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Wie geht es weiter? Schule, Ausbildung, Therapie?

tth%e sh$adowWgirl hat die Diskussion gestartet


Moin Moin,

nach einiger Überlegungszeit werde ich mich nun auch mal hier ausheulen und Rat suchen. Vielleicht hilft es mir ja, klarer zu denken und eine Entscheidung zu treffen :-)

Kurzfassung der Vorgeschichte:

Vor einigen Jahren wurden bei mir Depressionen, eine Angststörung, soziale Phobie und einiges Weiteres diagnostiziert. Hinzu kommt mittlerweile eine Schilddrüsenunterfunktion, von der ich nicht weiß, wie lange ich sie wirklich schon habe. Depressionen, Panik und SVV bestanden auf jeden Fall schon vor Beginn der Pubertät, wurden mit 13/14 dann aber richtig schlimm.

Mit 17 1/2 habe ich einen Versuch gestartet, an der Berufsfachschule die mittlere Reife nachzuholen. Durch die psychischen Erkrankungen und Blutverdünnereinnahme, die mich ziemlich belastet hat, habe ich die Schule mit 18 abgebrochen. Kurz darauf begann ich ein Fernstudium, an dem ich nun noch immer sitze. Ich bin mittlerweile 24. Mittlerweile ist mir auch bewusst, dass ich das Abitur nie hätte anstreben sollen. Mir hätte auch die Mittlere Reife gereicht, aber ich wollte/will ja, dass mein Vater stolz auf mich ist.... %:|

Tja, nun kommt's. Ich habe mittlerweile knapp die Hälfte des Lehrganges erreicht. Außer in Mathe und Spanisch bearbeite ich überall die ersten Hefte der Oberstufe. Mal kann ich gut lernen, dann kann ich wieder gar nicht lernen. Entweder kann ich mich gar nicht erst aufraffen oder ich bin elend langsam, weil ich mich nur sehr schwer konzentrieren kann. Ich vermute, dass auch die Angst, dass Abitur nicht zu schaffen, mich sehr stark blockiert. Dazu setzt ich mein Vater noch zusätzlich sehr unter Druck :°(

Vor kurzer Zeit habe ich mein Antidepressivum gewechselt und habe das Gefühl, dass es langsam besser werden könnte.

Nun erhielt mein Vater mal wieder einen Brief der Familienkasse. Da ich eigentlich nun die Prüfung schon gemacht haben müsste, da ich eh über der Regelstudienzeit liege, wollen sie einen Nachweis über den Ausbildungsabschluss. Ab April wird nichts mehr gezahlt und wenn der Nachweis nicht erbracht wird, fordern sie über 4000€ zurück.

Nicht genug, dass mich das nicht genug unter Druck setzt – nein, mein Vater erzählt mir dann am Telefon noch irgendeinen Mist, wenn er das zahlen muss, kann er sich aufhängen. Und er könne ja nochmal Widerspruch einlegen, aber bis Oktober MUSS ich fertig sein. Und sonst streicht er auch den Unterhalt, dann soll ich ihn halt verklagen. Er ist der Meinung, ich will ja gar keine vernünftige Lehre machen.

Die Familienkasse ist ja nichtmal das Schlimmste für mich – aber da mein Vater ständig fragt und drängt und was weiß ich, dass ich fertig werden muss und was ich gemacht hab und ob ich jede Woche was wegschicke und so, kann ich ihm nie die Wahrheit sagen und sage halt, ja hab ich. Fertig. Noch mehr Druck kann ich nicht gebrauchen.

Nun stehe ich dann wieder davor, dass er eine Bescheinigung über die eingesendeten Aufgaben benötigt. Die wieder ziemlich mau ausgefallen sind :-(

Zu meinem Arzt muss ich auch noch und ein Attest besorgen, dass ich wirklich krank bin. Der Familienkasse liegt sogar ein Medizinisches Gutachten von 2010 vor, aber das wird wohl nicht mal annähernd berücksichtigt... :°(

Ich weiß nicht, ob ich das Abitur noch schaffen kann und will :°( Breche ich ab, habe ich mehrere tausend Euro aus dem Fenster geworfen. Mein Vater wird mir wieder Druck machen. Und ich stehe nur mit Hauptschulabschluss da.

Zurzeit bin ich am Überlegen, mich ausbildungssuchend zu melden, damit erstmal das Kindergeld für die nächsten Monate gesichert ist – und mich dann einfach zu bewerben, bewerben, bewerben. Wenn ich was kriege, ist es gut. Aber soll ich das wirklich tun? Und das Abi ggf. komplett hinschmeißen?

Kann ich wirklich fünf Tage die Woche, acht Stunden am Tag arbeiten?

Ich renoviere zurzeit eine Wohnung für meine Mutter – mir tut die körperliche Arbeit gut. Das merke ich. Auch dass ich aus dem Haus muss, um etwas zu tun. Aber ich merke auch, wie anstrengend es ist und wie schnell ich nicht mehr kann :°(

Ich glaube, mehr schreibe ich erstmal nicht. Sollte wohl reichen. Und wenn ich so auf die Uhr sehe, sollte ich mich ranhalten und meine Arbeit beenden...

Vielleicht hat ja jemand einen Rat für mich.... @:)

Antworten
mcusk{at~nuxss


wurden bei mir Depressionen, eine Angststörung, soziale Phobie und einiges Weiteres diagnostiziert.

Ist das denn behandelt worden? Mit Erfolg?

Dinge tun, die man eigentlich nicht will oder für andere, damit sie stolz sind führt irgendwann immer in einen großen Konflikt. Mit sich selbst. Es ist vielleicht möglich etwas zu tun was man nicht so gerne mag, aber dann muss man wissen wofür. Ich studiere und nicht jedes Fach füllt mich mit Begeisterung, aber es ist halt einfach eine weitere Feder die ich sammeln muss um den Abschluss zu kriegen.

Aber das Wichtigste ist, dass studieren oder eine Ausbildung machen nicht der Lebensinhalt sind. Genauso wenig wie Arbeiten gehen. Das ist Mittel zum Zweck um sich seine Lebensträume zu erfüllen.

Ich weiß ich möchte zwischen Anfang bis Mitte 30 eine Familie gründen (das ist eins der Lebensziel) und das ist das was mich antreibt. Und alles was bis dahin passiert ist variabel und nicht so entscheidend. Das Studium und die darauf folgende Arbeit ist nur Mittel zum Zweck. Natürlich ist es ein toller Lebensabschnitt den ich mal mehr, mal weniger genieße, aber man muss es auch nicht so ernst nehmen, dass man daran zerbricht. Aber trotzdem sollte man das studieren/arbeiten, was man gerne mag oder was einen interessiert. Wenn das nicht gegeben ist, dann kommt der Konflikt. Aber du arbeitest ja eigentlich daran, später eine große Auswahl an Berufen zu haben und was will man mehr?

Überleg dir was du im Leben eigentlich willst. Ganz wichtige Frage: Wie sieht dein Leben in 10 Jahren aus? Wo lebst du, was arbeitest du, wie stellst du dir dein Leben vor?

Zurzeit bin ich am Überlegen, mich ausbildungssuchend zu melden, damit erstmal das Kindergeld für die nächsten Monate gesichert ist

Kindergeld gibt es aber nur bis Ende 24, bzw. ab deinem 25. Lebensjahr nicht mehr. Also das wären wirklich nur noch Monate. Das schlimmste ist letargisch zu reagieren und in seine Einzelteil zu zerfallen und irgendwas überhastetes zu machen. Wenn da von der Kasse 4000€ verlangt werden, erstmal mit den Leuten da sprechen. Anrufen, einen Termin ausmachen, alles abfragen, Situation schildern, usw. Es kann sein, dass es absolut keine Verhandlungsbasis gibt und du mit den 4000€ leben musst. Aber das würde ich herausfinden. Nicht nichts machen und abwarten, sondern einfach mal nachfragen.

Wenn du bis Oktober 4000€ nachzahlen musst, dann überleg dir wie man das regeln kann. Kannst du einen Nebenjob annehmen? Zumindest vom Kindergeld her kannst du seit 2012 so viel verdienen wie du möchtest, ohne Abzüge. Wie sich das mit den jeweiligen Kassen verhält, weiß ich nicht. Auch da, herausfinden.

Ich habe Kollegen bei meinem Nebenjob, die haben keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern, kriegen keinen Euro von denen und studieren auch und haben eine kleine Studentenwohnung und leben ihr Leben. Was braucht ein Student schon groß?

Der Familienkasse liegt sogar ein Medizinisches Gutachten von 2010 vor, aber das wird wohl nicht mal annähernd berücksichtigt

Auch hier, nachfragen warum. Den Leuten einfach auf den Füßen rumstehen.

Zurzeit bin ich am Überlegen, mich ausbildungssuchend zu melden

Mach das was du für richtig hältst. Eine Ausbildung machen, um 130€ Kindergeld im Monat zu bekommen, oder weil du eine Ausbildung für das Richtige hältst?

Es gibt immer Dinge im Leben die können wir nicht beeinflussen, die passieren einfach. Aber was mach im Leben macht, oder was man arbeitet, oder ob man studiert oder eine Ausbildung macht, oder Abitur oder nicht, das kannst du selbst zu einem sehr großen Teil selbst beeinflussen. Du weißt das du etwas kannst, du machst ein Abi und hast schon einige Prüfungen, aber du musst dir im Klaren sein wofür du das Abi brauchst. Einfach nur machen, damit jemand stolz ist ähnlich wie für 130€ im Monat auf Ausbildungssuche gehen. Überleg dir mal was du mit dem Abi eigentlich machen willst.

Setz dir ein Ziel, schmiede Pläne und lebe dein Leben. Und mach vor allem was du willst und für richtig hältst. :)^

Und mein Rat immer, auch weils hier im Psychologieforum ist, wenn du damit große Probleme hast, dann überleg mal ob dir eine Psychotherapie helfen könnte. ;-)

@:)

t!he szhadEowgxirl


Danke für deine Antwort @:) Hatte schon Angst, es kommt gar nichts ;-)

Dann mal der Reihe nach:

Ist das denn behandelt worden? Mit Erfolg?

Ich nehme seit Jahren Medikamente, war bis Anfang 2009 regelmäßig beim Psychiater und 2007 5 Wochen in einer Fachklinik für Psychosomatik. Der Erfolg... es geht mir besser als vor einigen Jahren, aber bei Weitem noch nicht gut {:(

Überleg dir was du im Leben eigentlich willst. Ganz wichtige Frage: Wie sieht dein Leben in 10 Jahren aus? Wo lebst du, was arbeitest du, wie stellst du dir dein Leben vor?

Das ist eine gute Frage. Ich wollte eigentlich immer den "regulären" Weg gehen. Schule, Ausbildung bzw. Studium, Heiraten, Familie gründen, ...

Gut, die Reihenfolge kann ich noch immer einhalten, aber später als ich gehofft hatte... Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich spätestens mit Anfang 30 Mutter werden kann. Mein Freund und ich werden ja auch nicht jünger ;-)

Kannst du einen Nebenjob annehmen? Zumindest vom Kindergeld her kannst du seit 2012 so viel verdienen wie du möchtest, ohne Abzüge.

Ich arbeite schon nebenbei als Freie Journalistin – mehr kann ich zurzeit allerdings nicht dazu verdienen, weil ich mich dann selbst krankenversichern müsste. Und das wären halt auch wieder 150€ im Monat :( und wie viel ich jobmäßig mehr schaffen würde, wäre halt auch die Frage. Ich gerate zeitweise mit meinen Terminen schon ziemlich an meine Grenzen....

Mach das was du für richtig hältst. Eine Ausbildung machen, um 130€ Kindergeld im Monat zu bekommen, oder weil du eine Ausbildung für das Richtige hältst?

180 ;-) Nur wegen dem Kindergeld wäre es jetzt aber nicht.

Ich weiß generell nicht, ob ich das Abi überhaupt durchstehen kann. Ich komme mit dem Lernen nur schwer voran, ich habe Angst vor der Prüfung – nicht mal nur vor der Prüfung ansich sondern vor allem, weil ich alleine für die schriftliche Vorbereitung drei Wochen nach HH muss, dann für die schriftlichen Prüfungen zwei Wochen und die mündliche Vorbereitung und Prüfungen kommen dann auch noch... Und alleine die Prüfungen mit Fahrtkosten, Übernachtung und Verpflegung werden mich dann wohl noch 1500-2000€ kosten. Ich habe zurzeit keine Ahnung, wie ich das alles durchstehen soll :-(

EIn Teil von mir will eine Ausbildung machen – aber dann ist da vor allem die Frage: Wer nimmt mich mit Hauptschulabschluss und den Lücken im Lebenslauf? Und kann ich einen normalen Arbeitstag wirklich durchstehen?

Gestern habe ich zumindest erstmal ein Attest von meinem Arzt bekommen, das ich zur Familienkasse senden kann. Nun steht mir nur noch bevor, meinem Vater beizubringen, dass ich immer noch krank bin und mit dem Lernen nicht so weit kam, wie er es hofft.

Ich überlege schon seit Tagen hin und her, was ich mache:

Ziehe ich das Abi durch? Versuche ich, eine Ausbildung zu bekommen? Wende ich mich ans Arbeitsamt, die mir schon mal eine Reha vorgeschlagen haben? Allerdings: Bevor ich für eine Reha jeden Tag nach Oldenburg fahren muss, kann ich auch gleich hier eine Ausbildung machen. Der Stressfaktor wäre wohl gleich für mich :-X

Der Plan einer Psychotherapie steht eigentlich – mein Problem ist vor allem, dass ich, wenn es mir schlecht geht, keine Energie habe, mich darum zu kümmern. Und wenn es mir dann gut genug geht, als dass ich mich darum kümmern könnte, dann kommen wieder die Gedanken, ob ich das wirklich brauche oder ob ich dann nicht jemandem, der es nötiger hat, den Platz wegschnappe... %:|

mouskat4nzuss


ob ich das wirklich brauche oder ob ich dann nicht jemandem, der es nötiger hat, den Platz wegschnappe...

Darum brauchst du dir wirklich keine Gedanken zu machen. Eine Psychotherapie wird dir helfen. Ich empfehle dir eine Verhaltenstherapie.

Depressionen, eine Angststörung, soziale Phobie und einiges Weiteres

Nachdem was du jetzt als zweites geschrieben hast, scheinen die Medikamente dagegen alleine nicht so richtig zu helfen. Ich kann das jetzt nicht einschätzen, aber du befindest dich in gedanklichen Zwickmühlen aus denen du nicht so richtig raus zu kommen scheinst. Du kannst nicht richtig lernen, hast Angst vor den Prüfungen und Angst, weil du alleine nach Hamburg musst,...da würde ich mir mal keine Sorgen machen das du jemanden den Platz wegnimmst. ;-)

Medikamente alleine werden dir da auch nicht weiterhelfen.

Wenn du eine Therapie machen magst; Hier kannst du suchen: [[http://www.therapie.de/psychotherapie/]]

Da investierst du 30 Minuten, suchst einen Therapeuten, suchst dir 5 oder 6 aus die dir sympathisch erscheinen, schreibst einen kurzen Emailtext in der du kurz deine Situation beschreibst, wie du heißt, wie du versichert bist und an welchen Tagen/Uhrzeit du Zeit hast und dann schickst du das der Reihe nach raus.

Wenn du Motivationsprobleme hast, setz dir eine Belohnung aus, sag dir wieviel Zeit du maximal dafür investierst und dann los. ;-)

Ist so mein Rat in deiner Situation. ;-)

@:)

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