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Besuch beim Psychotherapeuten- ohne Wissen der Eltern?

P4ur[pleCFruixt hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

Ich bin 17 Jahre alt, gehe in die 12. Klasse, und habe- wie eigentlich jeder in meinem Alter- ein paar Probleme. In den letzten Wochen hat sich das alles allerdings so stark angehäuft, dass ich nach 8 Uhr abends immer in mein Zimmer gehe, die Tür hinter mir schließe und heule, bis ich einschlafe. Mir tut eigentlich immer etwas weh, und ich fühle mich permanent ausgelaugt. Ich dachte, es geht mir vielleicht besser wenn ich mehr schlafe, gesünder esse oder mehr Sport mache, aber das hat alles keinen Unterschied gemacht. Es spielen vermutlich mehrere psychische Faktoren eine Rolle. Ich denke nicht, dass es was ernsthaftes wie Depressionen oder so sind, aber ich brauche momentan einfach jemanden Erwachsenen, mit dem ich über alles reden kann, und der mir Ratschläge erteilen kann, ohne dass dadurch mein Leben beeinflusst wird (z.B. meine Eltern würden ihr Verhalten mir gegenüber ändern, oder mich danach fragen, wenn ich gerade nicht darüber reden will).

Ich möchte also mal ein paar mal zu einem Psychotherapeuten gehen, der mir helfen kann, meine Gedanken zu ordnen und meine Ziele und Wege wiederzufinden. Ich möchte dies aus verschiedenen Gründen ohne das Wissen meiner Eltern, meiner Freunde oder irgendwem, der mich privat kennt, machen. Ich habe im Internet gelesen, dass man sich eine Überweisung vom Hausarzt holen kann, und dann zum Psychologen gehen kann, und das auch von der Kasse bezahlt wird- alles ohne Wissen der Eltern. Nun ist das bei uns mit den Versicherungen allerdings etwas komisch, mein Vater ist privatversichert und meine Mutter nicht, jedenfalls bekommen wir meine Arztrechnungen immer zugeschickt, und dann werden mehrere Kopien gemacht und jede Versicherung zahlt einen Teil der Kosten (glaube ich). Ich sehe also nicht, wie das funktionieren würde, ohne dass es meine Eltern mitbekommen. Könnte ich vielleicht die Besuche dort direkt mit meiner EC-Karte zahlen, oder muss das eine Kasse übernehmen?

Wie gesagt, ich glaube, dass ich nur ein paar Sitzungen brauche. Ich weiß nur, dass ich so gerade nicht mehr weitermachen kann.

Danke für Tipps @:)

PS: Ich möchte wirklich nicht mit meinen Eltern darüber reden, und wenn ihr sie kennen würdet, wüsstet ihr auch, wieso. :-X

Antworten
Puurp_leFru}it


:)D

gpauloixse


Wenn du wirklich nicht mit deinen Eltern reden kannst (warum? Ich glaube dir, das nicht, aber warum denkst du, daß deine Eltern nicht dafür sorgen möchten, daß es dir besser geht?), erkundige dich mal, was es für Angebote in deiner Stadt gibt.

In den meisten Kommunen existieren Anlaufstellen für Jugendliche mit Problemen. Pro Familia kann häufig helfen, die wissen im Zweifelsfalle auch, an wen du dich wenden kannst. Bei uns gibt es darüberhinaus eine psychosoziale Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche im Gesundheitsamt - und zur Not weiß auch das Jugendamt weiter.

Bei diesen Stellen mußt du nur anrufen, die wollen keine Versicherungskarte.

SumilBlaGxoligxhtly


Puh, keine einfache Kiste. Wie wäre es, wenn Du einen Termin bei beiden Versicherungen ausmachst, Dich erkundigst und die Sache im Vorraus regelst? Oder Du gehst zu einer Beratungsstelle für Jugendliche, da sollte das ohne Kasse und ohne Eltern ablaufen, Genaues weiß ich da leider auch nicht ":/

S2unfl1ow~er_7x3


Du wirst leider nicht um das Gespräch mit Deinen Eltern herumkommen. Als Privatversicherte gehen die Rechnungen leider an Deine Eltern. Direkt zahlen wirst Du Dir nicht leisten können; je nach Satz liegt der Preis bei um die 100€.

Außerdem musst Du mit einer mehrmonatigen Wartezeit rechnen, d.h. schnelle Hilfe ist nicht in Sicht.

Eine echte Alternative wäre tatsächlich die Kontaktaufnahme zu einer Beratungsstelle (f. Kinder, Jugendliche, Eltern, oder sog. Familienberatungsstelle). Die gibt es in jeder größeren Stadt. Einfach mal googeln, auf den Seiten der Stadtverwaltung gucken, Jugendamt oder Gesundheitsamt kontaktieren.

Alles Gute!

Ihndivi;dua]lisHt


Hallo PurpleFruit,

ich habe intensiv einen anfänglich [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/588206/ ähnlichen Faden]] begleitet, der mit einer (inzwischen geänderten) Überschrift begann, die fast genau deiner glich. Deshalb ist mir dein Faden sofort aufgefallen.

Inzwischen ist besagter Faden wohl viel zu lang geworden und zwischendurch auch zu "abschweifig", um jetzt "mal eben" gelesen zu werden. Manches lief auch im Hintergrund per PN. Deshalb fasse ich zusammen: das Mädchen war noch jünger als du (14). Hauptmerkmal war, dass sie mit ihren Problemen völlig allein war und niemanden zum Reden hatte, bzw. von jemandem, den sie zu haben glaubte, auch noch enttäuscht wurde.

Entgegen ihren eigenen anfänglichen Vorstellungen erschien es bei ihr weder realistisch noch überhaupt anstrebenswert, sowas wie Therapie völlig ohne Kenntnis der Eltern in die Wege zu leiten. Salopp gesagt: dieser Zahn wurde ihr im Forum gezogen. Und zwar aus zwei Gründen:
a) Das ständige Bemühen um Geheimhaltung – falls das überhaupt geht – hätte dem sowieso schon vorhandenen Stress weiteren Dauerstress hinzugefügt, und damit auch die erhoffte Wirkung von Therapiegesprächen, welche ja nur in einer entspannten Situation Sinn machen, untergraben.
b) Bald war erkennbar, dass die innere Abschottung vor den Eltern ein wesentlicher Teil des Problems war, dem schon deshalb nicht mit "noch mehr Abschottung" beizukommen gewesen wäre.

Nicht dass man als Teenie nicht seine gewissen Geheimnisse vor den Eltern haben darf und sogar sollte – aber die sollten halt nicht so weit gehen, dass man sich selbst von Kraftquellen abschneidet...

Schließlich kam es auf Drängen des Forums zunächst zu einer – ich nenne es mal so – "kleinen Aussprache" mit den Eltern, welche daraufhin umgehend eine Therapeutin für ihre Tochter engagierten. Die eigentliche Erleichterung aber kam später durch eine "große Aussprache".

Alles zusammen führte zu der kürzlichen schönen und glücklichen Feststellung des Mädchens, sie habe ihr Leben wieder gefunden. x:) Selbst wenn damit sicher nicht alle Tiefs für immer verbannt sind, steht sie jetzt deutlich anders da als zu Beginn ihres Fadens. :)z

PurpleFruit, vermutlich ist das nicht direkt auf deine Situation übertragbar. Sie ist, wie gesagt, jünger, und ihre Eltern machen einen fürsorglichen, verständigen und (meist) besonnenen Eindruck; echte handfeste Gründe, nicht mit ihnen zu reden, sind weder von dem Mädchen je genannt worden, noch für mich erkennbar, auch nach einem halben Jahr recht intensiven Einblicks nicht.
Das mag bei dir anders sein. Trotzdem wollte ich dir diese Geschichte nicht vorenthalten; der eine oder andere Aspekt könnte doch auch für dich interessant sein.


[Übrigens, aufgrund der Auswahl einer Therapeutin mit "einfacherer" Ausbildung (Fachhochschulausbildung Diplompsychotherapeut) und Verzichts auf Kassenzulassung (Selbstzahlung durch die Eltern) waren Wartezeiten im beschriebenen Fall überhaupt kein Problem. Freilich bewegt man sich damit auf dem wenig kontrollierten "freien Markt" und geht u.U. ein gewisses Risiko ein, denn die Qualität und Professionalität solcher Therapieangebote kann durchaus sehr unterschiedlich sein... ;-)]

SjunfJlowerx_73


Stimme Individualist bzgl. der Geheimhaltung etc. zu... denn bei Jugendlichen spielt oft die Gesamtkonstellation eine Rolle. Woibei 17 halt doch etwas anderes ist als 14 – und vielleicht muss der Mut auch erstmal erarbeitet werden.

Was ich aber korrigieren möchte:

Es gibt keine "Diplompsychotherapeuten". Es gibt psychologische Psychotherapeuten (und ärztliche). Für Erwachsene (bzw. Jugendliche ab 16) haben die ein Diplom oder Master in Psychologie. Plus eine Weiterbildung zum Psychotherapeuten. Der Begriff ist im Übrigen geschützt und setzt diese Weiterbildung (bzw. bei älteren Therapeuten mit Abschluss vor 1999 äquivalente Leistungen voraus).

Bei Kinder- & Jugendtherapeuten darf man auch einen Abschluss in Sozialpädagogik und ähnlichen Fächern haben (dann ebenfalls PLUS Weiterbildung; geschützter Titel ist dann Kinder- & Jugendlichentherapeut).

Angesichts des Alters würde ich aber einen Erwachsenentherapeuten empfehlen. Ich muss mich aber korrigieren bzgl. der Wartezeiten: Bei Privatversicherten kann man tatsächlich auch in eine Privatpraxis gehen (= keine Kassenzulassung, aber identische Ausbildung). Achte dabei aber unbedingt auf den Titel "Psychologischer Psychotherapeut". Das ist definitiv ein geschützter Titel, der mit entsprechender Qualität & Ausbildung einhergeht (wichtig: NICHT zu vergleichen mit "Heilpraktiker für Psychotherapie").

Ziemlich unübersichtlich...

I`ndiv"idualixst


Es gibt keine "Diplompsychotherapeuten".

Hast Recht.

Hab mich durch die Angaben auf der Website besagter Therapeutin irreführen lassen |-o – danke für die Richtigstellung. @:)

P]urBpWleFrxuit


Danke an alle erstmal für die Antworten @:)

Mit meinen Eltern möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht reden. Wenn ich meiner Mutter irgendwas erzähle, will sie immer jedes kleine Detail wissen, auch wenn ich ihr sage, dass ich nicht darüber reden möchte. Dann lässt sie nicht locker, und spricht mich immer wieder auf das Thema an, in den unpassendsten Momenten %:| außerdem ist sie sehr kritisch, und reagiert komplett verständnislos, wenn man ihre Ratschläge nicht befolgt. Sie ist zwar meine Mutter, aber charakterlich sind wir völlig verschieden, sodass viele ihrer Ideen für mich einfach nicht infrage kommen. Das will sie nicht akzeptieren, weil sie ja so viel älterer und erfahrener ist, und ich die unmündige Tochter, die auf sie hören soll. :(v

Und mein Vater ist fast nie da, und naja, ich will insgesamt einfach nicht mein Seelenleben mit jemandem teilen, der abens mit mir am Küchentisch sitzt.

Ich meine, ich kann ja mal in einer ruhigen Minute (gibt's bei uns aber selten) ansprechen, dass ich gerne zum Therapeuten möchte, und mal hören, was sie sagen. Nur, wenn sie dann darauf bestehen, alles über meine Probleme zu erfahren, wird mir das nur noch mehr Stress bereiten {:(

So ein Beratungszentrum klingt nach einer guten Alternative, da das mit dem Therapeuten und den Kassen ja nicht leicht zu sein scheint, allerdings hab ich mir mal deren Homepages angeguckt, und die sind eigentlich hauptsächlich für Jugendliche, die Probleme mit häuslicher Gewalt, Scheidung der Eltern, Schwangerschaft u.ä. fertig werden müssen. Ich habe aber keine Probleme, wo Leute eingreifen müssten.

Eigentlich möchte ich nur einmal die Woche auf einem Sofa sitzen und einem Erwachsenen in ein Kissen heulend erzählen, warum es mir nicht gut geht, was für irre Dränge ich schon wieder in meinem Kopf habe, obwohl ich sowas nicht machen will, was für widersrprüchliche Gedanken mich quälen und wieso in meinem Kopf ein Riesendurcheinander ist und ich möchte, dass er mir sagt, wie ich meine Gedanken in Ordnung bringen kann.

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