in zweierlei hinsicht: 1. Ob er was drauf hat kannst du so pauschal nicht direkt beurteilen, es gibt aber wenige schwarze Schafe! 2. Wenn du dich wohlfühlst ist es in Ordnung, wenn nicht wechsel den Therapeuten. Jeder vernünftige Psychiater wird dir aber auch genau das sagen, da eine Therapie bei jmd wo man sich nicht 100% einlassen kann (und selbst wenn mans nicht glaubt über Gefühle zu reden kann schmerzhaft sein, ziemlich sogar) keinen Sinn macht weil man nicht aus sich rauskommt. Wenn also eine Unsymphatie da ist, wechseln. Ansonsten probieren und sich bisschen drauf einlassen.

Achja das alles gilt für Österreich, ich denke das es in DE ganz ähnlich ist kanns aber nicht garantieren!

lg

SIun#flbowexr_73


Ja, in Deutschland ist es recht ähnlich. Wobei mit "psychologischer Psychotherapeut" ein Psychologe meinet ist (= langes Studium, Diplom oder Master-Abschluss) und dann noch eine mind. 3-5jährige Weiterbildung zum Psychotherapeuten.

Ärzte mit Facharzttitel kriegen den Titel "Ärztlicher Psychotherapeut" mit weniger Aufwand...

Psychiater übernehmen in Deutschland v.a. die Medikation... die wenigsten haben noch Zeit, selber Therapien anzubieten. Diagnosen stellt der Psychiater recht schnell, der Psychotherapeut hat bis zu 5 Stunden Zeit dafür (= bessere Diagnostik). Problem ist halt, dass man z.T. mehrere Monate auf einen Therapieplatz warten muss.

S[unfl<ow*er_$7x3


Ich ja, bzgl. ICD-10:

Das ist nicht nur für psychische Krankheiten. Sondern vergibt Codes für ALLE bekannten Erkrankungen.

Der Abschnitt V (d.h. alle F-Diagnosen) bezieht sich auf psychische Störungen. Rein für psychische Erkrankungen ist das DSM-IV-TR, wobei es ziemlich deckungsgleich ist, aber eher in der Forschung Verwendung findet.

pZhilaxe


hallo keyl,

das kommt mir alles sehr bekannt vor. ist immer schlimm, wenn man denkt man erstickt gleich. bei mir ist die atmung in solchen situationen ganz normal (keine hyperventilation). aber habe eben das gefühl, dass der sauerstoff nicht reicht, so wie beim luft anhalten. tiefes einatmen verbessert es nicht wirklich. dauert manchmal bis paar stunden. der internist hat bei mir nichts gefunden, scheint also psychisch bedingt zu sein. doch das nützt ja auch nicht viel. ich hatte früher panikattacken, aber die waren anders. hast du schon hilfreiche ratschläge bekommen? wie oft hast du diese luftnot?

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