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Einsamkeit – Ich bin das Nichts

C*hiQGuitaxa hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

eigentlich finde ich es ziemlich peinlich, dass ich schon so weit bin und meinen Kummer in einem Forum preis geben muss, aber ich weiß nicht mehr weiter.

Kurz gesagt, ich fühle (nicht nur fühle, BIN) mich einsam. Ich bin 22 Jahre und habe meiner Meinung nach schon seit bestimmt 5 – 6 Jahren Depressionen. Alles was mir mal am Herzen lag ist verschwunden aus meinem Leben. So wars immer. Auf kurz oder lang bleibt nichts bei mir. Ich hatte bisher keine Beziehung in meinem Leben. Ich weiß, dass es nicht an meinem Aussehen liegt. Hässlig bin ich nicht. Ich habe keine Probleme Jungs kennen zu lernen. Aber nach maximal 3 Treffen wird mir immer der selbe Grund genannt: "Du bist zu ruhig, schüchtern, still. Ich kann mit dir nichts anfangen." Ich kann es nicht mehr hören... Ändern kann ich mich nicht, ich bin leider gottes so. Freunde sind mittlerweile auch alle weg. Wenn ich ehrlich bin hab ich im Moment 2 Freundinnen? Der Rest alles weg. Manchmal kann ich schon gar nicht mehr weinen, weil ich mich so mit meiner Situation abgefunden hab. Ich wünschte ich könnte ein anderer Mensch sein. Ich hasse mich, ich bin der Meinung das jeder Charakterzug an mir schlecht ist. Ich hab nichts gutes an mir. Mir fällt es schwer neue Leute kennen zu lernen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist mir heute auch wieder bewusst geworden. Darum schreibe ich das jetzt auch, weil es mich so kaputt macht. Ich war heute abend auf einem Geburtstag – schon ein Wunder das ich überhaupt hingegangen bin. Und eigentlich kam ich mir nur vor wie ein Stück Deko. Ich stand einfach nur am Tisch und hab den Anderen beim reden zugehört oder aus dem Fenser geguckt und gehofft, dass die Zeit schnell vergeht, und ich wieder abhauen kann. Ich hab mich gefühlt wie Unsichtbar. Hab die Anderen Leute angesehen und beobachtet wie sie sich unterhielten und ich nicht. Das deprimiert mich alles so.. Ich kann nicht auf andere zugehen und auch keine wirklichen Gespräche führen. Weiß einfach nie was ich sagen soll.. Aber ehrlich gesagt bin ich auch nicht die Frau der großen Worte. Ich bin mittlerweile ziemlich gerne für mich alleine und habe meine Ruhe, aber manchmal ist es auch traurig..

Ich weiß, ich bade im Selbstmittleid. Aber die Initiative ergreifen und zu einem Psychologen gehen schaffe ich nicht. Einen Anlauf hatte ich, da wars so weit, dass ich einfach nicht mehr konnte. Fast 2 Wochen am Stück abends im Bett geweint weil ich so unglücklich mit mir und meinem drum herum war. Ich brauchte/brauch Hilfe. Ich ging zu meinem Hausarzt und bin erstmal in Tränen ausgebrochen weil es mir so schwer fiel dass jemanden anzuvertrauen. Er gab mir auch eine Überweisung zum Psychologen, aber den weiteren Schritt habe ich nicht geschafft. Ich hab wieder aufgegeben obwohl ich doch so dringend Hilfe brauche. Ich schäme mich auch eigentlich dafür, weil ich der Meinung bin, dass andere Leute über mich denken ich sei schwach weil ich depressiv bin. Und wer schwach ist wird angegriffen. Könnte noch so viel mehr schreiben, aber ich lass es jetzt besser sein.

Hoffe jemand liest sich das hier durch und kriege vielleicht eine Antwort hierzu...

Antworten
aU.fixsh


Das Problem ist: Depressionen isolieren Dich von anderen Menschen. Und wenn Du hundert Freunde und einen festen Partner hättest; in der Ödnis der Depression sitzt man immer allein. Menschen sind darauf angewiesen mit anderen Menschen in Kontakt zu stehen und das funktioniert nur über die sprichwörtliche "Wellenlänge".

Eine Erkrankung wie Depression schneidet einen von dieser Kommunikation ab, in der größten Gesellschaft fühlt man sich allein, niemand kommt an einen heran und man selber nicht an andere. Man fühlt sich fern von allen und ja, ganz allein.

Deshalb musst Du meiner Meinung nach zuerst die Depression bekämpfen.

Ich werde Dich wohl nicht umstimmen können, aber Depression sind nicht mehr ein Zeichen von Schwäche als eine Grippe es ist. Sie sind eine Erkrankung des Gehirnstoffwechsels und man kann etwas dagegen tun. Ich denke, Du könntest noch einmal mit Deinem Hausarzt sprechen. Da er nun schon Bescheid weiß, fällt es Dir vielleicht leichter, Dich zu öffnen? Vielleicht kann er Dir noch mehr unter die Arme greifen, sodass Du es schaffst, zumindest einen Termin bei einem Psychologen wahrzunehmen. Es wird Dir mit Sicherheit gut tun.

CxhiQguietaa


Danke für deine Anteilnahme. Ich weiß, es ist wie ein Teufelskreis aus dem man nicht heraus kann... Alles was du schreibst stimmt. Aber die Depresion bekämpfen ist so leicht gesagt. Ich hab in meinem Kopf ein großes Fragezeichen. Ich weiß nie wie ich sein soll. Habe Angst die Leuten reden/denken schlecht über mich. Ich will eigentlich nur gemocht werden, aber das werde ich offensichtlich nicht.. keine ahnung, ich weiß nicht weiter... :-(

tLuf9f4armi


:)D

C|hi+Quitaxa


lieber bleib ich zuhause als mit Leuten ins Kino zu gehen. Lieber bleib ich zuhause als mit Leuten was trinken zu gehen oder Feiern zu gehen. Ich verfrachte mich zuhause und unternehme nichts, weil ich zu nichts mehr Lust habe. Hab manchmal tagelang die jalousien unten. Mittlerweile hab ich glaub ich echt eine chronische Unlust. Ich denk mir immer "Wozu ?" Bringt doch eh alles nichts..

a].Sfisoh


lieber bleib ich zuhause als mit Leuten ins Kino zu gehen. Lieber bleib ich zuhause als mit Leuten was trinken zu gehen oder Feiern zu gehen. Ich verfrachte mich zuhause und unternehme nichts, weil ich zu nichts mehr Lust habe. Hab manchmal tagelang die jalousien unten. Mittlerweile hab ich glaub ich echt eine chronische Unlust. Ich denk mir immer "Wozu ?" Bringt doch eh alles nichts..

Hilft es Dir, wenn ich Dir sage, dass das Symptome eben dieser Erkankung sind? Die im Laufe der Behandlung verschwinden werden und die viele andere depressive Menschen auch erleben. Mir hat das immer ein bisschen geholfen, dadurch haben diese Gedanken und Stimmungen ein wenig ihren Schrecken verloren.

B7raunveslFeder"soxfa


zu einem Psychologen gehen

Das ist ein wichtiger Schritt, versuche doch einen zweiten Anlauf.

Ich musste da vor 2 Jahren auch durch. Habe mich neu kennen gelernt, habe gelernt, wie man Selbstzweifel/Selbsthass/Einsamkeit bekämmpfen kann.

Ich kämpfe jeden Tag um mich. Ich liebe und ich hasse mich. Aber ich vergesse nicht, dass ich einen Lebensberechtigungsschein habe wie jeder andere auch.

C3hi+Q-u|it{aa


Ich will nicht nur das die Symptome weggehen, ich will das ich anders bin. Nicht wie ich jetzt bin. Ich bin total unzufrieden mit mir selber. Immer mach ich mir alles selber kaputt. Ich bin schuld daran, dass alles so ist WIE es ist. Manchmal denke ich ich brauche eine Gehirnwäsche. Oder jemand macht schnipps und ich bin ein anderes – besser...

Hattest du auch Depressionen und bist du daraus gekommen?

a#.f<idsh


Ich bin total unzufrieden mit mir selber.

Die beste Voraussetzung, etwas zu ändern.

Immer mach ich mir alles selber kaputt. Ich bin schuld daran, dass alles so ist WIE es ist.

Schau, das heißt doch im Umkehrschluss, dass Du es auch in der Hand hast, es anders zu machen. Wer, wenn nicht Du selber? Du brauchst nur jemanden, der Dir zeigt wie – das kann eine Therapie bieten. Sie macht aus Dir keinen anderen Menschen, sie gibt Dir die Fähigkeiten an die Hand, selbstbestimmt zu handeln und zu tun, was Du möchtest. Nicht beeinflusst, geblockt und gehemmt von der ätzenden Lähmung depressiver Gedanken/Stimmungen.

Ja, ich war ein paar Jahre lang depressiv. Mit Medikamenten und Gesprächstherapie konnte ich meinem Leben eine andere Richtung geben. Das kannst Du auch. :)z

C0hitQutitaxa


Das komische ist nur, ich bin davon überzeugt so wie ich denke, stimmt es auch. Sprich Menschen sind schlecht. Ich bin schlecht und minderwertig. Kein Mensch interessiert sich wirklich für mich usw. wie soll ein Psychologe mich davon überzeugen das es falsch ist? In meinem Kopf ist es für mich die Wahrheit. Kann mich da irgendwie auf keine andere Meinung einlassen, weil es für mich so offensichtlich ist :/

aP.Jfisxh


Psychotherapeuten versuchen gemeinhin (Ausnahmen gibt es immer) nicht, einen von irgendetwas zu überzeugen. Schon gar nicht davon, dass man irgendwie "falsch" denkt. Sie helfen einem, mit den gegebenen Umständen besser umzugehen und die Änderungen herbeizuführen, die man sich selber wünscht. Du setzt die Ziele für Deine Therapie, nicht der Therapeut. Und wenn Du nicht so genau weißt, was Deine Ziele sind, kann es ein Teil der Therapie sein, das gemeinsam zu erarbeiten.

E quilvi\zexr


ChiQuitaa

Ich hasse mich, ich bin der Meinung das jeder Charakterzug an mir schlecht ist

"Du bist zu ruhig, schüchtern, still. Ich hab nichts gutes an mir.

Auch wenn es dir jetzt nicht direkt weiter hilft: Ich finde diese Charakterzüge sehr gut. :)_ x:)

Und im übrigen hat nicht jeder Mensch ausschließlich "gute" Charakterzüge. Was jemand an einem anderen Menschen gut oder schlecht findet, liegt immer im Auge des Betrachters.

CYhiQuixtaa


Equilizer

Wie viele Leute haben mir schon gesagt, dass es doch nicht schlimm ist so wie ich bin, ich sei halt nur vorsichtig. Aber ich bin der Meinung die Leute sagen das nicht weil sie es ernst meinen, sondern nur um mich auf zu muntern. Ich seh doch wie weit mich meine Art gebracht hat. Ich mach mir wie gesagt alles selber kaputt dadurch. Wie a.fish schon sagt, es ist ein kreis aus dem man nicht mehr heraus kommt. Von Männern bekomme ich auch immer gesagt, es sei nicht schlimm sondern süß, besser als eine Schl*mpe. Aber die merken dann auch ziemlich schnell das man mit mir nichts anfagen kann und stoßen mich wieder zurück. Gespräche kann man auch schlecht mit mir führen, ich hab irgendwie einfach nichts zu sagen. Oder ich fühle mich durch Personen die meiner Meinung nach "über mir stehen" verängstigt.

Ethemalciger Nu8tzer (7#4739013)


@ ChiQuitaa

Ich kann mich da Equilizer nur anschließen, denn ich finde diese Charakterzüge einschließlich Selbstkritik ebenfalls sehr gut. Einzig deine Kontaktpersonen waren Trottel, dass sie dem nichts Positives abgewinnen konnten. Du brauchst dich aber wegen meiner PN von heute Nacht nicht gleich angemacht fühlen – ich habe hier mein eigenes "Schlachtfeld" und war lediglich an einem Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten interessiert, einem Vorschlag, dem du selbstverständlich nicht nachkommen brauchst.

Und warum eröffnest du eigentlich zweimal exakt das gleiche Thema? Ist dir der Thread hier vielleicht zu festgefahren oder war alles nur Fake?

CJhiQuiptaxa


DoN_

Ein Fake ist das sicher nicht. Ich wollte nur wissen, ob andere Leute sich das noch durchlesen und mir hierzu was sagen können..

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