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Beziehung mit einem Borderliner

lHoona|216 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich stehe etwas neben mir, denn die letzten Tage waren ziemlich chaotisch. Was Rede ich, eigentlich auch die letzten Wochen und Monate.

Ich habe den Verdacht dass der, den ich liebe, Borderliner ist. Auf die Idee kam nicht ich, sondern meine Therapeutin, zu der ich ursprünglich mal aus ganz anderen gründen ging, was aber jetzt nichts zur Sache tut. Ich bin ziemlich schockiert über diesen Verdacht und lese so viel ich kriegen kann über diese Krankheit.

Ich komme nicht klar damit, worauf ich mich eingelassen habe, und Voralpen wie man da wieder raus kommt. Ich möchte gezielt Menschen ansprechen, die in einer Partnerschaft mit einem Borderliner sind, waren oder gar selbst betroffen sind.

Meine Absicht ist mehr über diese Krankheit zu erfahren und erfahrungen mit anderen auszutauschen.

Ich fühle mich mit meinem "Problem" gerade recht alleine, bin mir aber sicher, dass es ein paar gibt die ihre Erfahrungen damit gemacht haben.

Danke, liebe grüße Loona

Antworten
h3ag-tvysUjxa


wo genau manifestiert sich dein problem? was macht dich an der beziehung fertig, welche verhaltensweisen sind dir so aufgefallen?

l7oona[216


na ja, wir haben keine richtige Beziehung, das mal vorweg. wir kennen uns ca ein Jahr und haben schon viel gemeinsam erlebt. Die ganze Zeit besteht aus extremer Nähe auf der einen Seite und extremer Abweisung auf der anderen Seite. Hinzukommt, dass seine Ex, eine diagnostizierte Borderline Störung hat und ich habe ein komisches Gefühl, wovon ich jetzt einfach mal erzähle.

Ich glaube es hat sich zu einem Rollenspiel entwickelt. Ich bin "er" und er ist "sie". Klingt verrückt, ich weis, ich will versuchen es zu erklären. Ich war immer da für ihn, habe ihn in Phasen tiefer Depression versucht zu unterstützen, es ging immer nur um ihn. Sobald ich selber mal Schwäche zeige, wird er regelrecht böse. (in Worten) er zieht sich dann zurück und sagt ich solle aufhören zu jammern, er habe schließlich viel größere Probleme. Er ist sehr widersprüchlich, redet in der einen Stunde davon, dass ich sein ein und alles bin, dass er mit mir den Rest seines Lebens verbringen will. In der nächsten Stunde weist er mich von sich und braucht "Ruhe". Ich würde ihn blockieren, etc. Ich habe nie einen Menschen kennengelernt, der in guten Zeiten liebenswürdiger sein kann als er. Ich habe aber auch nie jemanden erlebt, der mir schon so viele Dinge so glaubwürdig versprochen hat und dann nicht gehalten hat. Jeder vernünftige Menschh sagt mir, ich solle mich bloß fernhalten. Aber so einfach ist das nicht! Er ist oft sehr depressiv und sagt sehr oft dass er nicht mehr leben möchte. Da kann ich nicht einfach gehen. Es ist schwer zu verstehen, und ich vermute mich kann nur jemand verstehen der ähnliches erlebt oder erlebt hat. Das ist jetzt nur ein kleiner Teil, will nicht gleich seitenweise hier voll schreiben.

C*atFan+Lu5cie


Kurz zu mir, ich bin seit Jahren Borderliner. Bin verheiratet und habe 2 Kinder. Ich habe viel hinter mir, schwere Depressionen, Selbstverletzung, habe Mensche die ich liebe emotional verletzt.

Das erste was du tun solltest ist mit ihm zu reden wenn er eine gute Phase hat. Das was du berichtest klingt noch nicht ganz nach einer BPS (Borderline-Persönlichkeitsstörung), sowas kann auch ein Laie nicht diagnostizieren, da braucht man einen Fachmann. Kann auch "nur" eine Depression sein. Aber letzten Endes ist es egal was es ist, es ist eine Krankheit und er macht es nicht um dich zu ärgern. Er kann nicht anders.

Macht er eine Therapie? War er mal in einer Klinik? Was sagt er selbst zu seinem Verhalten? Wie alt ist er? Arbeitet er? Wie läuft es beruflich bei ihm?

looona+216


solch eine Diagnose lässt sich ganz sicher nicht durch einen Laien oder Vermutungen stellen. Es war meine Therapeutin die mich auf diese Idee gebracht hat. Sie kennt ihn ja nicht, aber hört sich schon ein Jahr meine Sorgen und Gefühle mit ihm an. Eine Depression hat er vermutlich, ich weis er hat schon desöfteren Antidepressiva genommen. Ich sage nicht, dass er das alles extra tut, und ich will ihn auch eigentlich gar nicht im Stich lassen. ich gerate nur selber immer mehr an meine Grenzen bzw gehe darüber hinaus. Leider macht er keine Therapie und reagiert auf dieses Thema auch eher gereizt. Ich habe das nur ganz selten mal vorsichtig angesprochen. Er hält Psychologen alle für Quackshalber und verlogen. Nein, er war auch meines Wissens nach nie in einer Klink. Er ist 30, hat eigentlich einen ganz guten Job, aber hasst diesen und provoziert durch sein Verhalten meines Erachtens mehr oder weniger eine Kündigung oder Abmahnung.

Es geht mir nicht darum ihn loszuwerden. Es geht mir um das Verstehen seines Verhaltens und einen Weg zu finden damit umzugehen

laoonaG21x6


ich habe im netz auf einer seite borderlinezone.org einiges gelesen, was mich extrem schockiert hat. ich kann nur hoffen, dass die realität nicht ganz so hoffnungslos und böse ist, wie sie dort dargstellt wird

hsag-tNysjxa


er kommt aus einer borderline-beziehung? das knn auch einiges erklären.

ich selbst habe solche beziehung hinter mir und selbst eine ptbs (boarderline stand immer wieder im raum, aber beim test wir ich irgendwie grenzwertig).

es war schwer. svv beim gegenüber zu ertragen ist ungleich fieser, als es selbst bei sich zu tun.

auch mein rat: rede mit ihm in guten zeiten. boarderline ist keine entschuldigung für jedwelches verhalten.

in meiner ex-beziehung haben wir in einer ständigen sinus-kurve gelebt. es war ein hochintelligenter, wortgewandter und tierisch interessanter mann, leider nur begrenzt empathisch und eben klinisch schwarz-weiß fühlend und unstet.

egal ob bei ihm nun eine krankheit dahinter steckt oder der charakter so ist: mach dich bemerkbar, wenn dich etwas stört, redet, findet gemeinsame wege. und wenn du nicht abwendbaren schaden nimmst: geh – wie in jeder anderen beziehung.

inzwischen bin ich glücklich verheiratet – mit kind.

hna'g-tySsja


achso : hau diese seite in den papierkorb. vieles stimmt, vieles kann, muss aber nicht sein – erst recht nicht in den beschriebenen ausprägungen.

lho>ona21x6


na dann ist ja gut. diese seite hat mich sehr beunruhigt. denn das was da beschrieben wird, gleicht ja einer hölle auf erden für die eigene seele. du beschreibst das sehr auf den punkt gebracht, eine sinus-kurve. genauso fühle ich mich auch. dieses ständige hin und herzerren an mir. dieses ständige wechselbad zwischen dem einen und dem anderen extrem. ja, er kommt aus einer borderline beziehung, meiner meinung nach hat er das alles längst nicht überwunden, wie auch, ohne einischt und hilfe/rat annehmen. immer wenn ich mich zurückziehe "fängt" er mich wieder ein, es ist zum heulen. aber genau dieses wieder einfangen möchte ich ja. es ist wirklich absolut verrückt!!!! habe angst selbst irgendeine störung zu bekommen, wenn ich sie nicht schon längst habe, jeder normale mensch, wäre längst weg!

l[o{onka216


achso, und wenn ich mich nicht zurückziehe und öffne, zeiht er sich zurück. bekloppt, einfach nur bekloppt!

INsabxell


solch eine Diagnose lässt sich ganz sicher nicht durch einen Laien oder Vermutungen stellen. Es war meine Therapeutin die mich auf diese Idee gebracht hat.

Deine Therapeutin vermutet es – laut Deinen Erzählungen (die ja zwangsläufig einseitig sind)....das kann man ebenfalls nicht annähernd mit einer Diagnose gleichsetzen. Ich verstehe auch ehrlich gesagt solche Therapeuten nicht....aber andere Baustelle.

Und dann ist dieses "Nachlesen in Foren" nahezu 'tödlich'. Wenn man das macht, sollte man da in dem Wissen herangehen, dass dort auch wiederum nur einseitige Berichte zu lesen sind.

Wahrnehmung über Dritte, bzw. von Dritten als ultimative, objektive Wahrheit anzunehmen und dazu noch zu pauschalisieren ist ein unguter Weg. Denn der sieht bei Dir momentan so aus:

- er ist Borderliner

- und Borderliner sind so und so drauf.

Das ist aber schlicht und einfach falsch. Es gibt nicht "den" Borderliner. Es gibt auch hier bestimmte Eckpfeiler die herausstechen, wobei es wiederum bei Borderline da so Einige gibt, die nicht allesamt auf Jeden zutreffen müssen. Und das Zusammenspiel diverser Eckdaten UND der sonstigen Persönlichkeit der Person macht dann den Menschen gesamt aus.

Sicher gibt es einige Parallelen, Problematiken, die dieselben sind – dennoch kannst Du nicht von einem Forum auf Deinen Freund schließen.

l1oona'21x6


Hallo Isabell, ja du hast schon Recht. Das Resultat ist nun dass ich so denke wie du es sagst.

Mir ist schon klar, dass ich nicht von Beiträgen aus einem Forum darauf schließen kann, was sein Problem ist. Ich will ja auch gar nicht, dass mir jemand sagt, ok..er ist so und so.. dann ist er sicher ein Borderliner. Ich wollte lediglich mehr über diese Krankheit erfahren, das ist alles. Ob mich das dann weiterbringt kann ich nicht sagen, aber im Moment beschäftigt es mich eben massiv

HYel$ia 8x0


Hallo loona 216

Hier ein Buchtipp für dich.

Wenn dich das Thema interessiert, ich fand das Buch sehr hilfreich. Vergiss die Seiten im Netz, zuviele Vorurteile und Schubladendenken.

LG @:)

h ag-tyxsja


tja, du kommst um ein gespräch nicht drum herum.

frag ihn, warum er so abweisend ist, was lost ist....

er kann schon immer einfach so ein mensch gewesen sein, es kann "abgefärbt" haben, er kann tatsächlich ein wie auch immer geartetes problem haben.

ich habe einen narzissten, einen paranoid schidzophrenen und auch einen boarderliner in der beziehung erlebt. in vielem waren sich die verhaltensweisen ähnlich.

solange er keine psychologische hilfe in anspruch nehmen will, würde ich ihn an deiner stelle als charakterschwein sehen – anziehend aber eben auch belastend.

l~oon>a2x16


danke für den Buchtipp!! Hatte ich auch schon entdeckt.

@ hag-tysja,

da hast du aber wirklich schon eine bunte palette an erfahrungen gesammelt! wie hast du es geschafft dich aus diesen beziehungen wieder zu lösen?

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