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Lernen, sich zu entscheiden

_9deli;lahx_ hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ja, der Titel sagt es eigentlich schon...ich würde gerne lernen, mich zu entscheiden. Man entscheidet sich ja tagtäglich viele Male, und ich habe da auch nicht immer ein Problem damit, aber schon weitaus häufiger, als dies für meine Begriffe gesund ist.

Das fängt manchmal schon damit an, wenn mich Freunde fragen "Wo sollen wir heute Abend hingehen? Hast du eher Lust auf den Italiener um die Ecke, oder sollen wir zum Griechen gehen?" Dann weiß ich nicht, wofür ich mich entscheiden soll, und beginne darüber nachzudenken, dass ich ja auf beides Lust hätte...meist antworte ich dann mit "Das ist mir egal", womit ich manchmal meine Freunde nerve. Das Problem ist auch, dass ich manchmal gar nicht weiß, WAS ich eigentlich gerne hätte – oder es ist so tief vergraben, dass ich erst ziemlich lange nach meiner eigenen Meinung suchen muss. :-/

Ich erinnere mich noch gut daran, dass mich vor ein paar Jahren ein Freund von mir dazu gezwungen hat, beim zwanglosen Spazierengehen in der Stadt den Weg vorzugeben, weil er wollte, dass ich mich entscheide, wo wir hinlaufen...dies Mal als Beispiel für eigentlich "kleine" Entscheidungen. Aktuell steht eine mögliche Reise nach Kanada (siehe aktueller Faden von mir) an – gut, das ist eine größere Entscheidung, aber auch hier zerdenke ich alles schon seit Wochen bis in kleinste Detail, male mir aus, wie es werden würde (hier spielen dann noch die Angst vor dem langen Flug, Angst vor einer Thrombose während des Fluges, Angst dass das Wetter dort nicht gut ist, wir Bären sehen, mir vielleicht die Art des Reisens nicht gefällt etc. :-/ eine Rolle)...

Ich schiebe also Entscheidungen oft ewig vor mir her und warte so lange, bis mir jemand die Entscheidung abnimmt. Ich habe einfach Angst davor, mich "falsch" zu entscheiden, auch wenn ich eigentlich weiß, dass es keine falschen Entscheidungen gibt. Ich traue mich einfach oft nicht, eine Wahl zu treffen und dafür Verantwortung zu tragen, mit allen möglichen Konsequenzen die sich daraus ergeben. Lieber bleibe ich in Bereichen, die ich kenne und die mir ein Stück (scheinbare?) Sicherheit geben. Auf der anderen Seite würde ich mich so gerne (jetzt mal am Beispiel Kanada) auch gerne mal auf unbekannteres Terrain begeben, und habe das in der Vergangenheit auch nie bereut, wenn es denn mal soweit kam, aber es fällt mir immer wieder SO schwer!

Dieser Druck, mich entscheiden zu müssen, macht mich oft wirklich mürbe, im Moment bin ich auch wirklich gerade schlecht gelaunt, weil ich es mal wieder schaffe, schon seit 3-4 Wochen mit der Entscheidung "Kanada-Urlaub oder nicht?" zu hadern...

Ich glaube, ich habe Angst vor der Verantwortung, die eine Entscheidung mit sich bringt, Angst davor, Fehler zu machen, kritisiert zu werden, mir fehlt es da auch an Selbstvertrauen...ich frage oft lieber erst Freunde oder auch mal in Foren wie hier, was ich tun soll, weil ich dann die Entscheidung wieder ein Stückweit abgebe und mich dann quasi in meiner Entscheidung auf Antworten, die mir von außen vorgegeben wurden, stütze, anstatt mich auf mich selbst zu verlassen.

Mir wurden früher viele Entscheidungen abgenommen, ich durfte als Kind vieles nicht ausprobieren und wenn ich etwas falsch gemacht habe, bekam ich Ärger und wurde kritisiert und beschimpft, dass ich "nichts könne". Aber ich bin jetzt kein kleines Kind mehr, ich bin 28 Jahre alt und ich möchte das einfach hinter mir lassen...

Habt ihr Tipps, wie ich das lernen kann?

Liebe Grüße an euch!

*:)

Antworten
konuffe\ltVje


Wenn du dich überhaupt nicht entscheidest, ist es sicherlich falsch. Schließlich entgehen dir so vllt Dinge, die du im Grunde gern machst.

Hast du schon mal versucht, spontan einfach was zu sagen? Also beim Restaurant zum Beispiel. Du sagst einfach, meinetwegen Italiener. Ohne groß nachzudenken. Was spricht dagegen? Zb kannst du zum Griechen auch nächstes Mal gehen. Der läuft dir ja nicht weg. Es fängt bei so kleinen Dingen an. Apfel oder Banane? Heute mal Apfel, morgen Banane. Nach diesem Prinzip. So merkst du auch, was du gern magst. Und sagt dir der Apfel heut nicht zu, isst zu halt morgen was anderes. :-)

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