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Seroquel, Tod durch Herzinfarkt mit 39

Meina1x0


@ sleepysheep

Da stimme ich Jan74 voll zu. Das Seroquel war mit 1200mg voll überdosiert. Und das über Jahre, halloooo!!! Das sollte nicht sein. Wie bei jedem Medikament gibt es auch bei Seroquel Richtwerte, die hier deutlich überschritten waren. Ich habe die Richtlinien nicht gemacht, was die Dosierung und die Dauer angeht. Und warum sollen die Menschen das nicht wissen? Damit sie ruhig getrost überdosiert werden können und das gleiche erleben. Es gibt Richtwerte, damit man sich daran hält. Diese Neuroleptika sollten nicht über 700mg dosiert werden und möglichst nicht länger als etwa 8 Monte.

Danach sollte das Mittel gewechselt werden, wegen der Nebenwirkungen. Das Medikament müsste nämlich auf Dauer immer wieder angepasst werden, damit die Wirkung bleibt.

Es ist natürlich schlimm, wenn jemand sehr unter Psychosen zu leiden hat. Es ändert aber nichts an der Tatsache. Es gibt immer wieder Menschen, die unheilbar daran erkranken, so wie andere an etwas anderem.

Es gibt stärker wirkende Neuroleptika die vielleicht besser wirken als das Seroquel, wenn man unter starken Psychosen leidet (hochpotente Neuroleptika, z.B. Risperidon, Haloperidol oder Olanzapin). Seroquel wirkt weniger stark und wird daher wohl auch gerne höher dosiert. Normaldosiert wird es wohl allgemein gut vertragen.

Einem Bericht zufolge haben Antidepressiva weniger Nebenwirkungen als die Neuroleptika, bzw. die atypischen Neuroleptika und seien für die Dauerbehandlung das Mittel der Wahl. Aber ob das hilft? Aber was hilft wirklich auf Dauer??

Ich will keinem was Böses. Ich gehöre jedenfalls nicht zu denjenigen, die alles unbedenklich schlucken, ohne mich zu informieren. Aber das ist ja jedem selbst überlassen.

Die AOK will jetzt jedenfalls eine große Studie in Auftrag geben, weil es immer wieder Ärzte gibt, die ihren Patienten Medikamente verordnen, die absolut nicht zusammen passen. Dadurch kommen die Menschen, oftmals nicht unerheblich, zu Schaden. Und sogar bis zu 25.000 Todesfälle durch Medikamente, laut einem Bericht der SZ.

Meine Mutter bekam in einer Klinik zwei Medikamente, die nicht zusammen passten. Zuhause bekam sie Krämpfe und ein starkes Schütteln.

Erst als ich die Packungszettel las, stellte ich fest, dass die Kombination dies auslöste und sogar tödlich sein kann. Und erst darauf hin, stellte der Arzt die Medikamente um. Er war sich vorher dessen nicht bewusst. Sowas passiert tagtäglich ohne böse Absicht des Arztes.

Sipli5ttKersexele


Bei dem Beitrag und einigen Antworten bekomme ich "Bauchschmerzen".

Wir haben hier einen TE, der gerade nach dem Schuldigen für den Tod seines Bekannten sucht. Und den Schuldigen auch scheinbar gefunden hat.

Ich finde es nicht besonders gut, das der TE in seinem Beitrag eine Patientenverfügung ins Spiel bringt und Menschen verunsichert, die vom Quetiapin (Wirkstoff in den Pillen) abhängig sind. Damit meine ich keine Sucht, sondern eine Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Den Nebenwirkungen setze ich mal die Auflistung meines Arztes entgegen:

100 – 200mg sind Larifari

400mg sind ordentlich Depressiv

600mg sind schon ein wenig Irre

800mg sind vollkommen Irre

1200mg sollte man sich überlegen, etwas anderes zu nehmen

(Zitat ende)

Was mir an Wotans Thread missfällt ist einfach die Tatsache, das er nichts über die Erkrankung, bzw. schwere der Erkrankung schreibt. Ich glaube die Anzahl der Mediziner die Quetiapin überdosieren, lassen sich an fünf Fingern abzählen. D.h. der Bekannte von Wotan muss schon ziemlich "fertig" gewesen sein, das ein Arzt eine Dosis in der benannten Höhe verabreicht.

Und auch wenn die Worte von Jan74 recht hart sind, so hat er doch Recht. Im Grunde genommen ist er an den Folgen seiner Erkrankung gestorben und nicht an der Medikation. Für Wotan ist das so, aber ich habe keine Lust mir einen Patienten anzusehen, der normalerweise bei 1200mg eingestuft wäre, wenn dieser versucht ohne Tabletten durch das Leben zu gehen. Da wird ja gerne von Freitod gesprochen... Wäre die harmloseste Variante. Wenn der Mensch sich nicht gesehen oder gewürdigt fühlt, dann fährt der auch in die falsche Richtung auf die Autobahn. Dann sieht die Diskussion schon ganz anders aus... ;-)

PS: Ich habe nicht eine der oben genannten Nebenwirkungen und ich bin froh über meine Tabletten. Nachdem ich Milligramm abgebaut habe, hat mich mein Gemüt leider wieder nach oben dosiert.

BMromSbeerkküchlaexin


@ Splitterseele

D.h. der Bekannte von Wotan muss schon ziemlich "fertig" gewesen sein, das ein Arzt eine Dosis in der benannten Höhe verabreicht.

Darf man denn in diesem Stadium der Krankheit überhaupt noch eine Patientenverfügung unterschreiben? Ab wann gilt denn "unzurechnungsfähig"? Ich frage, weil Wotan im Anfangspost schrieb:

er wurde durch den Betreuer gezwungen die Medikamente zu nehmen wegen der Diagnose: Psychose.

N$udrarqihyoxn


Wenn ich Minas unqualifizierte und teilweise schlichtweg falschen Aussagen lese könnte ich rückwärts frühstücken. Das ist definitiv Stammtischniveau.

Ich habe selber Seroquel relativ hochdosiert genommen und kannte etliche, die dies auch taten.

Seroquel ist im Vergleich relativ nebenwirkungsarm, gut wirksam und einigermaßen leicht abzusetzen. Was sich mir hier bietet ist nicht das Bild eines schlechten Medikamentes, sondern eines Patienten, der einfach das für ihn falsche Medikament bekam. Gerade in der Psychiatrie dauert es oft Monate, das richtige Medikament zu finden in der richtigen Kombination. Viele Patienten können auf eine regelrechte Scheißhauswagenladung an verschiedenen wirkungslosen oder -armen Medis blicken, bevor sie das für sie richtige fanden.

Tatsache ist, das bei diesen Nabenwirkungen früher eingeschritten werden sollte. Man kann die Wirksamkeit nicht erzwingen. Es gibt eigentlich immer noch eine Alternative, ein Medikament oder eine Kombination, die man probieren kann.

Unter "Zwang" kann man übrigens schonmal gar nichts nehmen, dafür braucht es ein PsychKG, und wer soeines bekommt der hat andere Probleme als Seroquel, da gibt es dann gerne mal Haloperidol und das ist ein anderes Kaliber.

Ja, man sollte aufpassen was man nimmt und gut in sich hinein horchen und guten Kontakt zu seinen Ärzten pflegen. Psychopharmaka sind leider immernoch verschriehen, auch dank solcher Leute wie Mina, die auf Bildzeitungsniveau (wie ich dieses Wort eigentlich hasse, grrrr) diskutieren.

Es tut mir sehr leid für den TE. Der Weg nach einer solchen Katastrophe ist immer lang und schmerzhaft.

Alles Gute für dicvh.

WmevißkiJttexl


Guten Tag,

die Eingabe von Mina ist nicht grundsätzlich falsch.

Die Atypika wirken gut und sind oftmals nicht wegzudenken, aber....

Hier aber ein Link für Interessierte:

[[http://www.bgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Themen/Psychopharmakadebatte/Aderhold_Neuroleptika_update.pdf]]

MfG

R?oynDen


Ich nehme auch eine mittlere Dosis Seroquel gegen eine Psychose und weil dies nicht ausreichend ist noch eine kleine Menge Haldol. Dies ist die beste Dosierung seit Ausbruch meiner Psychose. Ich habe unter dieser Dosis die wenigsten Nebenwirkungen. Das heißt nicht das ich Nebenwirkungsfrei bin! Aber die Nebenwirkungen sind endlich auszuhalten! Ich führe zur zeit unter seroquel ein zufriedenes Leben. Ich kann jetzt nicht an Langzeitnebenwirkungen denken, die können alle Psychopharmaka haben. Andererseits macht es schon Angst von diesen Schilmmen Auswirkungen zu hören, wie in diesem Tred. Aber was soll man als Mensch machen, wenn man unter einer Psychose leidet. Fast alle müssen Medikamente einnehmen, auch wenn unangenehme Nebenwirkungen haben. Es gibt bei einer Psychose kaum gutes und trotzdem muss man versuchen Glück im Leben zu finden!

WgeißkZit^teil


Hallo Roynen,

ja Sie haben Recht. Ich sehe das auch so. Wenn man gut eingestellt ist, sollte man es auch so lassen. Die Nebenwirkungen sind kontrollierbar, so, dass man rechtzeitig eingreifen kann, wenn es nötig sein sollte.

Dazu stellt man sich ja auch in gewissen Abständen seinem Arzt vor, der die entsprechenden Untersuchungen in regelmäßigen Abständen vornimmt.

Eventuelle Veränderungen fallen somit auch rechtzeitig auf.

Der Patient in dem Bericht von Wotan3 hatte ja auch 1200mg Seroquel über Jahre täglich erhalten und das auch noch unter Zwang. Und man weiß ja auch nicht, ob er noch etwas anderes bekam.

MfG

Dpillxes


Der Patient in dem Bericht von Wotan3 hatte ja auch 1200mg Seroquel über Jahre täglich erhalten und das auch noch unter Zwang. Und man weiß ja auch nicht, ob er noch etwas anderes bekam.

Medikamente muss man nicht zwangsweise einnehmen, wie sollte das auch funktionieren.

Da müsste er die Tabletten unter Überwachung einnehmen. Dies passiert z.B. in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik. Wegen einer starken Hypomanie wurde ich wegen Verweigerung der Einnahme von Tabletten fixiert und die Seroquel wurde mir intramuskulär gespritzt. Tabletten kann man nicht zwangsweise geben. Durch das hochdosierte spritzen des Medikaments Quetiapin 1000 mg (Seroquel) als akute Gabe wurde ich schnell wieder einigermassen normal und ich bekam dann unter Aufsicht 150 mg in Tablettenform was ich bis heute nehme und ich bin nicht mehr manisch sondern eher depressiv. 1200 mg Seroquel ist verdammt viel , ich habe nur nur 1 mal 1000mg bekommen um die Manie herunterzufahren.

Man muss auch ständig einen Medikamentenspiegel machen um zu wissen wie hoch der Quetiapinspiegel ist , entsprechend passt man dann die Dosis an, bei 1000mg geht der Spiegel rasant hoch, sodaß dann 150 mg nach verschwinden der Manie ausreichend waren.

Ich denke da wurde evtl. ein Fehler in der Dosierung gemacht, es ist daher unheinlich wichtig, dass man auf seine Befindlichkeit und Nebenwirkungen achtet und dem Arzt mitteilt. Wenn dieser nicht darauf reagiert sollte man wechseln am Besten zu einem Spezialisten. Zwangsweise Medikamente zu nehmen passiert eigentlich nur auf der geschlossenen Abteilung, wo man zum eigenen Schutz langfristig in der Geschlossenen gehalten werden kann und auch zwangsmedikamentiert wird.

Jsan74


Bei dem was Du schreibst ist der Aspekt "Eigenverantwortung und Eigenbestimmtung des Patienten" aber relevant. Kenne auch Psychotiker, die dermassen "matschig" sind (sei es durch ihre Krankheit oder durch die Medis), das sie gar nicht in der Lage sind, derart selbstbestimmt zu handeln; sondern nur quasi willenlos tun, was die Ärzte/Betreuer ihnen sagen.

DNillxes


@ Jan74

da hast du sicher Recht , aber es ist mit Sicherheit nicht zwangsweise passiert und er berichtete ja von erheblichen Nebenwirkungen. Das legt einen ärztlichen Fehler nahe.

Jedes Medikament kehrt sich ins Gegenteil oder wird gefährlich wenn es überdosiert ist.

Man kann sogar an einer Überdosis Salz sterben.

J}an7x4


Klar.. naja, irgendwie gibts hier eh zu wenig Infos, um das wirklich beurteilen zu können.

Irre ich mich oder hat der TE selber nach dem Eingangsposting gar nix mehr geschrieben?

S)unflo6wer_7x3


Erstens: Ja, diese Nebenwirkungen gibt es. Sind bei Seroquel im Gegensatz zu anderen Psychopharmaka aber selten.

Die Untersuchungen konnten keine organische Ursache feststellen.

Dann war es nicht das Medikament. Denn WENN Psychopharmaka solche Nebenwirkungen haben, sind die an best. Veränderungen im EKG abzulesen.

Macht eine Patientenverfügung damit ihr nicht zur Einnahme von atypischen oder typischen Neuroleptika gezwungen werden könnt.

Das steht jedem frei. Es soll aber Menschen geben, die FROH sind über die Existenz dieser Medikamente. Die einsehen, dass es keine Alternative gibt (außer mit massiver Symptomatik zu existieren).

Die Dosis ist allerdings wirklich hoch; sollte eigentlich max. 800mg pro Tag betragen.

Aber das Nebenwirkungsprofil ist dennoch ein völlig anderes als "Herztod". Und die Dosis ist bei Schizophrenie höher als bei einer Manie.

Zwangsweise Medikamente zu nehmen passiert eigentlich nur auf der geschlossenen Abteilung, wo man zum eigenen Schutz langfristig in der Geschlossenen gehalten werden kann und auch zwangsmedikamentiert wird.

Und letzteres muss SEPARAT von einem Richter bewilligt werden. Geht nicht dauerhaft. Entscheidungen eines Betreuers (spricht für einen sehr kranken Patienten) funktionieren bzgl. Medikation nur, wenn der Patient mitmacht. Was oft nicht geschieht, weswegen viele Patienten ja immer wieder Schübe bekommen und so kognitiv extrem abbauen. Was z.T. durch Medikation verhindert werden könnte.

Letztlich geht es hier offensichtlich um einen Psychose-Patienten – und da war Seroquel definitiv ein besseres Medikament als klassische Neuroleptika und auch als andere atypische. Und man sollte auch überlegen, was mit diesem Menschen ohne jegliche Medikation geschehen wäre. Wie andere hier auch schon betonen.

JBa_n7x4


(endlich mal ne Antwort von jemandem "vom Fach"...)

Sjunflowver_x73


@ Jan:

Muss nicht betont werden. ;-)

Ergänzung:

In solchen Fällen (relativ krank, bestehende Betreuung zumindest in medizinischen Fragen) finde ich für ALLE Beteiligten (Patient, Betreuer, verschreibender Arzt) ja Depot-Spritzen praktischer (ausreichende Verträglichkeit des Medikaments im Vorfeld durch Tabletten festgestellt!). Alle 2-4 Wochen eine Spritze, und alle können durchatmen. Der Patient muss nicht täglich kämpfen, ob er die Tabletten nun nimmt oder nicht. Betreuer sich nicht täglich Sorgen machen. Der Arzt weiß auch, dass kein Mist mit Medikamenten (Nichteinnahme, Überdosis, Verkauf) angestellt wird. Zwischen den Spritzen dann noch jeweils eine Spiegelbestimmung. Gerade in eher "chronischen" Fällen ist das eine echte Erleichterung.

DgiPlles


@ Sunflower

gebe dir uneingeschränkt Recht. Es gibt viele denen Seroquel richtig hilft so auch mir. Ich nehme 150 mg und war soweit in Ordnung (Manie) der erste Ausschleichversuch mit 100mg verursachte starke Schlafstörungen. Ich bin froh über die neuen Psychopharmaka. Natürlich immer mit dem Ziel sie eines Tages nicht mehr nehmen zu müssen, keiner macht das aus Jux und Dollerei sondern weil es ihm dreckig geht ohne diese Medis.

Eine Zwangsbehandlung kann über längere Zeit (4 Wochen mindestens) ohne richterliche Verfügung vom zuständigen Arzt angeordnet werden, wenn der Patient eine Gefahr für sich und Andere darstellt. Die Zwangsbehandlung erfolgt in aller Regel mit Depotspritzen.

Ich wurde zwangsweise auch so von einer Hypomanie heruntergeholt. Im Nachhinein empfand ich das als absolut notwendig, in der Manie versuchte ich Staatsanwälte, Polizei etc. einzuschalten. Auf der Schiene kommt man richtigerweise nicht aus der geschlossenen Station. Im Gegenteil bei uns stand fast jeden Tag ein Polizeiauto oder Sanka dass einen Patienten zwangseingeliefert hat.

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