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Ich falle immer tiefer in ein dunkles Loch

SSearc"hing SA Re+aWsxon hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe ein Problem, dass mich jetzt schon seit sieben Wochen belastet. Ich bin 15 Jahre alt und gehe seit dem letzten Sommer auf ein Gymnasium, dort hatten wir eine Probezeit, die ziemlich stressig war. Ich war deshalb praktisch den ganzen Sommer lang total nervös, aufgeregt und so weiter, weil ich unbedingt diese Probezeit bestehen wollte. Nun, vor sieben Wochen habe ich diese bestanden, aber anstatt, dass ich mich freute, bekam ich eine ,,Depression''! Ich habe mir am Anfang gedacht, das ist ja nur wegen dem Stress, blablabla. Nun, nach fünf Wochen ging ich dann zum Arzt und der hat gesagt ich hätte eine Erschöpfungsdepression, der hat mir dann auch die Nummer eines Psychotherapeuten gegeben.

Nun, ich WAR vor diesen sieben Wochen ein lebensfroher Mensch, der ehrgeizig und fleissig war und sich auf jeden möglichen Blödsinn erfreute. Aber seit ich erfuhr, dass ich bestanden habe, bin ich antriebslos, freudlos und sehe keinen Sinn mehr in meinem Dasein. Ich fühle mich auch einsam, aber das bin ich garnicht! Ich habe total viele soziale Kontakte und sehe auch nicht schlecht aus. Aber weil ich so antriebslos geworden bin, habe ich mit meinem Hobby aufgehört, weil mich das einfach wortwörtlich gelangweilt hat und ich darin keinen Sinn mehr sah, ich sehe ja sowieso in nichts mehr einen Sinn. Ich habe einfach auf nichts mehr Lust und verbringe den ganzen Tag nur noch zu Hause vor dem PC. Durch diese Antriebslosigkeit haben sich meine Schulnoten in einigen Fächern ENORM verschlechtert.

Nun, ich versuche diesen Psychotherapeuten nun schon seit einer Woche anzurufen, aber da kommt nur der Anrufbeantworter, ich kann aber sowieso erst nach der Schule anrufen, weil früher bin ich ja nicht zu Hause. Naja, ich werde weiterversuchen ihn zu erreichen, aber könnt ihr mir vielleicht Tipps geben wie man aus diesem Loch von Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit wieder rauskommt? Ich möchte mir nicht mein ganzes Leben wegen solch einer depressiven Phase verbauen.

Antworten
SpearchIing A Rxeason


Achja, ich habe wirklich KEINEN Grund um mich so zu fühlen, lediglich der Stress könnte es sein. Körperliche Beschwerden habe ich ja keine.

S!earch1ing AC Reasxon


Kann denn niemand etwas dazuschreiben? :(

V]ersxa


Achja, ich habe wirklich KEINEN Grund um mich so zu fühlen

Meistens gibt es doch einen, nur den sieht man nicht auf Anhieb. Oder es ist rational betrachtet so banal, dass man es selbst nicht als Grund wahrnimmt.

Fehlt dir jetzt ein direktes Ziel vor Augen (bis jetzt: Probezeit bestehen)? Oder ist es genau das Gegenteil und du hast das Gefühl, dass es jetzt (zu) ernst wird? :-/ Tipps von anderen sind immer schwer. Ich würde mir wohl selbst Ziele setzen und sanktionieren, wenn ich stattdessen nichts tue. Oder eben selbst belohnen, wenn ich was geschafft habe, was ich mir vorgenommen hab..

mcond+sQterxne


Naja, ich werde weiterversuchen ihn zu erreichen, aber könnt ihr mir vielleicht Tipps geben wie man aus diesem Loch von Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit wieder rauskommt?

Ja.

Alleine kommst Du da nicht raus.

Auch mit Hilfe der User hier wirst Du es kaum schaffen, da wir nur schriftlich miteinander kommunizieren.

Du brauchst einen Menschen aus Deinem persönlichen Umfeld, dem Du all das erzählen kannst, was Du hier schreibst.

Achja, ich habe wirklich KEINEN Grund um mich so zu fühlen,...

Sicherlich gibt es einen Grund. Ich glaube auch, ihn zu kennen.

VRersxa


":/

ch glaube auch, ihn zu kennen.

Dann schieß doch los. Es schließt ja nicht aus, dass er im realen Leben auch jemanden zum reden hat, findet oder oder oder

S6earcnhing A yReasoxn


Ja, ich habe Freunde. Ich will ihnen aber nichts davon erzählen, da würde ich mich nur lächerlich fühlen. Ich will lieber mit einer professionellen Person sprechen. Mir ist auch klar, dass das hier zu schreiben nicht all zu viel helfen wird, aber versuchen kann man es ja. Ich sehe in meinem Leben einfach kein Ziel mehr, wenn ich mir ein Ziel setze langweilt es mich an, macht mir keine Freude oder ich habe keine Lust dazu. Klar, es gibt für alles immer einen Grund, aber wie soll ich diesen herausfinden? Ich meine, mein Leben ist nicht perfekt, doch ich war all die Jahre immer fröhlich, unternehmungslustig, interessiert an allem Blödsinn und halt lebensfröhlich. Aber es scheint mir so, als hätte ich das alles verloren, ich bin echt am verzweifeln langsam und habe Angst, dass das für immer so sein wird.

CLhri_sjOuxn


Mit einer professionellen Person allein reden reicht bei einer richtigen Depression nicht aus.

Ein guter Freund von mir hatte etwas ähnliches erlebt und meiner Meinung nach macht man sich selbst kaputt wenn man sowas in sich hineinfrisst und versucht vor seinen Bekannten der zu sein, den sie kennen.

Und nimm mir das nicht böse wenn ich dir jetzt sage dass das keine Freunde sind wenn sie dich deswegen auslachen. Freunde sollten Vertrauenspersonen sein, die einem in schweren Zeiten zur Seite stehen.

Natürlich sollte das ganze wie du sagst von einer professionellen Person begleitet sein.

Ich schreibe dir mal im Folgendem auf, wie die ganze Geschichte bei mir selbst aussah als ich in ca. deinem Alter war, da ich von meinem Freund weiß, dass die Erfahrungen und Geschichten andere wenn man in dieser Lage ist überaus interessant sind. Vielleicht kannst du für dich eine Art Resumé daraus ziehen ;-)

Ich kenne das Problem von Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit auch sehr gut, aber bei mir liegt die Ursache ganz woanders. Ich habe nämlich z.T. nihilistische Tendenzen. Sinnlosigkeit des Lebens etc.

Ich war damals, als das ganze auftrat (vom 13. LJ bis zum 16. LJ) regelmäßig beim Psychologen, da meine Bezugsperson der Begabtenförderung dies meinen Eltern riet.

Das Problem war bei mir, dass ich niemals in meinem Leben von irgendwas gefordert wurde. Alles war langweilig. Ich passte in der Schule nie auf, alles erschien mir völlig logisch und ersichtlich, obwohl ich 2 Klassen bereits übersprungen hatte. Ich hatte aus purer Langeweile in der 7. Klasse bereits mehrdimensionale Differenziation und Integralrechnung gemacht, was nach kurzer Zeit genauso langweilig wurde wie der Rest.

Das entwickelte sich dann dahin, dass ich überhaupt nicht mehr zur Schule gehen wollte, nur im Bett lag weil ja doch alles sinnlos und langweilig war. Monate später sah ich überhaupt keinen Sinn mehr im Leben da ich der Auffassung war, dass das Leben nur darin besteht irgendwie seine Zeit bis zum Tod zu verbringen, wobei was wir genau in dem Zeitintervall machen völlig irrelavant ist (siehe Nihilismus). Meine Eltern meinten ich sehe aus wie ein wandelnder Toter...

Der Psychologe war ein schlauer Mann. Er versuchte es damit Dinge zu finden, die mir ein Ziel vor Augen geben könnten. Ich weiß noch damals als er mich in einer Sitzung fragte, mit einem Ball in der Hand:

"Was meinst du was passiert wenn ich diesen Ball gegen die Wand werfe?"

Ich verstand seine Frage nicht guckte ihn verdutzt an und sagte, dass er natürlich von der Wand zurückprallen wird.

Da sagte er "Kann der Ball nicht einfach durch die Wand hindruchfliegen?"

Da erwiderte ich, dass das natürlich nicht sein kann, er korrigierte mich und teilte mir mit, dass tatsächlich eine reale Wahrscheinlichkeit dafür existiert, dass der Ball in der Tat durch die Wand fliegt. Natürlich glaubte ich ihm nicht, aber er wies mir mit Fachliteratur nach, dass das Fakt ist. Das war das erste Mal das so wirklich etwas mein Interesse weckte.

Dadurch entdeckte ich die ganze Quatenmechanik und String-Theorie. Besonders der sogenannte Casimir-Effekt faszinierte mich. Mir wurde im Rahmen der Begabtenförderung ein Exkurs zum LHC des CERNS bezahlt, und danach war für mich klar, was ich später mal machen will.

Kurz danach entdeckte ich für mich persönlich ein Hobby, worin ich mich wortwörtlich vernarrte. Es ist ein sehr ungewöhnliches Hobby und viele würden darüber lachen, weil das zu meiner Person einfach absolut nicht passt. Aber aus irgendeinem Grund füllte mich das einfach aus und ist nun fundamentaler Teil meines Lebens.

In meinem Studium lernte ich dann andere kennen, die genauso von der Physik fasziniert sind, wie ich es bin. Inzwischen bin ich nicht mehr beim Psychologen und kann bis auf einige Rückschlage jeden Tag mit Sinn füllen mit einem übergeordnetem Ziel.

Was heißt das nun für dich?

Es gibt kein Musterrezept wie du aus deinem Loch wieder rauskommst. Ich rate auf jedenfall zum Psychologen und dir eine Bezugsperson zu suchen mit der du dich aussprechen kannst und das Wichtigste: Dinge suchen die dir Spaß machen, völlig egal was es ist. Auch wenn es sinnlos erscheinen mag, such weiter danach, denn es gibt immer etwas, was einen packt und in seinen Bann zieht.

Bei meinem Freund war es beispielsweise japanische Literatur. Frag mich nicht warum, er weiß es auch nicht. Er war aus irgendeinem Grund den er sich auch nicht erklären kann davon völlig fasziniert und erlernte sogar die japanische Sprache und las alles von japanischer Klassik bis zu modernen Light Novels. Wenn er davon anfängt zu erzählen, merkt man richtig wie er förmlich strahlt.

Ich bin überzeugt, dass jeder so etwas in seinem Leben finden kann! Man muss nur danach suchen und nie aufgeben.

mvognd+Tsiternxe


Mit einer professionellen Person allein reden reicht bei einer richtigen Depression nicht aus.

Bei Dir ist es vermutlich doch gar keine richtige Depression.

maond+Jsterne


Klar, es gibt für alles immer einen Grund, aber wie soll ich diesen herausfinden?

Ich glaube, es wäre besser für Dich, wenn Du es nicht herausfindest. Man muss nicht immer alles wissen.

CJhraisjun


Das ist einzig und allein abhängig davon wie du Depression definierst.

Allgemein kann man grob sagen, dass man in einer selbstzerstörerischen Gedankenspirale steht.

Eine Depression ist meiner Meinung nach und meines ehemaligen Psychologen schon zu Beginn dieser Spirale gegeben und nicht erst am Gipfel.

Was ich mit "richtige Depression" meinte ist, dass man tatsächlich merkt dass man in so einer Spirale, einem bodenlosen Loch steckt (in dem Fall ist es meistens so, dass Symptome und Gedanken in zunehmend negative Richtung konvergieren) oder aber eben "nur" eine konstante Gedanken-/Gefühlslage hat.

Das muss man differenzieren. Dabei ist die Konvergenzgeschwindigkeit nicht ausschlaggebend. Die bloße Existenz dieser deutet auf genannte Spirale hin.

SUearchiang A xReason


Also, ich bin mir selber nicht sicher ob ich eine Depression habe, aber alle Anzeichen sprechen dafür, deshalb möchte ich mit dem Psychiater nicht zögern, aber er ist nie erreichbar >:( !!! Auf jeden Fall bin ich ganz sicher nicht unterfordert, vielleicht sogar etwas überfordert... und das mit etwas suchen was mir Spass macht ist ziemlich schwierig, ich kann an nichts mehr Gefallen finden. Ich kann mich nur von diesen Gedanken kurze Zeit ablenken. Ich kann aber keinen richtigen Spass mehr empfinden, das Gefühl ist wie weg, es existiert nicht mehr, genauso wie die tollen Momente, bei denen ich ohne Grund glücklich war und ich mich auf die Zukunft freute, all das ist verloren. Auch ist mir aufgefallen, dass ich mich über meine Freunde lustig mache und ziemlich beleidigend zu ihnen bin. Haach, wenn das so weitergeht weiss ich auch nicht...

C8hruisjxun


Es spielt keine Rolle ob Unterforderung oder Überforderung, Angst oder was auch immer. Entscheident ist das Resultat und da erkenne ich was du schreibst z.T. in mir selbst wieder.

Wenn! es wirklich eine Depression ist, kann man i.d.R. nicht damit rechnen, dass man von einem Tag auf den anderen davon genesen ist. Wie gesagt, bei mir gibt es auch heute noch Tage, an denen es in die Richtung tendiert, aber es bleibt limitiert.

Natürlich hört sich das mit dem "Suchen nach etwas, was Spaß macht" trivial an, aber das ist es nicht. Das kann lange dauern.

Syea!rchi6ng kA Rleason


Ja, ich hatte diese Gefühle schon mein ganzes Leben lang, aber vor sieben Wochen, verlor ich meine Lebensfreude plötzlich und natürlich ist es mir bewusst, dass ich nicht wieder morgen gesund werde, aber wenigstens in ein paar Monaten, da würde ich Medikamente schlucken wenn es sein muss, das ist mir egal so lange sie wirken. Das Problem ist ja auch, NICHTS MACHT MIR MEHR SPASS und ich wüsste beim besten Willen nicht wo ich nach Spass suchen sollten, ich habe das Interesse an Allem verloren.

C#indere4llax68


@ Searching A Reason

deshalb möchte ich mit dem Psychiater nicht zögern, aber er ist nie erreichbar >:( !!!

wenn du nur den AB dran kriegst, sprich ihm doch kurz eine Mitteilung mit Bitte um Rückruf drauf. Ich hab das vor etlichen Jahren auch mal so gemacht und hatte mir kaum eine Chance ausgerechnet, aber sie rief mich zurück. Therapeuten gehen (sinnvollerweise) während ihrer Sitzungen mit Klienten nicht ans Tele und viele haben nicht extra eine Sprechstundenhilfe. Viel Glück :-)

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