» »

Kann so nicht mehr weiter machen

CJhiQu\itxaa hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

eigentlich finde ich es ziemlich peinlich, dass ich schon so weit bin und meinen Kummer in einem Forum preis geben muss, aber ich weiß nicht mehr weiter.

Kurz gesagt, ich fühle (nicht nur fühle, BIN) mich einsam. Ich bin 22 Jahre und habe meiner Meinung nach schon seit bestimmt 5 – 6 Jahren Depressionen. Alles was mir mal am Herzen lag ist verschwunden aus meinem Leben. So wars immer. Auf kurz oder lang bleibt nichts bei mir. Ich hatte bisher keine Beziehung in meinem Leben. Ich weiß, dass es nicht an meinem Aussehen liegt. Hässlig bin ich nicht. Ich habe keine Probleme Jungs kennen zu lernen. Aber nach maximal 3 Treffen wird mir immer der selbe Grund genannt: "Du bist zu ruhig, schüchtern, still. Ich kann mit dir nichts anfangen." Ich kann es nicht mehr hören... Ändern kann ich mich nicht, ich bin leider gottes so. Freunde sind mittlerweile auch alle weg. Wenn ich ehrlich bin hab ich im Moment 2 Freundinnen? Der Rest alles weg. Manchmal kann ich schon gar nicht mehr weinen, weil ich mich so mit meiner Situation abgefunden hab. Ich wünschte ich könnte ein anderer Mensch sein. Ich hasse mich, ich bin der Meinung das jeder Charakterzug an mir schlecht ist. Ich hab nichts gutes an mir. Mir fällt es schwer neue Leute kennen zu lernen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist mir heute auch wieder bewusst geworden. Darum schreibe ich das jetzt auch, weil es mich so kaputt macht. Ich war gestern abend auf einem Geburtstag – schon ein Wunder das ich überhaupt hingegangen bin. Und eigentlich kam ich mir nur vor wie ein Stück Deko. Ich stand einfach nur am Tisch und hab den Anderen beim reden zugehört oder aus dem Fenser geguckt und gehofft, dass die Zeit schnell vergeht, und ich wieder abhauen kann. Ich hab mich gefühlt wie Unsichtbar. Hab die Anderen Leute angesehen und beobachtet wie sie sich unterhielten und ich nicht. Das deprimiert mich alles so.. Ich kann nicht auf andere zugehen und auch keine wirklichen Gespräche führen. Weiß einfach nie was ich sagen soll.. Aber ehrlich gesagt bin ich auch nicht die Frau der großen Worte. Ich bin mittlerweile ziemlich gerne für mich alleine und habe meine Ruhe, aber manchmal ist es auch traurig..

Ich weiß, ich bade im Selbstmittleid. Aber die Initiative ergreifen und zu einem Psychologen gehen schaffe ich nicht. Einen Anlauf hatte ich, da wars so weit, dass ich einfach nicht mehr konnte. Fast 2 Wochen am Stück abends im Bett geweint weil ich so unglücklich mit mir und meinem drum herum war. Ich brauchte/brauch Hilfe. Ich ging zu meinem Hausarzt und bin erstmal in Tränen ausgebrochen weil es mir so schwer fiel dass jemanden anzuvertrauen. Er gab mir auch eine Überweisung zum Psychologen, aber den weiteren Schritt habe ich nicht geschafft. Ich hab wieder aufgegeben obwohl ich doch so dringend Hilfe brauche. Ich schäme mich auch eigentlich dafür, weil ich der Meinung bin, dass andere Leute über mich denken ich sei schwach weil ich depressiv bin. Und wer schwach ist wird angegriffen. Könnte noch so viel mehr schreiben, aber ich lass es jetzt besser sein.

Hoffe jemand liest sich das hier durch und kriege vielleicht eine Antwort hierzu...

Antworten
sotürRmchen


Ich habe den Eindruck, dass du dich eigentlich gar nicht ändern willst, und so bleiben willst wie du bist. Nur, dass du das Gefühl hast, du müsstest anders sein, weil du dich mit anderen vergleichst, die angeblich viel offener, kontaktfreudiger, lebenslustiger, eloquenter, charmanter, talentierter und Gott weiß was noch besser sind als du.

Aber du bist du und du hast gemerkt, dass du dich in Gruppen einfach nicht so wohl fühlst. Vielleicht bist du in der Zweiersituation besser. Vielleicht bist du ein guter Zuhörer und Ratgeber, jemand der andere aufbauen kann oder so. Bei mir ist das jedenfalls so. Ich mag einfach nicht gern auf einer Party sein und weiß nicht was ich da soll. Ich hab das irgendwann für mich akzeptiert und aufgehört mir einzureden, dass ich irgendwas verpasse, dass jeder andere junge Mensch genießen kann. Man muss für sich herausfinden wozu man Lust hat und das dann machen.

Ich hab auch nur zwei, drei gute Freundinnen/ Freunde und diese Freundschaften pflege ich sorgsam. Mich interessieren die meisten Menschen einfach nicht so sehr. Ich arbeite viel und genieße meine wenige Freizeit am liebsten mit mir allein oder mit meinem Freund. Selten mit einer Freundin, oft mit meinen Kindern.

Also überleg doch mal, ob nicht doch alles mit dir in Ordnung ist und vielleicht nur der Blick auf andere dich so unglücklich macht. ":/

@:) hm?

m%uskaptRnusxs


Hallo,

also erstmal muss es dir gar nicht peinlich sein, sowas hier zu schreiben. Du bist hier anonym und vielleicht kommt ja wirklich ein konstruktiver Vorschlag hier rum. :)_

Als ich deinen Text gelesen habe, dachte ich ich schaue in einen Spiegel.

Ich war auch damals 22 (heute 24) und wenn ich zurückblicke, dann war ich auch ca 6 Jahre lang ziemlich depressiv. Irgendwann kommt man dann an einem Punkt an an dem man nicht mehr kann. Es ist jetzt ca. 1 1/2 Jahre her bei mir, dass ich depressiv war. Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht und wäre ohne nicht rausgekommen. Man kommt nicht raus, weil es sich immer und immer wieder um das selbe dreht. Die Freundschaften brechen weg, man wird einsam, einen Partner findet man auch nicht, woran liegt es nur? Hässlich ist man nicht und unkommunikativ auch nicht,...ich bin auch ein zurückhaltender Mensch und habe mich oft gefragt was mit mir nicht stimmt.

Ich habe heute Erkenntnisse, die kann ich gar nicht alle hier aufschreiben, aber vielleicht kann ich dir mal ein paar Dinge schildern.

Die meisten Depressiven meinen mit ihnen stimmt etwas nicht und sowas entsteht aus Erfahrungen. Das du schüchtern bist ist vielleicht eine Tatsache, das kann ich nicht beurteilen und es ist bestimmt nicht so, das man dir das zum ersten Mal vor 2 Monaten gesagt hat, sondern so etwas wächst und man hat es dir schon jahrelang vorgehalten.

Doch es ist so (und grad in unserem Alter), das die Leute die dir das sagen ein Problem mit deiner stillen, zurückhaltenden Art haben. Ich habe Kollegen, die fühlen sich in meiner Gegenwart unwohl, weil ich einfach nicht so viel rede wie dir Anderen. Es entstehen Gesprächslücken und stille Momente, wo keiner was sagt und dann werden die Kollegen so ein bisschen unruhig, weil sie denken "Mist, der sagt ja gar nix".

Wenn also jemand anders dir sagt "Ach man mit dir kann ich nix anfangen, du bist ja still", dann kannst du dir denken "wenn du willst das ich nicht so still bin, dann frag mich was"; oder "erzähl du doch was, wenn du die Stille nicht aushältst". Und wenn du das gedacht hast, dann kannst du das auch ruhig sagen, denn bei einem Gespräch gibt es immer zwei Seiten und du bist nicht allein dafür verantwortlich, dass es ein tolles Gespräch ist. Und manchmal gibts auch Leute mit denen man halt kein Thema hat.

Das selbe wenn du auf einer Party bist und dir wie Deko vorkommst. Du machst dir einen rieesen Kopf, weil du nur da stehst und nichts sagst und aus dem Fenster schaust. Dann stehst du halt nur da und hörst den Anderen zu. Und wenn einer sagt "man du sagst ja gar nix", dann kannst du immer sagen "meine Stärke ist das Zuhören, ich höre euch gerne reden".

Und eine tolle Methode Gespräche in die Länge zu ziehen wäre z.B. Fragen zu stellen. Wenn die da erzählen, dann frag mal Wieso/Weshalb/Warum/Wo/Wie/....Schon merkt niemand das du eigentlich nicht viel erzählst, sondern immer nur mal eine Frage oder einen Kommentar abgibst.

Du hast schon richtig erkannt, du bist wie du bist und du möchstest dich auch nicht verändern und du wirst irgendwann merken, dass eine gehörige Portion Egoismus und so eine Art "Egal-Haltung" dazu gehört. Wenn du den Anderen zu ruhig bist und sie haben damit ein Problem, dann schieß sie in den Wind. Umgib du dich mit den Personen, mit denen du gerne zu tun hast und achte einfach auf dich und mach das wozu du Lust hast. Da kommt manchmal ein großer Teil von selbst, wenn man einfach aufhört andauern die Fehler bei sich zu suchen.

Den Psychologen kann ich dir nur ans Herz legen. Wenn du jetzt noch nicht bereit dazu bist, dann ist der seelische Schmerz noch nicht groß genung. Aber wenn du sagst du kannst nicht mehr, dann wirds bestimmt nicht mehr lange dauern und du wirst hingehen, weil du einfach nicht mehr kannst. Und glaub mir, er kann dir wirklich helfen. :)^

So abschließend kann ich sagen: Sei so wie du bist, denn die Anderen sind es auch.

Grüße @:)

C$hiQu#itaxa


Erst mal Danke an stürmchen und muskatnuss dass ihr euch zeitgenommen habt. Stürmchen dir kann ich leider nicht ganz zustimmen, aber das macht ja auch nichts. Aber muskatnuss trifft es ins schwarze :)^ Geht es Dir jetzt nach der Therapie besser? Fällt es Dir nun leichter aus dir herauszukommen und besser auf Anderere zuzugehen? Oder hast du Deine Art einfach nur akzeptiert und dich damit arrangiert?

Viele Grüße @:)

mCusk+atnuxss


Also ich befinde mich noch in Therapie. Gehe aber nur noch ca. jeden Monat hin. Also es sind so die letzten Züge; Es gibt noch ein größeres Problem, aber die Hauptprobleme sind behoben. Aber die Behandlund der Hauptprobleme (Depression, Ängste, Panik) hat auch ein gutes Jahr gebraucht, bei einem Termin pro Woche. Wenn du also schon 6 Jahre lang depressiv bist, dann wirst du so einer Therapie Zeit geben müssen. Bei 6 Jahren hat man einfach bestimmte Denk- und Verhaltensmuster angelegt die es einfach mal zu überdenken gilt; Und sowas braucht seine Zeit.

Wenn du über eine Therapie nachdenkst, dann lege ich dir die Verhaltenstherapie ans Herz. Es geht darum dein Verhalten zu ändern und wenn du etwas bestimmtes nicht kannst "dann kannst du es lernen". Das heißt nicht einfach sich der Umwelt anpassen und weil die Leute gerne hätten, dass du mehr aus dir rauskommst lernst du das, sondern darum die Umwelt zu verstehen, zu akzeptieren und selbsbewusst seine eigenen Wege gehen.

Fällt es Dir nun leichter aus dir herauszukommen und besser auf Anderere zuzugehen? Oder hast du Deine Art einfach nur akzeptiert und dich damit arrangiert?

Das ist eine Mischung aus vielen Dingen. Ich habe mich in meinem Kern, der ruhigen und zurückhaltenden Art, nicht verändert. Ich bin vielleicht etwas gesprächiger geworden und bin nicht mehr so verschlossen, aber ich bin und bleibe ein ruhender Pol und man wird mich nicht in der Disco oder auf irgendwelchen großen Partys antreffen. So etwas muss man akzeptieren.

Ich habe mich akzeptiert und meine Stärken erkannt und diese Stärken habe ich verbessert. Aber was auch wichtig war, ist das Verstehen meines Gegenübers. Ich habe erkannt, das viele Leute einfach "Angst" davor haben, wenn im Gespräch ein paar Minuten lang nichts gesagt wird und man einfach nur da sitzt. Doch wenn du nicht auf einen Gleichgesinnten triffst, wird sich dein Gegenüber nicht darüber gedanken machen warum du nichts sagst, sondern wird in die Offensive gehen und sagen "du bist langweilig". Das ist nur ein Schutzreflex der Anderen um dieser unangenehmen Situation (der Gesprächslücken) aus dem Weg zu gehen.

In der heutigen Gesellschaft geht es auch immer viel darum Rollen zu erfüllen. Wenn du auf einer Feier eingeladen bist, dann sollst du auch gefälligst eine gehörige Portion Spass und gute Laune mitbringen und dich so wie die Anderen verhalten. Das ist die Erwartung und der Anspruch an dich. Das du trotzdem Spass hast, aber einfach nicht viel sagst, weil du vielleicht Angst hast oder nicht so gerne was von dir preis gibst, da denkt niemand dran.

Und wenn du Jungs kennenlernst, dann steigt das Erwartungsbaromter noch mal ganz weit nach oben, denn dann wird auch erwartet das du eine Rolle spielst. Und wenn du an Typen gerätst die vor deiner stillen Art zurückschrecken und sagen du bist langweilig, dann hatten sie eine andere Erwartung an dich. Vielleicht das du auf ihre Flirtversuche mehr eingehst, vielleicht haben sie dich nicht schnell genug rumgekriegt (das wird sehr oft der Grund sein, grad in unserem Alter),...

Aber meistens ist es halt auch so, dass Männer dich halt in die Kiste kriegen wollen und wenn die merken, dass sie da etwas mehr Aufwand anwenden müssen und du nach außenhin nicht so flirtbereit bist (und deine Rolle spielst), weil du einfach stiller bist, dann nehmen die wieder reißaus. Und ein Mann der dir sagt "du bist langweilig, weil du nix sagst", der wäre der dir auch nie gewachsen und mit dem könntest du auch nicht viel anfangen. ;-)

Es wird ein Mann kommen, der sich sagt das du es ihm Wert bist, dass er an dir dran bleibt und versuchen wird dich aus der Reserve zu locken und dem es egal ist, dass du still bist. Und glaub mir es gibt so viele Frauen die von so vielen Männern umworben sind und Erfolg bei Männern haben, aber trotzdem total unglücklich sind.

Wir leben in einer Gesellschaft und weil die Gesellschaft Regeln, Rollen und Normen vorgibt, wie man sein soll meinst du, dass du ein Problem hast, weil du in deiner Umwelt aneckst. Also gilt es auch deine Sicht auf die Umwelt zu verändern und und nicht nur aus dir rauszukommen und dann wird alles gut.

Eine Therapie wird dir helfen, aber wenn man eine Therapie macht ist es nicht immer die Garantie, dass man alle Probleme direkt löst, sondern es wird auch immer wieder kleine Rückfälle geben. Und das ist auch der Sinn der Therapie, denn irgendwann ist die Therapie ja vorbei und du lernst in der Therapie langfristige Methoden um auch mit Niederschlägen umzugehen.

Aber einer der Hauptgründe warum du nicht mehr kannst, ist bestimmt auch weil du sehr viel nachdenkst und grübelst, oder (das Grübeln ist ein Symptom der Depression)? Und das schafft einfach irgendwann eine totale Überlastung im Kopf, weil man immer und immer und immer und immer wieder die gleichen Gedanken hat und sich fragt "was mach ich falsch" und "was soll ich nur tun?", etc.(ich weiß das noch von mir, da wird man kirre in der Birne)...und das ist super mit einer Therapie zu behandeln. Und wenn diese Grübelei weg ist, dann ist das manchmal schon die halbe Miete und man hat endlich wieder den Kopf und kann sich befreit ins Leben stürzen und man kann vielleicht schon viel mehr reden oder mit Jungs flirten, weil man nicht darüber nachdenkt, wenn man auf einer Feier wie Deko rumsteht. ;-)

Jetzt habe ich wieder viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte (das passiert mir immer hier), also nochmal kurz deine Fragen beantwortet: Ja, wenn man eine Therapie gemacht hat, kann man besser aus sich rauskommen, man versteht die Situation, akzeptiert seine Umwelt, akzeptiert sich selbst und arrangiert sich mit vielen Situationen.

Also wenn du eine Therapie machen magst, ich bin ein sehr zufriedenes Versuchskaninchen. ;-) :)^

Viel Erfolg und Grüße @:)

P.S.: Die Therapeuten sind überlaufen. Wenn du dich entschließt eine Therapie zu machen, dann meld dich früh genug an und vor allem bei mehreren Therapeuten. Du musst großes Glück haben einen freien Therapieplatz zu kriegen, also kommst du auf die Warteliste und das kann dann schon mal so zwischen 1-3 Monaten dauern, bis ein Platz frei ist. Also wenn du wartest bist du wirklich nicht mehr kannst, kann es sein, dass du nochmal länger warten musst bis du dann endlich in der Therapie bist und das schmerzt dann besonders. :°_

CghiQxuitaa


Vielen Dank!

Du bist echt lieb, dass du dir so viel Zeit nimmst @:)

Ich fühle mich total angesprochen durch das was du schreibst.

Aber einer der Hauptgründe warum du nicht mehr kannst, ist bestimmt auch weil du sehr viel nachdenkst und grübelst, oder (das Grübeln ist ein Symptom der Depression)?

Du sagst es! Dieses nachdenken bringt einen um. Jeden verdammten Abend liege ich in meinem Bett und denke und denke und denke. Es sind immer die gleichen Sachen über die ich nachdenke. Ich kann schon gar nicht mehr einschlafen, wenn ich mir nicht meinen Kopf gemacht habe, dann bin ich total unreich innerlich. Das ist wirklich schlimm, eine richtige Angewohnheit die ich echt nicht ablegen kann. Dann hab ich noch Schlafstörungen, unter der Woche werde ich jede Nacht 1-2 x wach. Am Wochenende werden es bis zu 5 x. Dadurch bin ich tagsüber auch oft richtig schlapp. Eigentlich bin ich immer Müde und könnte mich zu jeder Tageszeit einfach direkt wieder ins Bett legen. Heute habe ich mir darum auch mal Koffeintabletten gekauft. Vielleicht helfen die ein bisschen. :-)

CzhiQuiZtaa


*Unruhig meine ich %:|

m}uskaItnxuss


Ich habe auch grad deinen anderen Faden hier entdeckt. Also den "normalen" Psychologen gibt es bei der Therapie nicht.

Das Entscheidende ist die Bezeichnung "Psychotherapeut" bzw. "Psychologischer Psychotherapeut". Therapeuten mit dieser Bezeichnung haben nicht zwangsläufig Psychologie studiert und kommen vielleicht aus der Sozialpädagogik (da ich auch Therapeuten in der Familie habe, kann ich dir sagen das das nicht zwangsläufig nötig ist), und haben eine Therapeutenausbildung gemacht hat. Wenn du bei deiner Suche jetzt Therapeuten findest, die diese Bezeichnung nicht haben, dann kann es sein, das diese diese Ausbildung nicht gemacht haben. Das sind dann noch welche von der ganz alten Schule, als diese Ausbildung noch nicht verpflichtend war. Ich will jetzt nichts sagen, aber von Leuten die diese Ausbildung nicht haben (die Ausbildung dauert 5 Jahre), da lass lieber die Finger davon.

Also es ist entscheidend das diese Ausbildung gemacht wurde (das ist heute einfach der Standard). Bei dieser Ausbildung gibt es nun mehrere Richtungen, je nachdem worauf sich der Therapeut gerne spezialisieren möchte bzw. welches Therapieverfahren er anwenden möchte. Da gibt es bei der Psychotherapie eigentlich nur drei; Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Psychotherapie und analytische Psychotherapie. Es gibt dann noch die Gesprächstherapie, aber da geht man halt auch echt nur hin und redet und man kann jetzt keine direkte Hilfe erwarten, aber manchmal hilft auch schon das Reden.

Was du machst, das hängt von dir ab und davon was du möchtest. Ich habe damals mit einer analytische Therapie begonnen und weiß noch wie ich fragte "Aber was kann ich den machen, damit sich das ändert?" (weiß nicht mehr was das Thema war) und die Therapeutin meinte "Das kann ich ihnen nicht sagen, das müssen sie alleine herausfinden.". Und das war etwas, was mich sehr abgeschreckt hat, weil es ging mir ja genau darum mit dem Therapeuten Wege und Mittel zu finden damit ich mit der Situation klar komme und es mir besser geht. Das hat dann mit der Behandlungsmethode dieser Therapieform zu tun, bei einer analytischen Therapie geht es nicht darum das der Therapeut mit dir etwas erarbeitet, sondern er versucht Blockaden zu lösen, die man in der Vergangenheit, durch Erfahrungen oder Erziehung aufgebaut hat und durch die Lösung dieser Blockaden, sollst du dann schlußendlich selbst darauf kommen, wie du mit der jetzigen Situation umgehst.

Ich machs kurz; Ich halte da nix von. :-D Die Vergangenheit ist natürlich nicht unwichtig, weil da halt oft auch die Ursache herrührt, aber die Vergangenheit ist auch nicht mehr zu ändern. Wenn du mal zurückblickst wirst du wahrscheinlich auch sagen, dass du so ruhig erzogen worden bist und deine Eltern nicht viel anders sind. Also wenn ich meinen Vater sehe, weiß ich definitiv wo ich herkomme, aber das ist so und meine Eltern haben das so geamacht. Die Frage nach der Vergangenheit ist definitv nicht unwichtig, aber auch nicht so entscheidend.

Wenn du jetzt sagst, dir würde eine Erklärung, warum du so bist wie du bist, reichen, dann kann auch solch eine Therapie helfen. Wenn du sagst du willst etwas verändern und brauchst dabei Hilfe...dann ist es vielleicht nicht die richtige Therapieform. Ich bin da etwas voreingenommen. Aber jeder muss halt für sich wissen, was ihm helfen könnte.

Alles wissenswerte findest du nochmal hier: [[http://www.therapie.de/psyche/info/]]

Ist ne super Seite und da kannst du auch einen Therapeuten suchen: [[http://www.therapie.de/psychotherapie/]]

Ich habe da damals auch meinen Therapeuten gefunden. Du suchst einfach und dann gibts eine Liste mit Suchtreffern. Wenn du dann einen Therapeuten auswählst, dann hat der da ein Foto, Telefonnummer, Emailadresse und manchmal auch eine Internetseite von sich drin. Da kann man sich dann auch schonmal ein Bild über die Person machen (muss man nicht, aber ist ganz nett).

Ich habe damals einfach ein paar in die engere Auswahl genommen und ihnen eine Rundmail geschrieben, wo du reinschreibst, wie du heißt und wie alt du bist und vielleicht kurz anschneidest was dein Problem ist (da musst du nicht ins Detail gehen) und wie du versichert bist, und fragst sie ob sie einen Therapieplatz frei haben bzw. wenn nicht, ob sie dich auf ihre Warteliste aufnehmen. Und dann wirst du Antworten bekommen und vielleicht hat einer grad einen Platz frei. Dann gehst du mal hin und schaust dir an, was der so zu sagen hat (naja, erstmal wird er dich fragen warum du da bist, usw.).

Die ersten 5 Stunden die du bei einem Therapeuten hast, sind immer so Kennenlernstunden. Du kannst dir ein Bild vom Therapeuten machen und er stellt eine Diagnose in der Zeit. Wenn du nach den 5 Stunden sagst "Nein, bei dem fühl ich mich doch nicht wohl, ich will jemand anders", dann kannst du das ohne Probleme machen, die Kasse übernimmt auf jeden Fall immer diese ersten 5 Stunden (und in der Regel auch die Therapie selbst). Du verpflichtest dich auch dem Therapeuten gegenüber nichts. Nach den 5 Stunden wirds dann so einen Bogen zum ausfüllen von ihm geben und danach stellt er den Antrag, dass du die Therapie machen darfst.

Aber das sind dann ja alles Dinge die du dann siehst, wenn du meinst so eine Therapie könnte dir helfen. Dann wirst du nicht drum herum kommen einfach mal die Therapeuten anzurufen oder anzuschreiben und dann hinzugehen und schauen was das denn so ist.

Ich kann dir garantieren, dass du wahrscheinlich ein relativ einfacher "Fall" für einen Therapeuten bist. Die behandeln Schizophrene oder Leute die gar nicht mehr aus dem Haus kommen oder bei Klienten herscht so ein Chaos (da ist der gestorben und da ist dieses passiert), da muss der Therapeut erstmal so viel seelischen Müll wegschaufeln und wenn du da ankommst und sagst "Ich bin depressiv und ich fühle mich unwohl, weil mir alle sagen ich wäre still", dann sind bei dir aber so viele gute Vorraussetzungen gegeben, auf denen man aufbauen kann (wie z.B. du hast Freunde, gehst auf Menschen zu, bist bestimmt sehr gut und vernünftig erzogen,...).

Bis du vielleicht alles gelöst hast, dauerts dann schon etwas, aber du wirst bestimmt sehr schnell erste Erfolge feiern können und manchmal hilft schon ein erstes Erfolgserlebnis. ;-)

So das war jetzt wieder so viel....jetzt weiß ich gar nicht ob ich noch was sagen wollte. Glaube nicht.

Ich betreibe hier immer sehr viel Überzeugungsarbeit was die Verhaltenstherapie angeht, weil ich sie gemacht habe und der Meinung bin das sie am besten hilft. Aber du musst natürlich für dich wissen was dir gut tut und musst dich nicht von mir beeinflussen lassen. ;-)

Gutes Gelingen @:)

mSuskat3nuxss


Ah ja, wenn du einem Therapeuten schreibst, dann kannst du ihm auch direkt schreiben, um wieviel Uhr du immer Zeit hättest für die Therapie. Wenn du Studentin bist und Mittwochs immer um 9 Uhr Zeit hättest, dann kriegst du den Platz einfacher, als wenn du immer erst um 18 Uhr Zeit hast. Denn da haben die Meisten Zeit. ;-)

C(hiQ.uitxaa


:)_ :)_ :)_ :)_ :)_ :)_ :-)

Noch eine andere Frage, ich habe mal über eine Hypnosetherapie nachgedacht? Hast du davon schon mal gehört? Mitsicherheit ist mein Gedanke da schwachsinnig, aber ist es nicht möglich, dass man sich unter Hypnose einreden lässt man sei all das, was man nicht ist und kann es dann später einfach so umsetzten?

Ist glaub ich wohl zu schön um wahr zu sein? :-/

m#uskeajtnusxs


Diese Hypnosetherapie bietet z.B. auch mein Therapeut an. Wenn du auf dieser Internetseite einen Therapeuten suchst und dann auch seinen Namen klickst, dann gibt es da den Punkt "Verfahren". Da steht dann z.B. Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, Traumatherapie, Systemische Therapie,...

So Sachen wie die Hypnotherapie sind halt einfach Weiterbildungen bzw. Fortbildungen und dann kann der Therapeut das anbieten. Eine ganze Therapie lang sich nur hypnothisieren lassen und meinen damit schafft man Probleme aus der Welt, das klappt nicht. Aber wenn du das mal testen willst, dann such dir einen Therapeuten das unter anderem anbietet und dann sagst du ihm du willst das mal in einer Stunden ausprobieren. So etwas kann unterstützend sein und auch wirken, aber als alleinige Therapiemethode wird dir das langfristig sicher nicht helfen. Aber du kannst dich da auch von einem Therapeuten beraten lassen, wenn der Therapeut gut ist, ist er da auch ehrlich. ;-)

CRhiQVuitaxa


Falls es euch interessieren sollte, ich hab vergangenge Woche bei ein paar Psychologen angerufen und, Oh wunder, sogar einen gefunden der für mich kommenden Dienstag schon einen Termin ausgemacht hat. Da hab ich aber Glück gehabt :-).

Danke an euch vorallem muskatnuss, glaube ohne eure Zusprüche hätte ich es so schnell nicht geschafft @:)

mruskaOtnuss


Na siehst du. Das Leben ist wirklich oft nicht einfach, aber manche Dinge sind doch so leicht. ;-)

Super das du sofort angerufen hast und schon hat das mit einem Termin geklappt. Manchmal muss man auch einfach ein bisschen Glück haben. ;-)

Dann viel Freude und Glück bei der Therapie. @:)

C!hell+y91


Sei stolz auf dich @:)

S:ound/bear7x7


Hallo, erstmal Glückwunsch zum Gang zum Psychologen.

In der Tat sind die bei professioneller Hilfe die erste Adresse. Habe mich da auch lange gedrückt und freue mich bereits auf den nächsten Termin. Klingt komisch, aber wenn man Hilfe bekommen, geht man gern hin!

Habe noch deine Threads zu den Zwängen gefunden. Hängt das jetzt zusammen?

Ich muss dazu sagen, dass ein Tick kein Zwang ist. Also sowas wie Fingernägel kauen, Finger knacksen, etc. sind keine Zwänge, sondern blöde Angewohnheiten. Da gibts riesige Unterschiede. Zwänge beherrschen das Leben einer Person – wo, wie zB zum Teil meine Angst mein Leben beherrscht.

Und (um zu helfen) muss ich noch mal nachhaken:

Hast du eine richtige Depression (klinisch) oder bis Du "nur" einsam und deshalb niedergeschlagen? Das sollte man schon unterscheiden, weil eine Depression (Stoffwechselstörung) schon nen Tick was anderes ist, als Einsamkeit oder event. eine soziale Phobie o.ä. – ich meine, dass wird der Psychologe ja feststellen, wäre nur mal hilfreich.

Ich kann dich sehr, sehr gut verstehen und manchmal wünschte ich mir, dass man die Leute hier kurz mal aufn Kaffee einladen und etwas aufbauen könnte. Man liest so unglaublich oft, dass Menschen einsam sind. Allein und einsam sind ja auch noch mal zwei Schuhe. Ich habe zB keinen Partner, wobei das Singleleben auch Vorteile hat, man natürlich auch gewisse Sehnsüchte hat – bin aber keinesfalls einsam, habe viele gute Freunde, denen ich auch alles erzählen kann und bin auch hier und da auf Partys etc. ... ein guter Tipp Freundschaften zu knüpfen sind gemeinsame Interessen und da gibts prinzipiell auch immer was zu reden. Vielleicht hast Du ja ein spezielles Hobby, o.ä. – zumindest wäre ein (sehr sehr guter) Ansatz, da es auch nicht künstlich wirkt.

Auf der anderen Seite steht dein Kommunikationsproblem. Wenn man abends auf Veranstaltungen ist, muss man natürlich auch Initiative ergreifen und Gespräche "anzetteln" und du wirst sehen, dass es keinesfalls an DIR liegt, sondern lediglich an deiner ART! Das ist ein extremer Unterschied. Mache dich also nicht schlecht, denn dein Verhalten ist doch nicht mit dir verwachsen. Du kannst es ändern und musst es als Chance sehen, nicht als Verdamnis. Du musst als lediglich am WIE arbeiten und dabei kann dir der Psychologe helfen! Es wird sicher auch so kommen, dass er dich direkt mit Situationen konfrontiert, die du vermieden hast – fremde Leute anreden, etc. – glaube mir, wenn hier erstmal die große Blockade gefallen ist, wirst du "mutiger". Ich kann das so selbstsicher behaupten, da ich als leichter Stotterer hier einschlägige Erfahrungen sammeln durfte und heute zb absolut gelassen zu Kundenmeetings gehe. Das alles wurde auch erst besser, als ich quasi gezwungen war mit den Situationen fertig zu werden. Die typische Konfrontationstherapie ist für viele Belangen nach wie vor das Mittel der Wahl.

Das Grübel macht die Sache auch keineswegs besser. Trage stattdessen die Ziele zusammen und überlegen, wie du daran arbeiten kannst. Über Dinge nachzudenken, die man nicht ändern kann oder die schlecht sind, sind wenig produktiv. Und wenn du dich unbedingt damit beschäftigen willst, dann positiv, indem Du dir ganz konkret Ziele stellst. Ändern heißt auch immer (unbequem) an sich arbeiten, aber sobald sich erste Erfolge einstellen wird daraus ein Selbstläufer.

LG Soundbear

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH