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Depression? Burn Out? Mein Körper macht mich kaputt...

JCohnDoUe3x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin eigentlich so der passive Zuschauer und und habe mir hier viele, viele Beiträge durchgelesen, da ich selber unter sehr schweren Panikattacken (Depressionen -> Burn Out) leide.

Aber so langsam kann ich nicht mehr und möchte in die Runde hören, ob es Erfolgsgeschichten von Leuten gibt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Ich bin jetzt 31 und damals mit 16 ausgezogen, habe mir also demnach schon recht früh beigebracht auf mich selber aufzupassen und alles mit mir selber auszumachen. Das ist gar nicht negativ gemeint, ich war immer mein eigener bester Freund und konnte für mich Probleme sehr gut lösen.

Ich möchte nicht auf die Details dieser Jahre eingehen, es sollte genügen wenn ich bemerke, daß ich bei einem Überfall beinahe umgebracht wurde und meine langjährige Lebensgefährtin und ich uns vor ca 1 1/2 Jahren ziemlich hässlich getrennt haben.

Diese Zeit(en) waren natürlich sehr belastend für mich, aber auch sie habe ich gut gemeistert und hinter mich gebracht.

Dachte ich, dann ging der ganze Mist los.

Gegen Mitte letzten Jahres, als ich wieder zur Ruhe kam und eigentlich alles in Ordnung zu sein schien, entwickelte ich Herzrhythmusstörungen und schwere Panikattacken. Was danach kam, kann man auch in den meisten anderen Berichten hier lesen.

Todesangst, Krankenhaus, Kardiologe, Endokrinologe, Magenspiegelung, Allergologe, etc... Alles ohne Befund.

Inzwischen habe ich die Tatsache akzeptiert, daß mit mir etwas nicht stimmt. Ich versuche so gut wie es geht mit der Situation umzugehen, was zumindest zur Folge hatte, daß ich kaum noch Panikattacken und Herzrasen bekam.

Etwas bringt mich aber nach wie vor an den Rand der Verzweiflung: Seit Beginn meiner Probleme scheint es so, als würde mein Körper durchgehend (negativ) um Aufmerksamkeit schreien. Ich habe in diesen Monaten, zusätzlich zu den oben genannten Dingen, alle mögliche Symptome durchgemacht:

Lebensmittelunverträglichkeit, Herzstechen, Schwindel, Reizmagen/Reizdarm, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Dünnpfiff, etc, etc...

Es kam nicht alles gleichzeitig, sondern schien sich abzuwechseln. Früher hatte ich kein Problem damit, eine Familienpizza alleine zu essen. Plötzlich konnte ich eine Pizza noch nicht mal mehr angucken und ich bekam schon Herzrasen und Schwindel. Das zB resultierte in einem Verdacht auf Histamin Intoleranz- aber was soll ich sagen, plözlich verschwand dieses Problem und ein nächstes trat auf.

Eine Zeit lang hatte ich ziemlich hohen Blutdruck (180/100) und bekam kurzzeitig Medikamente dagegen. Zwei Wochen später, ich nahm keine Medikamente mehr, hatte ich einen zu niedrigen Blutdruck (100/70).

Das macht es so unglaublich schwer, sich auf ein Problem zu konzentrieren, um es in den Griff zu bekommen.

Vor kurzem schien es jedoch so, als hätte ich fast alles hinter mir.

Seit ein paar Tagen aber, habe ich Pfeifen auf den Ohren, bin extrem müde/abgeschlagen und meine Nervosität geht wieder los. Das geht soweit, daß ich wieder Herzrhythmusstörungen bekommen.

Der Witz dabei ist, ich weiß noch nicht mal ob es wirklich Rhythmusstörungen sind. Ich bekomme ein Blähgefühl in der Mitte meines Brustbeins (Magen?) und spüre (manchmal) danach mein Herz einmal deutlich(er) schlagen- und bilde mir zumindest ein, daß das eine war.

Dazu kommt, daß ich einfach nicht mehr in der Lage bin, Freude oder positive Emotionen zu empfinden. Überraschungen oder Aufmerksamkeiten gehen einfach an mir vorbei. Ich erwische mich selber dabei, daß ich in gewissen Situationen nun dieses Gefühl von Glück empfinden sollte... und dann warte und warte... aber es passiert nichts.

In der Arbeit bin ich nur damit beschäftigt, daß keiner etwas mitbekommt und daß ich meine Arbeit noch irgendwie geschafft bekomme.

Nachts schlafe ich zwischen 4 und 6 Stunden und wache wie gerädert auf. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie es ist, frisch und ausgeschlafen aufzustehen. Zum Glück jedoch, werde ich von keinen Träumen verfolgt oder wache mit irgendwelchem wirren Mist nachts auf.

Es ist so unglaublich schwer daran zu glauben, daß die Untersuchungen nichts ergeben haben und mit mir wirklich (körperlich) alles in Ordnung ist. Es geht soweit, daß ich mich schon von meiner Familie 'verabschieden' möchte und Ihnen sagen, was sie mir bedeuten- weil ich davon ausgehe, daß ich bald einfach.. weg bin.

Das Einzige was im Laufe der og Untersuchungen gefunden wurde (Magenspiegelung), daß ich eine 'klaffende Kardia' /kleine Hiatus Hernie habe und weiter auf Short Barret untersucht werden muss. Hier wurde vermutet, daß ich gewisse Dinge aufgrund meiner Panikzustände in meinem Magen 'mißempfinden' könnte, die eigentlich gar nicht schlimm sind (Druck Aufbau zum Herzen).

Aber das kommt doch nicht von einen Tag auf den anderen?

Ich weiß nicht ob jemand wirklich diesen ganzen Text lesen wird. Ich bin gerade selber überrascht, wieviel ich schon geschrieben habe.

Wenn jemand Ähnliches durchgemacht hat und aus der Sache wieder rausgekommen ist, würde es mich sehr "freuen" (wenn ich das noch kann..), wenn er/sie die Geschichte mit mir teilen würde.

Danke.

Antworten
G|ro$ttixg


Klingt schon sehr nach beginnender Depression, da solltest du schnell gegen wirken, bevor es chronisch wird oder noch schlimmer. Wenn ich deinen Text lese, ist mein Eindruck, dass du mal dringend Ruhe brauchst und abschalten musst. Ich bin keiner der gleich einen stationären Aufenthalt empfiehlt, bei dir denke ich, dass es helfen würde mal für ein paar Wochen in eine psychosomatische Kur zu gehen.

dNist@r.a0x5


Ich glaube, es ist typisch für Depressionen, dass man erst mal nach körperlichen Ursachen dafür sucht, dass es einem so schlecht geht. Es ist sicher sinnvoll, mit Deinem Arzt zu reden und zu überlegen, ob Du mit einem Therapeuten sprechen magst.

sMnowOwitxch


Hallo JohnDoe31

ich mache das schon seit vielen Jahren mit. Mittlerweile schäme ich mich, wenn ich mal wieder zum Arzt gehe. Die denken doch ich bin ein Simulant. Aber ich hab all das auch. Panikanfälle, Herzstolpern, das Gefühl, als ob ich ins Leer trete und stürze, Migräneanfälle, Schwindelgefühl, Reizdarm, Reizmagen, Bluthochdruck, zu niedriger Blutdruck usw. usw. Seit Weihnachten kann ich kaum noch etwas essen, einfach kein Hungergefühl, dafür ständig Kopfschmerzen, Müdigkeit und Durchfall.

Ich bin seit 2002 immer wieder in Psychotherapeutischer Behandlung, aber gebracht hat es nicht wirklich etwas. Dazu bekomme ich Opipramol, Valdoxan und an besonders schlimmen Tagen Lorazepam.

Bei mir liegt es an sexuellem Missbrauch durch meinen Vater in der Kindheit, den ich lange nicht verarbeitet habe. Dazu kam eine psychisch kranke Mutter, die mich emotional vernachlässigt hat. Seit 4 Jahren kümmere ich mich um meine Eltern, die mittlerweile schwer krank sind und seit Weihnachten Pflegefälle.

Raten kann ich dir da leider nichts. Prognosen gibt es wohl auch nicht. Ich kann dir nur raten zu einem guten Neurologen zu gehen und dir einen Therapeuten zu suchen.

K\aesxh


Also Burn out habe ich selber (bin 16) und versuche müdigkeit u ä mit extrem viel Sport zu unterdrücken...das wirkt auch, sobald ich jedoch 2 tage nichts mache kommt das wieder depressionen hab ich nicht und bin auch froh, ich kenne viele leute die ziemlich starke haben und schon eher die ecke borderline sind. ich war in der reha hochried bei murnau (in Bayern) und habe dort viel unterstützung bekommen (hat aber meine krankenkasse gezahlt privat kommt das sehr teuer).

Zum Thema Depressionen kann ich nur sagen es hilft neue nette Leute kennenzulernen und irgendetwas zu machen um sich abzulenken, also Sport Arbeiten oder wenn man gut darin ist Feiern (ohne dabei immer der depp zu sein der unterm tisch in seiner eigenen kotze pennt). Was immer hilft ist die Liebe ;-)

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