» »

Seroquel, Tod durch Herzinfarkt mit 39

Wootan83 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

heute habe ich erfahren dass ein Bekannter von mir gestorben ist - er wurde über Jahre mit 1200 mg Seroquel Prolong behandelt. Er war 39 Jahre und hat immer über Nebenwirkungen, Blutdruck und seinem Herz gesprochen. Die Untersuchungen konnten keine organische Ursache feststellen. Jetzt ist er Tod er wurde durch den Betreuer gezwungen die Medikamente zu nehmen wegen der Diagnose: Psychose.

Aus dem Beipackzettel der "Medikamente":

Häufig (1 bis 10 von 100 Patienten):

-erhöhter Herzschlag

-verstopfte Nase

-Verstopfung, Magenbeschwerden (Verdauungsstörungen)

- Niedriger Blutdruck, wenn Sie aufstehen. Dies kann zu Schwindel oder Ohnmacht führen.

- Erhöhung des Blutzuckerspiegels

- Unscharfes Sehen

- Abnormale Muskelbewegungen, wie Schwierigkeiten beim Ansetzen zu Bewegungen, Zittern,

- Unruhe oder schmerzfreie Versteifung der Muskulatur.

- Abnormale Träume und Alpträume

Wie soll das einem Patienten helfen? Macht eine Patientenverfügung damit ihr nicht zur Einnahme von atypischen oder typischen Neuroleptika gezwungen werden könnt - die Verwendung von Psychopharmaka ist für mich mehr als fraglich - [[http://www.patverfue.de]]

Viele Grüße

Wotan

Antworten
s`chnectke19}85


Seroquel ist ein sehr gutes Medikament, das in immer mehr Bereichen Anwendung findet. Der Titel ist falsch, da die Todesursache nicht geklärt wurde – also auch kein Tod durch Seroquel.

Lies mal nach, was Aspirin oder Erkältungsmittel für Nebenwirkungen haben können – die sind in der Regel auch nicht so toll. Oder die Antibabypille, die noch immer "Kindern" als einziges sicheres Verhütungsmittel aufgeschwatzt wird. Davon kriegt man tolle Thrombosen, Depressionen, Migräne, Libidoverlust und andere schöne Sachen. Also mal auf dem Boden bleiben mit so reißerischen Behauptungen.

Smchitldkröetex007


Die Frage bei so einem Vorfall ist für mich eher, ob der Patient nach der Schulmedizin tatsächlich mit diesem Medikament behandelt werden darf, wenn er bererits über solch massive Nebenwirkungen klagt.

Das Gleiche gilt übrigens für die Antibabypille, Schnecke ;-)

Nur weil da vieles falsch gemacht wird, kannst du nicht verlangen, dass die Mediziner hier die gleichen Fehler mit psychisch Kranken machen sollen.

sXckhnepck@e1985


Ja, Schildi, ich weiß. Ich denke, du verstehst mich da auch richtig: Ich wollte nur sagen, dass bei "Psycho-Medikamenten" immer so ein großer Aufriss um die möglichen Nebenwirkungen gemacht wird, während andere Medikamente wie Bonbons eingeworfen werden ("ich hab Akne – also die Pille").

Seroquel ist ein Anti-Psychotikum und ich frage mich echt, was es bei einer aktuten Psychose für Möglichkeiten geben soll – außer den medikamentösen – um den Patienten wieder in die Realität zurückzuholen? Sicher sind schlimme Nebenwirkungen möglich – das bestreite ich gar nicht – aber in der Regel ist der Tod mit so einem Medikament kaum herbeizuführen. Im Gegensatz zum als harmlos geltenden Aspirin oder Paracetamol oder anderen Medikamenten, die bei Überdosierung eine hohe Letalität aufweisen.


Ich war mal in der Klapse und hab da einen Mann kennengelernt, der schizophren war. Er meinte immer, alle wollten ihn vergiften, hat mit leerem Blick vor sich hingestiert. Er musste auch mehr oder weniger zur Medikamenteneinnahme gezwungen werden. Innerhalb einer Woche hat sich dieser Mann in einen intelligenten, liebenswerten, kommunikativen Menschen zurückverwandelt, der aktiv am Leben teilnahm. Diese Entwicklung hat mich sehr beeindruckt

SFchisldkrözte0;0x7


Wenn jemand Herzbeschwerden von einem Medikament hat, muss er auf ein anderes ausweichen, dann darf er das nicht nehmen.

Genau so wie jemand der raucht, die Antibabypille nicht nehmen darf. Macht sie das trotzdem, hat sie ihren Arzt belogen oder der Arzt ist schlecht und sollte bestraft werden.

So ist meine Meinung. Es gibt genug andere Medikamente zum Ausprobieren.

Aspirin und Paracetamol ist nicht harmlos und das weiss auch jeder Arzt, darum wird es auch fast keiner bei starken oder chronischen SChmerzen verschreiben. Da gibt es immer andere Medikamente.

EpmilixeA


Erst einmal: herzliches Beileid. Das war sicher ein ziemlicher Schock.

Wie soll das einem Patienten helfen?

Nun, die Nebenwirkungen, die dort aufgeführt sind, sind natürlich nicht schön. Allerdings hat doch so ziemlich jedes Medikament Nebenwirkungen und dieses wird ja auch nicht ohne Grund verschrieben. Wären die Nebenwirkungen schlimmer als die mit diesem Medikament behandelten Symptome, wäre das etwas anderes – aber so wird es bei deinem Bekannten ja nicht gewesen sein, oder?

Die Untersuchungen konnten keine organische Ursache feststellen.

Wie sollte dann das Medikament ursächlich für den Tod deines Bekannten sein? Wenn er über seinen Blutdruck und sein Herz geklagt hat und dieses die Ursache für seinen Tod wären, müssten sich dann nicht entsprechende körperliche Anzeichen finden lassen (für einen Herzinfarkt z.B.)?

M/inva10


Hallo Wotan,

ich habe durch Zufall Deinen Beitrag über Deinen Freund und Seroquel gelesen. Du hast nur laienhafte Antworten erhalten.

Der Tod Deines Freundes lag meiner Meinung nach an dem Seroquel. Das Mittel war überdosiert und überdauert.

Meine Mutter nimmt auch Seroquel, aber nur 50mg. Von daher habe ich viel gelesen. In einem Bericht las ich, dass Seroquel nur bis 700 mg dosiert werden sollte und das nur kurzfristig. Danach sollte man die Dosis verringern.

Generell sollte man, so der Bericht, das Mittel nicht länger als 8 Monate nehmen. Die Nebenwirkungen sind dann nicht vertretbar.

Seroquel besetzt im Gehirn die Rezeptoren, die für das Dopamin zuständig sind. Das Dopamin (gilt als Glücksbotenstoff, das auch bei Heroin oder auch beim Rauchen vermehrt gebildet wird), kann nicht mehr an die Rezeptoren andocken. Nach Wochen bildet der Körper selbst neue Rezeptoren, an die das Dopamin wieder andocken kann. Das Seroquel verliert seine Wirkung nach und nach, durch die Neubildung der Rezeptoren. Daher wird die Dosis nach oben angepasst. Der Körper wird mit immer mehr Nebenwirkungen konfrontiert, was bis zum Tod führen kann. Die Grenze war bei 1200 mg deutlich überschritten, auch was die Dauer angeht (Jahre!!!!).

Und wenn jemand ein Neuroleptikum absetzt, bekommt er schlimme Gedanken, z.B. sich zu töten. Er wird ruhelos und nervös. Da ja nun auch noch die neugebildeten Rezeptoren und die alten Rezeptoren frei werden und überhäuft von Dopamin besetzt werden können. Zur Folge werden wieder Medikamente verordnet. Der Teufelskreis geht immer weiter. Die Medikamtente heilen nicht, sondern beruhigen für eine gewisse Zeit, bis zur nächsten Anpassung usw., wie oben beschrieben.

Man wird zum Dauerpatienten, was die Pharmaindustrie begrüßt.

Oftmals stand nur ein vorübergehendes Trauma, z.B. durch einen Verlust im Vordergrund. Schon bekommen die Leute solche Mittel und bleiben dann in diesem Teufelskreis hängen, weil es dann auf einmal nicht mehr ohne geht, aber mit gehts irgendwie auch nicht. Die Dosis kann nur begrenzt angepasst werden und man MUSS auf ein anderes Mittel wechseln, nach ein paar Monaten.

Ich weiß, meine Nachricht kommt sehr spät. Aber die Antworten die Du bekamst waren ja lächerlich. Ich musste Dir das schreiben, weil das bestimmt die Wahrheit vom Tod Deines Freundes ist.

LG Mina10 :°_

B2rombPee8rküchlxein


Du hast nur laienhafte Antworten erhalten.

Was bestimmt daran liegt, das dies ein Laienforum ist. Richtige Ärzte wirste hier selten finden.

Aber die Antworten die Du bekamst waren ja lächerlich.

In Anbetracht der Tatsache, das Laien hier versuchen mit Beiträgen zu helfen, find ich eher deine Aussage lächerlich.

weil das bestimmt die Wahrheit vom Tod Deines Freundes ist.

Bestimmt. %-|

J1an7x4


Zweischneidiges Schwert, diese Neuroleptika. Einigen Leuten scheinen sie wunderbar zu helfen, anderen hingegen kaum und ich habe z.B. selber eine Psychose-erkrankte Bekannte, die auch wenn sie Neuroleptika kriegt häufig genauso wahnhaft ist wie ohne, dafür aber massiv unter den diversen Nebenwirkungen leidet. Trotzdem hat die Schulmedizin hier offenbar keine andere Antwort als sie mehr oder weniger zur Einnahme zu zwingen, wobei es meiner Meinung nach zumindest mal einen Versuch wert wäre, die Dinger abzusetzen, was auch ihr expliziter Wunsch ist, den aber niemand berücksichtigt (denn, wie gesagt, zu helfen scheinen sie eh nicht). Sie hat sie auch schon mal auf eigene Faust abgesetzt, da wurde sie zwar auch nicht weniger wahnhaft, aber auch nicht deutlich mehr als vorher, und hatte dafür deutlich weniger Nebenwirkungen, daher besseres Gesamt-Befinden.

Diese Dosis über diesen Zeitraum ist auf jeden Fall fragwürdig, das denke ich schon.

JFan7x4


Wobei – ob der Tod durch die Dinger gekommen ist, muss wirklich erstmal geklärt werden. All die erwähnten Nebenwirkungen sind zwar unangenehm, aber ja nicht lebensbedrohlich. Wüsste auch nicht wieso so ein Medikament einen Herzinfarkt begünstigen sollte. Führen Neuroleptika zu Verkalkungen der Herzkranzgefäße ???

MninAaq10


1200 mg ist Überdosiert. Die Einnahmezeit deutlich überschritten. Und ja, sie können zum Tod führen. Plötzliche ungeklärte Todesfälle, steht sogar in der Anleitung. Und, dass sie die Herzfunktion stören können, was nicht mit einem Infarkt gleichzusetzen ist. Herztod bedeutet nicht immer gleich Infarkt. Das Herz kann auch durch eine gestörte Funktion, die auch im Packungszettel beschrieben wird, beeinträchtigt werden.

Und ich habe vorher gelesen, nicht wie meine Vorredner, die sich jetzt gekränkt fühlen. Bevor ich etwas sage, muß ich wissen wovon ich rede. Und niemand wird das bestätigen, dass das Seroquel unter diesen abnorm hohen Dosis schuld ist, weil sich ja ungeklärte Todesfälle nicht belegen lassen, aber sie traten und treten immer wieder auf. Also, erst mal den Packungszettel und die Medizinberichte im Net lesen. Da findet man die Antwort!!

Ist aber auch logisch, bei einer Überdosierung entstehen doch viel eher Nebenwirkungen und die Grenze lag bei 700mg und nicht 1200mg.

-6CraKzylexni-


Seroquel ist ein sehr gutes Medikament, das in immer mehr Bereichen Anwendung findet.

Naja, nur weil es in vielen Bereichen Anwendung findet, heißt das noch lange nicht, dass es gut ist. Sondern es wird eben auf Verdacht gegeben. Ich habe nicht die allerbesten Erinnerungen an Seroquel.

Sml)eepyShxeexp


Meine liebe Mina10,

warst Du schon einmal psychisch Krank?

Und ich meine nicht so ein kleine Stimmungsschwankung wie sie jeder mal hat,sondern pure Verzweiflung,Panik,Angst vor allem und jedem.Soweit,dass man denkt man stirbt oder bringt sich am Besten gleich selber um weil eh nichts mehr geht und gut wird?!

Ich glaube nicht,denn dann würdest Du hier so etwas nicht schreiben.

Diese Medikament sind ein Segen aber können auch ein Fluch sein (da stimme ich Dir zu) .Ich finde es immer seltsam,dass bei Psychopharmaka so ein Wirbel gemacht wird.Kein Mensch würde auf die Idee kommen,einem Diabetiker zu sagen,lass das Insulin weg,das ist nicht gut.Das macht dick oder verstopft deine Arterien.Würde keinem einfallen aber bei Antidepressiva udgl. wird immer gleich oh mein Gott geschrieen.

Hätte der gute Mann jetzt haufenweise Schmerzmittel genommen,weil er chronischer Schmerzpatient gewesen wäre,hätte hier jetzt gestanden:Warnung vor Medikament X,da stirbt man dran.

Es ist zweifellos tragisch aber jedes Medikament hat Nebenwirkungen die bei dem einen mehr oder weniger zum tragen kommen aber ob man dann auch tatsächlich an den Nebenwirkungen gestorben ist ist ja wohl nicht bewiesen.Und wenn ich mir jetzt vorstelle,dass jemand grade dieses Medikament verschrieben bekommen hat und nun mit der Packung in der Hand diesen Thread liest und denkt: oh Mist,das nehm ich dann lieber nicht,sich dann aber von der nächsten Brücke stürzt weil ihm die Stimmen mal wieder sagen,er soll das mache,dann könnte ich echt k*tz*n.

JCanx74


Naaaaaaaaaja

Also wenn eine bestimmte Menge eines Medikaments eine klare Überdosierung ist, besteht da eigentlich keinerlei Diskussionsbedarf mehr.

Man könnte auch zurück fragen: SleepySheep, hast Du mal jemanden erlebt, der gegen seinen Willen mit Neuroleptika behandelt wurde, diese aber kaum gegen seinen Wahn geholfen haben, der aber massive Nebenwirkungen (z.B. chronische Dyskinesien, die auch nach absetzen des Mittels nicht weggehen) hatte, erlebt?

Ich glaube nicht,denn dann würdest Du hier so etwas nicht schreiben.

Genauso wie diese Mittel bei dem einen gegen tiefe Verzweiflung helfen, so scheinen sie genau diese Verzweiflung bei anderen Leuten auszulösen.

Ich denke man kann zu dem ganzen Kram nur sagen.. ja, aber. Können helfen, aber sollten schon etwas gewissenhafter (und insgesamt weniger) eingesetzt werden.

J*an7x4


Und zu guter letzt (was ich aber selber kaum glaube):

Es ist durchaus vorstellbar, das jemand so wahnhaft ist, das er ohne eine sehr hohe Dosis Neuroleptika sich was antun würde, aber auch die notwendige Dosis Neuroleptika ihn umbringt.

Das ist tragisch, aber gestorben ist der dann auch nicht an den Neuroleptika, sondern an seiner (im Endeffekt nicht behandelbaren) Psychose. Sowas kommt halt einfach vor.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH